Luca hielt seine kleine Laterne in beiden Händen. Ein Riss lief wie ein Lächeln über das Glas. "Oh nein", flüsterte er. Draußen war Halloween. Die Straße glitzerte mit Papiergespenstern und bunten Kürbissen. Luca wollte die Laterne reparieren. Er war drei Jahre alt. Er war ganz tapfer.
Mama kniete sich neben ihn. "Wir schaffen das", sagte sie. "Zusammen." Luca nickte. Er atmete tief ein. Ein Atem wie ein kleiner Wind. Er war nicht allein.
Zuerst suchten sie Kleber. "Klebt wie ein Honigbunt", lachte Papa. Sie fanden bunten Stoff, ein kleines Pflaster mit Sternen und eine Kiste mit Glitzerband. "Für Mut", sagte Mama und zwinkerte. Luca strich mit einem Finger über den Riss. Er fühlte sich warm. Er fühlte sich mutig.
Sie setzten sich auf den Teppich. Draußen knisterten Blätter. "Hast du Angst, Luca?" fragte Mama leise. "Nur ein bisschen", sagte Luca. "Aber ich habe Mut." Er lächelte. Sein Kostüm war ein kleiner Gespensterumhang mit Punkten. Er sah lustig aus. Er hüpfte ein bisschen. "Buhu", sagte er und lachte.
Papa hielt die Laterne, Mama hielt das Pflaster, Luca klebte. "Langsam", sagte Mama. "Sachte." Luca drückte. Er atmete. Kleber klebte. Stoff umarmte Glas. Glitzerband machte ein kleines Herz. Die Laterne flüsterte fast: "Danke." Sie leuchtete ein bisschen heller.
Plötzlich hörten sie ein Rascheln an der Tür. Ein Eichhörnchen mit einer Nuss? Nein, es war Nachbarin Frau Müller, verkleidet als freundliche Hexe. "Hallo Luca", sagte sie. "Habt ihr ein bisschen Mut übrig?" Luca reichte ihr ein Sternchenpflaster. "Für deinen Hut", sagte er. Frau Müller setzte das Pflaster auf ihren Hut. Alle lachten. Die Nacht fühlte sich warm an.
Draußen wurde es dunkler. Kleine Kürbislampen zeigten den Weg. Luca stellte die reparierte Laterne an den Fensterbrett. Sie brannte warm und rund. Die Risse waren noch zu sehen, aber der Lichtschein machte sie schön. "Manchmal hilft ein Pflaster", sagte Mama. "Manchmal hilft Mut." Luca schaute zu dem warmen Licht. Sein Herz war froh.
Bevor er ins Bett ging, flüsterte Papa: "Gute Nacht, kleiner Gespensterheld." Mama deckte ihn zu. Die Laterne leuchtete leise. Luca schloss die Augen. Er dachte an klebrigen Stoff, an Sternenpflaster und an ein lautes, fröhliches "Buhu". Er träumte von einer Halloween-Nacht, in der kleine Risse repariert werden und Mut immer dabei ist.