Kapitel 1: Lenas bunte Welt
Lena ist sechs Jahre alt. Sie hat braune, lockige Haare und leuchtende grüne Augen. Lena wohnt in einem kleinen, gelben Haus mit einem roten Dach. Im Garten wachsen viele bunte Blumen: rote Tulpen, gelbe Sonnenblumen und blaue Vergissmeinnicht. Lena liebt ihren Garten. Dort spielt sie oft mit ihrem Plüschhasen Hoppel.
„Schau mal, Hoppel, die Blumen sehen heute besonders schön aus!“, ruft Lena fröhlich. Sie springt durch das Gras, lacht und freut sich. Alles fühlt sich leicht und hell an.
Lena hat eine Mama und einen Papa. Sie lieben Lena sehr. Doch in letzter Zeit sprechen Mama und Papa oft leise miteinander. Sie wirken manchmal traurig. Lena merkt das. Sie fragt sich manchmal: „Warum schauen Mama und Papa so ernst?“
Eines Abends sitzen Mama, Papa und Lena zusammen auf dem Sofa. Mama nimmt Lenas Hand. „Lena, wir müssen dir etwas Wichtiges erzählen“, sagt Mama sanft. Papa nickt und hält Lenas andere Hand. „Wir haben dich sehr lieb, Lena. Das bleibt immer so. Aber wir werden nicht mehr zusammen in einem Haus wohnen.“
Lena schaut zu Mama, dann zu Papa. „Heißt das, ihr seid traurig?“, fragt Lena leise. Mama streichelt Lenas Kopf. „Manchmal sind wir traurig, ja. Aber wir wollen, dass du glücklich bist. Wir bleiben deine Mama und dein Papa. Wir sind immer für dich da.“
Papa lächelt Lena an. „Du bist unser Sonnenschein, Lena.“ Lena weiß noch nicht, was das alles bedeutet. Aber sie fühlt die Liebe von Mama und Papa. Es ist warm auf dem Sofa, und Hoppel sitzt in ihrem Arm.
Kapitel 2: Neue Tage, neue Wege
Am nächsten Tag wacht Lena auf. Die Sonne scheint durch das Fenster. Sie zieht ihr grünes Lieblingskleid an. Heute ist ein besonderer Tag. Mama bringt Lena zur Schule. „Papa holt dich heute ab, ja?“, sagt Mama und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn.
In der Schule erzählt Lena ihrer Freundin Mia: „Meine Mama und mein Papa wohnen jetzt nicht mehr zusammen.“ Mia umarmt Lena. „Meine Eltern wohnen auch nicht zusammen“, sagt Mia lächelnd. „Ich habe zwei Zimmer! Eines bei Mama und eines bei Papa.“
Lena denkt nach. „Vielleicht bekomme ich auch zwei Zimmer“, sagt sie leise. In der Pause spielen Lena und Mia zusammen Fangen auf dem Schulhof. Lachen und rennen ist schön. Da fühlt sich alles wieder normal an.
Nach der Schule wartet Papa schon vor dem Tor. „Hallo, kleiner Spatz!“, ruft er und winkt. Lena läuft zu ihm. Sie nimmt Papas Hand und sie gehen zum Auto. Zuhause bei Papa ist alles ein bisschen anders. Die Möbel sehen anders aus. Aber Papas Lächeln ist gleich.
„Wenn du magst, kannst du dein Zimmer hier mit deinen Lieblingssachen schmücken“, sagt Papa. „Möchtest du deine Bilder aufhängen?“ Lena nickt und hängt ein Bild von Hoppel an die Wand. Papa hilft ihr. Sie lachen zusammen.
Am Abend telefoniert Lena mit Mama. „Ich vermisse dich“, sagt Lena. Mama sagt: „Ich vermisse dich auch, Schatz. Ich freue mich, dich morgen wiederzusehen.“ Lena fühlt sich ein bisschen traurig, aber auch ein bisschen froh. Sie weiß: Mama und Papa sind für sie da, egal wo sie sind.
Kapitel 3: Gefühle wie Regen und Sonne
In den nächsten Tagen erlebt Lena viele Gefühle. Manchmal ist sie traurig, manchmal wütend, manchmal fröhlich. Sie spricht mit Hoppel. „Warum ist mein Herz manchmal so schwer, Hoppel?“, fragt sie ihren Plüschhasen.
