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Halloween-Geschichte 11/12 Jahre Lesen 18 min.

Der Nachtwächter und der Kürbislichterpfad in der Geistergasse

Milo, ein selbsternannter Nachtwächter, entdeckt in der nebligen Geistergasse verschwundene Kürbislichter und verbündet sich mit dem Hausmeister Herrn Zwick und dem Mädchen Rika, um das Rätsel um die durchtrennten Lichterketten zu lösen.

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Milo, etwa 12 Jahre, konzentriertes, lächelndes Gesicht, zerzauste braune Haare, schwarze Sakkojacke mit Werkzeug in der Tasche, hält eine reparierte Lichterkette aus kleinen orangen Kürbissen, stolze Haltung; Rika, ebenfalls ca. 12, Geistertuch über den Schultern, schelmische Augen in ausgeschnittenen Löchern, reicht helfend die Hand rechts von Milo; Herr Zwick, ca. 50, faltiges aber freundliches Gesicht, graue dicke Jacke, Stirnlampe, hält eine Zange und steht hinter einer kleinen Leiter, überwacht und leitet; Ort: enge gepflasterte Gasse mit feuchten Backsteinmauern, etwas Gras und dunklem Efeu, kleine Pfützen spiegeln Licht, Kabel und Halloween-Deko an kahlen Zweigen; Szene: die drei bringen eine Lichterkette aus kleinen leuchtenden orangen Kürbissen an einer Ziegelleiste an, warme Lichter gehen nacheinander an und schaffen einen Lichtweg im sanften Nebel, warme Orange- und Gelbtöne kontrastieren mit Nachtblau und Grau; Grafikstil: einfache klare Formen, saubere Konturen, gesättigte kinderfreundliche Palette, weiche Schatten und leichte Papiertextur für ein Bilderbuch. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Das Kostüm mit zu vielen Taschen

Milo zog den Reißverschluss seines Umhangs hoch und drehte sich vor dem Spiegel. Das Kostüm sollte ein „Nachtwächter der Geistergasse“ sein, was im Grunde bedeutete: schwarzer Umhang, eine Laterne aus Pappe und ein Gürtel mit viel zu vielen Taschen.

„Du siehst aus wie ein Zauberer, der seine Hausaufgaben bewacht“, sagte seine große Schwester Jette und stupste gegen eine Tasche, aus der ein Schraubenzieher ragte.

Milo grinste. „Das ist kein Schraubenzieher. Das ist mein Licht-Retter.“

Im Wohnzimmer lag nämlich das Problem: eine Lichterkette, die Mama jedes Jahr über die Fensterbank spannte. Kleine Kürbisse aus Plastik, die normalerweise gemütlich orange glühten. Dieses Jahr blinkten sie nur kurz, dann war alles dunkel, als hätte jemand der Halloween-Nacht den Strom abgedreht.

Milo kniete sich hin und hielt das Kabel hoch, als wäre es ein verletzter Wurm. „Ich will sie reparieren. Ohne die Kürbislichter sieht unser Haus aus, als hätte es vergessen, dass heute Halloween ist.“

Mama stellte eine Schüssel mit Mandarinen auf den Tisch. „Ich dachte, du willst Süßigkeiten.“

„Auch“, sagte Milo. „Aber zuerst das Licht. Sonst finden uns die Monster nicht.“

Jette hob eine Augenbraue. „Und das wäre schlimm?“

„Nein“, meinte Milo, „aber… es ist schöner, wenn es leuchtet. Für alle.“

Draußen raschelten die Blätter wie geheime Zettel. Der Himmel war schon früh dunkel, und irgendwo klapperte ein Fensterladen, als würde er leise applaudieren. Milo nahm die Lichterkette, steckte sie in seine größte Kostümtasche und sagte: „Dann eben unterwegs. Ich frage Herrn Zwick. Der kann alles reparieren. Sogar meinen Skateboardreifen.“

„Herr Zwick repariert hauptsächlich sein Gesicht“, murmelte Jette.

