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Geschichte über Ostern 11/12 Jahre Lesen 18 min.

Das Geheimnis der Nesterei und der Flüsterstein zu Ostern

Hoppel und seine Freunde entdecken im Wald eine geheime Nesterei und machen sich auf die Suche nach einem besonderen Versteck, weil die Farben der Ostereier zu verschwinden beginnen. Auf dem Weg lernen sie, dass Vertrauen, Teilen und Freundschaft wichtiger sind als einzelne Schätze.

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Ein fröhlicher, neugieriger anthropomorpher Hase Hoppel mit cremeweißem Fell und hellbraunen Flecken, großen weichen Ohren und haselnussbraunen Augen hält einen kleinen Weidenkorb voller bunter Ostereier und hat eine Pfote auf einem moosbedeckten, sprechenden Felsen; links hockt das sommersprossige Mädchen Leni mit braider Haarzopf, Blumenbluse und Pinsel hinter dem Ohr, konzentriert ein buntes Band an einen Ast bindend, rechts steht der Teenager Emir mit zerzausten schwarzen Haaren und Jeansjacke, stolz-innig und hält eine kleine Kraftpapier-Pinnkarte mit handgeschriebenem Hinweis; auf dem Felsen sitzt die freche Schokoladenfigur Kalle in Hasengestalt mit Händen in die Hüften; Schauplatz: frühlingshelle Waldlichtung mit grüner Wiese, gelben und violetten Wildblumen, teils vergrabener glatter Fels, Baumstämme mit Lianen und einer kleinen Holztür hinter Brombeerlaub, goldener Morgenlichtschein; Szene: drei Freunde bereiten eine magische Eiersuche um den sprechenden Felsen vor, warme bunte Atmosphäre, sichtbare Texturen (taktiles Moos, raue Rinde, glänzende Eifarbe, Kraftpapier), Stil: sanfte, leicht strukturierte Illustration wie ein Druck auf Zeitungspapier mit weicher, frühlingshafter Farbpalette. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Pfoten voller Frühlingskitzel

Hoppel war ein Hase mit einem Problem, das eigentlich keins sein sollte: Er war viel zu gut gelaunt. Wenn die Sonne nur einmal blinzelte, hüpfte er schon, als hätte jemand in seinem Bauch eine Trommel aufgestellt.

Es war der Morgen vor Ostern. Über den Wiesen hing feiner Nebel wie Zuckerwatte, und aus den Gärten roch es nach feuchter Erde und den ersten Tulpen. Hoppel trug einen kleinen Weidenkorb am Arm, in dem bunte Eier leise gegeneinander klackten.

„Nicht rennen!“, rief Oma Möhre aus der Küche des Bauwagenhauses, das sie sich am Waldrand gemütlich gemacht hatte. „Wenn du stolperst, gibt's Rührei statt Überraschung.“

Hoppel grinste. „Oma, ich renne nicht. Ich… gleite.“

„Du gleitest wie ein Sturmwind“, brummte Oma, aber ihre Augen lachten.

Draußen wartete schon Leni, ein schlaues Mädchen aus dem Dorf, mit Sommersprossen wie kleine Sternbilder. Sie hatte einen Pinsel hinterm Ohr und Farbflecken auf der Nase. Neben ihr stand Emir, der immer so tat, als sei er cool, aber bei Schokohasen glänzten seine Augen wie Murmeln.

„Bist du bereit?“, fragte Leni.

„Bereit geboren!“, sagte Hoppel und warf den Korb leicht in die Luft, fing ihn wieder auf und tat so, als wäre das ganz normal.

Emir klopfte auf den Plan, den er aus einem alten Notizbuch gerissen hatte. „Okay. Wir haben die Eier, wir haben Schokolade, wir haben Verstecke. Was wir nicht haben, ist… ein richtig geheimer Ort.“

Hoppel spitzte die Ohren. „Geheim klingt nach Abenteuer.“

In genau diesem Moment wehte ein Windstoß über die Wiese. Er roch nach Flieder – und ein bisschen nach Zimt. Hoppel hielt inne. Der Wind kam nicht von irgendwoher. Er schien aus dem Wald zu flüstern: Komm.

