Es ist Winter. Draußen tanzen dicke, weiße Schneeflocken langsam vom Himmel. Der kleine Emil schaut zum Fenster hinaus. Er trägt einen roten Pullover und seine Wangen sind rund und warm. Im Zimmer duftet es nach Plätzchen und Tannennadeln. Es ist fast Weihnachten.
Im Wohnzimmer steht ein großer, grüner Tannenbaum. Überall hängen bunte Kugeln, goldene Sterne und kleine Figuren aus Holz. Emil findet den Baum wunderschön. Aber etwas fehlt noch ganz oben, weiß Emil ganz genau. „Mama, da oben ist noch Platz!“, ruft er und zeigt ganz nach oben, wo die Spitze des Baumes in den Himmel zu wachsen scheint.
Mama lächelt. „Ja, Emil, da fehlt noch unser Stern. Unser besonderer Stern.“ Emil weiß, was sie meint. Es ist der „Teilen-Stern“. Jedes Jahr macht die Familie diesen Stern zusammen, damit alle daran denken, wie schön es ist, zu teilen.
Der Stern liegt auf dem Tisch. Er ist aus goldenem Papier gebastelt und glitzert ein wenig. Aber Emil weiß, er ist noch nicht ganz fertig. Es fehlt der kleine, bunte Aufkleber, der in die Mitte gehört. Das ist der „Teilen-Aufkleber“. Jedes Jahr darf ein anderes Familienmitglied ihn aufkleben. Dieses Jahr ist Emil dran. Emil lacht leise. Sein Herz klopft ein kleines bisschen schneller.
Emil nimmt vorsichtig den Aufkleber – er ist rund, hellblau, mit einem lachenden Gesicht. Emil mag das Gesicht. „Ich mach das jetzt!“, sagt Emil. Mama nickt und Papa kommt auch dazu. Sie stehen alle beim Tisch.
Emil drückt den Aufkleber langsam in die Mitte des goldenen Sterns. „Gut gemacht“, sagt Papa leise. Der Stern sieht jetzt wunderbar aus. Er glänzt und lacht und macht das Zimmer gleich ein bisschen wärmer.
„Jetzt darfst du ihn auf den Baum kleben, Emil“, sagt Mama. Aber der Baum ist ziemlich groß und Emil ist noch klein. Mama hebt Emil hoch und Emil lacht. Er fühlt sich leicht wie eine Schneeflocke.
Ganz oben am Baum, ganz nah bei den funkelnden Lichtern, klebt Emil den Teilen-Stern fest. Die Lichter blinken und der Stern leuchtet noch heller. Emil strahlt. „Jetzt ist unser Baum komplett!“, ruft er.
Plötzlich klopft es leise an der Tür. Es ist Emils große Schwester, Lena. Sie hat einen Teller mit Plätzchen gebacken und bringt ihn ins Zimmer. „Hier, ich teile mit euch!“, sagt sie und lacht. Emil nimmt ein Plätzchen und gibt eines an Mama und eines an Papa. „Teilen macht Spaß!“, ruft Emil fröhlich.
Sie setzen sich alle zusammen auf das Sofa. Draußen ist es kalt und dunkel, aber drinnen ist es warm und hell. Die Lichter am Baum glitzern, der Stern lacht und Emil fühlt sich geborgen.
Papa erzählt eine kleine Geschichte vom Christkind und wie es in der Nacht Geschenke bringt. Emil hört gespannt zu. Seine Augen werden langsam müde. Mama streichelt ihm sanft über die Haare.
„Weißt du, Emil“, sagt Mama, „der Teilen-Stern erinnert uns daran, dass es schön ist, ehrlich zu sein und zu teilen. Dann ist das Herz warm und froh.“ Emil nickt. Er fühlt, wie sein Herz ganz warm wird. Lena legt ihren Arm um Emil. „Alles ist schöner, wenn wir teilen“, sagt sie leise.
Sie kuscheln sich alle unter eine große, weiche Decke. Emil schaut nochmal zum Baum. Der Stern leuchtet so schön. Er denkt an alle, die sich heute gefreut haben. An die Plätzchen, die sie geteilt haben. Und an das Lachen im Zimmer.
Emil gähnt. Draußen schneit es weiter, ganz leise. Der Schnee glitzert wie kleine Sterne im Garten. Im Zimmer ist es ganz ruhig und friedlich.
„Ich mag Weihnachten“, flüstert Emil schläfrig.
„Wir auch“, sagen Mama und Papa und Lena leise.
Der Teilen-Stern leuchtet in die Nacht. Emil schließt die Augen. Er fühlt sich sicher und geborgen, umgeben von Liebe und Licht. Bald schläft er ein, mit einem Lächeln im Gesicht, und träumt von bunten Sternen, leisen Schneeflocken und fröhlichen Überraschungen.
So endet dieser schöne Weihnachtstag, voller Wärme, Ehrlichkeit und Teilen. Und das Herz von Emil bleibt ganz warm, auch im Traum.