Milo schulterte seine Papp-Laterne. „Wenn ich zurück bin, leuchten die Kürbisse. Versprochen.“

Kapitel 2: Die flüsternde Geistergasse

Die Straße war voller verkleideter Kinder: eine Mumie, die ihre Klopapier-Bandagen hinter sich herzog; zwei Vampire, die sich um den letzten Schokoladenriegel stritten; und ein kleiner Drache, der ständig „Rooaaar“ sagte, obwohl er dabei kichern musste.

Milo ging zur Geistergasse, einer schmalen Abkürzung zwischen zwei alten Häuserreihen. Tagsüber war sie einfach nur schattig. Heute Abend sah sie aus wie ein Gang in ein Abenteuerbuch: Nebel kroch über den Boden, und irgendwo tropfte Wasser in gleichmäßigen Abständen. Plink. Plink. Als würde die Gasse zählen.

Milo hielt seine Papp-Laterne hoch. Das Licht darin war nur ein Teelicht, aber es machte mutige Schatten an die Wände. „Okay“, sagte er leise zu sich selbst. „Nur eine Abkürzung. Keine Panik. Ich bin… Nachtwächter.“

„Nachtwächter?“, flüsterte eine Stimme.

Milo erstarrte. Aus der Dunkelheit lugte etwas Weißes hervor. Ein Gespenst? Ein Laken? Ein… sehr großer Kloß aus Nebel?

Dann trat ein Mädchen hervor, ungefähr in seinem Alter, in einem selbstgebastelten Geisterkostüm. Das Laken hatte zwei sauber ausgeschnittene Augenlöcher und auf der Brust stand mit Filzstift: ICH BIN HARMLOS (MEISTENS).

„Du hast mich erschreckt“, sagte Milo und atmete aus.

„Sorry“, sagte das Mädchen. „Ich heiße Rika. Ich suche meine Freundin. Sie ist vorhin hier rein und… na ja.“ Rika zeigte auf den Nebel, als wäre er schuld.

„Warum geht man freiwillig in die Geistergasse?“, fragte Milo.

Rika zuckte die Schultern, und das Laken raschelte. „Mutprobe. Und weil ich so tue, als hätte ich keine Angst. Klappt meistens. Bis Nebel auftaucht.“

Milo nickte verständnisvoll. „Ich bin auch nur halb mutig. Aber ich habe eine Mission.“ Er klopfte gegen seine Tasche. „Lichterkette reparieren.“

Rika beugte sich vor. „Du schleppst eine Lichterkette durch die Geistergasse? Das ist entweder sehr tapfer oder sehr… komisch.“

„Komisch tapfer“, sagte Milo.

Plink. Plink. Das Tropfen wurde lauter, als würden sie näher an den Klang herangezogen. Und dann sah Milo es: Am Ende der Gasse hing etwas in den Ästen eines kahlen Strauchs. Eine kleine Kürbislampe der Lichterkette, abgerissen, baumelnd wie ein winziger Kopf.

„Hä?“, murmelte Milo. „Die ist doch bei uns im Wohnzimmer gewesen.“

Rika schluckte. „Vielleicht… hat die Geistergasse Hunger auf Deko?“

Milo musste trotz allem lachen. „Dann sollten wir ihr was anderes zu essen geben. Zum Beispiel… Mut.“

Kapitel 3: Das Rätsel der verlorenen Kürbisse

Sie gingen vorsichtig weiter. Der Nebel kitzelte Milo an den Knöcheln, als würde er ihm heimlich Fragen stellen. Die Wände waren feucht und rochen nach alten Steinen und nassem Laub. Milo entdeckte noch etwas: Auf dem Boden lagen mehrere kleine Plastik-Kürbisse, nicht leuchtend, aber eindeutig Teile von Lichterketten.

„Das ist ja eine ganze Sammlung“, flüsterte Rika.

