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Halloween-Geschichte 11/12 Jahre Lesen 16 min.

Der Halloween-Schalter und die kleine Tradition des Teilens

Vier Kinder folgen einer alten Halloween-Karte, sammeln kleine Gaben und entdecken dabei eine freundliche Tradition über Teilen, Mut und Zusammenhalt.

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Fünf Personen: Leni, 10, hellbraune Zöpfe, großer schwarzer Mantel mit silbernen Pailletten, links an der Szene, Hand entschlossen am alten Bakelit‑Schalter; Mika, 11, kurze schwarze Haare, dunkle Jacke, mitte‑links, hält ein kleines Notizbuch in der Tasche, lächelt ruhig auf Lenis Hand; Ben, 11, als Mumie verkleidet mit weißen Bandagen, rechts von Leni, macht eine komische Grimasse und schützt eine kleine Schokoladentafel; Amira, 10, als Katze verkleidet, hält einen kleinen Vorratssack mit Kürbisförmigen Brötchen und Nüssen, ganz rechts, zum Gruppe geneigt, lebhaft; Herr Seifert, ~70, weißes Haar, grauer Wollpullover, sitzt leicht zurückgelehnt im Türrahmen im ersten Stock, lächelt und hat eine Decke auf den Knien. Ort: alter Gemeinschaftsflur mit einer gelblichen Deckenlampe, lackierten Holzwänden, knarrender Holztreppe, gerahmten Schwarzweißfotos und einer Papiergeistergirlande über der Tür; durch die Glasimbustür ist der silberne Mond sichtbar. Hauptsituation: Die vier Kinder stehen nebeneinander vor dem rissigen Schalter, bereit, nach dem Teilen von Kuchenstücken, Nüssen und Schokolade gemeinsam das Licht auszuschalten; Herr Seifert blickt ihnen dankbar zu, warme Innenfarben, leicht neblige Außenstimmung, klare, comicartige Strichführung und gut lesbare Gesichtsausdrücke. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Kürbisse im Schaufenster

Am Nachmittag vor Halloween klebte ein dünner Nebel über der Straße wie Watte, die jemand vergessen hatte wegzuräumen. In den Schaufenstern grinsten Kürbisse, und eine Plastikspinne wackelte im Wind, als würde sie tanzen.

Mika ging langsamer als sonst. Nicht, weil er müde war, sondern weil er alles genau sehen wollte: die orangefarbenen Lichterketten, die Papierfledermäuse, die kleinen Zettel an Haustüren: „Heute: Süßes oder Saures“.

„Du läufst wie ein Detektiv“, sagte Leni und stupste ihn mit dem Ellbogen an. Sie trug schon ihr Kostüm: ein Umhang mit Glitzersternen, dazu ein viel zu ernstes Hexengesicht, das sofort wieder in ein Grinsen kippte.

„Vielleicht bin ich ja einer“, meinte Mika. „Ich will nur… verstehen, warum alle das Gleiche sagen. Süßes oder Saures. Wo kommt das her?“

Ben, der als Mumie eingewickelt war und trotzdem irgendwie sportlich aussah, hob beide Hände. Ein Streifen Toilettenpapier hing ihm wie eine traurige Fahne am Ellenbogen. „Das kommt aus dem alten Ägypten. Mumien haben das erfunden.“

„Quatsch“, sagte Amira. Sie hatte ein Katzenkostüm mit selbst gemalten Schnurrhaaren und ein Stirnband mit Ohren, die bei jedem Schritt wippten. „Das ist eine Tradition. Man macht's, weil es Spaß macht. Und weil Süßigkeiten.“

Mika nickte langsam. „Aber ich will eine kleine Tradition lernen. Eine echte. Nicht nur den Spruch.“

Leni zog einen kleinen Zettel aus ihrer Tasche. „Dann lernen wir heute eine! Meine Oma hat mir was erzählt. Es gibt in unserer Straße eine alte Halloween-Regel: Wer das Licht im Flur ausmacht, zeigt, dass der Spuk vorbei ist. Ein freundlicher Schluss. Und davor… muss man etwas teilen.“

Ben blinzelte. „Teilen? Meine Süßigkeiten?“

„Nicht alles, Mumienmann“, sagte Amira trocken. „Aber vielleicht ein bisschen Mut.“

Sie lachten, und der Nebel schien für einen Moment weniger dicht.