Kapitel 2: Die Tür im Brombeergestrüpp

„Da!“, sagte Hoppel plötzlich und zeigte mit der Pfote auf einen Teil des Waldrands, wo Brombeerranken wie dunkle Schnüre hingen.

„Was ist da?“, fragte Emir. „Mehr Brombeeren?“

„Nicht nur.“ Hoppel schob mit der Nase vorsichtig Blätter zur Seite. Zwischen den Ranken glitzerte etwas, als hätte jemand eine winzige Laterne versteckt. Eine Metallklinke. Eine richtige Klinke.

Leni trat näher. „Eine Tür… im Wald?“

„Vielleicht die Abkürzung zur Mathearbeit“, murmelte Emir. „Bitte.“

Hoppel legte beide Pfoten an die Klinke. Sie fühlte sich kalt an, aber nicht unangenehm—mehr wie ein Schneeball in der Hand, der noch nicht schmilzt. Er drückte.

Klick.

Die Brombeerranken wichen auseinander, als wären sie schwere Vorhänge. Dahinter erschien eine schmale Holztür, in die jemand kleine Eier geschnitzt hatte. Und genau in der Mitte: ein winziges Zeichen, das aussah wie ein Hase, der einen Stern anstupst.

„Das ist ja…“, begann Leni.

„…magisch?“, beendete Hoppel und seine Stimme klang, als hätte er heimlich Glitzer gegessen.

Emir hob warnend den Finger. „Regel Nummer eins: Wenn eine Tür mitten im Wald ist, dann—“

„Dann macht man sie auf“, sagte Hoppel. Seine Neugier war wie ein Ballon, der an der Leine zerrt.

Die Tür schwang auf, ohne zu knarren. Dahinter lag ein Gang, der nach Moos und Schokolade roch. Ja, wirklich Schokolade. Als wären hier irgendwo Kakaobohnen in Socken versteckt worden.

„Wir gehen nur kurz gucken“, sagte Leni.

„Kurz“, bestätigte Emir, der schon einen Schritt hineingesetzt hatte.

Hoppel folgte ihnen—und das Licht draußen blieb wie eine goldene Postkarte hinter der Tür zurück.

Kapitel 3: Die geheime Nesterei

Der Gang führte in eine Kammer, die so gemütlich war, dass sogar ein Igel sein Herz dort ausrollen würde. An den Wänden hingen Regale voller bemalter Eier: welche mit Streifen, welche mit winzigen Landschaften, welche mit frechen Gesichtern. In der Ecke stand ein alter Tisch, auf dem Pinsel in einem Glas steckten, das nach Honig duftete.

Und mitten im Raum: ein riesiges Nest aus Weidenzweigen. Darin lag kein Vogel, sondern ein Buch. Das Buch war dick, mit einem Einband aus grünem Leder, und es atmete—nicht laut, eher wie ein schlafendes Kätzchen.

Leni flüsterte: „Das ist unmöglich.“

„Das ist… beeindruckend“, sagte Emir und beugte sich vor. „Und ein bisschen unheimlich. Im coolen Sinn.“

Hoppel tappte näher. Als seine Pfote das Buch berührte, wurde es warm, als würde es ihn erkennen. Der Einband klappte von selbst auf, und die Seiten raschelten.

Eine Schrift erschien, wie aus Licht gemalt:

WILLKOMMEN, HOPPEL. WILLKOMMEN, FREUNDE.

Emir sprang einen halben Schritt zurück. „Okay, das Buch kennt deinen Namen. Das ist offiziell verrückt.“

„Vielleicht ist es ein Tagebuch“, sagte Leni, obwohl ihre Stimme zitterte. „Oder… ein Rezeptbuch.“

Auf der nächsten Seite leuchtete ein Satz:

DIE OSTERFREUDE BRAUCHT EIN SICHERES VERSTECK. FINDET DEN PLATZ, DER NICHT NUR AUGEN, SONDERN HERZEN ÜBERRASCHT.

