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Geschichte der unmöglichen Herausforderung 11/12 Jahre Lesen 19 min.

Die Laubkuppe und die unmöglichen Herausforderungen

Mila und Milo stellen sich auf einer Laubkuppe einer Reihe verrückter „unmöglicher“ Herausforderungen, bei denen sie mit Einfallsreichtum, Freundschaft und Fairplay kreative Lösungen finden. Die Aufgaben testen Mut, Erfindergeist und ihren Spaß am gemeinsamen Abenteuer.

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12-jährige Mädchen mit hellem, schelmischem Gesicht, hellbraunen Haaren im zerzausten Pferdeschwanz, funkelnden Augen und breitem Lächeln steht auf einem Hügel goldener Blätter, Arme wie eine Siegerin erhoben, mit einer Krone aus großen Herbstblättern; neben ihr leicht zurückgesetzt der etwa 12-jährige Junge Milo mit kurzen braunen Haaren, bewundernd-amüsiertem Blick, klatschend, mit einer kleinen Brezel sichtbar in der Tasche und einer bunten, mit Blättern gesprenkelten Jacke; Ort: großer Laubhügel auf einem Spielplatz, knirschende Blätter in Ocker, Rost und Gelb, einige schillernde Seifenblasen, niedriger oranger Himmel, warmes Spätnachmittagslicht und Sonnenschein hinter den Bäumen; Szene: fröhlicher Triumph nach schwierigen Herausforderungen — beide mit Blattkronen, lachend, dynamisch mit fliegenden Blättern und funkelnden Blasen, klare Komposition, kräftige Farben, starke Kontraste, verspielte, triumphale Stimmung. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der albernste Anfang

Mila, 11 Jahre alt, stand bis zu den Knöcheln in raschelnden Blättern. Nicht in einem normalen Laubhaufen, sondern auf einem ganzen Hügel aus Blättern, der sich wie ein knisternder, goldbrauner Vulkan hinter dem Spielplatz auftürmte. Der Wind schickte kleine Blatt-Wirbelstürme los, als hätte er selbst schlechte Laune und wollte sie verteilen.

„Das ist die Laubkuppe, sagte Milo aus ihrer Klasse ehrfürchtig. Er tat so, als wäre er Reiseführer. „Hier passieren nur drei Dinge: Man rutscht aus, man verliert eine Socke, oder man findet eine Socke, die nicht die eigene ist.“

„Und heute passiert vier“, grinste Mila. Sie hatte ihre Mütze schief aufgesetzt, weil sie fand, dass man bei gefährlichen Unternehmungen schief aussehen muss.

Auf einem Pappschild, das halb im Laub steckte, stand mit Filzstift:

DIE UNMÖGLICHEN HERAUSFORDERUNGEN

Nur für Mutige! Jammernde haben Laubverbot!

Darunter klebten Zettel mit Aufgaben. Mila las laut: „Unmöglichkeits-Parcours, Runde 1. Wer schafft das, ist offiziell… äh… ‘Blattmeister'.”

Milo schnaufte. „Das ist bestimmt so eine Erwachsenenfalle. Erwachsene lieben ‘unmöglich'. Dann sagen sie ‘siehst du', und essen dabei Kekse.“

Mila zog den ersten Zettel ab. „Erste Aufgabe: ‘Lache eine Minute lang, ohne zu kichern.'“

Stille. Dann prustete Milo los. „Oh nein, das ist ja… das ist ja…“

Mila hielt sich den Bauch. „Das ist die lustigste Aufgabe, die ich je gesehen habe!“

Sie stellte sich hin wie bei einer Ansage im Radio. „Okay. Fair-play-Regel: Wir lachen nicht übereinander, sondern miteinander. Und wenn jemand es nicht schafft, wird nicht ausgelacht, sondern applaudiert. Abgemacht?“

Milo legte die Hand aufs Herz. „Abgemacht. Ich applaudier sogar meinem eigenen Scheitern.“

Mila nickte ernst, stellte den Timer auf ihrer Uhr und setzte ihr strengstes Gesicht auf. Sie atmete ein, aus… und dann sah sie Milo an, der so tat, als wäre er eine Statue. Eine Statue, die eindeutig dringend niesen musste.

