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Absurde und verrückte Geschichte 11/12 Jahre Lesen 19 min.

Mina und das kichernde Wunschblatt im Stadtpark

Mina pustet einen Wunsch in den Park, woraufhin dort allerlei verrückte, freundliche Dinge geschehen; mit Hilfe neuer Freunde versucht sie, den Wunsch zu bändigen.

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Mädchen, 12 Jahre (Mina), rundes Gesicht, Sommersprossen, kurzes kastanienbraunes Haar im Pferdeschwanz, staunender, schelmischer Ausdruck, leicht gerötete Wangen; sie haucht eine kleine leuchtende Spirale zwischen ihren Händen über den Rand eines alten Steinbrunnens. Junge, ca. 12 Jahre (Tarek), schwarze zerzauste Haare, Kapuze verkehrt, schelmisches Lächeln; steht neben Mina, an einem Skateboard gelehnt, begeistert blickend zur Spirale. Ältere Frau (ca. 70), großer hut in Form eines Blumenkranzes, bunte gemusterte Kleid, wohlwollender, ruhiger Blick; sitzt auf dem Brunnenrand im Hintergrund und lächelt. Ente namens Kevin, klein, blassgelbes Gefieder, mini-Emblem am Hals und winzige Tasche; steht am Beckenrand und neigt den Kopf. Grünes kariertes Kaugummiblatt mit glänzender Zellophan-Textur, leicht aufgerollt auf dem Rand. Alter Steinbrunnen mit kleinen funkelnden Wellen, bunten Spiegelungen, cartoonhaften „plopp“-Blasen, weichem Schaum am Rand, Blumen und Bänke im Hintergrund. Verspielte, absurde, aber warme Stimmung: kräftige Farben, starke Kontraste, deutliche cell-shading-Schatten, Lichtpartikel um den Wunsch, überzeichnete Ausdrücke und dynamische Posen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Das seltsame Kaugummiblatt

Mina hüpfte in den Stadtpark, als hätte sie heimlich Sprungfedern in den Schuhen. Sie war zwölf, fröhlich, und heute hatte sie genau drei große Pläne: erstens Eis, zweitens Enten gucken, drittens so tun, als wäre sie eine berühmte Entdeckerin.

Der Park roch nach frisch gemähtem Gras und nach Pommes, die irgendwo versuchten, sich zu verstecken. Auf dem Kiesweg klackerten Fahrräder vorbei, ein Hund bellte eine Taube an, als müsste er ihr dringend etwas Wichtiges erklären, und aus der Ferne hörte man ein „Aaaah!“, das entweder zu einer Achterbahn oder zu einem sehr dramatischen Seifenblasenunfall gehörte.

Mina blieb stehen, weil etwas Grünes mitten auf der Wiese lag. Es sah aus wie ein Blatt. Nur: Es klebte. Und es war… kariert.

„Ein Kaugummiblatt?“, murmelte sie und kniete sich hin. Auf dem karierten, glänzenden Ding stand in krakeliger Schrift: „Bitte nicht kauen. Danke.“

Mina blinzelte. „Okay, das ist entweder ein sehr höflicher Kaugummi oder ein Blatt mit schlechten Manieren.“

Sie stupste es mit dem Finger an. Es wackelte, als würde es kichern. Und dann—wirklich und wahrhaftig—rollte es sich zusammen wie ein winziger grüner Teppich und flitzte davon, quer über die Wiese.

„Hey!“, rief Mina, und weil Mina Mina war, rannte sie hinterher. Man lässt doch keinen weglaufenden Teppich… äh, Kaugummiblatt… einfach davon.

Das Ding schlängelte sich zwischen Picknickdecken durch, sprang über eine Pfütze wie ein geübter Hüpfgummi und landete schließlich vor einem Brunnen. Dort blieb es liegen, als hätte es nur kurz testen wollen, ob Mina überhaupt mitmachen will.

Am Brunnen saß eine ältere Frau mit einem riesigen Hut, der aussah wie eine umgedrehte Blumentorte. Neben ihr stand ein Schild: „Wünsche — bitte pusten, nicht schreien.“

Mina starrte das Schild an. „Pusten?“

Die Frau nickte feierlich. „Schreien macht nur Falten. Pusten ist eleganter.“

Das Kaugummiblatt rollte sich wieder aus und zeigte auf Minas Hände, als wollte es sagen: Na los, jetzt du.