„Okay“, sagte Mika. „Dann machen wir heute beides: Wir suchen die Tradition… und wir teilen was. Und am Ende drücken wir einen Schalter runter.“

„Das klingt verdächtig feierlich“, murmelte Ben. „Ich bin dabei, aber wenn ich am Ende mit einem heruntergedrückten Schalter verheiratet werde, bin ich raus.“

Kapitel 2: Die Karte mit dem krummen Pfeil

Sie trafen sich vor Lenis Haus, wo ein echter Kürbis auf der Treppe stand. In seinen Augenhöhlen flackerte ein Teelicht, und die Schatten an der Wand machten lange Finger.

Lenis Oma öffnete die Tür. Sie hatte ein Kopftuch mit kleinen Fledermäusen darauf, als wäre das ganz normal. „Ah, die mutige Truppe. Kommt rein, bevor euch die Kälte die Ohren klaut.“

Im Flur roch es nach Apfel und Zimt. An der Garderobe hing ein alter Schlüsselbund, schwer und klirrend. Mika schaute ihn an, als könne man daraus eine Geschichte herauslesen.

„Du guckst so, als würdest du Worte zählen“, sagte Oma und zwinkerte. „Pass auf: Ich zeig euch etwas.“

Sie holte aus einer Schublade ein gefaltetes Papier. Es war eine Karte, handgemalt, mit einem krummen Pfeil und einem kleinen Kürbis als Zeichen. In der Ecke stand: „Die kleine Tradition“.

Ben beugte sich vor. „Ist das ein Schatz?“

„Ein freundlicher“, sagte Oma. „Früher sind die Kinder an Halloween nicht nur nach Süßigkeiten gegangen. Sie haben auch eine Kleinigkeit gesammelt – nichts Großes. Ein Apfel, ein Stück Brot, eine Handvoll Nüsse. Und dann haben sie es geteilt. Mit jemandem, der allein war. Oder mit einem Nachbarn, der krank war.“

Amira hob die Augenbrauen. „Das klingt… irgendwie schön.“

„Und ein bisschen wie Hausaufgaben“, murmelte Ben.

Oma lachte. „Vielleicht. Aber Hausaufgaben für das Herz. Die Karte führt euch zu drei Orten. An jedem Ort findet ihr etwas Kleines. Und am Ende kommt ihr zum alten Gemeinschaftshaus am Eck. Dort gibt es einen Flur mit einem Lichtschalter. Den drückt ihr runter, wenn ihr die Sache zu Ende gebracht habt. Dann ist der Spuk vorbei.“

Mika spürte ein Kribbeln im Bauch. Nicht vor Angst, eher wie vor einer guten Frage. „Warum der Schalter?“

Oma legte den Kopf schief. „Weil man nicht alles Mysteriöse offen lassen soll. Man macht am Ende das Licht aus, damit die Schatten wissen: Jetzt ist Ruhe. Und damit ihr wisst: Ihr habt es geschafft.“

Leni nahm die Karte vorsichtig, als wäre sie aus dünnem Glas. „Wir schaffen das.“

Ben zupfte an seinem Mumienverband. „Wenn ich unterwegs nicht aus Versehen entrolle und als Toilettenpapierrolle ende, ja.“

„Dann kleben wir dich wieder zusammen“, versprach Amira.

Mika schaute auf den krummen Pfeil. „Los. Bevor es richtig dunkel wird.“

Kapitel 3: Das Haus mit der singenden Klingel

Der erste Pfeil führte sie zu einem Haus mit einer Tür, die so rot war, dass sie im Nebel fast leuchtete. Daneben hing ein Schild: „Klingel singt. Bitte nicht erschrecken.“

„Zu spät“, sagte Ben und hielt sich die Brust, als hätte er gerade ein Drama gewonnen.