Mila presste die Lippen zusammen. Eine Sekunde. Zwei. Drei. Milo machte ein winziges „Hatschi“-Gesicht, ohne zu niesen. Mila wackelte. Bei Sekunde zehn hörte man aus ihrem Inneren ein merkwürdiges Geräusch, als würde ein Teekessel mit den Zähnen klappern.

„Nicht kichern“, flüsterte sie zu sich selbst. „Lachen ist okay. Kichern ist verboten.“

Sie lachte laut, richtig laut, wie ein Walross, das einen Witz verstanden hat. Es war kein Kichern. Es war ein ausgewachsenes, stolperndes Lachen, das die Blätter erzittern ließ.

Milo hielt sich die Ohren zu. „Du klingst wie eine Sirene aus einem Comedy-Film!“

Mila lachte weiter. Ihre Augen tränten. Ihr Lachen war so groß, dass es fast ernst klang. Und tatsächlich: Sie kicherte nicht. Als der Timer piepte, sank sie in die Blätter wie in ein Sofa.

„Geschafft!“ rief sie heiser. „Und ich habe dabei neue Atemtechniken erfunden: ‘Laub-Lunge'!“

Milo klatschte. „Fair-play-Applaus! Für die erste offizielle Blattmeisterin, die klingt wie ein… sehr fröhlicher Traktor.“

Mila verbeugte sich im Laub. „Danke. Das war nur das Warm-up. Jetzt kommt bestimmt das Unmögliche.“

Kapitel 2: Die Karte der Unmöglichkeiten

Mila zog den nächsten Zettel. „‘Überquere die Laubkuppe, ohne ein einziges Blatt zu knistern.'“

Milo starrte sie an. „Das ist, als würde man versuchen, eine Chips-Tüte zu öffnen, ohne dass sie Geräusche macht.“

Mila grinste. „Oder als würde man versuchen, in der Schule heimlich ein Bonbon zu essen. Unmöglich? Wir werden sehen.“

Sie steckte den Zettel an Milos Jacke wie einen Schiedsrichter. „Du bist heute der offizielle Knistern-Kontrolleur. Fair-play! Du sagst ehrlich, ob's knistert.“

Milo hob zwei Finger. „Ich schwöre auf meine zukünftige Sockensammlung.“

Mila trat auf den Laubhügel. Sofort machte es: KRRSCH.

Milo räusperte sich. „Das war… ein Orchester. Mit Trompeten.“

Mila hielt inne. „Okay, Plan A: Schneckentempo.“

Sie setzte den Fuß so langsam auf, dass man hätte denken können, sie malt ihn hin. KRRSCH-KRR.

„Immer noch knistern“, sagte Milo. „Du bist eine sehr laute Schnecke.“

Mila kniff die Augen zusammen. „Plan B: Ich werde… schweben.“

„Hast du das im Sport gelernt?“ Milo klang hoffnungsvoll.

Mila nahm einen Ast, legte ihn wie eine Stange hin, stellte sich darauf und versuchte, das Gewicht zu verteilen. Es sah aus wie ein Mensch, der eine peinliche Tanz-Challenge macht. KRASCH.

„Du hast gerade drei Blätter beleidigt“, sagte Milo.

Mila setzte sich kurz ins Laub. Ein Blatt klebte an ihrer Stirn wie ein grünes Ausrufezeichen. „Das hier ist eine Unmöglichkeit mit Absicht. Also brauchen wir eine Überraschungsmethode.“

Sie griff in ihre Jackentasche und zog etwas hervor: eine kleine Packung Seifenblasen.

Milo blinzelte. „Willst du die Blätter… einseifen?“

„Nein“, sagte Mila. „Ich will… ablenken.“

Sie pustete Seifenblasen über die Laubkuppe. Sie schwebten wie schillernde Mini-Planeten. Der Wind trug sie über die Blätter, und plötzlich war die Laubkuppe nicht nur ein Haufen, sondern eine Bühne.

Mila flüsterte: „Wenn ich schon knistere, dann soll es wie Absicht klingen.“

Sie ging los, diesmal im Rhythmus. Schritt, Schritt, Pause. KRRSCH — KRRSCH — still. Sie stampfte nicht, sie tippte wie eine Schlagzeugerin, die sich Mühe gibt.