Mina hielt die Hände wie eine kleine Schale vor den Mund. „Also… ich soll… einen Wunsch hineinblasen?“

„Genau“, sagte die Frau. „Aber vorsichtig. Wünsche sind wie Seifenblasen: zu viel Spucke, und sie kleben an der Nase.“

Mina prustete ein Lachen. „Ich kann's versuchen.“

Und weil der Park heute sowieso schon ein bisschen verrückt war, holte Mina tief Luft und blies einen Wunsch in ihre Hände. Ganz leise, so als würde sie einer Katze ein Geheimnis zuflüstern.

Kapitel 2: Der Wunsch, der kichert

Als Mina in ihre Hände pustete, wurde es darin warm. Nicht wie heiße Kartoffeln-warm, eher wie Sonnenstrahl-warm. Ein winziger Wind kringelte sich zwischen ihren Fingern, und es klang, als würde etwas ganz Kleines „Hihihi“ sagen.

„Ähm“, machte Mina. „Hat mein Wunsch gerade gelacht?“

Die Frau mit dem Blumentortenhut nickte ernst. „Gute Wünsche sind fröhlich. Schlechte Wünsche sind… grummelig. Die wollen dann meistens sofort einen Parkplatz.“

Mina öffnete die Hände einen Spalt. Ein kleiner, schimmernder Wirbel schwebte heraus, drehte eine Ehrenrunde um ihre Nase und blieb dann über dem Brunnen hängen.

„Was hast du dir gewünscht?“, fragte die Frau.

Mina zuckte mit den Schultern. „Nichts Riesiges. Nur… dass dieser Park heute besonders lustig wird. So richtig albern. Damit ich später meiner Freundin Juno was erzählen kann.“

„Aha“, sagte die Frau, als hätte Mina gerade bestellt: „Einmal Albernheit, bitte, aber logisch.“

Der Wirbel machte „Pfffft!“ und platschte nicht ins Wasser, sondern… ins Geräusch. Plötzlich klang der Brunnen nicht mehr wie „plätscher plätscher“, sondern wie „plopp-plopp-plopp“, als würde jemand ständig Luftpolsterfolie ausdrücken.

Mina lachte so sehr, dass sie fast rückwärts in einen Busch gefallen wäre. „Der Brunnen hat jetzt Pop-Geräusche!“

„Logisch albern“, sagte die Frau zufrieden. „Der Park nimmt deinen Wunsch ernst. Sehr ernst. Das ist oft das Problem.“

Das Kaugummiblatt hüpfte auf Minas Schuhspitze und tippte ihr gegen den Knöchel. Es fühlte sich an wie ein winziger, klebriger Handschlag.

„Und was jetzt?“, fragte Mina. „Kommt gleich ein Einhorn auf Rollschuhen?“

„Das wäre unlogisch“, meinte die Frau. „Rollschuhe rosten. Einhornhufe sind empfindlich.“

Mina prustete. „Dann… ein Pony auf Inlinern?“

„Vielleicht“, sagte die Frau und zeigte mit dem Finger auf den Parkweg. „Geh. Dein Wunsch läuft schon los. Und wenn du etwas Seltsames siehst: Nicht erschrecken. Einfach fragen, was es will. Die meisten Dinge wollen nur nicht übersehen werden.“

Mina schluckte ihre Neugier nicht runter. Sie trug sie wie ein glänzendes Abzeichen auf der Brust. Sie nickte, steckte die Hände in die Jackentaschen und marschierte los.

Und hinter ihr machte der Brunnen weiter: „Plopp. Plopp. Plopp.“ Als würde er ihr applaudieren.

Kapitel 3: Die Enten mit den Namensschildern

Am Teich watschelten Enten, wie Enten eben watscheln: als hätten sie unsichtbare Gummistiefel an. Mina ging näher ran und bemerkte sofort: Jede Ente trug ein kleines Namensschild um den Hals.

„Guten Tag“, sagte Mina automatisch. „Äh… was?“

Eine Ente blieb stehen, sah Mina an und wackelte so würdevoll, als wäre sie die Bürgermeisterin des Teichs. Auf ihrem Schild stand: „Frau Schnatterlinde“.

„Du kannst lesen?“, flüsterte Mina.