Leni drückte die Klingel. Statt eines normalen „Dingdong“ ertönte eine dünne Melodie, wie ein schiefes Kinderklavier: „La-la-laaa…“

Die Tür ging auf, und eine Frau mit einem Frankenstein-Kostüm grinste. „Ah! Besucher! Süßes oder Saures?“

Amira sagte geschniegelt: „Süßes, bitte. Aber… wir machen auch eine Tradition.“

„Oho“, sagte die Frau und beugte sich vor, als würde sie ein Geheimnis hören wollen. „Welche?“

Mika trat nach vorn. „Wir sammeln Kleinigkeiten zum Teilen. Und… wir lernen, wie man Halloween freundlich beendet.“

Die Frau nickte anerkennend. „Das gefällt mir. Wartet.“

Sie kam mit einer kleinen Schüssel zurück, darin glänzten Nüsse und getrocknete Apfelringe. „Das hier ist für eure Tradition. Und das hier…“ Sie reichte jedem eine kleine Schokolade. „…für den Mut.“

Ben steckte die Schokolade sofort in seine Mumienbinden, als wäre das ein Tresor. „Danke. Ich bewahre sie in meinem Grab auf.“

Die Frau lachte. „Passt auf die Karte auf. Und wenn ihr eine schwarze Katze seht, grüßt sie.“

Amira hob stolz die Hand. „Ich bin heute quasi eine.“

Mika steckte die Nüsse und Apfelringe in einen Beutel, den Leni dabei hatte. Die Beute fühlte sich warm an, obwohl sie es nicht sein konnte. Vielleicht war es nur das gute Gefühl.

Als sie weitergingen, hörten sie hinter sich die singende Klingel noch einmal, obwohl keiner gedrückt hatte.

„Hat die gerade… von selbst gesungen?“ flüsterte Leni.

Ben zog die Augen zusammen. „Vielleicht übt sie für ein Konzert.“

Mika blieb kurz stehen und schaute zurück. Die Tür war zu. Die Straße war still.

„Wir gehen weiter“, sagte er ruhig. „Manchmal machen Häuser einfach… Haus-Sachen.“

Amira kicherte. „Detektiv Mika erklärt die Welt.“

Kapitel 4: Der Garten mit den flüsternden Maisstängeln

Der zweite Ort war ein Garten, der mit trockenen Maisstängeln dekoriert war. Sie standen in Reihen, wie dünne Wächter. Der Wind fuhr hindurch, und es klang, als würden sie leise miteinander reden.

„Die flüstern über uns“, sagte Ben und zog seinen Verband am Arm fester.

„Sie sagen bestimmt: Da kommt eine Mumie, die Angst hat“, meinte Amira.

„Ich habe keine Angst“, protestierte Ben. „Ich bin nur… vorsichtig dramatisch.“

Zwischen den Maisstängeln hing ein kleines Schild: „Nur wer teilt, findet den Weg.“

Leni hielt den Beutel hoch. „Wir haben schon Nüsse und Apfelringe.“

Mika sah sich um. Auf einer Bank lag ein Korb mit kleinen Broten, jedes in Form eines Kürbisses. Daneben ein Zettel: „Nimm eins. Lass eins.“

„Das ist Teilen“, sagte Mika leise.

Sie hatten nichts zum Dalassen – außer der Schokolade, die sie gerade bekommen hatten.

Ben hielt seine fest, als wäre sie sein letzter Freund. Dann seufzte er übertrieben. „Na gut. Ich opfere mich für die Menschheit.“

Er legte eine Schokolade in den Korb. Leni und Amira folgten, und Mika auch. Dann nahm jeder ein Kürbisbrot.

In dem Moment knarrte etwas im Garten. Ein Schatten huschte zwischen den Stängeln hindurch, schnell wie ein Wimpernschlag.

Amira machte einen Satz zurück. „Okay. Das war kein Mais.“

Ben flüsterte: „Das war der Geist meiner Schokolade, der sich rächen will.“

Mika kniete sich hin und sah auf den Boden. Da waren kleine Pfotenabdrücke – winzig, wie von einem Kätzchen. Und ein Stück orangefarbenes Band, das im Gras hängen blieb.

„Eine Katze“, sagte Mika. „Oder etwas, das so tut.“

Leni nahm das Band auf. „Es ist vom Gemeinschaftshaus! Da hängen doch immer orange Bänder am Geländer.“

Der Wind wurde stärker, und das Flüstern der Maisstängel klang jetzt wie ein echtes Wort: „Daa… hin…“

„Sie zeigen uns den Weg“, sagte Leni mit großen Augen.

Amira schnupperte an ihrem Kürbisbrot. „Wenn uns schon Mais berät, kann der Abend nur gut werden.“

Sie folgten dem Weg am Zaun entlang. Hinter ihnen klapperte der Korbdeckel einmal, als hätte jemand „Danke“ gesagt.