Milo begann, mit dem Mund leise ein Beatbox-Geräusch zu machen. „Tss. Krrsch. Tss.“

„Nicht schummeln!“ rief Mila und lachte.

„Ich helfe nur der Kunst!“ Milo hob die Hände. „Fair-play-Kunst!“

Am Gipfel der Laubkuppe blieb Mila stehen, atmete und machte eine Verbeugung, als wäre sie auf einer Bühne. „Ich habe es nicht geschafft, nicht zu knistern. Aber ich habe es geschafft, das Knistern zu einer Show zu machen.“

Milo nickte ernsthaft. „Ich muss fair sein: Aufgabe nicht erfüllt. Aber… du hast sie gerettet. Dafür gibt es einen Sonderpunkt: Stil.“

Mila salutierte mit einem Blatt. „Nehme ich. Nächste Unmöglichkeit!“

Kapitel 3: Das Blatt-Katapult und die Sache mit dem Schiedsrichter

Der dritte Zettel war dicker. Mila las: „‘Treffe mit einem Blatt ein Ziel, das du nicht sehen kannst.'“

Milo drehte sich um. Hinter einer kleinen Laubwand steckte ein Eimer. Man sah ihn nur, wenn man den Kopf schräg hielt und so tat, als würde man nach verlorenen Hausaufgaben suchen.

„Du kannst ihn sehen“, sagte Milo.

Mila hielt sich die Augen zu. „Ich darf nicht! Da steht: nicht sehen. Fair-play. Du musst den Eimer verstecken.“

Milo grinste plötzlich viel zu unschuldig. „Oh, ich werde ihn… sehr gut verstecken.“

„Milo“, warnte Mila, „fair-play heißt nicht: ‘Ich werde gemein'.“

„Ich weiß“, sagte er und hob feierlich einen Ast wie ein Richterhammer. „Ich werde… kreativ ehrlich.“

Er schleppte den Eimer hinter die Laubwand, dann noch ein Stück, dann noch eins, bis Mila nur noch seinen Hinterkopf sah, der aussah wie ein fragendes Ausrufezeichen. Schließlich rief er: „Fertig! Du darfst dich drehen. Augen zu!“

Mila drehte sich so, dass ihr schwindelig wurde. „Okay. Ich brauche ein System.“

Sie nahm ein großes Blatt, das aussah wie eine Hand mit fünf Fingern. „Das wird mein Flugblatt.“

Milo kicherte. „Nicht das Flugblatt.“

Mila hielt inne. „Das war ein Wortwitz. Wortwitze sind fair. Kichern ist optional.“

Sie überlegte. „Ich kann den Eimer nicht sehen. Aber ich kann dich hören. Du bist mein… akustischer Kompass.“

„Ich bin ein Kompass, der ständig Hunger hat“, sagte Milo.

„Dann knurr einmal, wenn ich in die richtige Richtung zeige“, schlug Mila vor.

„Das ist albern“, sagte Milo.

„Genau deshalb funktioniert's“, sagte Mila.

Mila streckte den Arm nach links. Milo machte: „Mmm…“

Nach rechts: „MmmMMMM!“

„Okay!“ Mila nickte. Sie richtete sich aus, nahm Anlauf… und warf das Blatt. Es segelte, drehte sich, machte einen eleganten Looping und landete… in ihrem eigenen Haar.

Milo prustete. „Treffer! Du hast das Ziel getroffen: deinen Kopf!“

Mila zog das Blatt heraus und verbeugte sich. „Der Kopf ist auch ein Eimer für Gedanken.“

„Das zählt nicht“, sagte Milo, aber er klatschte trotzdem, weil fair-play auch heißt, gute Versuche zu würdigen.

Zweiter Versuch: Mila nahm ein kleineres Blatt, mehr wie ein Pfeil. Sie zeigte, Milo knurrte, sie warf. Das Blatt flog. Man hörte ein zartes „PLOPP“.

Stille.

