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Geschichte über Ostern 11/12 Jahre Lesen 17 min.

Die Eierzählung und das Tor aus Frühlingsmagie

Drei Freundinnen folgen rätselhaften Hinweisen und einem kleinen magischen Hasenfunken, während sie im Garten und darüber hinaus Ostereier suchen und dabei mehr über Neugier und Überraschungen lernen.

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Vier Charaktere in einem Vorstadgarten bei Dämmerung: Mira, 12, braune Pferdeschwanz, kniet auf einem flachen Fels und hält vorsichtig ein cremefarbenes Ei mit feinen bunten Linien, Leni, 12, blonde Locken, steht links auf Zehenspitzen und greift in einen Busch nach einem versteckten Ei, Jule, 12, kastanienkurzer Bob, hockt rechts neben einem Nistkasten mit einem durchscheinenden Glasei, und Hasenfunken, ein handflächengroßer, schimmernder Aufkleber-Hase mit farbigen Punktkonturen, schwebt nahe Miras Ei und zwinkert; Umfeld: grüner Rasen mit Gänseblümchen, alter grauer Geräteschuppen, blühender Flieder links und ein gebogener Hain als Pforte, goldenes Abendlicht und lange Schatten; Situation: die drei Mädchen suchen und zählen magische Ostereier, Mira entdeckt das zwanzigste Ei, das sanft leuchtet, während der funkelnde Hase schelmisch führt — warme, neugierige, leicht märchenhafte Stimmung in Pastell mit lebhaften Farbakzenten. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Die erste Zahl im Notizbuch

Mira hielt ihr kleines, kariertes Notizbuch wie einen Schatz in der Hand. Auf die erste Seite hatte sie schon am Morgen in dicken Buchstaben geschrieben: „EIERZÄHLUNG – Ostersonntag“. Daneben lag ein Stift, der nach Erdbeere roch, weil sie ihn mal in eine Süßigkeitenkiste gesteckt hatte.

„Du wirst doch nicht wirklich jedes Ei zählen“, sagte Leni und schob ihre braunen Locken aus der Stirn. Sie grinste, als wäre das Ganze ein sehr unterhaltsames Experiment.

„Doch“, antwortete Mira. „Sonst fühlt es sich an, als würden die Eier einfach verschwinden. Zahlen machen sie… echt.“

Jule, die immer ein bisschen schneller dachte, als sie sprach, tippte Mira mit dem Finger auf die Seite. „Dann musst du auch Schoko-Eier zählen. Und Gummibärchen?“

„Nur Eier“, entschied Mira feierlich. „Schoko, bunt, echt, egal. Ei ist Ei.“

Die drei Mädchen waren alle zwölf, und trotzdem fühlte sich Ostern bei ihnen noch an wie ein geheimer Feiertag, der nur denen gehört, die genau hinsehen. Draußen glänzte die Welt frisch gewaschen: der Garten roch nach nasser Erde und jungen Blättern, und irgendwo klapperte eine Amsel, als würde sie sich warm trommeln.

„Mama hat gesagt, der Osterhase war dieses Jahr besonders fleißig“, meinte Leni und schnürte ihre Sneaker. „Vielleicht hat er sogar…“ Sie machte eine dramatische Pause. „…ein goldenes Ei versteckt.“

Jule zog eine Augenbraue hoch. „Goldenes Ei klingt nach Werbeaktion.“

Mira steckte den Stift hinter ihr Ohr. „Oder nach Magie.“

Sie gingen hinaus. In der Luft lag das Versprechen von Schokolade, Grasflecken und einem Tag, der vielleicht mehr konnte, als er zugab.

Kapitel 2: Schokolade unter dem Flieder

Der erste Fund passierte so plötzlich, dass Mira fast vergaß, zu zählen. Ein Schoko-Ei, glänzend verpackt, hockte unter dem Fliederbusch, als hätte es sich dort versteckt, weil es schüchtern war.

„Eins!“, rief Mira, riss das Notizbuch auf und schrieb mit einem Schwung, der fast wichtig klang.

Leni entdeckte zwei bunte Plastikeier im Blumentopf. „Zwei und drei!“, rief sie und hielt sie wie Pokale hoch. In einem klapperte etwas.