„Du auch“, schnatterte Frau Schnatterlinde. „Sonst würdest du so gucken wie der Reiher. Der guckt immer, als wäre alles ein Rätsel.“

Eine zweite Ente kam dazu. Auf ihrem Schild stand: „Kevin“. Kevin trug zusätzlich ein winziges Stirnband, das ihm überhaupt nicht stand, aber genau deshalb witzig war.

„Kevin“, sagte Mina. „Du heißt wirklich Kevin?“

„Ja“, schnatterte Kevin. „Meine Mutter wollte, dass ich besonders schnell schwimmen lerne. Kevin klingt nach Geschwindigkeit.“

Mina lachte. „Klingt eher nach… Mathehausaufgaben.“

Frau Schnatterlinde schnatterte streng. „Keine Vorurteile. Kevin ist sehr aerodynamisch.“

Mina setzte sich auf die Bank. „Okay, Enten mit Namensschildern. Das ist… definitiv lustig. Und irgendwie logisch, weil… dann verwechselt man euch nicht?“

„Eben!“, rief Kevin. „Gestern hat mich jemand ‚Gustav‘ genannt. Ich war den ganzen Nachmittag beleidigt.

Plötzlich kam ein Junge auf einem Skateboard angerollt. Er bremste und starrte die Enten an. „Boah! Enten… mit Schildern! Cool!“

Kevin zog die Brust raus. „Ich bin Kevin.“

Der Junge grinste. „Ich bin Tarek. Willst du einen Keks?“

Tarek hielt einen Keks hin. Kevin schnappte zu, aber statt zu kauen, steckte er den Keks in eine winzige Umhängetasche, die Mina vorher nicht bemerkt hatte.

„Warum…“, begann Mina.

Frau Schnatterlinde erklärte geduldig: „Für später. Man weiß nie, wann man dramatisch einen Keks braucht.“

Mina nickte, als wäre das die normalste Sache der Welt. In diesem Park war „normal“ heute sowieso im Urlaub.

Dann fiel ihr etwas ein. „Hey, Enten… habt ihr vielleicht gesehen, wohin ein kariertes Kaugummiblatt gelaufen ist?“

Kevin zeigte mit dem Schnabel auf den Spielplatz. „Dorthin. Es hat sich mit dem Karussell gestritten.“

„Mit dem Karussell?“, wiederholte Mina.

„Das Karussell behauptet, es dreht sich um sich selbst“, sagte Frau Schnatterlinde. „Das Blatt meint, es dreht sich um Mina.“

Mina spürte, wie ihr Bauch vor Lachen hüpfte. „Na dann muss ich wohl schlichten.“

Tarek sprang vom Skateboard. „Ich komm mit. Ich hab Erfahrung mit Streit. Meine Socken streiten jeden Morgen, welche zuerst in den Schuh darf.“

Mina stand auf. „Perfekt. Wir sind ein Team: Ich, du und… die Enten mit der Keksreserve.“

„Wir sind mehr so Berater“, schnatterte Kevin. „Und manchmal Helden.“

Kapitel 4: Das Karussell, das beleidigt ist

Der Spielplatz war voller Geräusche: Kinderlachen, das quietschende „Iiih!“ einer Schaukel, die sich ungerecht behandelt fühlte, und das leise „Ächz“, wenn jemand versuchte, auf das Klettergerüst zu kommen, als wäre es ein Berg.

In der Mitte stand das Karussell. Es war ein altes Ding mit bunten Pferden, bei denen die Farbe an manchen Stellen abblätterte. Trotzdem sah es stolz aus—bis Mina näher kam.

Das Karussell drehte sich nicht. Es stand still wie ein beleidigter Pfannkuchen.

Auf dem Boden davor lag das karierte Kaugummiblatt und hatte sich demonstrativ flach gemacht. Daneben stand ein Schild, das vorher nicht da gewesen war: „ICH DREHE MICH NICHT, WENN ICH NICHT GEWÜRDIGT WERDE.“

„Wer hat das geschrieben?“, fragte Tarek.

„Ich“, knarrte das Karussell.

Mina zog die Augenbrauen hoch. „Du kannst… sprechen?“

„Natürlich“, sagte das Karussell. „Ich bin nicht irgendein Kreisel. Ich bin ein Erlebnis.“

Das Kaugummiblatt rollte sich zusammen und entrollte sich wieder, als würde es die Augen verdrehen. Dann zeigte es auf Mina und machte ein winziges „Pff!“.