Kapitel 5: Das Gemeinschaftshaus und die Treppe ohne Ende

Das Gemeinschaftshaus am Eck war alt und breit, mit Fenstern, die wie müde Augen aussahen. Über dem Eingang hing eine Girlande aus Papiergeistern. Einer davon hatte einen Schnurrbart, als hätte ihn jemand aus Versehen aufgeklebt.

„Der Geist sieht aus wie mein Mathelehrer“, flüsterte Ben.

„Dann ist es der Geist der Hausaufgaben“, sagte Amira. „Lauf!“

Sie kicherten, doch als sie die Tür aufdrückten, schluckte das Haus die Geräusche. Drinnen war es kühler. Der Flur war lang, und die Deckenlampe flackerte, als würde sie sich nicht entscheiden können.

Die Karte zeigte jetzt ein kleines Symbol: eine Treppe. Und darunter stand: „Hör hin. Schau hin. Teil, was du hast.“

„Hör hin“, wiederholte Mika. Er war plötzlich sehr still. Sein Blick wanderte über die alten Fotos an der Wand: Kindergruppen, Sommerfeste, Laternenumzüge. Auf einem Bild hielt ein Junge einen Korb und lächelte so, als wäre er stolz auf etwas, das niemand sah.

Aus der Ferne kam ein leises Geräusch. Nicht gruselig, eher traurig: ein „Krrk… krrk…“ wie ein Stuhl, der allein im Raum schaukelt.

Sie gingen die Treppe hoch. Jede Stufe knarrte anders, als hätte sie ihre eigene Stimme. Ben zählte mit: „Eins… zwei… dre—“

„Psst“, machte Leni. „Hör hin.“

Das Geräusch kam aus dem ersten Stock, aus einer Tür, die einen Spalt offen stand. Dahinter brannte ein kleines Licht, warm und gelb.

Mika schob die Tür vorsichtig auf. In dem Raum stand ein Tisch mit einer Schale, aber sie war fast leer. Daneben saß Herr Seifert, der Nachbar aus der Nummer 12, den Mika nur vom Grüßen kannte. Er trug kein Kostüm, nur einen dicken Pullover. Auf seinem Schoß lag eine Decke.

Er schaute auf, überrascht. „Oh. Hallo. Ich… ich dachte, heute kommt niemand.“

Leni trat vor. „Wir sind… auf Traditionstour.“

Amira hob den Beutel mit den Nüssen und Apfelringen und die Kürbisbrote. „Wir haben was gesammelt. Zum Teilen.“

Herr Seiferts Gesicht wurde weich, als hätte jemand eine harte Kante weggezaubert. „Das ist… wirklich nett.“

Ben räusperte sich, als würde er eine Rede halten. „Ich war zuerst gegen Teilen. Aber dann hat mich ein Maisfeld überzeugt.“

Herr Seifert lachte leise, und das klang im Raum wie ein kleines Feuer. „Setzt euch doch kurz.“

Sie setzten sich um den Tisch. Mika legte die Nüsse und Apfelringe in die Schale und brach sein Kürbisbrot in zwei Teile. Er gab Herrn Seifert die größere Hälfte, ohne lange zu überlegen.

„Warum sind Sie hier allein?“, fragte Mika vorsichtig.

Herr Seifert strich über die Decke. „Meine Schwester ist krank, ich passe auf ihre Wohnung im Haus auf. Und… ich bin nicht der Typ für große Feiern. Aber ich mag es, wenn Kinder lachen. Das erinnert mich daran, dass die Welt nicht nur aus Terminen besteht.“

Amira nickte. „Heute ist die Welt aus Kürbisbrot.“

Ben schob seine Mumienbinden hoch und griff nach einem Apfelring. „Und aus Apfelringen. Sehr wichtige Weltbestandteile.“

Sie aßen, erzählten, hörten zu. Mika merkte, wie gut es tat, einfach da zu sein, ohne etwas zu wollen. Nur zu teilen.

Als sie aufstanden, zeigte Herr Seifert auf einen alten Lichtschalter am Flur. „Der Schalter da?“

Leni nickte. „Am Ende drücken wir ihn runter.“

Herr Seifert lächelte. „Dann macht ihr das für mich mit. Damit der Abend einen Schluss hat.“

Kapitel 6: Das sanfte Ende im Flur

Wieder im Flur wirkte das Flackern der Lampe weniger nervös, als hätte sie sich beruhigt. Die Papiergeister an der Tür schaukelten leise, und der mit dem Schnurrbart sah jetzt eher freundlich aus.