Jule kniete neben dem Gartenweg und schob vorsichtig einen Stein zur Seite. Darunter lag ein kleines Ei aus Holz, bemalt mit winzigen Sternen. „Vier“, sagte sie leise. „Das ist nicht von eurer Tante, oder?“

Mira schüttelte den Kopf. „Die malt eher Blumen. Das hier sieht… nachtig aus.“

Sie sammelten weiter. Hinter der Gießkanne: fünf. Im Hohlraum eines Astes: sechs. Zwischen zwei Steinen am Teichrand: sieben.

„Der Osterhase muss Akrobat sein“, meinte Leni und streckte sich auf Zehenspitzen, um ein Ei aus der Hecke zu angeln. „Acht!“

Mira schrieb: 8. Dann schaute sie auf. „Irgendwie… sind die Verstecke heute anders.“

Jule nickte. „Als würde jemand wollen, dass wir nicht nur suchen, sondern auch… nachdenken.“

„Vielleicht ist es ein Escape-Room, nur ohne Raum“, sagte Leni.

Da raschelte es im Gras. Nicht wie ein Tier, eher wie eine Seite, die umblättert. Die Mädchen erstarrten.

Aus der Nähe der alten Schubkarre wehte ein dünnes Band aus Papier herüber und blieb an Lenis Schuh hängen. Darauf stand, in krakeliger Schrift:

„Wer zählt, sieht mehr. Bei neun beginnt der Weg.“

Leni hielt das Papier hoch. „Okay. Das ist neu.“

Mira spürte ein Kribbeln, als hätte jemand ein unsichtbares Glöckchen in ihrem Bauch angeschlagen. „Dann müssen wir bis neun zählen.“

„Na, das schaffen wir gerade so“, sagte Jule trocken, aber ihre Augen funkelten.

Sie fanden das neunte Ei nicht sofort. Sie suchten, lachten, stritten kurz, ob der Komposthaufen „zu eklig“ sei (Leni) oder „historisch interessant“ (Jule). Mira wühlte trotzdem. Und tatsächlich: Unter einem sauberen Blatt lag ein Schoko-Ei mit grünem Papier.

„Neun!“, rief Mira.

In dem Moment passierte etwas Seltsames: Das grüne Papier knisterte, ohne dass Mira es berührte, und faltete sich langsam auf, als hätte es eigene Finger. Darunter klebte ein winziger, glänzender Sticker in Form eines Hasen. Er schimmerte wie Seifenblase.

Jule beugte sich näher. „Das… ist unmöglich.“

„Oder einfach Ostern“, flüsterte Mira.

Kapitel 3: Der Hase, der zwinkerte

Der Sticker-Hase machte etwas, das Sticker eigentlich nicht tun: Er zwinkerte. Ein richtiges Zwinkern, mit einem Mini-Augenlid aus Licht.

Leni japste. „Hab ich zu viel Zucker in der Nase oder hast du das auch gesehen?“

„Ich hab's gesehen“, sagte Jule. Sie klang erstaunt, aber nicht ängstlich. Eher so, als hätte jemand ihre Lieblingsbuchseite lebendig gemacht.

Mira hielt den Atem an. „Vielleicht ist das ein Hinweis.“

Der Hase hüpfte—nicht vom Papier weg, sondern als ob er die Oberfläche des Schoko-Eis wie eine kleine Bühne benutzen würde. Dann zeigte er mit seinem winzigen Pfötchen Richtung Geräteschuppen.

„Also… da lang“, sagte Leni. „Na super. Im Schuppen wohnt der Staubdrache.“

„Staubdrachen gibt's nicht“, antwortete Jule.

„Sagt die, die gerade einem Stickerhase hinterherlaufen will.“

Sie gingen zum Schuppen. Das Holz war grau, und die Tür knarrte wie eine alte Geige, die schlecht gelaunt war. Drinnen roch es nach Erde, Metall und einem Hauch von Farbe.

Der Stickerhase sprang vom Ei herunter—und landete auf dem Regal. Dabei wurde er kurz größer, ungefähr handtellergroß, genug, um deutlich zu sein. Seine Konturen flimmerten, als bestünden sie aus lauter bunten Sprenkeln.

„Willkommen, Zählerinnen“, sagte er. Seine Stimme klang wie das Rascheln von Geschenkpapier.