„Ich glaube, es will, dass du dich drehst“, sagte Mina.

„Ich drehe mich immer“, sagte das Karussell. „Nur heute nicht. Heute dreht sich alles um…“ Es seufzte dramatisch. „…Aufmerksamkeit.“

Tarek kratzte sich am Kopf. „Ich kann dir Aufmerksamkeit geben. Guck: Ich starre dich an.“

Er starrte. Sehr intensiv. Das Karussell knarrte. „Das ist unangenehm.“

Mina kicherte. „Okay. Wie wäre es mit einem Deal? Du drehst dich, und wir sagen dabei jedes Mal etwas Nettes. So richtig offiziell.“

Das Karussell überlegte. Man hörte fast, wie Zahnräder in seinem Kopf „plopp“ machten—wahrscheinlich, weil der Brunnen noch immer Popplaus lieferte.

„Einverstanden“, sagte das Karussell. „Aber ehrlich. Keine gelogenen Komplimente. Ich merke so was. Ich bin aus Holz, nicht aus Dummheit.“

Mina stieg auf ein Pferd, das aussah, als hätte es schon hundert Abenteuer erlebt und wäre bereit für hundert mehr. Tarek setzte sich auf ein anderes, das ein bisschen schief grinste, als hätte es einen Witz auf den Lippen.

Das Kaugummiblatt sprang auf die Mitte und klebte sich wie ein kleiner Kapitän fest.

Mina räusperte sich. „Karussell, du hast schöne Farben. Auch wenn sie abblättern, sieht es aus wie… wie Konfetti nach einer Party.“

„Hm“, machte das Karussell und setzte sich langsam in Bewegung.

Tarek rief: „Und du quietschst nicht zu doll! Das ist… äh… charmant!“

„Charmant!“, wiederholte Mina und lachte. „Wie ein Opa, der heimlich Beatbox macht.“

Das Karussell drehte sich schneller. „Weiter!“

Mina sagte: „Du lässt Leute lächeln, sogar wenn sie zu groß sind und so tun müssen, als wäre das Pferd nicht zu klein.“

Tarek ergänzte: „Und du machst, dass mir nicht schlecht wird! Das ist Kunst!“

Das Karussell schnurrte—ja, wirklich, es schnurrte ein bisschen—und drehte sich zufrieden. Das Kaugummiblatt klatschte nicht, es klebte nur kurz ab und wieder an, als wäre das Applaus in Blatt-Sprache.

Als Mina abstieg, war ihr Kopf angenehm leicht, wie nach einem guten Witz.

„Gut“, sagte das Karussell. „Konflikt gelöst. Ich fühle mich… gewürdigt.

Mina beugte sich zum Kaugummiblatt. „Und du?“

Das Blatt entrollte sich und auf der karierten Oberfläche erschien ein neuer Satz: „Nächste Station: Wunschkontrolle.“

„Wunschkontrolle?“, las Mina laut. „Klingt nach Hausaufgaben.“

Tarek grinste. „Oder nach einem geheimen Level.“

Mina nickte. „Dann los.“

Kapitel 5: Die Wunschkontrolle mit dem Eichhörnchen-Clipbrett

Sie folgten dem Kaugummiblatt zu einer Hecke, die Mina schon tausendmal gesehen hatte. Nur heute hatte die Hecke eine kleine Tür. Eine richtige Tür, mit Klingel. Auf der Klingel stand: „Ding. Bitte.“

Tarek drückte drauf. Es machte „Ding“, sehr höflich.

Die Tür ging auf, und heraus trat ein Eichhörnchen. Es trug eine Weste mit vielen Taschen und hielt ein Clipbrett in den Pfoten, als wäre es der Chef von irgendwas Wichtigem.

„Name?“, fragte das Eichhörnchen.

Mina zeigte auf sich. „Mina.“

„Alter?“

„Zwölf.“

„Laune?“, fragte das Eichhörnchen und spähte streng.

