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Weltraumfantasie 11/12 Jahre Lesen 24 min.

Mira Voss und die Hüterin der Ätherwunden

Mira, eine technomagische Mechanikerin auf einer Mondbasis, folgt einer geheimnisvollen Ätherkoordinate und entdeckt ein verletztes technomagisches Herzstück, das ihre Bestimmung enthüllt.

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Mira, etwa 28 Jahre alt, mit entschiedenem aber sanftem Ausdruck und müden, funkelnden Augen, hockt und legt die bloßen Hände auf einen rissigen technomagischen Kern — eine dunkle Metallkugel mit durchscheinenden Kristallen, die violett-blau pulsiert und Lichtfäden aussendet — und arbeitet konzentriert und zärtlich; hinter ihr rechts steht der kleine Wartungsdroid K-B7 mit zwei Gelenkarmen und runden Lampenaugen, hält eine Zange und drückt eine stabillisierende Konsole an schwebende, runenverzierte Ringe; Szene in einer schwebenden Weltraumruine mit abgenutztem Metallboden und einer Kuppel aus „Ätherglas“, die Sterne und eine Sternenstaubspur zeigt; angespannte, aber warme Stimmung durch kaltes Kristalllicht und warmen Werkzeugschein, funkelnder Sternenstaub, enge zentrale Komposition im 3/4-Blick auf Gesichter und Kugel, feine schwarze Tuschelinien und gesättigte Lavuren (Blau, Violett, Kupfer), Metall- und Kristalltexturen, kleine Funken und Bewegungslinien, die die Reparatur zeigen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Flüsternde Sensoren

Die Erkundungsbasis Asteria-V lag wie eine silberne Muschel auf dem dunklen Rücken eines Mondes. Über ihr spannte sich der Himmel: ein Teppich aus Sternen, durchzogen von blassen Nebelschleiern, in denen das Ätherlicht manchmal wie Atem aufglomm.

Mira Voss schob die Ärmel ihres Overalls hoch und beugte sich über eine geöffnete Wartungsklappe. Darin lagen feine Drähte, Kristallfasern und winzige Zahnräder, als hätte jemand eine Uhr zerlegt und das Herzstück vergessen. Ein Technomagie-Modul, halb Maschine, halb Zauber. Es summte beleidigt.

„Du musst nicht so tun, als wärst du ein verletzter Drache“, murmelte Mira.

Aus dem Modul kam ein knisterndes Geräusch. Eine kleine Funkenwolke stieg auf und formte für einen Moment etwas, das wie ein schmollendes Gesicht aussah.

Mira nahm eine Pinzette, tunkte sie in eine Dose leuchtenden Leitstaubs und strich vorsichtig eine Spur über eine gerissene Rune. Die Rune war nicht einfach ein Zeichen. Sie war ein Versprechen: Wenn die Linien stimmten, floss der Äther. Wenn nicht, blieb alles stumm.

Hinter ihr dröhnte eine Tür. Ein runder Wartungsdroide rollte herein, zwei Greifarme in die Luft gestreckt wie ein aufgeregter Käfer.

„Mira! Mira! Notfall im Ätherlabor! Sensorreihe drei hat… hat… sie hat gehustet!“

„Sensoren husten nicht.“

„Doch! Also… sie hat so gemacht: krch-krch—pff!“, piepste der Droide und ahmte es nach, so gut ein Blechkäfer eben kann.

Mira seufzte, klappte die Wartungsklappe zu und wischte sich den Leitstaub von den Fingern. „Na gut. Zeig mir den hustenden Sensor.“

Sie ging durch den Korridor, in dem die Wände mit feinen, schimmernden Linien durchzogen waren. Manche sagten, das seien nur Kabelkanäle. Andere sagten, das sei Ätherglas, das die Basis vor den Launen des Weltraums schützte. Mira wusste: beides stimmte ein bisschen.

Im Ätherlabor standen die Messsäulen wie hohe, gläserne Kerzen. In ihnen tanzten winzige Lichtfäden, die aus dem Nichts kamen und ins Nichts zurückfielen. Das war Äther: eine Art unsichtbarer Strom zwischen den Sternen, der Magie möglich machte und gleichzeitig die Navigation der Schiffe beeinflusste.

Kommandantin Rhel wartete bereits, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Ihr Blick war scharf wie eine Sternenkarte.