Milo riss die Augen auf. „Das war… das war der Eimer!“

Mila riss die Augen auf, obwohl sie sie eigentlich zu hatte. „Wirklich?“

„Ja! Fair gesagt: Volltreffer.“

Mila sprang so hoch, dass die Blätter unter ihr wie Popcorn hochsprangen. „Unmöglichkeit Nummer drei: besiegt!“

Milo hob den Ast wieder. „Schiedsrichter-Ansage: Der Punkt geht an Mila. Und an meinen Magen, weil ich so viel knurren musste.“

„Du bekommst später eine Brezel“, versprach Mila. „Fair-play-Brezel.“

Kapitel 4: Der Tunnel, der nie endet (angeblich)

Der vierte Zettel knisterte schon beim Lesen, als wollte er sich wichtig machen: „‘Finde den Ausgang aus dem Laubtunnel, ohne rückwärts zu gehen.'“

Mila und Milo schauten sich an. „Laubtunnel?“ fragte Milo.

Neben der Laubkuppe gab es tatsächlich einen schmalen Durchgang, den Kinder offenbar in den Hügel gegraben hatten. Blätter hingen wie Vorhänge. Es roch nach Herbst und Abenteuer und ein bisschen nach nassem Hund, obwohl kein Hund zu sehen war.

Milo beugte sich vor. „Da drin verliert man bestimmt seine Würde.“

„Ich habe mehrere Würden“, sagte Mila. „Eine kann ich entbehren.“

Sie kroch hinein. Sofort schluckte der Tunnel das Licht. Alles war goldbraun und raschelnd. Mila durfte nicht rückwärts. Also musste sie vorwärts, auch wenn sie nicht sicher war, ob sie gerade in eine Blatt-Falle kroch.

„Wie ist's da drin?“ rief Milo von draußen.

„Wie in einem Keks, der zu groß geraten ist!“ rief Mila zurück. „Und ich bin die Schokofüllung.“

Sie tastete sich vor. Blätter klebten an ihren Knien. Ein Ast stupste sie an der Nase, als würde er „Boop!“ sagen. Mila musste lachen, hielt aber den Mund zu, weil sie sonst Blätter essen würde.

Plötzlich spürte sie etwas: eine Schnur. Sie zog leicht. Es passierte nichts. Sie zog stärker. Ein kleines Glöckchen klingelte irgendwo im Tunnel.

Milo rief: „Oh! Da hängt ein Glöckchen! Ich hab's gehört!“

Mila grinste im Dunkeln. „Dann mache ich mir einen Weg wie bei diesen Schatzsuche-Spielen. Ich folge dem Klang.“

Sie band die Schnur an einen Ast, der fest steckte, und zog sie hinter sich her. Alle paar Meter zog sie kurz daran, damit das Glöckchen klingelte. So wusste sie: Ich war hier schon, ich gehe weiter, und ich muss nicht rückwärts.

Der Tunnel machte eine Kurve. Mila kroch, rutschte, plumpste in eine besonders weiche Stelle und blieb stecken wie ein Korken.

„Milo!“ rief sie. „Ich bin in einer Blatt-Suppe!“

„Rühr dich nicht, sonst wird's Blatt-Pudding!“ rief Milo. „Soll ich dich rausziehen?“

„Nein“, sagte Mila. „Fair-play: Ich muss es selbst schaffen. Aber du darfst… mich anfeuern.“

Milo atmete tief ein. „Du schaffst das, du legendäre Laub-Schokofüllung!“

Mila prustete, schluckte fast ein Blatt und hustete. Dann wackelte sie, schob mit den Ellbogen, zog am Boden, als würde sie einen unsichtbaren Teppich zusammenschieben. Zentimeter für Zentimeter kam sie frei.

Und dann: Ein heller Streifen. Der Ausgang!

Mila kroch hinaus und rollte auf die Wiese wie ein Paket, das zu schnell geliefert wurde. Sie lag da, voller Blätter, und sah aus wie ein wandelnder Busch.

