Anfang
Im Winterfenster stand eine kleine Tannenzapfen-Lampe. Sie hieß Zappi. Zappi konnte leuchten. Ganz sanft. Wie Honiglicht.
Draußen tanzten Schneeflocken. Drinnen roch es nach Zimt. Und überall glitzerte es ein bisschen.
„Bald ist Weihnachten!“, flüsterte Zappi und wackelte vor Freude. „Oh, ich liebe Weihnachten.“
Neben Zappi stand eine runde rote Kugel. Sie hieß Kulli. Kulli spiegelte alles. Sogar die Flocken.
„Was wünschst du dir?“, fragte Kulli.
Zappi dachte kurz nach. Dann sagte Zappi: „Ich möchte eine Dekoration machen. Eine ganz eigene. Für den Tannenbaum.“
Kulli kicherte. „Du bist doch schon hübsch.“
„Ja“, sagte Zappi, „aber ich will etwas schenken. Etwas aus Liebe. Etwas, das sagt: Ich hab dich gern.“
Da raschelte ein grüner Tannenzweig auf dem Tisch. Er hieß Zweigi. Zweigi war weich und roch nach Wald.
„Dann machen wir das zusammen“, sagte Zweigi. „Zusammen ist warm.“
Zappi leuchtete ein bisschen heller. „Zusammen! Zusammen!“
Mitte
In der gemütlichen Stube lagen viele Dinge bereit: ein goldener Faden, ein kleines Glöckchen, ein Stern aus Papier und eine Handvoll weiche Watte.
Eine Zuckerstange lag auch da. Sie hieß Zucki. Zucki war rot-weiß und sehr stolz.
„Ich kann auch helfen!“, rief Zucki. „Ich bin nämlich sehr... äh... süß.“
Kulli lachte. „Das stimmt.“
Zappi sagte: „Ich möchte eine Deko, die leuchtet und klingelt und kuschelig ist. Aber nicht zu wild. Ganz ruhig. Wie ein Weihnachtslied zum Einschlafen.“
„Dann machen wir eine Stern-Glocke“, schlug Zweigi vor. „Mit Watte-Wolke.“
„Eine Stern-Glocke!“, rief Zappi. „Ja!“
Sie begannen. Kulli rollte den goldenen Faden hin und her. „Faden, komm her. Faden, komm her.“ Kulli sagte es zweimal. Das machte es einfacher.
Zweigi hielt den Papierstern fest. „Ich halte. Ich halte.“ Zweigi sagte es auch zweimal.
Zucki stupste das Glöckchen an. „Bimm! Bimm!“ Das Glöckchen klang leise. Nicht laut. Eher wie ein kleines Lächeln.
Zappi leuchtete, damit alle gut sehen konnten. „Ich leuchte. Ich leuchte.“ Und das Licht war warm.
Doch dann passierte etwas Kleines: Der goldene Faden rutschte weg und machte einen Knoten. Einen dicken, dummen Knoten.
Kulli seufzte. „Oh je. Knoten.“
Zucki machte ein ernstes Gesicht. „Ich kann Knoten nicht essen.“
Zappi blieb ruhig. „Ist nicht schlimm“, sagte Zappi sanft. „Wir sind zusammen. Wir schaffen das.“
Zweigi wackelte beruhigend. „Ganz langsam. Ganz langsam.“
Kulli rollte den Faden vorsichtig. Hin. Und her. Hin. Und her. Der Knoten wurde kleiner. Dann noch kleiner.
„Schau!“, rief Kulli. „Er wird lieb.“
„Knoten, sei lieb“, sagte Zappi. „Sei lieb.“
Und tatsächlich: Der Knoten ging auf. Plopp. Wie eine winzige Schneeflocke, die schmilzt.
Alle waren erleichtert.
Nun kam die Watte dran. Zweigi formte daraus eine kleine Wolke. „Watte ist wie Winter“, flüsterte Zweigi. „Nur ohne kalt.“
Zucki legte das Glöckchen in die Mitte. „Bimm-bimm, aber leise“, sagte Zucki.
Kulli hielt den Stern darüber. „Stern oben. Stern oben.“
Zappi band alles zusammen. Der goldene Faden machte eine Schleife. Eine schöne Schleife.
„Oh!“, sagte Zappi. „Das ist unsere Dekoration.“
Sie hing sie an Zweigi, der sich wie ein kleiner Baumarm ausstreckte.
Zappi leuchtete die Wolke an. Die Watte glänzte. Das Glöckchen schimmerte. Der Stern funkelte.
„Das sieht aus wie ein kleiner Wintertraum“, sagte Kulli.
„Und es klingt wie ein kleiner Kuss“, sagte Zucki und stupste das Glöckchen noch einmal. „Bimm.“
Ende
Es wurde Abend. Die Stube war still und weich. Draußen fiel Schnee. Drinnen tanzte das Licht.
Zappi betrachtete die neue Dekoration. „Ich habe sie gemacht“, sagte Zappi leise. „Nicht allein. Mit euch.“
Zweigi sagte: „Das ist Liebe. Liebe ist: Ich helfe dir. Und du hilfst mir.“
Kulli spiegelte das warme Leuchten. „Liebe macht alles heller“, sagte Kulli.
Zucki nickte sehr wichtig. „Und manchmal auch süßer.“
Alle lachten ganz leise, damit die Ruhe nicht erschrickt.
Dann sang das Glöckchen noch einmal: „Bimm... bimm...“
Zappi flüsterte: „Frohe Weihnachten, kleine Stern-Glocke. Frohe Weihnachten, Freunde.“
Und während die Schneeflocken weiter tanzten, hing die Dekoration am Zweig, funkelte zufrieden und machte die Stube noch ein bisschen wärmer. Ganz ruhig. Ganz fröhlich. Ganz geborgen.