Milo hob einen Kürbis auf. Das Kabel war durchtrennt, sauber, als hätte jemand mit einer Schere gearbeitet. „Das ist kein Unfall“, sagte er. „Jemand schneidet die Kabel durch.“

„Ein Kabel-Schurke“, sagte Rika und versuchte, gruselig zu klingen, aber am Ende klang es eher wie ein beleidigter Frosch.

Milo grinste. „Oder ein sehr pingeliger Geist.“

Da hörten sie ein Kratzen. Nicht laut, eher wie das Geräusch, wenn jemand heimlich mit Kreide zeichnet. Milo hielt die Papp-Laterne höher. Das Licht zitterte über eine Tür in der Mauer, fast unsichtbar zwischen Efeu. Auf der Tür war ein Schild: „Hausmeisterraum“. Darunter klebte ein Papierkürbis mit der Aufschrift: BITTE NICHT ERSCHRECKEN.

Rika zeigte darauf. „Das klingt verdächtig nett.“

„Oder nett verdächtig“, sagte Milo und drückte die Klinke.

Die Tür quietschte, als hätte sie seit Jahren darauf gewartet, endlich mal wieder Drama zu machen. Dahinter war ein kleiner Raum: Besen, Eimer, alte Farbeimer – und auf einem Tisch lagen… noch mehr Lichterketten. Viele. Manche waren halb auseinandergebaut. Neben ihnen lag eine Zange und eine Rolle Isolierband.

„Okay“, flüsterte Milo. „Das ist eindeutig ein Lichterketten-Versteck.“

„Vielleicht wohnt hier ein Monster mit Sinn für Atmosphäre“, sagte Rika und zog ihr Laken zurecht, als würde sie sich darin verstecken.

In dem Moment bewegte sich etwas im Schatten. Milo spürte, wie sein Herz einmal zu schnell und dann wieder normal schlug – wie ein kleines Schlagzeugsolo.

„Wer ist da?“, rief Milo, so fest er konnte. „Wir sind… äh… offiziell!“

Ein Kopf tauchte auf. Kein Monster. Kein Geist. Herr Zwick. Der Hausmeister aus ihrer Straße. Er trug eine dicke Jacke und eine Stirnlampe, die ihn aussehen ließ wie einen sehr ernsten Glühwürmchen-König.

„Ihr!“, knurrte Herr Zwick. Dann sah er Rik as Laken und blinzelte. „Und… ein Bettbezug.“

„Ich bin Rika“, sagte Rika. „Und Milo ist Nachtwächter. Also eigentlich nur Milo.“

Milo hielt seine Tasche hoch. „Meine Lichterkette ist kaputt. Und… warum haben Sie so viele?“

Herr Zwick kratzte sich am Kinn. Seine Stirnlampe wackelte. „Weil ihr Kinder die Dinger überall hin hängt. An Zäune, an Bäume, an Briefkästen. Und dann regnet es, und zack – Kurzschluss. Ich sammle sie ein. Damit niemand einen Stromschlag bekommt.“

„Und die durchgeschnittenen Kabel?“, fragte Milo.

Herr Zwick seufzte, als hätte er diese Frage schon hundertmal beantwortet, aber nie von einem Nachtwächter und einem Bettbezug. „Die sind gefährlich. Wenn sie beschädigt sind, schneide ich den kaputten Teil ab. Dann kann ich sie reparieren. Irgendwann. Wenn ich Zeit habe.“

Rika starrte auf den Tisch. „Irgendwann? Heute ist Halloween!“

Herr Zwick schaute kurz weg. „Ich… weiß.“

Milo bemerkte plötzlich etwas: Herr Zwick hatte unter der Jacke ein Kostüm an. Einen alten, grauen Umhang und ein kleines Abzeichen: „Technik-Geist“. Sehr selbstgebastelt. Und irgendwie… traurig.

„Sie mögen Halloween“, sagte Milo leise.