Hoppel kratzte sich am Ohr. „Ein Versteck für Ostern? Aber wir verstecken doch sowieso Eier.“

„Vielleicht meint es… ein besonderes Versteck“, sagte Leni. „Einen Ort, an dem die Suche mehr ist als nur Schokolade finden.“

Emir verschränkte die Arme. „Mehr als Schokolade? Das ist eine große Behauptung.“

Da hüpfte plötzlich etwas Kleines über den Tisch. Ein winziger Schokohase. Er hatte eine glänzende Oberfläche und—Hoppel blinzelte—er bewegte sich wirklich. Er stemmte die winzigen Vorderpfoten in die Hüften, als wäre er der Chef von allem.

„Endlich!“, piepste der Schokohase. „Ihr seid spät. Ich bin Kalle. Und bevor ihr fragt: Ja, ich kann sprechen. Nein, ich schmelze nicht. Und ja, ich nehme Beschwerden nur schriftlich an.“

Leni starrte. „Ich… ich rede gerade mit Schokolade.“

„Das passiert den Besten“, sagte Kalle wichtig. „Also. Die Nesterei braucht euch. Ostern ist nicht nur bemalen und verstecken. Ostern ist: Freude weitergeben. Und dieses Jahr… ist ein bisschen durcheinander.“

Hoppel legte den Kopf schief. „Was ist durcheinander?“

Kalle seufzte so dramatisch, dass man fast einen Vorhang hätte zuziehen wollen. „Die Farben! Sie verschwinden. Die Eier werden… na ja… traurig.“

Als Antwort zeigte Kalle auf ein Regal. Dort lagen ein paar Eier, die tatsächlich grau waren. Nicht elegant-grau, sondern „ich-hab-heute-keinen-Bock“-grau.

Emir runzelte die Stirn. „Wer klaut Farben?“

Kalle hüpfte auf das Buch. „Nicht wer. Was. Ein alter Schatten, der sich von Langeweile ernährt. Wenn niemand mehr gemeinsam sucht, lacht, hilft—dann wird alles blass. Und jetzt: Ihr müsst ein Versteck finden, das die Suche wieder zu einem echten Erlebnis macht.“

Hoppel spürte, wie seine Pfoten kribbelten. „Wir machen das.“

Leni nickte. „Zusammen.“

Emir atmete aus. „Okay. Aber wenn ich später Schokoladen-Therapie brauche, seid ihr schuld.“

Kapitel 4: Die Karte aus Licht und Moos

Kalle schnippte—also, er tat so, als schnippte er, weil seine Schokopfoten eher „stupsten“. Das Buch blätterte selbst um. Eine Karte erschien, gezeichnet mit Linien, die glimmten wie Glühwürmchen.

„Das ist eine Osterkarte?“, fragte Leni.

„Eine Herzenskarte“, erklärte Kalle. „Sie zeigt nur Wege, wenn ihr freundlich bleibt. Streitet ihr, wird sie… nun ja… beleidigt.“

Emir hob die Augenbrauen. „Eine beleidigte Karte. Ich liebe dieses Jahr.“

Hoppel beugte sich über die Karte. Drei Orte waren markiert: die alte Eiche am Bach, der Hügel mit den Wildblumen und—ganz klein—ein Punkt, der „Flüsterstein“ hieß.

„Wir gehen zur Eiche“, entschied Leni. „Da kann man gut verstecken.“

Sie verließen die Nesterei, und die Tür im Brombeergestrüpp schloss sich hinter ihnen, als würde der Wald kurz die Luft anhalten.

Am Bach stand die Eiche wie ein Riese mit grünem Haar. Ihr Stamm war so breit, dass man sie nicht einmal mit drei Umarmungen schaffen würde. Hoppel hüpfte um sie herum, schnupperte und klopfte hier und da.

„Da ist ein Loch“, sagte er.