Milo kam angerannt. „Du lebst!“

Mila setzte sich auf, spuckte ein Blatt aus. „Ja. Und ich habe den Tunnel bezwungen. Ohne rückwärts. Mit Glöckchen-Plan.“

Milo verbeugte sich. „Fair-play-Anerkennung: Das war klug. Und du siehst aus, als hättest du dich mit einem Baum geprügelt und der Baum hat verloren.“

„Ich bin nur warmgelaufen“, sagte Mila und zupfte ein Blatt aus ihrem Ärmel. „Was kommt als Nächstes?“

Kapitel 5: Das unmögliche Duell der zwei Blattmeister

Der fünfte Zettel war kurz und frech: „‘Fordere jemanden heraus und gewinne, ohne dass jemand verliert.'“

Milo blinzelte. „Hä? Das ist doch… ein Widerspruch auf Papier.“

Mila hielt den Zettel hoch. „Genau. Die unfaire Unmöglichkeit. Aber wir sind fair, also machen wir daraus ein Spiel.“

Sie sah Milo an. „Du gegen mich. Blattmeister-Duell.“

Milo machte eine dramatische Pose. „Ich nehme die Herausforderung an. Aber ich will nicht verlieren. Ich bin allergisch gegen Niederlagen.“

„Dann spielen wir so, dass wir beide gewinnen“, sagte Mila. „Regeln: Wir bauen aus Blättern und Stöcken die verrückteste Krone. Und der Schiedsrichter… ist die Laubkuppe.“

Milo starrte die Laubkuppe an. „Die kann nicht sprechen.“

„Doch“, sagte Mila ernst. „Sie spricht in Rascheln. Wenn die Krone beim Aufsetzen besonders schön raschelt, ist sie gut. Wenn sie piekst, ist sie… auch gut, nur anders.“

Milo lachte. „Das ist die beste Schiedsrichter-Idee überhaupt.“

Sie sammelten Material: große Blätter wie Ohren, kleine Blätter wie Federn, Stöckchen wie Antennen. Mila baute eine Krone, die aussah wie ein Drachenhelm aus Herbst. Milo baute eine, die wie ein Satellit mit Laub-Solaranlage wirkte.

„Nicht schummeln!“ sagte Mila, als Milo ein besonders glänzendes Blatt fand.

„Das Blatt hat mich gefunden“, sagte Milo. „Es ist fair, wenn das Blatt mich liebt.“

Mila setzte ihre Krone auf. Sie raschelte wie ein Mini-Sturm. Milo setzte seine auf. Sie raschelte wie ein Geheimnis, das nicht still sein kann.

Sie stellten sich nebeneinander vor die Laubkuppe. Mila hob die Arme. „Oh mächtige Laubkuppe! Entscheide!“

Der Wind kam wie auf Bestellung. Er fuhr in beide Kronen, ließ die Blätter tanzen, und plötzlich sahen beide so witzig aus, dass sie gleichzeitig loslachten.

Milo japste: „Wenn jemand verliert, dann nur die Ernsthaftigkeit!“

Mila nickte. „Das ist der Trick: Wir gewinnen beide, weil das Ziel nicht ‘besser' ist, sondern ‘gemeinsam lächerlich'.“

Sie gaben sich die Hand. „Fair-play-Duell beendet“, sagte Milo feierlich.

Die Laubkuppe raschelte, als würde sie applaudieren.

Kapitel 6: Das letzte Unmögliche und die Lust auf noch eine Runde

Der letzte Zettel klebte am Pappschild wie Kaugummi. Mila zog ihn ab und las: „‘Verlasse die Laubkuppe, ohne dass ein Blatt an dir hängen bleibt.'“

Milo sah Mila von oben bis unten an. In ihren Haaren steckte ein Blatt wie eine kleine Fahne. An ihrem Schuh klebten mindestens fünf. Ihre Jacke war praktisch ein mobiler Laubhaufen.

„Das ist wirklich unmöglich“, sagte Milo. „Du bist jetzt offiziell Teil der Laubkuppe.“

Mila verschränkte die Arme. „Unmöglich heißt nur: Wir haben noch nicht gelacht genug.“

Sie dachte nach. Dann grinste sie langsam, als hätte sie gerade einen verrückten Zaubertrick erfunden. „Ich brauche… einen Blatt-Abschied.“

Sie ging zum Rand der Laubkuppe, stellte sich auf einen flachen Stein und rief: „Achtung, Blätter! Fair-play! Ich will euch nicht wegschubsen. Ihr dürft freiwillig absteigen.“

Milo flüsterte: „Du verhandelst mit Blättern.“

„Pssst“, sagte Mila. „Das ist Diplomatie.