Leni starrte. „Okay. Jetzt bin ich offiziell beeindruckt.“

Jule fasste sich als Erste. „Wer bist du?“

„Ich bin ein Hasenfunken“, antwortete er stolz. „Eine kleine Ostermagie, die sich zeigt, wenn jemand mit echten Augen sucht. Und mit echten Zahlen.“

Mira strahlte. „Ich hab's gewusst.“

Der Hasenfunken hüpfte einmal auf und ab. „Eure Aufgabe ist einfach: Findet alle Eier. Aber nicht nur die, die man sofort sieht. Auch die, die sich verstecken, weil sie noch nicht fertig sind.“

„Eier, die nicht fertig sind?“, fragte Leni.

„Eier mit Geschichten drin“, erklärte der Funken. „Und Geschichten brauchen Neugier.

Mira klappte ihr Notizbuch auf. „Wie viele sind es insgesamt?“

Der Funken legte den Kopf schief, als würde er rechnen. „Das wäre ja verraten.“ Dann zwinkerte er wieder. „Aber ich kann sagen: Wenn ihr bei zwölf seid, öffnet sich etwas. Und bei…“ Er flüsterte das letzte Wort, als wäre es ein Geheimcode: „…zwanzig.“

Jule verschränkte die Arme. „Zwölf kriegen wir hin. Zwanzig auch. Wahrscheinlich.“

„Wahrscheinlich“, wiederholte Leni und steckte vorsichtshalber ein Taschentuch in die Tasche. „Für Staubdrachen.“

Der Hasenfunken sprang vom Regal, landete auf dem Boden, und mit jedem Hüpfer leuchtete kurz ein winziger, bunter Kreis auf, wie ein Mini-Regenbogen. Er führte sie hinaus, quer durch den Garten, als würde er eine unsichtbare Landkarte ablaufen.

Kapitel 4: Eier, die flüstern

Beim Apfelbaum blieb der Funken stehen. Er klopfte mit der Pfote gegen den Stamm, und aus einer Astgabel ploppte ein Ei heraus—als hätte es dort die ganze Zeit gewartet.

„Zehn!“, rief Mira und schrieb sofort. Ihre Hand zitterte vor Aufregung.

Leni fand ein Schoko-Ei in der Tasche der alten Gartenjacke, die am Haken hing. „Elf. Und das ist ziemlich frech, Osterhase.“

Jule entdeckte das zwölfte Ei in einem Vogelhäuschen. Es war kein Schoko-Ei, sondern ein Ei aus Glas, durchsichtig wie ein Tropfen. Darin schwebte etwas, das aussah wie ein winziger, zusammengefalteter Zettel.

„Zwölf“, sagte Jule. „Und jetzt?“

Der Hasenfunken nickte. „Jetzt dürft ihr hören.“

„Hören?“, fragte Mira.

Jule hielt das Glas-Ei ans Ohr. Erst hörte man nur ihren eigenen Atem. Dann—ganz leise—ein Flüstern, wie Wind zwischen Seiten:

„Unter dem gelben Band ist der nächste Schritt. Neugier ist der Schlüssel.“

Leni bekam Gänsehaut. „Das Ei spricht. Das Ei. Spricht.“

Mira lachte, weil ihr sonst nichts einfiel. „Das ist das beste Ostern überhaupt.“

Sie sahen sich um. Gelbes Band… Im Garten gab es ein paar gelbe Dinge: eine Gießkanne, eine Tulpe, Lenis Haargummi. Dann zeigte Jule auf den Zaun: Dort hing ein flatterndes, gelbes Geschenkband, das niemand von ihnen bemerkt hatte. Es war um einen Pfosten geknotet, als hätte jemand ihn verpacken wollen.

Mira zog daran. Das Band löste sich und fiel wie ein goldener Regenwurm zu Boden. Darunter war ein kleines Loch im Holzpfosten—und darin steckte ein Ei, matt und blau, wie ein Stück Himmel.

„Dreizehn!“, rief Mira.

Als sie es berührte, wurde der Schuppen im Hintergrund kurz still. Sogar der Wind schien zu warten. Dann hörten sie ein leises Pling, als hätte jemand ein Glas mit einem Löffel angetippt.

Auf dem Boden, zwischen zwei Pflastersteinen, erschien eine Kreidelinie, die vorher nicht da gewesen war. Sie zog sich wie ein Pfeil zum Gartentor.

„Okay“, sagte Leni. „Das ist jetzt offiziell ein Abenteuer.“

Jule grinste. „Endlich.“

Mira schrieb die 13 hin und folgte dem Kreidepfeil. Ihr Herz machte kleine, schnelle Hüpfer, als würde es selbst mitzählen.