„Voss“, sagte sie. „Unsere Aufzeichnungen sind durcheinander. Der Ätherpegel schwankt, als würde jemand an einem Vorhang zerren.“

Mira trat an Sensorreihe drei. Ein kleiner Kristall saß in einer Halterung und vibrierte leicht. Daneben blinkte eine Anzeige: UNMÖGLICH.

„Unmöglich ist ein Wort, das Sensoren zu oft benutzen“, sagte Mira. Sie legte die Hand auf den Kristall. Kalt. Aber unter der Kälte vibrierte etwas, wie ein leiser Herzschlag.

Der Droide flüsterte verschwörerisch: „Vielleicht ist es ein Geist.“

„Wenn es ein Geist ist, dann ist es ein schlecht gelaunter“, antwortete Mira.

Sie zog einen dünnen Faden aus ihrer Tasche: einen Heilfaden aus gesponnenem Kupfer und Mondstaub, mit einer winzigen Schutzformel verknotet. Technomagische Erste Hilfe. Sie wickelte ihn um die Halterung, murmelte die Formel, und das Metall wurde warm. Die Rune flackerte, beruhigte sich.

Für einen Atemzug wurde es still. Dann zeigte die Anzeige statt UNMÖGLICH eine Koordinate an, die Mira nicht kannte. Und darunter: AUFTRAG?

Mira blinzelte. „Das ist neu.“

Kommandantin Rhel trat näher. „Was bedeutet das?“

„Wenn ich das wüsste, wäre ich weniger vorsichtig und deutlich reicher“, sagte Mira, doch ihr Herz klopfte schneller. In der Koordinate lag etwas. Etwas, das sich in die Sensoren geschrieben hatte, als hätte der Äther selbst eine Nachricht hinterlassen.

Rhel musterte Mira. „Du bist unsere Spezialistin. Finde heraus, ob das ein Fehler ist oder eine Spur.“

Mira nickte. Vorsichtig war sie immer gewesen. Diskret auch. Aber in ihrem Bauch brannte eine Frage, die sie seit Jahren begleitete: Was war ihre wahre Aufgabe, außer Dinge zu reparieren, bevor sie kaputt gingen?

Der Kristall vibrierte wieder—diesmal nicht wie ein Husten, sondern wie ein Ruf.

Kapitel 2: Der Raum zwischen den Runen

Mira arbeitete, als hätte der Äther ihr eine Uhr gestellt. Sie zog Diagramme hervor, verglich Messreihen, ließ den Droiden Kabel sortieren (der dabei jedes zweite Kabel „Freund“ nannte) und schrieb die Koordinate auf ein Stück Ätherpapier, das im Dunkeln leise glomm.

„Das sieht aus wie ein Ort“, sagte der Droide und rollte im Kreis. „Ein Ort bedeutet Abenteuer. Abenteuer bedeuten…“ Er machte eine dramatische Pause. „Dreck!“

„Sehr beruhigend“, meinte Mira.

In der kleinen Krankenstation, die zugleich ihre Werkstatt war, lagen Patienten selten in Betten. Meist lagen dort Geräte. Heute lag dort ein Ätherkompass, dessen Nadel nicht aus Metall bestand, sondern aus einem winzigen, schimmernden Knochenstück. Ein Geschenk aus einem Handelsposten, dessen Besitzerin behauptet hatte, es stamme von einem Sternwal.

Mira setzte den Kompass neben das Ätherpapier. Die Nadel zuckte—und richtete sich genau auf die Koordinate aus.

„Also kein Sensorfehler“, murmelte Mira.

Kommandantin Rhel kam ohne anzuklopfen. „Ich habe deine Berichte gelesen. Du bist schnell.“

„Man nennt es auch: nicht schlafen“, sagte Mira.

Rhel sah kurz aus dem Bullauge. Draußen zog ein Trümmerfeld langsam vorbei, glitzernd wie zerbrochenes Glas. „Unsere Basis ist für Ätheraufzeichnungen gebaut, nicht für Heldentaten. Aber diese Koordinate… sie liegt nicht weit. Ein kurzer Flug mit der Sondenkapsel.“

Mira hob die Augenbrauen. „Sie wollen, dass ich rausfliege?“

„Ich will, dass du herausfindest, warum der Äther uns eine Nachricht schickt“, sagte Rhel. „Und du bist die Einzige, die sowohl die Technik als auch die Magie lesen kann.“

Mira atmete langsam ein. Vorsicht bedeutete nicht, nie zu gehen. Vorsicht bedeutete, vorbereitet zu sein.