„Zu klein“, meinte Emir. „Da passt höchstens dein Ego rein.“

„Mein Ego ist sehr handlich“, konterte Hoppel.

Leni kniete neben den Wurzeln. „Hier könnte man Eier verstecken… aber es ist ein normales Versteck. Die Karte will etwas Besonderes.“

Die Karte in Lenis Hand flackerte kurz, als würde sie niesen.

„Sie ist unzufrieden“, sagte Kalle streng. „Nicht besonders genug.“

Sie gingen weiter zum Hügel. Die Wildblumen wogten im Wind: Gelb, Pink, Blau—als hätte der Frühling einen Farbkasten ausgeschüttet. Hoppel fühlte sich kurz so, als würde er durch ein Gemälde laufen.

Emir zeigte auf einen Brombeerbusch. „Da könnte man was reinlegen. Pikst zwar, aber Ostern ist nicht nur Wellness.“

Leni lachte. „Nein, das ist eher ‚Ostern: Deluxe mit Pflaster‘.“

Die Karte flackerte wieder. Ein kleines Wort tauchte auf: NÄHER.

„Dann bleibt nur der Flüsterstein“, sagte Hoppel und schlug mit der Pfote aufgeregt gegen seinen Korb. Die Eier klackten wie Zustimmung.

Sie folgten einem schmalen Pfad, der zwischen Farnen hindurchführte. Je näher sie kamen, desto stiller wurde es—nicht unheimlich still, eher wie kurz bevor jemand ein Geheimnis erzählt.

Der Flüsterstein war ein großer, glatter Findling, der halb in der Erde steckte. Er sah aus wie ein schlafender Wal. Auf seiner Oberfläche glitzerte etwas, als hätten Sterne dort Pause gemacht.

„Und jetzt?“, fragte Emir leise.

Hoppel legte die Pfote auf den Stein. Er war warm. Nicht sonnig-warm, sondern lebendig-warm.

Und dann hörten sie es. Ein Flüstern, kaum lauter als ein Blatt, das fällt: „Freundschaft… teilt… Farbe…“

Leni schluckte. „Der Stein spricht.“

Kalle nickte. „Der Stein erinnert. Dieser Ort ist alt. Hier haben früher Tiere und Menschen gemeinsam Ostern vorbereitet. Nicht perfekt, aber zusammen.“

Hoppel strahlte. „Dann ist das unser Versteck!“

Die Karte leuchtete plötzlich hell. Ein neuer Satz erschien:

DAS VERSTECK ÖFFNET SICH NUR, WENN IHR EUCH VERTRAUT.

Kapitel 5: Der Schatten der Langeweile

Sie begannen, rund um den Flüsterstein kleine Verstecke zu bauen: unter Moospolstern, hinter einem umgefallenen Ast, in einer Mulde, die aussah wie ein natürliches Nest. Leni band bunte Bänder an Zweige, Emir bastelte kleine Hinweise aus Pappe, auf denen Rätsel standen, und Hoppel legte die Eier so, dass sie wie winzige Farbtropfen im Grün leuchteten.

„Rätsel Nummer eins“, las Emir vor und grinste: „Ich bin rund, ich bin bunt, ich liege nicht im Schrank. Wo bin ich?“

„Das ist kein Rätsel, das ist ein Hilferuf“, meinte Leni.

„Es heißt: niederschwellig“, sagte Emir stolz.

Hoppel kicherte. „Ich mag's. Dann können alle mitmachen.“

Gerade als sie das letzte Ei verstecken wollten, glitt ein Schatten über das Gras. Die Farben der Blumen wirkten plötzlich, als hätte jemand den Kontrast runtergedreht.

„Da ist er“, flüsterte Kalle. Seine Schokohasenohren zitterten.

Aus der Nähe der Bäume löste sich etwas Dunkles, wie Rauch, der vergessen hatte, wohin er gehört. Es war nicht wie ein Monster mit Zähnen—eher wie ein dicker, mürrischer Nebel, der schlechte Laune mitbringt.