In der Schule merkt Frau Becker, die Lehrerin, dass Lena leiser ist als sonst. Frau Becker setzt sich zu Lena. „Lena, möchtest du mir etwas erzählen?“, fragt sie freundlich. Lena nickt. „Meine Eltern wohnen nicht mehr zusammen. Ich vermisse sie manchmal.“
Frau Becker lächelt warm. „Das ist nicht leicht, Lena. Es ist okay, wenn du traurig bist. Weißt du, man kann mit jemandem über die Gefühle sprechen. So wollen die Gefühle gesehen werden, wie kleine bunte Wolken am Himmel.“
Lena denkt an die Wolken. Manchmal ist der Himmel voller Wolken, manchmal scheint die Sonne. „Manchmal bin ich traurig wie eine graue Wolke. Manchmal bin ich fröhlich wie ein Sonnenstrahl“, sagt Lena.
Frau Becker nickt. „Genau. Und du darfst immer zu mir kommen, wenn du reden magst. Und weißt du was? Auch Sonnenstrahlen kommen wieder, wenn es regnet.“
Lena lächelt. Sie fühlt sich verstanden und ein bisschen leichter.
Kapitel 4: Gemeinsam stark
Zu Hause sprechen Mama, Papa und Lena miteinander. Sie sitzen am Küchentisch. „Wie fühlst du dich, Lena?“, fragt Mama. Lena überlegt. „Manchmal traurig. Manchmal froh. Manchmal beides.“
Papa nimmt Lenas Hand. „Das ist ganz in Ordnung, Lena. Gefühle sind wie Farben. Alle sind wichtig.“ Mama sagt: „Wir können immer reden. Willst du uns sagen, was dir hilft, wenn du traurig bist?“ Lena überlegt lange. „Wenn ich euch reden höre. Oder wenn ich Hoppel halte. Oder wenn ich ein Bild male.“
Mama lächelt. „Dann machen wir das. Wir reden viel. Wir kuscheln mit Hoppel. Und wir malen zusammen.“
Sie malen ein großes Bild. Darauf sind Mama, Papa, Lena und Hoppel. Alle halten sich an den Händen. Die Sonne scheint und viele bunte Blumen blühen. Lena fühlt sich stark.
Jeden Tag gibt es jetzt feste Zeiten. Mal ist Lena bei Mama, mal bei Papa. Sie wissen immer, wann sie sich sehen. Sie schreiben sich kleine Zettel oder machen lustige Fotos. Lena darf Mama immer anrufen, wenn sie bei Papa ist. Und Papa ruft sie an, wenn sie bei Mama ist. So fühlt sich Lena nie allein.
Lenas Freunde helfen auch. Sie spielen zusammen, lachen und trösten, wenn Lena traurig ist. Mia sagt: „Wir sind immer für dich da, Lena!“
Kapitel 5: Lenas Mut wächst
Mit der Zeit merkt Lena, dass alles etwas leichter wird. Sie hat zwei Zimmer, zwei Kuscheldecken, zwei Zahnbürsten. Sie hat viele Menschen, die sie lieben: Mama, Papa, Mia, Frau Becker, Hoppel.
Wenn Lena traurig ist, redet sie mit Mama, Papa oder Frau Becker. Sie malt oder kuschelt mit Hoppel. Sie weiß, dass es okay ist, alle Gefühle zu haben. Lena lernt, dass sie stark ist. Sie kann alles schaffen. Sie ist nie allein.
Mama, Papa und Lena feiern zusammen Lenas Geburtstag im Garten. Sie essen Kuchen, spielen Spiele und lachen viel. Lena schaut Mama und Papa an. „Ich habe euch lieb“, sagt sie. Mama und Papa umarmen sie. „Wir haben dich auch lieb, Lena. Ganz egal, wo wir wohnen.“
Abends kuschelt sich Lena ins Bett, Hoppel an ihrer Seite. Sie denkt an all die Farben in ihrem Herzen: manchmal Regen, manchmal Sonne, manchmal beides. Alles darf da sein. Lena lächelt und weiß: Mit Liebe und Mut kann sie alles schaffen.