„Ich nehme den Kompass“, sagte sie. „Und zwei Notfallmodule. Und den Käfer da.“

„Ich heiße K-B7!“, protestierte der Droide. „Und ich bin ein hochentwickeltes…“

„…Dreckmagnet“, beendete Mira.

K-B7 piepste beleidigt, rollte aber sofort hinter ihr her. „Ich bringe auch meinen besten Schraubenschlüssel mit. Er hört auf den Namen Sir Knack.“

Die Sondenkapsel hing in einer Schleuse wie ein Tropfen Quecksilber. Mira legte die Hand auf das Bedienpult und sprach die Aktivierungsformel. Die Anzeigen erwachten. Runen und Zahlen mischten sich, als hätten sie sich heimlich angefreundet.

„K-B7, Status?“

„Luft: vorhanden. Energie: genug für drei kluge Entscheidungen oder eine sehr dumme“, sagte der Droide.

„Dann bleiben wir bei klug.“

Sie starteten. Die Schleuse öffnete sich, und plötzlich war da nur noch der Weltraum, groß und still. Der Mond Asteria-V schrumpfte hinter ihnen. Vor ihnen lag eine dunkle Zone, in der der Sternenstaub dichter war, als hätte jemand Tinte ins All gekippt.

Der Ätherkompass vibrierte. Die Nadel zeigte nicht nur nach vorn—sie schien zu ziehen.

Mira schluckte. „Als würde jemand am anderen Ende der Schnur stehen.“

„Vielleicht ist es dein Geist“, flüsterte K-B7.

„Wenn ja, soll er sich benehmen.“

Je näher sie der Koordinate kamen, desto seltsamer wurde das Licht. Es flackerte in Farben, die Mira nicht benennen konnte, weil sie eher nach Gefühl aussahen als nach Farbe. Und dann sah sie es: eine Struktur, frei schwebend, wie eine Ruine aus schwarzem Stein und glänzendem Metall. Ein Turm ohne Boden, umrankt von Ätherfäden.

„Das ist… nicht in unseren Karten“, sagte Mira.

„Karten sind auch nur Vorschläge“, meinte K-B7 mutig, was aus seinem Lautsprecher eher wie Quietschen klang.

Mira steuerte die Kapsel näher. Auf dem Turm glühte eine Rune—die gleiche, die sie vorhin repariert hatte. Als hätte sie sie geweckt.

Kapitel 3: Die Kammer der leisen Wunden

Die Kapsel dockte an eine Plattform, die eigentlich gar nicht da sein sollte. Ein Kreis aus Metall wuchs aus der Ruine heraus, als hätte der Turm sie erwartet. Mira spürte, wie sich ihre Nackenhaare aufstellten.

„Das ist nicht normal“, sagte sie.

„Normal ist langweilig“, antwortete K-B7. „Aber ich stimme zu: Das ist nicht normal.“

Sie öffneten die Luke. Kein Wind, kein Geräusch—nur ein sanftes Summen, das nicht aus den Wänden kam, sondern aus dem Raum selbst. Mira setzte den Helm auf, aber sie hatte das Gefühl, der Ton sei schon in ihr drin.

Drinnen war der Turm größer, als er von außen aussah. Gänge wanden sich wie die Innenseiten einer Muschel. Überall schwebten kleine Kristallsplitter, langsam rotierend, als übten sie ein Ballett.

Auf dem Boden lagen Geräte, teils zerbrochen, teils noch aktiv. Manche sahen aus wie Scanner, andere wie alte Zauberstäbe, nur mit Antennen. Auf einem Tisch lag ein dünnes Metallband, darin eingraviert: Pflege ist eine Form von Mut.

Mira blieb stehen. Die Worte trafen sie wie eine Hand auf der Schulter.

„Das klingt nach dir“, sagte K-B7, erstaunlich leise.

„Ich kenne diesen Spruch nicht“, murmelte Mira, aber in ihr regte sich etwas, als hätte sie ihn längst gekannt und nur vergessen.

Sie gingen weiter, bis sie eine Kammer fanden, deren Decke aus durchsichtigem Ätherglas bestand. Dahinter flossen Sternenfelder vorbei wie Wasser. In der Mitte der Kammer stand eine Art Liege, umgeben von Ringen aus Metall und Runen, die in der Luft schwebten.

