Es war einmal ein kleiner Junge. Er hieß Emil. Emil war vier Jahre alt. Emil wohnte in einer großen Stadt der Zukunft. Die Stadt leuchtete in sanften Farben. Die Häuser waren wie Bauklötze. Sie passten zusammen und konnten wachsen und schrumpfen. Die Nachbarn halfen einander. Die Stadt war freundlich und ruhig.
Am Morgen zog Emil seine blauen Schuhe an. Er nahm seinen Bleistift und sein großes Blatt Papier. Heute war ein besonderer Tag. Die Erwachsenen hatten eine neue Gruppe gegründet. Sie nannten sie die Brigade der kleinen Reparateurinnen und Reparateure. Kinder durften mitmachen. Emil wollte ein Logo für die Brigade malen. Ein Logo ist ein kleines Bild, das sagt, wer man ist.
Emil ging durch sein Viertel. Über ihm brummten leise Busse, die wie Kissen flogen. Pflanzen wuchsen an den Fassaden. Jeder Block hatte einen kleinen Garten. Die Türme hatten Fenster wie Augen. Manche Fenster waren rund, manche eckig. Alles fühlte sich warm an.
Er setzte sich auf eine Bank. Neben der Bank stand eine Werkbank für Kinder. Dort lagen bunte Schrauben, weiche Lappen und kleine Lichter. Emil sah zu, wie Frau Kaya ein leises Roboterauto reparierte. "Hallo Emil", sagte sie. "Magst du ein Logo malen?" Emil nickte eifrig. Sein Herz machte einen kleinen Sprung. Er dachte an kleine Hände, die Dinge reparieren. Er dachte an Lächeln.
Emil legte das Blatt auf den Schoß. Er zeichnete einen Kreis. Ein Kreis ist sicher, dachte er. Er zeichnete zwei Hände in dem Kreis. Die Hände waren klein und groß. Die kleine Hand war die Hand eines Kindes. Die große Hand war die Hand eines Erwachsenen. Die Hände hielten ein Zahnrad. Das Zahnrad war freundlich. Es hatte Augen und lächelte. Emil malte das Zahnrad gelb wie die Sonne. Er malte die Hände in warmem Braun und hellem Beige.
"Ich will, dass das Logo sagt: Wir helfen", flüsterte Emil. Er malte auch drei Sterne über dem Zahnrad. Die Sterne zeigten, dass die Brigade die Nacht beleuchten konnte, wenn es nötig war. Er malte einen kleinen Baum am Rand des Kreises. Der Baum stand für die Nachbarschaft, die wächst und zusammenhält.
Plötzlich hüpfte ein kleiner Drohn vorbei. Er war bunt und trug eine Nachricht. "Emil, komm bitte zur Versammlung", piepste der Drohn. Emil klappte sein Papier zusammen und lief. Viele Kinder und Erwachsene saßen im Kreis. Die Stadt war von sanftem Licht erfüllt. Bürgermeisterin Lin stand auf. Sie lächelte.
"Wir suchen ein Logo", sagte sie. "Das Logo soll zeigen, wie wir helfen. Es soll freundlich sein." Emil setzte sich ganz hinten. Sein Bauch kribbelte. Er hielt das Papier fest.
Ein Junge hielt sein Bild hoch. Ein Mädchen hielt ihr Bild hoch. Dann hielt Emil sein Bild hoch. Alle waren leise. Die Hände, das Zahnrad, die Sterne, der kleine Baum. Frau Kaya lächelte. Bürgermeisterin Lin ging zu Emil. Sie nahm das Bild vorsichtig. "Das ist ein wunderbares Logo", sagte sie. "Es sagt: Wir reparieren. Wir sind groß und klein. Wir leuchten. Wir wachsen zusammen."
Die Menschen klatschten leise. Emil strahlte. Er war froh. Sein Herz fühlte sich warm an, wie ein Sonnentag. Die Brigade der kleinen Reparateurinnen und Reparateure bekam das Bild. Sie hängten es an die Tür der Werkbank. Jeden Tag sahen die Kinder das Logo. Sie sagten: "Das sind wir."
In den Tagen danach reparierten die Kinder kleine Dinge. Sie halfen einem Vogel mit einem leichten Flügel. Sie flickten eine Lampe in der Bibliothek. Sie banden eine lose Schraube an einem Rollstuhl fest. Die Stadt lächelte zurück. Die Häuser passten weiter zusammen wie Bauklötze. Die Nachbarschaft war noch freundlicher.
Am Abend saß Emil wieder auf der Bank. Die Sonne glühte weich. Die Sterne über der Stadt funkelten leise. Emil sah das Logo an der Werkbank. Es war warm und sicher. Er dachte: Ich habe geholfen. Ich bin Teil von etwas Gutem. Emil legte den Kopf auf sein Kissen. Er schlief ein mit einem Lächeln. Die Stadt der Zukunft wachte leise über ihn und seine Freunde. Alles war gut.