Herr Zwick brummte. „Früher. Als mein Sohn noch klein war. Wir hatten eine Lichterkette, die immer funktionierte. Immer. Dann ist sie kaputt gegangen, und ich… na ja.“ Er tippte auf die Zangen. „Ich hab's nie geschafft, sie zu reparieren. Und jetzt sehe ich überall kaputte Lichter und denke: Wenn ich sie wegnehme, ist wenigstens niemand enttäuscht.“

Rika zog das Laken an den Schultern zusammen. „Aber dann sind alle enttäuscht.“

Stille. Sogar das Plink. Plink. schien kurz zu warten.

Milo atmete tief ein. „Ich will meine reparieren. Heute. Können Sie mir helfen?“

Herr Zwick sah Milo an. Dann Rika. Dann die Lichterketten auf dem Tisch, als wären sie eine Armee kleiner, stiller Fragen. Schließlich nickte er langsam. „Wenn du mit anpackst. Und… vorsichtig bist.“

„Ich bin Nachtwächter“, sagte Milo ernst. „Vorsicht ist mein zweiter Vorname.“

Rika flüsterte: „Und dein erster ist ‚Komisch‘.“

Milo musste lachen, und sogar Herr Zwick zog den Mundwinkel hoch – nicht viel, aber genug, dass es sich anfühlte wie eine kleine Taschenlampe im Dunkeln.

Kapitel 4: Werkstatt der sanften Schauer

Herr Zwick schob eine zweite Lampe an. Das Licht war warm und gelb, und plötzlich sah der Raum weniger geheimnisvoll aus – mehr wie ein Ort, an dem Dinge wieder heil werden. Milo setzte sich an den Tisch, legte seine Kürbiskette aus und fand die Stelle, an der das Kabel einen Knick hatte.

„Hier“, sagte er.

Herr Zwick reichte ihm eine kleine Zange. „Isolierung ab. Aber nur ein bisschen. Nicht in die Adern schneiden.“

„Adern?“, fragte Rika und schauderte gespielt. „Das klingt nach echtem Grusel.“

„Das sind Drähte“, erklärte Milo. „Keine echten Adern.“

„Schade“, sagte Rika. „Ein bisschen Drama muss sein.“

Milo arbeitete vorsichtig. Seine Finger waren nicht super geschickt, aber er war geduldig. Herr Zwick zeigte ihm, wie man die Enden verdrillt und mit Isolierband umwickelt. Rika hielt die Teile, reichte Bandstücke an und gab Kommentare ab wie eine Sportreporterin.

„Und Milo geht in die entscheidende Kurve! Wird der Kürbis leuchten? Die Spannung steigt – im besten Sinne!“

Herr Zwick räusperte sich. „Weniger reden, mehr halten.“

„Ich halte doch!“, protestierte Rika, und ihr Laken rutschte so weit nach vorn, dass sie kurz gegen den Tisch lief. „Uff.“

Milo kicherte. „Geister haben keine Tiefenwahrnehmung.“

„Doch“, sagte Rika und rieb sich die Stirn. „Meine Tiefe ist: Aua.“

Als die Stelle repariert war, steckte Herr Zwick den Stecker in eine Prüfsteckdose. Milo hielt den Atem an. Rika hielt ihr Laken fest, als könnte es wegrennen.

Die Kürbisse flackerten. Einmal. Zweimal. Dann gingen sie an – ein sanftes, ruhiges Orange, als hätten sie beschlossen, heute Abend besonders freundlich zu leuchten.

„Yes!“, rief Milo.