Sie holte die Seifenblasen wieder raus und pustete eine riesige Wolke davon. Die Blasen glitzerten über ihr, platzten leise und hinterließen winzige feuchte Punkte in der Luft. Dann nahm Mila einen kleinen Handfeger aus ihrer Tasche—eigentlich zum Saubermachen von Kreide, den sie aus der Schule „ausgeliehen“ hatte (sie wollte ihn später zurückbringen, fair-play!).

„Jetzt kommt der Blatt-Spa“, sagte sie.

Sie stellte sich hin, schloss die Augen und machte etwas, das aussah wie ein sehr seriöser Regentanz: Arme hoch, dreimal drehen, einmal wackeln, dann mit dem Handfeger ganz leicht über Ärmel, Schultern, Haare. Nicht aggressiv, eher wie ein Friseur, der einem eine Superhelden-Frisur verpasst.

Milo musste sich auf die Lippe beißen, um nicht umzufallen vor Lachen. „Das ist… das ist der ‘Blatt-Ballett'-Move!“

„Genau“, sagte Mila und drehte sich noch einmal. Durch die Seifenblasen-Feuchtigkeit klebten die Blätter weniger. Sie rutschten ab, ploppten herunter, segelten zu Boden wie kleine Fallschirme.

Mila stand still. „Kontrolle.“

Milo ging um sie herum wie ein Zollbeamter. „Ärmel: frei. Rücken: frei. Haare… Moment…“

Ein winziges Blatt hing noch an ihrer Mütze.

Mila öffnete ein Auge. „Sag's fair.“

Milo nickte. „Fair gesagt: Ein Blatt. Noch eins. Aber es ist ein sehr tapferes Blatt.“

Mila hielt die Mütze hin, und Milo stupste das Blatt sanft ab, als würde er ein Tier aus einem Baum retten. Das Blatt fiel und landete auf dem Laub.

Mila breitete die Arme aus. „Ich bin… blattfrei!“

Milo hob beide Hände. „Unmöglichkeit geschafft! Und niemand hat gelitten. Außer vielleicht der Würde deines Regentanzes.“

„Die Würde hat's überlebt“, sagte Mila. „Sie lacht ja auch.“

Sie setzten sich auf die Laubkuppe, die jetzt in der Abendsonne glühte. Milo zog tatsächlich eine Brezel aus seinem Rucksack. „Fair-play-Brezel für die Blattmeisterin.“

Mila brach sie durch und gab ihm die größere Hälfte. „Fair-play heißt teilen.“

Milo kaute und sagte: „Was machen wir jetzt?“

Mila blickte auf das Pappschild. Der Wind löste einen neuen leeren Zettel, der wie eine Einladung flatterte. Mila grinste so breit, dass man es wahrscheinlich bis zum nächsten Baum sehen konnte.

„Wir hängen neue Aufgaben hin“, sagte sie. „Noch unmöglichere. Aber fair. Und noch lustiger.“

Milo nickte begeistert. „Und diesmal fangen wir wieder mit dem Albernsten an.“

Mila stand auf, sprang in die Blätter, dass es einmal so richtig KRRSCH machte, und rief: „Runde zwei! Die Laubkuppe wartet schon!“

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Laubkuppe
Ein großer Haufen Blätter, wie ein Hügel zum Spielen.
Ehrfürchtig
Sehr staunend und mit großer Bewunderung schauen.
Unmöglichkeits-Parcours
Eine Reihe von schwierigen Aufgaben hintereinander zum Ausprobieren.
Kichern
Leise, unterdrückte, oft peinliche Art zu lachen.
Verbeugte
Sich mit einem kurzen Neigen als Dank oder Respekt bücken.
Sonderpunkt
Ein extra Punkt, der für etwas Besonderes gegeben wird.
Glöckchen
Ein kleines Glocke, das leise klingelt.
Korken
Ein Stück, das feststeckt und schwer herauskommt, wie ein Flaschenverschluss.
Diplomatie
Sehr vorsichtig und freundlich mit anderen reden, um Probleme zu lösen.
Zollbeamter
Jemand, der Waren und Leute an einer Grenze oder Kontrolle prüft.

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