Leos leuchtender Spaziergang
Leo ist vier Jahre alt. Heute ist Halloween. Vor der Tür duftet es nach Kürbis und Zimt. Kleine Lichter glimmen. Ein weicher Wind sagt leise: „Huuu.“ Der Wind meint es nett.
Leo hält seine Kürbis-Laterne. Sie leuchtet warm und freundlich. Auf der Stufe liegt etwas. Es ist ein lila Schal mit kleinen Sternen. Der Schal glitzert ein bisschen.
„Der gehört Frau Funkel“, sagt Leo. Frau Funkel wohnt nebenan. Sie trägt immer Sterne. Auf ihren Hausschuhen sind auch Sterne. Leo nickt. „Ich bringe den Schal zurück.“ Er fühlt sich groß.
Mama lächelt. „Ich bleibe am Tor, mein Schatz.“ Mama ist nah. Das ist gut. Leo winkt. Die Laterne macht „klick“ und „glimm“. Leo geht los. Seine Schritte klingen weich.
Im Garten rascheln Blätter. „Pssst, pssst“, machen sie. Leo lächelt. „Hallo, Blätter. Ihr tanzt schön.“ Ein Besen lehnt am Zaun. Er wackelt ein bisschen. „Nicht kitzeln, Besen“, kichert Leo. Der Besen kichert zurück. Bestimmt.
Eine Katze streicht vorbei. „Miau“, sagt sie. Ihre Augen sind grün wie Gummibärchen. „Hallo, Miez“, sagt Leo. Die Katze macht „prrr“ und läuft nebenher.
Der freundliche Spuk
Hinter der Hecke bewegt sich etwas Weißes. Es wippt und wedelt. „Buh?“ Leo bleibt stehen. Die Laterne leuchtet heller. Dann lacht Leo. „Das ist ein Tuch. Ein Wäsche-Geist!“ Das Tuch winkt freundlich im Wind. „Hallo, Tuch-Geist“, sagt Leo. Das Tuch macht „flapp, flapp“.
Aus dem Busch ruft eine Stimme: „Buh-äh… ich meine, Hallo!“ Es ist Lina. Sie trägt einen kleinen Hexenhut. Er wackelt lustig. „Ich bin eine nette Hexe“, sagt Lina und kichert. „Ich bin Leo, der Schal-Bringer“, sagt Leo. Beide lachen.
„Gehen wir zusammen?“ fragt Lina. „Ja“, sagt Leo. „Mama ist am Tor.“ Das macht alles leicht.
Sie gehen die Straße entlang. Fensterscheiben glitzern. Papier-Fledermäuse flattern. Aber sie flattern langsam und freundlich. „Hallo, Fledermäuse“, sagt Leo. Die Laterne sagt „glimm, glimm“. Der Schal ist weich in Leos Arm. Manchmal stupst er seine Nase. Er riecht nach Seife und Zucker.
Vor Frau Funkels Haus leuchten Kürbisse. Einer hat einen schiefen Mund. Er sieht aus, als wolle er pfeifen. „Pfff“, macht Leo leise nach. Lina macht auch „pfff“. Sie kichern.
„Ding-dong“, macht die Klingel. Sie klingt wie eine kleine Glocke. Die Tür geht auf. Da steht Frau Funkel. Ihr Pullover hat Sterne. Ihre Augen lächeln.
„Ach, mein Sternen-Schal!“ sagt sie. „Er hat mich gesucht!“ Leo hält den Schal hoch. „Hier ist er“, sagt er. Die Katze macht „miau“, als wollte sie sagen: „Endlich!“
Die gute Nachbarschaft
Frau Funkel legt den Schal um. „Warm und weich“, sagt sie. „Danke, Leo. Danke, Lina. Ihr seid mutig. Ihr seid freundlich.“ Sie holt eine Blechdose. „Ich habe Mondkekse.“ Die Kekse duften nach Vanille. Sie sind rund wie der Mond. Leo nimmt einen. Lina nimmt einen. Sie knuspern. „Mmm“, sagt Leo. „Mmm“, sagt Lina.
„Heute ist Halloween“, sagt Frau Funkel. „Ein bisschen huuu. Ganz viel Hallo.“ Alle nicken. Die Laterne glüht gemütlich.
„Ich muss zurück zu Mama“, sagt Leo. „Sie wartet am Tor.“ Frau Funkel nickt. „Gute Idee“, sagt sie. Dann gibt sie Leo die Hand. Ihre Hand ist warm. Leos Hand ist klein und mutig. Sie geben sich die Hand. Es fühlt sich freundlich an, wie eine Umarmung mit Fingern.
Leo und Lina winken. Die Katze winkt mit dem Schwanz. Der Wind sagt „huuu, gute Nacht“. Die Lichter blinken sanft. Die Straße ist ruhig. Leo fühlt sich leicht. Er denkt: Freunde helfen. Das ist schön.
Er läuft zurück. Mama lächelt. Der Mond lächelt. Alles ist gut. Jetzt ist Halloween ganz weich. Und ganz freundlich. Ende.