Kapitel 1: Drei Freundinnen, zwei Zuhause
Mila, Lara und Emma sind beste Freundinnen. Sie lachen gern, spielen auf dem Spielplatz und erzählen sich alles. Mila hat viele bunte Haargummis. Lara trägt immer ihre grüne Lieblingsjacke. Emma liebt ihr Kuscheltier, den kleinen Löwen Leo.
An einem sonnigen Morgen kommt Mila zum Kindergarten. Sie schaut ein bisschen traurig. Ihre Schultern sind schmal. Ihre Augen schauen auf den Boden. Lara sieht das sofort.
„Mila, was ist los?“, fragt Lara leise.
Mila seufzt. „Meine Mama und mein Papa wohnen jetzt in zwei verschiedenen Häusern. Ich habe jetzt zwei Zuhause.“
Lara schaut Emma an. Emma nickt. Sie setzen sich zu Mila.
„Wie ist das?“, fragt Emma. „Ist das komisch?“
Mila überlegt. „Manchmal ja. Ich packe meinen Rucksack mit meinen Lieblingssachen. Einmal bin ich bei Mama. Dann bin ich bei Papa. Immer abwechselnd. Ich vermisse manchmal Mama, wenn ich bei Papa bin. Und ich vermisse Papa, wenn ich bei Mama bin.“
Lara nimmt Milas Hand. „Ich finde, du bist sehr tapfer, Mila!“
Mila lächelt ein bisschen. „Danke, Lara.“
Kapitel 2: Zwei Zimmer, viele Gefühle
Nachmittags spielt Mila bei Papa. Ihr Zimmer ist dort gelb gestrichen. Papa hat einen kleinen Tisch gebaut. Auf dem Tisch steht ein Glas Buntstifte. Mila malt gern.
„Du kannst hier alles malen, was du möchtest!“, sagt Papa.
Mila malt. Sie malt zwei Häuser: eins für Mama, eins für Papa. In beiden Häusern malt sie sich selbst. Sie malt Herzen und Sonnen. Aber sie malt auch ein paar Wolken.
Am nächsten Tag ist Mila bei Mama. Ihr Zimmer bei Mama ist hellblau. Dort steht ein großes Kuschelkissen. Mama liest Mila jeden Abend eine Geschichte vor.
„Ich freue mich, wenn du bei mir bist!“, sagt Mama und lächelt.
Mila kuschelt sich an Mama. „Ich freue mich auch. Aber ich vermisse Papa manchmal.“
Mama streichelt Milas Haare. „Das ist okay, Mila. Es ist in Ordnung, jemanden zu vermissen.“
Mila fühlt sich verstanden. Sie denkt: Mama weiß, wie ich mich fühle.
Kapitel 3: Hilfe von Freunden und Frau Blume
Im Kindergarten erzählt Mila ihren Freundinnen von ihren zwei Zimmern. Lara und Emma hören gut zu.
„Weißt du was?“, sagt Emma. „Du kannst bei uns immer erzählen, wie du dich fühlst. Wir sind deine Freunde.“
Lara nickt. „Ja! Wenn du traurig bist, dann sind wir da. Wenn du fröhlich bist, auch!“
Plötzlich kommt Frau Blume, die Erzieherin. Sie hat immer bunte Tücher im Haar.
„Mila, möchtest du mit mir sprechen?“, fragt Frau Blume freundlich.
Mila nickt. Sie gehen zusammen in die Leseecke. Frau Blume setzt sich zu ihr. „Es ist ganz normal, viele Gefühle zu haben, wenn Mama und Papa getrennt wohnen,“ sagt sie sanft. „Manchmal ist man froh, manchmal traurig. Weißt du, was hilft? Darüber reden.“
Mila überlegt. „Ich kann mit Lara und Emma reden. Mit Mama und Papa auch.“
Frau Blume lächelt. „Genau! Und du kannst auch zeichnen, singen oder ein Kuscheltier umarmen, wenn du dich alleine fühlst.“
Kapitel 4: Zusammenhalten und froh sein
Ein paar Tage später sitzen Mila, Lara und Emma auf der Wiese. Sie haben ein Picknick gemacht. Es gibt Apfelschnitze und Kekse. Mila lacht laut, als Emma einen Witz erzählt.
Lara sagt: „Weißt du noch, Mila? Du warst mal traurig. Heute wirkst du fröhlich!“
Mila nickt. „Manchmal bin ich traurig, manchmal glücklich. Aber ich weiß jetzt: Ich habe zwei Zuhause. Ich habe Mama. Ich habe Papa. Und ich habe euch!“
Emma klatscht in die Hände. „Und wir haben dich!“
„Wenn ich mich traurig fühle, sage ich es euch. Dann könnt ihr mich trösten,“ sagt Mila.
Lara nimmt Milas Hand. „Und wenn du dich freust, feiern wir zusammen.“
Mila lächelt. „Ich werde stark. Ich kann immer fragen, wenn ich Hilfe brauche. Und ich habe viele Menschen, die mich liebhaben.“
Die drei Freundinnen schauen in den Himmel. Die Sonne scheint warm. Sie fühlen sich stark, mutig und geborgen.
Manchmal ist das Leben anders als vorher. Aber mit Freunden, Familie und Menschen, die helfen, fühlt es sich wieder schön an.
Und so weiß Mila: Auch wenn sich viel verändert, bleibt eines gleich – die Liebe um sie herum.