Kapitel 5: Der Weg zum verwunschenen Wiesenrand

Am Gartentor hörte der Kreidepfeil nicht auf. Er setzte sich auf dem Gehweg fort, als hätte jemand heimlich weitergemalt. Der Hasenfunken hüpfte voraus, als wäre er der Kapitän einer sehr bunten Expedition.

„Dürfen wir überhaupt raus?“, fragte Leni, auch wenn sie schon über den Bordstein trat.

„Wir sind zwölf“, sagte Jule. „Wir dürfen sehr viele Dinge. Zum Beispiel gehen.“

Mira rief Richtung Haus: „Wir sind gleich wieder da!“ Keine Antwort, aber das war normal. An Ostern war die Küche ein eigener Planet aus Kuchen und Kaffeetassen.

Sie folgten der Kreidelinie bis zur kleinen Wiese hinter der Siedlung. Dort roch es nach Frühling in laut: nach Löwenzahn, feuchtem Gras und Sonne auf Erde. Ein paar Kinder rannten irgendwo, aber die Wiese selbst wirkte, als hätte sie eine stille Ecke nur für sie reserviert.

Der Kreidepfeil endete bei einem Busch, der so tat, als wäre er ganz normal. Aber ein Ast bog sich zu einem perfekten Bogen, wie ein Tor. Daran hing—als wäre es eine Einladung—ein weiteres Band, diesmal in knalligem Pink.

Mira zog das Band nicht sofort. „Vielleicht müssen wir erst… etwas sagen?“

Leni überlegte. „Wie: ‚Sesam öffne dich‘?“

Jule schüttelte den Kopf. „Zu alt. Vielleicht: ‚Ostern öffne dich‘?“

Der Hasenfunken sprang auf den Ast und räusperte sich, was bei ihm wie Papierknistern klang. „Ihr könnt auch einfach neugierig sein.“

Mira nickte. „Dann bin ich jetzt neugierig.“ Sie zog am pinken Band.

Der Astbogen schimmerte. Nicht grell, eher wie wenn die Sonne auf Wasser trifft. Für einen Moment sah es aus, als wäre hinter dem Busch nicht die Wiese, sondern ein anderer Ort—ein Hauch von Farben, als hätte jemand einen Malkasten ausgeschüttet.

„Siehst du das?“, flüsterte Leni.

Jule trat näher. „Ja. Und es riecht nach… Kakao.“

Mira machte einen Schritt durch den Bogen. Es fühlte sich an wie durch eine warme Wolke gehen. Danach stand sie immer noch auf der Wiese—aber die Wiese war anders: Die Grashalme waren ein bisschen grüner, die Blumen ein bisschen mutiger. Und überall lagen Eier, nicht einfach so, sondern wie kleine Zeichen: im Moos, auf Steinen, in einer Baumwurzel, auf einem umgedrehten Eimer.

„Das ist ein Osternest auf Weltgröße“, sagte Leni ehrfürchtig.

„Zählen!“, rief Mira, und ihr Stift war sofort bereit.

Sie sammelten und zählten. Vierzehn. Fünfzehn. Sechzehn. Ein Schoko-Ei, das beim Anfassen leise lachte. Siebzehn. Ein Ei mit Glitzer, der nicht abfärbte. Achtzehn. Neunzehn.

Beim neunzehnten Ei blieb Jule stehen. „Wir sind gleich bei zwanzig.“

Mira schluckte. „Was öffnet sich dann?“

Der Hasenfunken sprang auf ihre Schulter, federleicht. „Etwas, das euch zeigt, warum Ostern nicht nur Suchen ist, sondern auch Finden von…“ Er machte eine Pause. „…Mut zum Staunen.“

Kapitel 6: Das zwanzigste Ei und das Abendlicht

Das zwanzigste Ei lag nicht versteckt. Es lag mitten auf einem flachen Stein, als würde es gefunden werden wollen. Es war nicht golden, nicht riesig, nicht besonders laut. Es war einfach wunderschön: cremefarben mit feinen Linien in allen Farben, die sich wie kleine Wege über die Schale zogen.

Mira hob es vorsichtig auf. „Zwanzig“, sagte sie leise, als wäre das Wort ein Zauber.

Sie schrieb die Zahl ins Notizbuch. Genau in dem Moment wurde es um sie herum still—nicht leer, sondern aufmerksam. Der Hasenfunken setzte sich auf den Stein und wurde wieder ein wenig kleiner, als würde er Energie sparen.