„Ostern… ist… albern“, raunte der Schatten. „Suchen… ist… sinnlos…“

Hoppel stellte sich davor, ohne groß nachzudenken. „Albern ist erlaubt. Sinnlos ist es nicht.“

Der Schatten wogte. „Ihr werdet streiten. Ihr werdet aufgeben. Dann wird alles grau.“

Leni trat neben Hoppel. „Wir streiten vielleicht. Aber wir finden auch wieder zusammen.“

Emir räusperte sich und stellte sich auf die andere Seite. „Und ich gebe nicht auf, bevor ich nicht mindestens… äh… aus Prinzip gewonnen habe.“

„Aus Prinzip?“, wiederholte Leni.

„Ja“, sagte Emir schnell. „Prinzip Freude. Total mein Ding.“

Kalle hüpfte nach vorn. „Hör zu, Schatten. Hier ist kein Platz für Langeweile. Wir haben Rätsel. Wir haben Bänder. Wir haben—“

„Schokolade“, ergänzte Emir.

„—Schokolade“, bestätigte Kalle feierlich.

Der Schatten schien kurz zu zögern, als hätte er sich an etwas erinnert. Doch dann zog er sich zusammen und blies einen kalten Hauch aus. Ein paar der bunten Bänder wurden fahl, und ein Ei, das Hoppel gerade in der Pfote hielt, begann an Farbe zu verlieren.

Hoppel drückte es instinktiv an sich. „Nein!“

„Die Karte!“, rief Leni. „Sie hat gesagt: nur wenn ihr euch vertraut.“

Emir schaute von Hoppel zu Leni. „Okay. Dann… was machen wir?“

Hoppel atmete tief ein. Er dachte an Oma Möhre, an den Frühling, an das Klacken der Eier im Korb. Und an dieses Flüstern: Freundschaft teilt Farbe.

„Wir teilen“, sagte er. „Nicht nur Eier. Mut. Ideen. Alles.“

Leni nickte. „Jeder gibt etwas, das ihm wichtig ist.“

„Meinen letzten Schokoriegel?“, fragte Emir, entsetzt über seinen eigenen Vorschlag.

Kalle klopfte ihm auf den Schuh. „Held.“

Sie stellten sich im Kreis um den Flüsterstein. Hoppel legte das fast graue Ei in die Mitte. Leni legte ihren Pinsel daneben. Emir—nach einem dramatischen Seufzer—legte seinen Schokoriegel hin. Kalle stellte sich dazu, als wäre er auch ein Opfer, obwohl er aus Schokolade bestand.

„Und ich“, sagte Hoppel leise, „gebe mein Versteck-Geheimnis. Damit alle hier suchen dürfen. Nicht nur wir.“

Der Flüsterstein glühte. Warmes Licht kroch über die Erde, als würde jemand eine Kerze unter das Moos stellen. Die Farben kehrten zurück—erst zaghaft, dann mutig.

Der Schatten zischte. „Das ist… unfair…“

„Freundschaft ist manchmal unfair für schlechte Laune“, sagte Leni.

Das Licht wurde stärker und schob den Schatten zurück, nicht mit Gewalt, sondern wie ein Lachen, das einen finsteren Gedanken einfach aus dem Raum wirft. Der Schatten zerfiel in kleine Fetzen, die aussahen wie alte Asche, und dann war er weg.

Das Ei in der Mitte leuchtete wieder bunt, sogar bunter als vorher, mit winzigen goldenen Punkten.

Emir starrte auf seinen Schokoriegel. „Kriege ich den zurück?“

Kalle räusperte sich. „Die Magie hat ihn… äh… gebraucht.“

„Aha“, sagte Emir trocken. „Magie isst also Schokolade.“

Hoppel lachte so sehr, dass er fast rückwärts ins Gras fiel.

Kapitel 6: Ostern, das leuchtet

Am nächsten Morgen kam das Dorf zum Flüsterstein. Kinder, Eltern, sogar Oma Möhre, die behauptete, sie sei nur „zufällig spazieren“. Überall flatterten bunte Bänder, und die Hinweise mit Emirs Rätseln steckten in kleinen Ritzen.

