Kapitel 1: In der weichen Wolkenblase
Der kleine Bär Ben sitzt gemütlich in seiner warmen, durchsichtigen Blase. Die Blase schwebt ruhig am Himmel. Sie ist wie ein sanftes Nest. Ben kuschelt sich auf seinen Bauch, streckt die Beine lang aus und legt die Pfoten auf den Boden. Die Wolken draußen sind ganz weich und weiß. Die Sonne schickt goldenes Licht durch die Blase.
Ben atmet tief ein. Langsam hebt sich sein Bauch. Dann atmet er leise aus. Die Blase wiegt ihn sanft hin und her. Ben denkt an liebe Dinge: an Mama Bär, an seinen Freund den Vogel, an das leise Plätschern des Bachs. Seine Gedanken tanzen wie Seifenblasen. Mal fliegen sie in die eine Richtung, mal in die andere. Ben sieht zu, wie seine Gedanken langsam fortschweben.
Ben setzt sich langsam hin. Er macht die Beine im Schneidersitz. Er nimmt die Pfoten aneinander, wie wenn er Danke sagen will. „Danke, lieber Tag“, flüstert Ben, „danke für all die schönen Dinge.“ Seine Stimme klingt warm und weich. Dann schließt er die Augen und stellt sich vor, dass all seine Gedanken wie kleine, bunte Blasen aufsteigen und davonfliegen. „Puhhh“, pustet Ben leise, „fliegt, ihr Gedanken, fliegt.“
Kapitel 2: Der flüsternde Wolkenfreund
Plötzlich kommt eine ganz große, runde Wolke näher zur Blase. Sie ist flauschig und freundlich. Die Wolke bleibt neben Ben stehen und lächelt. Sie beugt sich leicht zur Blase und flüstert: „Hallo Ben, alles ist gut. Du bist sicher, du bist geborgen. Der Himmel ist weich und hell. Atme tief ein, mein kleiner Freund.“
Ben hört genau zu. Die Stimme der Wolke fühlt sich an wie eine sanfte Streicheleinheit. Die Wolke sagt: „Schließe die Augen und mache die Baum-Position. Stell dich aufrecht hin, hebe einen Fuß leicht an und halte ihn an dein anderes Bein. Spreize die Arme wie Zweige. Stell dir vor, du bist ein ruhiger Baum. Deine Wurzeln sind stark. Dein Herz ist ruhig.“
Ben stellt sich hin, hebt das Bein und spreizt die Arme vorsichtig. Er schwankt ein bisschen, aber die Blase hält ihn fest. „Ich bin ein Baum“, denkt Ben. Er fühlt sich sicher. Die Wolke flüstert: „Gute Gedanken wachsen wie Blätter an deinem Baum. Sie bringen dir Ruhe.“
Langsam setzt sich Ben wieder hin und atmet tief ein. Die Wolke bleibt noch ein bisschen und sagt: „Manchmal ist Stille auch ein schönes Geschenk. Sei dankbar für die Ruhe, Ben. Sie schenkt dir Träume.“
In seiner Blase liegt Ben jetzt auf dem Rücken, die Füße ein bisschen auseinander, die Arme locker neben dem Körper. Das ist die Sternen-Position. Ben fühlt sich leicht, fast wie eine Feder.
Kapitel 3: Der Traum beginnt
Ganz leise kullert plötzlich ein kleiner, glatter Stein in Bens Blase. Der Stein ist grau und schimmert ein wenig. Ben nimmt ihn vorsichtig in die Pfote. „Hallo kleiner Stein,“ flüstert Ben, „kennst du Geheimnisse aus den Träumen?“ Der Stein bleibt ruhig, aber Ben spürt, wie er warm wird.
Ben hält den Stein ans Herz. „Ich wünsch mir einen schönen Traum“, sagt er ganz sanft. Dann legt er den Stein neben sich. Vielleicht behütet der Stein die Träume heute Nacht.
Langsam schließt Ben die Augen. Alles wird still. Da beginnt ein leiser, bunter Traum: Ben fliegt auf einer großen Regenbogenblase durch den Himmel. Die Sonne streichelt sein Fell, die Wolken singen ganz leise. Überall tanzen kleine, leuchtende Seifenblasen. Sie tragen Bens Gedanken davon – leicht wie Federn, frei wie Vögel.
Die Wolke ist immer noch da. Sie flüstert: „Hab Vertrauen, kleiner Bär. Du bist nie allein. Die Blase beschützt dich, der Stein bewahrt deine Träume. Jeden Abend kannst du danken, dass du so viele schöne Dinge hast. Dafür darfst du dankbar sein.“
Ben lächelt. Im Schlaf denkt er noch: „Danke, lieber Himmel. Danke, liebe Wolke. Danke, mein kleiner Stein.“
Und so schwebt die Blase langsam durch die Nacht. Ben atmet ruhig und tief. Die Sorgen sind fort. Die Gedanken schlafen mit ihm ein.
Ben schläft ganz friedlich – geborgen in seiner Blase, mit Dankbarkeit im Herzen und einem Lächeln auf dem Gesicht.