Auf der Liege lag… kein Mensch. Kein Tier. Es war ein Kern—eine kugelige Struktur aus Kristall und dunklem Metall, die unregelmäßig pulsierte, als hätte sie Schmerzen.

Mira trat näher. Der Kern zeigte feine Risse, aus denen Ätherlicht sickerte. Die Risse sahen aus wie Wunden.

„Technomagisches Herzstück“, flüsterte sie. „Aber wofür?“

K-B7 piepste. „Für eine Maschine. Oder für… einen Zauber. Oder für einen sehr empfindlichen Toaster.“

Mira ignorierte ihn. Sie holte ihr Diagnosegerät heraus, legte eine Hand auf den Kern und ließ den Ätherkompass daneben schweben. Die Nadel drehte sich im Kreis und blieb dann stehen—genau auf Mira gerichtet.

„Was?“ Sie zog die Hand zurück. Die Nadel blieb auf sie gerichtet.

Aus dem Kern löste sich ein Lichtfaden. Er schwebte zu ihr, vorsichtig, wie ein Tier, das nicht weiß, ob es gebissen wird. Der Faden berührte ihre Fingerspitze.

Bilder flammten in Miras Kopf auf: eine Werkstatt voller Sternenstaub, ein Kind mit rußigen Wangen, das eine kleine Drohne zusammenbaut. Eine Frau, die sagt: „Du wirst nicht laut sein müssen, um wichtig zu sein.“ Und dann ein Symbol—die gleiche Rune wie auf der Basis, aber vollständig, nicht gerissen.

Mira stolperte einen Schritt zurück. „Ich… ich kenne das.“

„Du warst hier?“, fragte K-B7.

Mira schüttelte den Kopf. „Nein. Doch… vielleicht? Oder ich habe etwas geerbt, ohne es zu wissen.“

Der Kern pulsierte schneller, und ein Ton erklang, wie eine Glocke im Wasser. Auf dem Boden leuchteten Runen auf und formten Worte, die Mira lesen konnte, obwohl sie nicht wusste, woher:

Hüterin der Ätherwunden. Deine Mission: heilen, damit Wege offen bleiben.

Mira starrte auf die Worte. Sie hatte sich immer gefragt, warum sie ausgerechnet technomagische Pflege so gut konnte, als wäre es ihr in die Hände geschrieben. Jetzt stand es vor ihr wie eine Antwort, die jahrelang unterwegs gewesen war.

„Das ist meine Mission“, flüsterte sie.

K-B7 machte ein Geräusch, das fast ehrfürchtig klang. „Das ist… ziemlich episch. Und du hast nicht mal ein Cape.“

„Ich hasse Capes“, sagte Mira automatisch. Dann atmete sie aus. „Aber heilen—ja. Das kann ich.“

Der Kern bebte. Die Risse wurden größer. Ätherlicht tropfte in die Luft und verdampfte in kleine Funken. Wenn der Kern brach, würde etwas reißen—ein Weg, ein Netz, vielleicht eine ganze Route durch den Äther.

Mira kniete sich hin. „Okay“, sagte sie, mehr zu sich selbst als zu irgendwem. „Dann machen wir das. Schritt für Schritt.“

Kapitel 4: Der Riss im Sternenstrom

Mira baute ihren mobilen Arbeitsplatz auf: ein Faltpult, das sich wie eine Blume öffnete, Werkzeuge, die klickten und leise sangen, sobald sie Äther berührten. Sie setzte eine Schutzbrille auf, obwohl sie wusste, dass Magie sich nicht um Brillen kümmert. Es beruhigte trotzdem.

„K-B7“, sagte sie, „ich brauche stabile Energiezufuhr. Und keine Witze über Toaster, okay?“

„Ich kann auch Witze über Mikrowellen“, bot K-B7 an.

„Energie. Bitte.“

Der Droide rollte zu einer Konsole und verband Kabel, während er dabei vor sich hin summte. Mira nahm einen Runenstift—ein Metallgriff mit einer Spitze aus Kristall—und zeichnete feine Linien über die Risse. Jede Linie war eine Brücke, aber nur, wenn sie auch elektrisch leitete. Hier lag die Kunst: Technik und Magie mussten sich die Hand geben, ohne sich zu streiten.

Der Kern wehrte sich. Die Linien flackerten, als würde jemand sie auslachen. Ein Riss zog sich weiter, schneller als Mira zeichnen konnte.

