Der erste Schneetag
An einem kalten Wintermorgen im Dezember hüpften drei kleine Mädchen durch den Garten. Es war kurz vor Weihnachten, und der Schnee lag wie eine weiche, glitzernde Decke über allem. Mia, Leni und Emma hatten sich dick eingepackt. Sie trugen warme Mützen, bunte Schals und Handschuhe, die sie wie kleine Bärenpfoten aussehen ließen.
Mia, die gerne lachte und immer eine Idee hatte, sagte: „Lasst uns schöne Zweige sammeln! Damit können wir unser Baumhaus weihnachtlich schmücken!“ Leni, die mit ihrem Rollstuhl genauso flink war wie die anderen beiden, freute sich. „Ja, ich möchte auch helfen!“, rief sie begeistert.
Emma, die gerne Geschichten erzählte, nickte eifrig. „Vielleicht finden wir ja auch etwas Magisches im Schnee!“
Die Suche nach den schönsten Zweigen
Die drei Freundinnen machten sich auf den Weg. Der Schnee knirschte unter ihren Füßen, und überall funkelten Eiskristalle. Mia zeigte auf einen großen, alten Baum. „Da drüben gibt es viele Zweige!“ Die Mädchen liefen hinüber, und Leni fuhr mit ihrem Rollstuhl fröhlich hinterher.
Sie sammelten Zweige, die mit kleinen Zapfen geschmückt waren, und einige mit grünen Tannennadeln. Emma hielt plötzlich inne. „Seht mal!“, flüsterte sie. „Da ist ein kleiner Vogel im Schnee!“ Ein winziger Spatz saß zitternd auf einem Ast. Leni beugte sich vor und streckte vorsichtig die Hand aus. „Keine Angst, kleiner Vogel, wir tun dir nichts.“
Der Spatz zwitscherte leise, als ob er die Mädchen verstand. „Vielleicht sollten wir ihm ein warmes Plätzchen bauen?“, schlug Mia vor. „Ja!“, stimmten Leni und Emma zu. Gemeinsam legten sie einige Zweige in eine kleine Kuhle im Schnee und bedeckten sie mit weichem Moos. Der Vogel hüpfte hinein und zwitscherte zufrieden.
Ein magisches Weihnachtsgefühl
Nachdem sie genug Zweige gesammelt hatten, kehrten die Mädchen zu ihrem Baumhaus zurück. Es lag versteckt zwischen den hohen Bäumen und sah aus wie ein kleines Schloss im Winterwald. Sie schmückten das Geländer mit den gefundenen Zweigen und sangen fröhliche Weihnachtslieder.
„Ich glaube, heute war ein ganz besonderer Tag“, sagte Emma, während sie eine kleine Sternenlichterkette anbrachte. „Ja, das war er!“, stimmte Mia zu. „Wir haben nicht nur Zweige gefunden, sondern auch ein bisschen Magie.“
Leni lächelte und schaute zu dem kleinen Vogel, der nun munter in seinem neuen Nest saß. „Und wir haben einen neuen Freund gefunden“, fügte sie hinzu.
Als die Dämmerung hereinbrach und die ersten Sterne am Himmel zu leuchten begannen, kuschelten sich die drei Mädchen in eine warme Decke und sahen dem funkelnden Schnee zu. „Weihnachten ist wirklich die schönste Zeit im Jahr“, flüsterte Mia.
Und mit diesem Gedanken schliefen die Freundinnen glücklich ein, während im Garten das kleine Baumhaus im Lichterglanz erstrahlte und der Winterwald leise und friedlich ruhte.