Anfang
Im Winterwald glitzerte der Schnee. Alles war weiß und still. Nur kleine Sterne funkelten am Himmel.
Der kleine Fuchs Finn stapfte durch den Schnee. Seine Ohren waren warm, sein Fell war rot wie ein Apfel. Finn roch Zimt in der Luft. „Es ist Weihnachten“, flüsterte er.
Zu Hause brannte eine kleine Kerze. Mama Fuchs rührte in einer Schüssel. „Magst du Teig naschen?“ fragte sie.
„Ja, bitte“, sagte Finn und leckte glücklich. Dann sah er auf den Tisch. Da lagen Papier, ein Stift und ein kleiner Umschlag.
„Wofür ist das?“ fragte Finn.
Mama lächelte. „Für eine Wunsch-Letter. Eine Weihnachtsbrief.“
Finn nickte. „Ich will auch eine schreiben!“
Er setzte sich hin. Der Stift war fast so lang wie sein Pfotenfinger. Finn atmete tief ein. „Ich schreibe an den Weihnachtsmann“, sagte er leise.
Draußen klingelte ein kleines Glöckchen im Wind. Finn wurde ganz warm im Bauch.
Mitte
Finn schaute auf das leere Blatt. „Was schreibe ich nur?“ fragte er.
Mama setzte sich neben ihn. „Ganz einfach. Sag, was du dir wünschst. Und sag auch, was du anderen wünschst.“
Finn dachte nach. Er schrieb langsam: „Lieber Weihnachtsmann…“ Dann hielt er an. „Ich kann nicht so gut“, murmelte er.
„Ich helfe dir“, sagte Mama sanft. „Du sagst, ich schreibe. Oder du malst.“
„Ich male!“ sagte Finn. Er malte einen Stern, einen Tannenbaum und ein Herz. Dann schrieb er weiter, ganz krumm und stolz: „Ich wünsche mir ein warmes Buch. Und ein großes Kuscheltuch.“
Mama nickte. „Sehr schön.“
Finn schaute aus dem Fenster. Er sah den Hasen Hoppel. Hoppel schob einen schweren Schlitten. Darauf lagen Holzstücke. Der Schlitten steckte fest.
Finn sprang auf. „Ich helfe!“ rief er.
Er lief hinaus. Der Schnee knirschte. „Hallo, Hoppel!“
„Hallo, Finn“, sagte Hoppel und schnaufte. „Der Schlitten ist zu schwer.“
„Wir ziehen zusammen“, sagte Finn. „Eins, zwei, drei!“
Sie zogen. Der Schlitten rutschte frei. „Juhu!“ rief Hoppel.
„Danke“, sagte Hoppel. „Du bist ein guter Helfer.“
Finn wurde ganz stolz. „Helfen ist wie ein warmes Licht“, sagte er.
Zurück am Tisch schaute Finn seine Letter an. „Ich will noch etwas schreiben“, sagte er.
Mama gab ihm den Stift. Finn schrieb: „Bitte bring auch etwas für Hoppel. Er arbeitet so fleißig. Und für Oma Eule: warme Socken. Und für alle: Frieden und Plätzchen.“
Mama lachte leise. „Plätzchen sind wichtig.“
Dann klopfte es. Es war Oma Eule. Sie trug einen Korb mit kleinen Keksen. „Für euch“, sagte sie.
Finn strahlte. „Oma Eule, ich habe dich in meine Letter geschrieben!“
„Oh“, sagte Oma Eule. „Dann warst du schon ein bisschen Weihnachtsmann.“
Finn kicherte. „Ja, ein kleiner.“
Ende
Am Abend ging Finn mit Mama zum großen Briefkasten am Waldrand. Der Briefkasten war rot und hatte eine goldene Glocke. Darüber hing ein Zweig mit Tannennadeln.
„Bist du bereit?“ fragte Mama.
Finn hielt den Umschlag fest. „Ja“, sagte er. „Und ich bin froh.“
Er warf die Letter hinein. Klack! Die Glocke klingelte leise. Ding-ding.
„Hast du gehört?“ flüsterte Finn.
„Ja“, sagte Mama. „Das ist das Weihnachtsding. Es sagt: Danke.“
Auf dem Heimweg glitzerte der Schnee noch mehr. Ein kleiner Vogel sang. Aus den Häusern leuchteten Fenster wie Honig.
Zu Hause tranken sie warmen Apfelsaft. Sie aßen Oma Eules Kekse. Finn kuschelte sich in sein Bett.
„Mama?“ fragte er.
„Ja, Finn?“
„Wenn ich helfe, wird Weihnachten größer“, sagte Finn müde.
Mama strich ihm über die Stirn. „Ja. Und dein Herz wird auch größer.“
Finn schloss die Augen. Draußen tanzten leise Schneeflocken. Drinnen war es warm. Finn lächelte. „Frohe Weihnachten“, murmelte er.
„Frohe Weihnachten“, flüsterte Mama zurück.