„Hey!“, sagte sie scharf. „Ich helfe dir.“

Aus dem Kern kam ein tiefes Dröhnen, als antwortete er: Dann beeil dich.

Mira biss die Zähne zusammen. Sie erinnerte sich an Nächte in der Basis, in denen sie allein Sensoren repariert hatte, während andere schliefen. An den Moment, wenn etwas zum zehnten Mal wieder ausfiel und sie am liebsten aufgegeben hätte. Aber sie hatte weitergemacht. Nicht weil es leicht war. Sondern weil es nötig war.

„Ich gebe nicht auf“, sagte sie laut. „Nicht heute.“

Sie wechselte die Methode. Statt die Risse nur zu überzeichnen, setzte sie kleine Ätherstifte—winzige metallische Klammern, die mit einer Heilformel geladen waren. Sie klickten ein, einer nach dem anderen, wie Sterne, die man an den Himmel tackert.

K-B7 rief: „Energie steigt! Aber die Ringe um die Liege—sie drehen durch!“

Die schwebenden Ringe beschleunigten, runenbedeckt, und zogen einen Strudel aus Licht. Miras Haare schwebten, als wäre sie unter Wasser. Das Ätherglas in der Decke wurde trüb.

„Wenn die Ringe instabil werden, reißt der Raum hier auf“, sagte Mira. „Dann haben wir ein Problem, das nicht mal du mit Sir Knack lösen kannst.“

„Sir Knack ist beleidigt, aber bereit“, sagte K-B7 tapfer und hielt den Schraubenschlüssel hoch.

Mira lachte kurz, obwohl ihr nicht danach war. „Gut. Dann halte die Ringe mit der Notfallspange. Jetzt!“

K-B7 fuhr aus, klammerte ein Gerät an die Konsole und drückte mit beiden Greifarmen dagegen, als würde er einen Sturm festhalten. Der Droide zitterte. „Ich bin… kein… Held…“

„Doch“, sagte Mira. „Du bist ein sehr lauter Held.“

Mira legte beide Hände auf den Kern. Sie spürte das Pulsieren wie einen Schlag gegen ihre Handflächen. Sie schloss die Augen und ließ ihre Stimme ruhig werden.

„Äther, hör zu“, flüsterte sie. „Ich bin keine Königin und keine Kriegerin. Aber ich kann verbinden, was getrennt ist.“

Sie ließ Energie durch die Klammern fließen, aber nicht zu viel, nicht zu schnell. Geduld war eine Form von Stärke. Jeder Atemzug wurde ein Takt. Jeder Takt ein Schritt.

Der Kern leuchtete heller. Die Risse begannen, sich zu schließen—nicht wie eine Wunde, die verschwindet, sondern wie eine Naht, die hält.

Dann, genau als Mira dachte, es sei geschafft, riss ein neuer Spalt auf—größer als alle vorher. Er zog sich wie ein Blitz quer über den Kern.

Mira spürte, wie ihr die Kraft aus den Armen sank. „Nein…“

K-B7 rief: „Mira! Die Energie bricht ein!“

Mira starrte auf den Spalt. In ihm sah sie nicht nur Licht, sondern Tiefe—einen dunklen Korridor zwischen Sternen, der sich öffnete wie ein Mund. Wenn er sich ganz öffnete, würde er den Kern verschlucken, und vielleicht mehr.

Sie schluckte und griff nach dem Metallband mit der Gravur. Pflege ist eine Form von Mut.

„Okay“, sagte sie heiser. „Dann Mut.“

Sie nahm den Ätherkompass, drückte die Nadel vorsichtig gegen den Spalt und sprach die Aktivierungsformel nicht als Befehl, sondern wie eine Bitte. Die Nadel glühte, und der Spalt reagierte—als hätte er darauf gewartet.

Der Kompass zog den Spalt zusammen, Millimeter für Millimeter, als würde er einen Reißverschluss schließen. Mira hielt durch, auch als ihre Hände brannten.

„Nicht loslassen“, knurrte sie.

„Ich lasse nie los“, sagte K-B7. „Außer bei Kabeln. Manchmal. Aus Versehen.“

Mira keuchte ein Lachen. Dann spürte sie es: Der Spalt gab nach. Der Kern beruhigte sich. Das Pulsieren wurde gleichmäßig, wie ein ruhiger Atem.

