Auf einer geheimnisvollen Insel, wo der Himmel glitzerte wie tausend Lichter und der Boden aus sanften, lebendigen Spiegeln bestand, lebte Yomo, der kleine Yeti. Yomo hatte weiches, schneeweißes Fell und große, runde Pfoten. Die Spiegel auf der Insel glucksten immer, wenn Yomo darüber lief. Die Spiegel waren fröhlich, sie kicherten: „Willkommen, Yomo! Willkommen!“
Eines Tages sprang Yomo über einen besonders großen Spiegel. Plötzlich knackte es und ein warmer, sanfter Wind wehte. Aus dem Spiegel schwebte ein leuchtender Geist. Der Geist sagte mit einer Stimme wie Musik: „Danke, kleiner Yomo, dass du mich befreit hast. Ich war sehr, sehr lange hier.“
Yomo bekam große Augen. „Oh, Geist, das wollte ich nicht. Ist das schlimm?“, fragte Yomo ganz leise.
Der Geist lächelte freundlich: „Nein, Yomo. Aber nun ist alles ein bisschen anders. Ich heiße Luma und ich habe sehr viele Geheimnisse.“
Yomo setzte sich neben Luma. „Warum bist du hier? Woher komme ich, Luma? Ich bin ein Yeti, aber ich weiß nicht, woher ich wirklich komme.“
Da hörten sie ein raschelndes Geräusch. Ein Reisender mit einem großen, glänzenden Hut kam auf sie zu. Es war ein Mädchen mit funkelnden, blauen Haaren. „Hallo! Ich bin Mili. Ich komme von einer anderen Welt und suche nach Abenteuern!“
Yomo winkte schüchtern. „Hallo Mili. Ich bin Yomo. Kennst du vielleicht Geheimnisse über Yeti?“
Mili kicherte. „Oh, ein bisschen! Ich habe gehört, Yetis kommen von den Sternen. Und sie können große Freundschaft bringen.“
Luma tanzte über die Spiegel. „Yomo, du hast einen wichtigen Auftrag. Schau, dort liegt etwas für dich.“
Da lag eine kleine, silberne Schachtel. Aus der Schachtel zog Yomo eine leuchtende, glitzernde Mini-Schwert. Es war eine winzige, wunderschöne Klinge, die wie ein Stern funkelte.
Yomo staunte: „Ist das eine Sternen-Schwert?“
Der Spiegel unter ihren Füßen flüsterte: „Ja, Yomo. Mit diesem Schwert kannst du die Wahrheit finden.“
Yomo, Luma und Mili gingen durch die Insel. Die Spiegel zeigten ihnen bunte Bilder: tanzende Blumen, lachende Wolken und leuchtende Berge. Überall war Magie.
Yomo fragte: „Warum bin ich hier?“
Luma antwortete freundlich: „Du bist hier, weil die Insel dich braucht. Du musst helfen, den Geist in sein Zuhause zurückzubringen.“
Doch plötzlich, wie aus Zauberhand, wurden die Farben blass. Die Spiegel flüsterten ängstlich: „Alles verschwindet! Unser Zauber verschwindet!“
Mili rief: „Wo ist das Magische geblieben?“
Luma sah traurig aus. „Wenn der Geist frei ist, wird die Insel schwach. Yomo, du musst die beiden Völker der Insel zusammenbringen. Nur dann kommt die Magie zurück.“
Yomo machte einen tiefen Atemzug. „Wir schaffen das zusammen!“
Die einen Spiegel waren silbern und freundlich, die anderen golden und still. Bisher hatten sie wenig gesprochen, doch Yomo winkte zu beiden. „Kommt her! Kommt alle her! Wir gehören zusammen!“
Die silbernen Spiegel sagten: „Aber wir sind anders als die goldenen.“
Die goldenen Spiegel sagten: „Wir trauen euch nicht.“
Yomo hielt das kleine Sternenschwert hoch, das hell leuchtete. „Seht! Dieses Licht ist für alle da. Wir können Freunde sein!“
Mili klatschte in die Hände. „Lasst uns ein Fest feiern! Gemeinsames Lachen bringt das Licht zurück!“
Alle Spiegel, silbern und golden, kamen näher. Sie kicherten und glitzerten. „Wir wollen zusammen lachen!“
Da kam die Magie zurück. Der Himmel funkelte noch heller, die Blumen tanzten und die Spiegel sangen ein Lied. Luma wurde froh und kehrte lächelnd in seinen Spiegel zurück.
Yomo fühlte sich warm und geborgen. „Jetzt weiß ich, wo ich hingehöre. Ich gehöre zu allen, die freundlich sind.“
Mili lachte. „Und ich komme dich wieder besuchen, Yomo!“
Und so lebten Yomo, die Spiegel und alle Freunde auf der Insel in Frieden, voller Freude, Lachen und Licht.