„Sehr gut“, sagte Mina. „Mit leichter Tendenz zu Kichern.“

Das Eichhörnchen machte einen Haken auf dem Clipbrett. „Gut. Wir haben Hinweise bekommen, dass ein Wunsch im Park freigesetzt wurde.“

Tarek hob die Hand. „Das war… äh… wahrscheinlich sie. Aber es ist ein netter Wunsch!“

„Nette Wünsche sind die schwierigsten“, sagte das Eichhörnchen. „Die krabbeln überall hin. Plopp hier, schnatter dort, Karussell beleidigt—zack, Chaos mit Glitzer.“

Mina grinste. „Entschuldigung?“

„Nicht schlimm“, sagte das Eichhörnchen. „Wir machen nur eine kleine Kontrolle. Ist dein Wunsch noch handlich?“

„Handlich?“, wiederholte Mina.

Das Eichhörnchen zeigte auf Minas Hände. „Puste ihn zurück in deine Hände. Dann schauen wir, ob er nicht zu viel Quatsch produziert.“

Mina formte wieder eine Schale mit den Händen und atmete langsam ein. Diesmal pustete sie ganz bewusst. Der kleine Wirbel kam zurück, als wäre er ein flinker Vogel, der auf ihre Finger landen wollte. Er kitzelte, aber angenehm.

Das Eichhörnchen beugte sich vor. „Aha. Sehr lebendig. Viele Lachpartikel. Ein bisschen Übermut. Und…“ Es schnupperte. „…Kekskrümel?“

Tarek zeigte auf unschuldig. „Kevin hat einen Keks. Vielleicht sind die Krümel in der Luft.“

Das Eichhörnchen nickte. „Enten-Keks-Atmosphäre. Normal. So. Dein Wunsch braucht eine Grenze.“

„Eine Grenze?“, fragte Mina. „Ich will ja nicht, dass hier alles komplett durchdreht.“

„Genau“, sagte das Eichhörnchen. „Wünsche sollen Spaß machen, aber niemand soll am Ende aus Versehen rückwärts sprechen oder seine Schuhe verlieren.“

Tarek flüsterte: „Ich würde meine Schuhe wirklich vermissen.“

Mina nickte. „Was muss ich tun?“

Das Eichhörnchen hielt eine winzige Sanduhr hoch. „Du gehst zum Brunnen zurück. Wenn die Sanduhr durchgelaufen ist, pustest du den Wunsch aus deinen Händen in den Brunnen. Dann wird der Park wieder… normal-lustig.“

„Normal-lustig klingt gut“, sagte Mina. „Wie ein Witz, den man versteht, aber trotzdem zweimal hören will.“

Das Eichhörnchen reichte ihr die Sanduhr. „Und noch etwas: Sag deinem Wunsch Danke. Wünsche mögen Dankbarkeit. Sonst werden sie beleidigt und verwandeln sich in Steuerformulare. Das will niemand.“

Tarek schüttelte sich. „Bitte nicht.“

Mina nahm die Sanduhr und spürte den kleinen Wirbel warm in ihren Händen. „Danke“, flüsterte sie.

Der Wirbel machte ein zufriedenes „Hihihi“, als hätte jemand ihn gekitzelt.

Kapitel 6: Plopp, Puste, Pause

Mina und Tarek gingen zurück zum Brunnen. Unterwegs war der Park immer noch ein bisschen schräg, aber nicht mehr so wild. Die Namensschilder der Enten funkelten in der Sonne, als wären sie stolz auf ihre Ordnung. Das Karussell drehte sich wieder ganz normal, ohne beleidigte Schilder. Sogar der Hund, der vorhin die Taube angebrüllt hatte, saß jetzt daneben, als würden sie gemeinsam ein schwieriges Rätsel lösen.

„Dein Wunsch hat echt was angestellt“, sagte Tarek.

Mina sah auf die Sanduhr. Der Sand rieselte langsam, als würde er sich Zeit nehmen, damit Mina sich verabschieden kann. „Ja. Aber irgendwie… war's genau richtig. Nicht gruselig. Nur… überraschend.“

„Überraschend ist gut“, meinte Tarek. „Wie wenn man in der Jackentasche noch einen Euro findet.“

Am Brunnen wartete die Frau mit dem Blumentortenhut, als hätte sie nie etwas anderes getan, als auf zurückkehrende Wünsche zu warten. Der Brunnen machte immer noch „plopp“, aber leiser, als würde er langsam müde werden.

„Zeit?“, fragte die Frau.

