Lena und Mia haben kleine Stiefel. Die Stiefel sind rot und grün. Die Nacht ist mild. Es ist Halloween. Die Laternen leuchten warm. Ein leises Windchen streichelt die Blätter. Die Straße riecht nach Herbst.
„Komm, Mia!“, ruft Lena. Sie hält eine große, runde Kürbis in den Armen. Der Kürbis ist schwer und orange. Er lächelt schon ein bisschen im Licht. Die beiden Mädchen sind drei Jahre alt. Sie tragen bunte Kostüme. Lena hat ein feines Hexenkleid. Mia hat ein Samtkostüm wie eine kleine Katze. Beide haben kleine Hüte auf.
Die Freundinnen tragen den Kürbis zur Haustür. Die Mama ist dort. Sie lächelt. „Wollen wir eine Kürbislaterne schnitzen?“, fragt sie. „Ja!“, sagen Lena und Mia zugleich. Ihre Augen leuchten. Ihre Herzen klopfen schnell und warm.
Zuerst wird der Deckel aufgemacht. Es knarzt ein bisschen. Ein Duft von Kürbis steigt auf. Es kitzelt in der Nase. „Pfutsch, pfutsch“, sagt Mia und lacht. Die Mama zeigt mit ruhiger Hand, wie man den Deckel schneidet. Der Deckel ist wie ein kleiner Hut. Sie setzen ihn vorsichtig auf den Tisch.
Dann kommt das Herausnehmen der Kerne. Die Kerne sind rund und glänzend. Sie sind etwas glitschig. Lena schaut kurz unsicher. Es ist ein kleines Gruseln. Ein sanftes Frösteln läuft über ihren Rücken. „Das ist ein bisschen eklig“, flüstert sie. Mia hält Lenas Hand. „Ich halte deine Hand“, sagt Mia. Ihre Stimme ist kräftig und freundlich.
Die Mama hilft. Gemeinsam löffeln sie die Kerne heraus. Es rutscht und glitscht, aber niemand hat Angst. „Wir schaffen das!“, sagt Lena stolz. Sie lacht. Sie lacht laut und hell. Mia lacht mit. Der Kürbis wird sauber. Die Kerne landen in einer Schüssel. Später werden sie geröstet. Ein warmer Duft geht bald durch das Haus.
Nun kommt das Zeichnen. Die Mama gibt einen Stift. „Welche Augen soll der Kürbis haben?“, fragt sie. Lena malt zwei große Kreise. Mia malt kleine Zickzack-Zähne. Sie überlegen. Sie probieren. Sie radieren ein wenig. Ein kleiner Fleck landet auf Mias Nase. „Uh!“, sagt Mia und kichert. Sie sieht aus wie eine kleine Hexe mit Kürbisfleck.
„Der Kürbis braucht ein Lächeln“, sagt Lena. Sie zeichnet einen großen Bogen. Mia fügt zwei kleine Grübchen hinzu. Gemeinsam fühlen sie den Mut. Es ist ein ruhiges, fröhliches Mutgefühl. Sie sind stolz. Sie sind tapfer. Tapfer sein bedeutet, etwas Neues zu versuchen. Tapfer sein bedeutet, die Hand einer Freundin zu halten.
Als nächstes sägt die Mama die Formen aus. Die Säge knistert leise. Es klingt wie ein kleines Lied. „Vorsichtig“, sagt die Mama. Lena und Mia schauen neugierig zu. Die Augen des Kürbisses werden größer. Das Lächeln wird breiter. Es ist ein freundliches Gesicht. Es sieht aus wie ein Sonnenstrahl.
Dann kommt das Anzünden. Die Mama zündet eine kleine Kerze an. Die Flamme flackert. Sie ist winzig und warm. „Nicht zu nah“, erinnert die Mama. Die Mädchen blasen nicht. Sie beobachten. Die Flamme spiegelt sich im Kürbis. Der Kürbis lächelt nun wirklich. Sein Licht ist weich. Sein Licht ist freundlich.
Die Nacht ist ruhig. Ein kleiner Wind schüttelt die Bäume. Die Kürbislaterne steht auf dem Tisch. Lena und Mia setzen sich dicht zusammen. Sie wärmen die Hände aneinander. „Der Kürbis hat ein schönes Lächeln“, sagt Mia. „Er sieht nicht gruselig aus“, sagt Lena. „Er sieht mutig aus“, ergänzt die Mama. Alle lachen leise.
Später gehen sie nach draußen. Die Kürbislaterne leuchtet vor der Tür. Die Nachbarn schauen vorbei. Sie loben die Kinder. „Was für ein schönes Licht“, sagt eine ältere Dame. Lena und Mia verbeugen sich wie kleine Schauspielerinnen. Sie fühlen sich groß und stolz.
Die Kerze glimmt sanft. Die Nacht ist voller Sternenpunkte. Lena und Mia kuscheln sich unter eine Decke. „Wir haben es geschafft“, flüstert Lena. „Ja“, sagt Mia. „Gemeinsam sind wir mutig.“ Die Mama deckt sie zu. Die Stirn ist warm. Die Augen werden schwer. Die Kürbislaterne lächelt weiter. Alles ist ruhig und gut.