Rika klatschte. Das Laken machte ein Geräusch wie fallende Blätter. „Der Nachtwächter hat gewonnen!“

Herr Zwick schaute auf die Lichter. Seine Stirnlampe war aus, aber sein Gesicht sah trotzdem heller aus. „Na gut“, murmelte er. „Die können was.“

Milo zog die Kette zu sich heran und betrachtete die leuchtenden Kürbisse. „Können wir… noch eine reparieren? Nicht nur meine.“

Herr Zwick blinzelte. „Warum?“

„Weil“, sagte Milo, „viele Leute sich Mühe geben. Und wenn's dunkel bleibt, denken sie, es lohnt sich nicht. Aber es lohnt sich. Für die Stimmung. Für die Kleinen. Und… vielleicht auch für Sie.“

Rika nickte heftig, das Laken wippte. „Empathie-Alarm!“

Herr Zwick schnaubte, aber diesmal war es fast ein Lachen. „Na schön. Eine noch. Aber dann müsst ihr auch Süßigkeiten sammeln, sonst verklagt euch Halloween.“

Sie reparierten eine zweite Kette, dann eine dritte – nur kleine Stellen, nichts Gefährliches. Milo fühlte sich, als würde er nicht nur Drähte verbinden, sondern auch etwas anderes: Menschen, die sich sonst nur anmeckern, mit einem leuchtenden Plan.

Als sie fertig waren, nahm Herr Zwick eine der reparierten Ketten und hielt sie hoch. „Die war von… von früher.“ Seine Stimme wurde leiser. „Die von meinem Sohn.“

Rika wurde still. Milo auch.

„Wollen wir die draußen aufhängen?“, fragte Milo vorsichtig. „Hier in der Gasse. Dann haben alle was davon.“

Herr Zwick zögerte. Dann nickte er. „Gut. Aber ordentlich. Keine Knoten.“

„Ordentlich ist mein dritter Vorname“, sagte Milo.

„Du hast zu viele Vornamen“, sagte Rika.

„Ich bin eben ein komplexer Nachtwächter“, antwortete Milo.

Kapitel 5: Die Gasse wird zum Lichterpfad

Draußen war der Nebel noch da, aber er wirkte weniger wie ein Geheimnis und mehr wie Deko. Herr Zwick stand auf einer kleinen Leiter, Milo hielt sie fest, und Rika reichte die Kürbislichter hoch, als wären es kostbare Edelsteine.

„Ein bisschen höher“, sagte Milo. „Sonst frisst der Nebel sie.“

„Nebel frisst nicht“, meinte Rika. „Er… sabbert höchstens.“

Herr Zwick brummte. „Ruhe, Geisterbett.“

Als die Kette hing, steckte Herr Zwick den Stecker in eine Außensteckdose, die hinter Efeu versteckt war. Für einen Moment passierte nichts. Milo spürte, wie sich seine Schultern anspannten.

Dann – klick – glomm ein Kürbis auf. Dann der nächste. Und der nächste. Eine ganze Reihe warmer Lichter zog sich durch die Geistergasse, als hätte jemand eine orangefarbene Sternspur auf die Erde gelegt.

Die Schatten an den Wänden wurden weich. Das Tropfen klang plötzlich wie Musik im Hintergrund. Kinder, die vorbeigingen, hielten an.

„Boah, guck mal!“, rief ein Skelettjunge.

„Das ist voll schön!“, sagte eine Hexe und machte ein Selfie mit einem Plastikbesen.

Rika stellte sich breitbeinig hin, als wäre sie die Türsteherin des Lichts. „Willkommen im Lichterpfad! Eintritt: ein ‚Buh‘, aber freundlich!“

Ein kleiner Vampir flüsterte: „Buh… bitte?“ und bekam ein „Sehr gut!“ von Rika.

Herr Zwick sah zu, wie die Kinder lachten und durch die Gasse liefen, ohne zu hasten. Er schob die Hände in die Jackentaschen und stand ein bisschen gerader.

Milo trat neben ihn. „Danke“, sagte er.

Herr Zwick nickte knapp. „Du auch. Und du, Bettbezug.“

„Ich nehme das als Kompliment“, sagte Rika.