Das Ei in Miras Hand wurde warm. Dann hörten sie es, ganz klar, ohne Flüstern: eine Stimme, die klang wie drei Stimmen gleichzeitig, als würden sie zusammen singen, ohne zu singen.

„Neugier ist nicht nur Fragen. Neugier ist auch Hinsehen, Zuhören, Losgehen. Ihr habt gesucht, gezählt, gelacht und euch nicht weggeduckt. Darum gehört euch dieses Ostern ein bisschen mehr.“

Leni stieß Mira sanft an. „Also… wir sind offiziell gute Sucherinnen?“

Jule lächelte. „Und gute Zählerinnen.“

Mira spürte, wie sich etwas in ihrer Brust weit anfühlte, als hätte jemand ein Fenster geöffnet. „Und was machen wir jetzt mit dem Ei?“

Der Hasenfunken hüpfte einmal. „Ihr könnt es teilen. Nicht das Ei selbst—die Idee. Erzählt davon. Oder behaltet es als Erinnerung. Magie bleibt, wenn man sie ernst nimmt und trotzdem darüber lachen kann.“

Leni hob das Kinn. „Ich werde definitiv darüber lachen. Aber ich nehme es auch ernst.“

Jule sah zum Himmel. „Wir sollten zurück, bevor jemand merkt, dass wir… durch ein Buschportal gegangen sind.“

Sie gingen zurück durch den Astbogen. Das Schimmern wurde weniger, als würde es sich zusammenfalten. Auf der normalen Wiese war das Gras wieder normalgrün, die Blumen wieder normalmutig. Aber in ihren Taschen klapperten Eier, und in Miras Notizbuch stand eine Reihe von Zahlen, die sich anfühlte wie ein Gedicht.

Als sie zurück in den Garten kamen, war die Luft goldener geworden. Die Sonne stand tief und schickte lange Schatten über den Rasen, als würden die Bäume sich strecken.

„Wie viele sind es jetzt?“, fragte Leni.

Mira klopfte aufs Notizbuch. „Zwanzig. Genau zwanzig.“

Jule setzte sich auf die Gartenbank, und die anderen taten es ihr nach. Sie packten ein paar Schoko-Eier aus und teilten sie, ohne zu diskutieren, wer welches verdient hatte. Der Hasenfunken saß auf dem Zaunpfosten, fast unsichtbar, nur ein kleiner Glanzpunkt im Holz.

Der Himmel färbte sich langsam in Aprikose und Rosa. Ein ruhiger Abendwind strich durch den Flieder, als würde er „gut gemacht“ sagen, ohne Worte.

Mira sah dem Sonnenrand zu, wie er hinter den Häusern verschwand. „Nächstes Jahr zähle ich wieder“, sagte sie.

Leni lehnte sich zurück. „Und nächstes Jahr suche ich nach dem Staubdrachen.“

Jule lachte. „Ich suche nach dem nächsten Hinweis. Neugier ist schließlich der Schlüssel.“

Sie saßen zusammen, bis das Licht weich wurde und der Tag sich wie eine Decke über den Garten legte. Der Sonnenuntergang war sanft, und in ihm glitzerten die Farben von Ostern noch ein bisschen nach.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Kariertes
Mit kleinen gleichmäßigen Kästchen auf Papier, wie bei einem Schulheft.
EIERZÄHLUNG – Ostersonntag
Eine Überschrift, die sagt: man zählt Eier am Tag von Ostern.
Schwung
Eine starke, runde Bewegung mit dem Arm oder Stift.
Krakeliger
Unordentlich und schnell geschrieben, mit schiefen Linien.
Hohlraum
Ein leerer Raum oder eine Mulde innerhalb von etwas.
Astgabel
Der Teil eines Baumes, wo zwei Äste auseinandergehen wie eine Gabel.
Schubkarre
Ein Wagen mit einer Schale und einem Rad zum Transportieren von Erde.
Hasenfunken
Eine kleine, leuchtende Osterfigur; hier eine magische Gestalt.
Kreidelinie
Eine mit Kreide gemalte Linie auf dem Boden als Weg oder Pfeil.
Neugier
Das Verlangen, etwas Neues zu wissen oder zu entdecken.
Schimmerte
Sachte und leicht leuchten, wie wenn Licht zittert.
Pling
Ein kurzes, hohes Geräusch, wie wenn man Glas leicht anstößt.

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