„Rätsel Nummer drei“, las ein Kind vor. „Ich bin weich, grün und kitzle deine Nase. Was bin ich?“

„Moos!“, riefen mehrere gleichzeitig.

„Das ist ja… wirklich gut“, gab Leni zu und stieß Emir an.

Emir zuckte die Schultern, aber er grinste. „Prinzip Freude.“

Hoppel beobachtete, wie die Leute suchten—nicht hektisch, sondern neugierig. Sie halfen sich gegenseitig. Ein kleiner Junge fand ein Ei und gab es sofort seinem Schwesterchen, weil sie noch keins hatte. Zwei Freundinnen lösten zusammen ein Rätsel und jubelten, als hätten sie einen Schatz gehoben.

Und irgendwie fühlte es sich tatsächlich so an: wie ein Schatz, der nicht nur in Schokolade steckt, sondern in diesem gemeinsamen Funkeln.

Kalle saß auf dem Flüsterstein wie ein winziger Wächter. „Siehst du“, sagte er zu Hoppel, „so bleibt Farbe. So bleibt Ostern.“

Oma Möhre kam näher und betrachtete Hoppel lange. „Du siehst aus, als hättest du ein Geheimnis im Fell“, sagte sie.

Hoppel nickte langsam. „Ein gutes.“

„Gut“, sagte Oma. „Aber denk dran: Geheimnisse sind wie Eier. Wenn man sie zu fest drückt, gibt's Sauerei.“

Hoppel kicherte. Dann wurde er kurz still. Er sah zu Leni und Emir, wie sie einem kleineren Kind halfen, einen Hinweis zu lesen. Er sah die Blumen, die wieder leuchteten. Er hörte das Lachen, das sich zwischen den Bäumen fing und nicht mehr wegwollte.

Er legte eine Pfote auf seine Brust, genau da, wo sein Herz hüpfte wie er selbst. Und er spürte, dass es warm war—warm von Dankbarkeit.

„Was ist los?“, fragte Leni, als sie zu ihm kam.

Hoppel sah sie an. „Ich will mir das merken.“

Emir trat dazu. „Was denn? Dass dein Rätsel-Genie heute nicht peinlich war?“

„Auch“, sagte Hoppel. „Aber vor allem… dass wir zusammen Farbe gemacht haben.“

Leni lächelte und legte ihre Hand kurz auf Hoppels Pfote, die noch auf seinem Herzen lag. Emir tat erst so, als würde er nicht wissen, wohin mit sich, dann legte er seine Hand auch dazu.

„Okay“, murmelte er. „Aber nur kurz. Aus Prinzip.“

Hoppel schloss die Augen. Um sie herum leuchtete Ostern in allen Farben, und irgendwo, ganz leise, flüsterte der Stein: „Freundschaft.“

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Bauwagenhauses
Ein kleiner Wohnwagen, der wie ein Haus am Waldrand steht.
Weidenkorb
Ein Korb aus biegsamen Zweigen, oft zum Tragen von Eiern benutzt.
Brombeerranken
Lange, dornige Pflanzenteile von Brombeeren, die sich winden und hängen.
Klinke
Der Griff an einer Tür, mit dem man die Tür öffnet oder schließt.
Nesterei
Ein Ort oder Sammelsurium rund um Nester und Verstecke bei Ostern.
Einband
Die feste Hülle eines Buches, die die Seiten schützt.
Findling
Ein großer, von der Natur dort liegender Stein, oft rund oder glatt.
Flüsterstein
Ein besonderer Stein im Text, der leise Töne oder Erinnerungen gibt.
Mulde
Eine kleine, runde Vertiefung im Boden, wie eine natürliche Schale.
Glühwürmchen
Kleine Insekten, die in der Nacht helles Licht machen können.
Moospolstern
Weiche, grüne Moosflächen, die wie kleine Kissen sind.
Vorhänge
Stoffteile oder Pflanzen, die etwas verdecken oder abtrennen.

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