Milo zog seine eigene reparierte Kette aus der Tasche. „Jetzt nur noch nach Hause. Mama wird ausflippen. Im positiven Sinne.“

„Dann los“, sagte Rika. „Süßigkeiten warten. Und ich muss meine Freundin finden, bevor sie denkt, ich sei im Nebel verschwunden und jetzt eine Legende.“

Sie gingen gemeinsam aus der Gasse. Hinter ihnen leuchteten die Kürbisse weiter, ruhig und zuverlässig, als hätten sie einen Pakt geschlossen: Heute Abend wird niemand im Dunkeln stehen gelassen.

Kapitel 6: Kürbislicht im Fenster und der letzte Smile

Als Milo nach Hause kam, war die Straße voller Stimmen und raschelnder Tüten. Er hing die reparierte Lichterkette über die Fensterbank, genau wie Mama es immer machte. Jette hielt das Ende und tat so, als wäre sie nicht beeindruckt.

„Wenn das funktioniert“, sagte sie, „nenn ich dich… vielleicht… ‚nicht ganz nutzlos‘.“

„Das ist praktisch eine Liebeserklärung“, meinte Milo.

Mama kam dazu, sah die Kürbisse und hielt kurz inne. „Milo… hast du das wirklich repariert?“

„Mit Hilfe“, sagte Milo und erzählte schnell von Herrn Zwick, der Geistergasse und dem Lichterpfad. Er ließ den Nebel dramatisch klingen und Herrn Zwick ein bisschen weniger brummig, als er eigentlich war. Empathie, dachte er, fühlt sich manchmal an wie eine warme Jacke, die man jemandem einfach hinhält.

Mama strich ihm durchs Haar. „Das war lieb von dir. Und mutig.“

Milo steckte den Stecker ein. Die Kürbisse leuchteten sofort auf, ohne Zögern. Warmes Orange füllte das Fenster, als würde das Haus lächeln.

Jette pfiff leise. „Okay. Nicht ganz nutzlos.“

Draußen klingelte es. Rika stand vor der Tür, diesmal ohne Laken, dafür mit einer kleinen, echten Laterne. Neben ihr war ein Mädchen im Katzenkostüm.

„Da ist sie!“, sagte Rika stolz. „Sie war die ganze Zeit beim Süßigkeitenstand. Sehr gefährlich. Für Schokolade.“

Die Katze grinste. „Hi. Danke für das Licht in der Gasse. War irgendwie… beruhigend.“

Milo nickte. „Gern.“

Sie liefen zusammen los, von Tür zu Tür, sammelten Süßigkeiten und tauschten Gruselwitze aus, die nur halb gruselig waren. Später, als Milo wieder nach Hause kam und seine Jacke nach Herbst und Abenteuer roch, stand Herr Zwick auf der anderen Straßenseite und betrachtete die leuchtenden Fenster.

Milo hob kurz die Hand. Herr Zwick hob sie zurück. Dann, für einen Moment, hob sich Herr Zwicks Mundwinkel zu einem echten, kleinen Lächeln – und Milo antwortete mit seinem letzten Lächeln des Abends.

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Reißverschluss
Der Verschluss an Kleidung, den man auf- und zumacht, meist mit Zähnen und Schieber.
Umhang
Ein langes Kleidungsstück, das man überzieht und das den Rücken und die Schultern bedeckt.
Laterne
Ein tragbares Licht mit Schutz, das oft eine Kerze oder Lampe innen hat.
Lichterkette
Viele kleine Lichter an einem Kabel, die man zum Dekorieren aufhängt.
Nebel
Feine Wassertröpfchen in der Luft, die die Sicht verschwommen machen können.
Kurzschluss
Wenn Strom einen falschen Weg nimmt und Geräte ausfallen oder Funken entstehen.
Isolierung
Die Hülle um einen Draht, die verhindert, dass Strom nach außen kommt.
Isolierband
Klebeband, das man um elektrische Drähte wickelt, damit kein Strom entweicht.
Prüfsteckdose
Eine spezielle Steckdose, mit der man elektrische Dinge sicher testen kann.
Stirnlampe
Eine kleine Lampe, die man an der Stirn trägt, um die Hände frei zu haben.

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