Die Ringe verlangsamten sich. Das Ätherglas wurde wieder klar. Und in der Kammer lag plötzlich eine Stille, die nicht bedrohlich war, sondern warm.

Mira ließ den Kompass sinken. Sie zitterte vor Erschöpfung, aber sie lächelte.

„Geschafft“, flüsterte sie.

Kapitel 5: Rückkehr mit Sternenstaub

Auf dem Rückflug wirkte der Weltraum anders. Nicht heller—aber freundlicher, als hätte jemand eine unsichtbare Tür geöffnet. Der Ätherkompass lag auf Miras Knie und vibrierte nicht mehr nervös. Eher zufrieden.

K-B7 rollte in der Kapsel hin und her, als könnte er seine Aufregung sonst nicht unterbringen. „Du hast ein Ding geheilt, das den Raum kaputtmachen wollte! Das ist… das ist…“

„Gefährlich?“, schlug Mira vor.

„Legendär!“, rief K-B7. „Und ich habe Ringe festgehalten! Ich sollte eine Medaille bekommen. Oder wenigstens eine Politur.“

Mira lehnte den Kopf gegen die Rückenstütze. „Eine Politur kann ich anbieten. Aber erst nach dem Debriefing. Kommandantin Rhel wird Fragen haben.“

„Menschen haben immer Fragen“, sagte K-B7 weise. „Ich habe meistens nur Kabel.“

Als sie in die Schleuse der Basis glitten, stand Rhel schon bereit. Ihre Miene war streng, doch in ihren Augen blitzte etwas wie Erleichterung.

„Bericht“, sagte sie knapp.

Mira erzählte nur das Nötigste: die Ruine, der Kern, die Reparatur. Von den Bildern in ihrem Kopf sprach sie erst, als sie Rhel allein in der Kommandozentrale gegenübersaß.

„Die Rune… sie hat mir etwas gezeigt“, sagte Mira und legte das Metallband auf den Tisch. „Eine Mission. Nicht als Befehl, eher wie… eine Erinnerung.“

Rhel nahm das Band, las die Gravur und schwieg einen Moment. Dann sagte sie: „Du warst immer diskret. Immer vorsichtig. Ich hielt das für deine Art, dich zu verstecken.“

„Vielleicht war es das“, gab Mira zu. „Oder vielleicht war es, damit ich lange genug durchhalte, bis ich gebraucht werde.“

Rhel nickte langsam. „Perseveranz. Hartnäckigkeit. Nenn es, wie du willst—du hast es.“

Mira sah aus dem Fenster. Der Mond hing dort wie zuvor, aber sie hatte das Gefühl, sie selbst sei nicht mehr ganz dieselbe. Nicht größer. Nicht lauter. Aber klarer.

„Was war der Kern?“, fragte sie.

Rhel blickte auf die Ätherkarten. „Unsere Historiker sprechen von alten Knotenpunkten—Ätherbrücken zwischen Sektoren. Wenn so ein Knoten fällt, verlieren Schiffe Wege. Handelsposten werden abgeschnitten. Manche Welten werden still.“

Mira schluckte. „Dann… habe ich eine Brücke gerettet.“

„Ja“, sagte Rhel. „Und vielleicht noch mehr, als wir gerade verstehen.“

In den nächsten Tagen überprüfte Mira die Sensorreihen. Die Messwerte waren stabil. Das Labor summte ruhig. Aber manchmal, wenn sie an Sensorreihe drei vorbeiging, schimmerte die Anzeige kurz und zeigte statt Zahlen nur ein einziges Zeichen: die vollständige Rune.

Als würde der Äther ihr zunicken.

K-B7 brachte ihr eines Abends eine Tasse Algenkakao, der nach Mut schmeckte und ein bisschen nach Schraubenöl.

„Du bist jetzt offiziell Hüterin“, sagte er.

„Offiziell gibt's dafür kein Formular“, antwortete Mira.

„Dann machen wir eins!“ K-B7 projizierte ein holografisches Dokument: ZERTIFIKAT FÜR SEHR MUTIGES DURCHHALTEN. Darunter war ein krakeliger Stempel: K-B7 genehmigt.

Mira lachte so sehr, dass ihr fast der Kakao aus der Nase kam. „Du bist unmöglich.“

„Unmöglich ist ein Wort, das Sensoren zu oft benutzen“, sagte K-B7 stolz.