Mina drehte die Sanduhr um. Der letzte Sand rieselte. „Gleich.“

Tarek lehnte sich ans Brunnenrandgitter. „Was passiert dann?“

„Dann legt sich der Park wieder hin wie eine Decke nach dem Picknick“, sagte Mina. „Nur ohne Ketchupflecken.“

Die Frau nickte. „Sehr gutes Bild.“

Die Sanduhr war durchgelaufen. Mina hob die Hände an den Mund. Der kleine Wirbel schimmerte zwischen ihren Fingern wie ein winziger, fröhlicher Nebel.

„Danke“, sagte Mina noch einmal, diesmal laut genug, dass der Wunsch es bestimmt hören konnte. „Du warst… echt witzig.“

Der Wirbel kicherte. Mina pustete sanft, nicht zu stark, nicht zu schwach—wie wenn man eine Kerze ausbläst, die man eigentlich mag.

Der Wirbel glitt in den Brunnen. Ein letztes, zufriedenes „Plopp“ klang auf, rund und weich. Dann wurde aus „plopp“ wieder „plätscher“, ganz normal, ganz ruhig.

Der Wind im Park wurde milder. Die Geräusche ordneten sich, als würden sie ihre Plätze in einem Orchester finden. Die Enten watschelten weiter, als hätten sie schon immer Namensschilder getragen—nur dass sie jetzt wieder wie Schilder aussahen und nicht wie eine große Sensation. Das Karussell drehte sich langsam aus, freundlich und unaufgeregt.

Mina atmete tief ein. Ihre Hände fühlten sich leer an, aber nicht traurig-leer. Eher wie nach einem guten Tag, wenn man weiß: Morgen kann wieder was passieren, aber jetzt ist es gut.

„Und das Kaugummiblatt?“, fragte Tarek.

Mina sah sich um. Auf dem Brunnenrand lag es, ordentlich zusammengefaltet. Darauf stand: „Bitte nicht kauen. Danke. Bis bald.“

Mina grinste. „Es hat Manieren.“

Die Frau mit dem Hut zwinkerte. „Manieren sind auch eine Art Magie.“

Tarek hob sein Skateboard auf. „Willst du noch ein Eis? Ganz normal?“

Mina nickte. „Ja. Und ich erzähle Juno, dass ich heute einen Wunsch in meine Hände gepustet habe und der Park kurz beschlossen hat, ein bisschen durchzudrehen—aber auf freundliche Art.“

Sie gingen los, langsam jetzt. Nicht mehr rennend, nicht mehr jagend. Die Sonne hing wie ein warmes Lichtkissen über den Bäumen. Der Park klang wie ein leises Lied, das man schon kennt und trotzdem gern hört.

Und als Mina am Teich vorbeikam, schnatterte Kevin noch einmal: „Mina! Vergiss nicht: Für später immer einen dramatischen Keks einplanen!“

Mina lachte leise. „Mach ich.“

Dann wurde das Lachen kleiner, wie eine Welle, die ans Ufer rollt und dort ganz ruhig wird. Schritte auf Kies. Ein letzter Blick zum Brunnen. Plätscher, plätscher—und ein Tag, der sich zufrieden zusammenfaltet wie ein kariertes Blatt.

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Sprungfedern
Federteile, die in Schuhen stecken könnten und das Springen leichter machen.
Kariert
Mit einem Muster aus sich kreuzenden Linien, wie bei einem Schachbrett oder Stoff.
Krakeliger
Beschreibt eine Schrift oder Zeichnung, die unordentlich oder mit vielen Schlaufen ist.
Blumentortenhut
Ein sehr großer, dekorativer Hut, der wie eine geschmückte Torte aussieht.
Gewürdigt
Wenn jemand oder etwas Respekt und Beachtung bekommt, ehrlich anerkannt zu werden.
Seifenblasen
Dünne, bunte Kugeln aus Seifenwasser, die in der Luft schweben und platzen.
Beleidigt
Wenn sich jemand verletzt oder traurig fühlt, weil er nicht respektiert wurde.
Sanduhr
Ein Gerät mit Sand, der von oben nach unten rieselt und Zeit misst.
Clipbrett
Ein Brett mit einer Klammer, auf dem Papiere festgehalten und geschrieben werden.
Zahnräder
Runde Teile mit Zähnen, die sich ineinander drehen, um Maschinen zu bewegen.

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