Die vier Kinder standen vor dem Schalter. Er war aus Bakelit, alt, mit einem kleinen Riss. Darüber hing ein Schild, handgeschrieben: „Wenn ihr geteilt habt, dürft ihr den Spuk schlafen legen.“

Ben schluckte. „Das ist der dramatischste Schalter meines Lebens.“

Amira stupste ihn an. „Du bist doch Mumie. Du liebst Drama.“

Mika sah seine Freunde an: Leni mit dem glitzernden Umhang, Ben mit dem tapferen Toilettenpapier, Amira mit den wippenden Ohren. Und er selbst, ohne großes Kostüm, nur mit einer dunklen Jacke und einem Notizbuch in der Tasche, weil er gern Dinge aufschrieb. Er hatte heute nicht nur Süßigkeiten gesammelt. Er hatte eine Tradition gelernt, die klein war und trotzdem stark.

„Wir haben geteilt“, sagte Mika leise. „Und wir haben jemanden besucht. Das war… richtig.“

Leni legte ihre Hand auf den Schalter. „Zusammen?“

„Zusammen“, sagte Amira.

Ben legte auch die Hand drauf. „Wenn danach irgendwo eine Treppe anfängt zu schweben, renne ich. Nur zur Info.“

Mika legte seine Hand dazu. Vier Hände, ein Schalter, ein Flur voller warmer Schatten.

„Drei“, zählte Leni. „Zwei. Eins.“

Sie drückten.

Der Schalter klickte, trocken und zufrieden. Das Licht im Flur ging aus, und für einen Moment war es dunkel – nicht bedrohlich, eher wie eine Decke, die man über ein müdes Kind legt. Durch ein Fenster fiel Mondlicht hinein, silbrig und ruhig.

Aus dem oberen Stockwerk hörten sie Herr Seifert rufen: „Gute Nacht, ihr Traditionsexperten!“

Ben flüsterte: „Der Spuk ist aus.“

Amira flüsterte zurück: „Und der Mut ist an.“

Mika atmete aus. In der Dunkelheit sah er das Leuchten ihrer Kürbislaternen draußen durch die Glastür. Es fühlte sich an, als hätte Halloween ihnen kurz ein Geheimnis gezeigt – und dann freundlich die Augen zugemacht.

Sie gingen hinaus in die Nacht, und der Nebel wirkte plötzlich wie etwas, das zur Geschichte gehörte, nicht wie etwas, das einen verschluckt. Hinter ihnen blieb das Gemeinschaftshaus still. Der Schalter war unten. Der Spuk schlief. Und in ihren Taschen raschelten Nüsse und Apfelringe, als würden sie leise „Teilen“ sagen.

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Nebel
Wassertröpfchen in der Luft, die alles ein bisschen verschwommen sehen lassen.
Watte
Weiches, flauschiges Material, das oft zum Polstern oder Basteln benutzt wird.
Schaufenstern
Fenster von Läden, hinter denen Dinge zum Anschauen stehen.
Plastikspinne
Eine falsche Spinne aus Kunststoff zum Dekorieren oder Spielen.
Detektiv
Jemand, der Hinweise sucht, um ein Rätsel oder Geheimnis zu lösen.
Mumie
Ein einbalsamierter, eingewickelter Körper aus alten Geschichten oder Kostümen.
Kopftuch
Stoff, den man um den Kopf bindet, oft zum Schutz oder als Kleidungsstück.
Garderobe
Ort, wo Jacken und Mäntel aufgehängt werden.
Krummen Pfeil
Auf der Karte gezeichneter Pfeil, der nicht gerade, sondern gebogen ist.
Gemeinschaftshaus
Gebäude, wo Menschen sich treffen und gemeinsame Dinge machen.
Flur
Langer Raum oder Gang in einem Haus, der zu anderen Zimmern führt.
Bakelit
Altes, hartes Material, aus dem früher viele Schalter gemacht wurden.
Knarrte
Ein lautes, hohes Geräusch, das Holz beim Bewegen macht.
Pfotenabdrücke
Spuren von kleinen Tierfüßen, die man im Boden oder Gras sieht.
Papiergeistern
Gestalten aus Papier, die wie kleine Geister als Dekoration sind.
Spuk
Unheimliche oder geheimnisvolle Ereignisse, die Angst machen können.

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