Mira hob die Tasse. „Auf das Durchhalten.“

„Auf das Durchhalten!“, piepste K-B7.

Kapitel 6: Das Zeichen am Himmel

In der Nacht, als die Basis im Ruhemodus war und nur die Außenlichter leise blinkten, konnte Mira nicht schlafen. Nicht aus Angst. Eher aus einem Kribbeln, als würde in ihr eine neue Karte gezeichnet.

Sie zog sich eine Jacke über und ging zur Beobachtungskuppel. Dort war das Ätherglas am klarsten. Man konnte die Sterne sehen, als wären sie nur einen Schritt entfernt.

K-B7 folgte ihr, obwohl er behauptete, Droids müssten nicht schlafen. „Ich bin nur hier, um sicherzugehen, dass du nicht aus Versehen den Mond umarmst“, sagte er.

Mira setzte sich auf die Bank an der Scheibe. „Danke für die Sorge.“

Draußen glitt ein schmaler Kometenstreif vorbei, leise wie ein Gedanke. Und dann geschah etwas, das Mira den Atem anhielt:

Ein Sternbild, das sie kannte—die Sieben Segel—begann zu leuchten, ein Stern nach dem anderen, als würde jemand eine Reihe Laternen anzünden. Zwischen ihnen spannte sich ein feiner, milchiger Faden. Kein echtes Seil, eher eine Linie aus Licht, die sich für wenige Sekunden formte.

Die vollständige Rune erschien am Himmel, groß und klar, aus Sternen gesetzt. Sie pulsierte einmal, wie ein Herzschlag.

K-B7 flüsterte: „Das ist… nicht in meinen Daten.“

Mira spürte, wie ihr die Augen feucht wurden, ohne dass sie traurig war. Es fühlte sich an wie eine Antwort auf eine Frage, die sie nie laut gestellt hatte: Ob ihr Weg richtig war. Ob das leise Arbeiten im Hintergrund zählen konnte.

Die Rune am Himmel verblasste langsam, aber der Faden zwischen den Sternen blieb noch einen Moment länger, wie ein Weg, der sagt: Du kannst weitergehen.

Mira legte die Hand an das Glas. „Ich habe dich gehört“, sagte sie leise. „Und ich bleibe dran. Auch wenn es schwer wird.“

Der Äther außerhalb der Kuppel schimmerte, kaum sichtbar, als würde er zustimmen.

K-B7 räusperte sich elektrisch. „Nur damit du's weißt: Wenn du Hüterin bist, bin ich… äh… Hüterlings-Assistent. Oder so.“

Mira lachte leise. „Abgemacht.“

Sie saßen noch eine Weile da, betrachteten die Sterne und den dunklen Raum dazwischen, der jetzt weniger wie Leere wirkte und mehr wie ein großes, geheimnisvolles Buch. Und irgendwo, weit draußen, zog ein neues Licht eine Spur—nicht laut, nicht grell, aber eindeutig.

Ein Zeichen am Himmel, das versprach: Das nächste Kapitel wartet.

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Erkundungsbasis
Ein Ort, an dem Menschen fremde Räume oder Planeten erforschen und leben.
Ätherlicht
Ein besonderes Licht, das in der Geschichte wie Magie im Weltraum wirkt.
Technomagie-Modul
Ein Gerät, das Technik und Magie zusammenarbeitet, um Dinge zu steuern.
Kristallfasern
Sehr feine Fäden aus Kristall, die Signale oder Energie leiten können.
Wartungsklappe
Eine Tür oder Abdeckung, die man öffnet, um Technik zu reparieren.
Wartungsdroide
Ein Roboter, der hilft, Maschinen zu prüfen und zu reparieren.
Leitstaub
Leuchtender Staub, der in der Geschichte zur Reparatur oder Markierung dient.
Rune
Ein altes Zeichen mit magischer Bedeutung, oft in Geräten oder Zaubern.
Ätherlabor
Ein Labor, das mit dem Äther arbeitet, also magische Raumenergie erforscht.
Messsäulen
Hohe Geräte, die Daten oder Energie messen und anzeigen.
Ätherkompass
Ein Kompass, der nicht Norden zeigt, sondern Richtungen im Äther findet.
Ätherglas
Spezielle Paneele, die Räume vor dem Äther oder Weltraum schützen.
Kern
Ein wichtiges, inneres Teil eines Gerätes, hier ein pulsierender Mittelpunkt.

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