Der sonnige Hügel
Auf einem weichen Hügel lebte ein Ogermann namens Ogi. Ogi war groß und freundlich. Er hatte grüne Haut wie ein Blatt und Augen, die leuchteten wie zwei kleine Sterne. Ogi mochte Blumen. Ogi mochte Lieder. Ogi mochte Frieden.
Jeden Morgen wachte Ogi mit dem Vogelruf. Er streckte sich. Er gähnte. Dann hüpfte er leise zum Fluss. Der Fluss gluckste. Die Fische sangen. Ogi sang mit. Seine Stimme war tief und warm. Die Blumen nickten. Die Bäume schaukelten. Alles fühlte sich ruhig an.
Die Tiere kamen gern zu Ogi. Ein kleines Reh legte den Kopf an seinen großen Fuß. Ein Vogel setzte sich auf seine Schulter. Ogi lachte leise. „Guten Morgen“, sagte er. „Guten Morgen“, piepsten die Tiere. Manchmal besuchten auch besondere Freunde den Hügel: eine kleine Fee mit glitzernden Flügeln, ein schüchterner Drache, der nur Rauchblumen pustete, und ein Einhorn, das sein Horn wie eine Kerze leuchten ließ. Diese Freunde brachten Geschichten. Ogi brachte Frieden.
Der funkelnde Weg
Eines Tages entdeckte Ogi einen funkelnden Weg im Gras. Der Weg glitzerte wie Puderzucker im Sonnenlicht. „Wo führt der Weg hin?“, fragte das Reh. „Ich weiß es nicht“, sagte Ogi. Er kniete sich und berührte das Glitzern. Es kitzelte an seinen Fingern. Es war freundlich. Ogi lächelte. „Komm mit“, sagte er. „Komm mit, Freunde.“ Sie gingen alle zusammen.
Der Weg führte sie in einen Wald aus Zuckerbirken. Die Blätter klapperten leise wie Glocken. Bald trafen sie auf eine kleine Wolke, die auf dem Boden saß und traurig war. „Warum bist du traurig?“, fragte Ogi. Die Wolke schniefte und sagte: „Ich habe meinen Lachen verloren.“ Ogi legte eine Hand auf die Wolke. „Wir finden dein Lachen.“ Die Freunde nickten. Der Drache pustete kleine Rauchherzen. Die Fee sang ein leises Lied. Das Einhorn stupste die Wolke mit seinem Horn. Ogi kicherte tief und warm. Sein Kichern rollte wie ein Ball. Die Wolke kicherte mit. Ihr Lachen sprang wie Funken zurück. Die Wolke hüpfte fröhlich in den Himmel. Alle freuten sich. Ogi sagte: „Frieden und Lachen gehen zusammen.“ Das Reh sprang hoch. „Ja!“, rief es.
Sie gingen weiter. Der Weg führte zu einem See, der wie flüssiges Silber aussah. Auf dem See schwamm ein Krokodil mit Blüten im Haar. Es sah streng aus, aber seine Augen waren weich. „Ich kann nicht singen“, sagte das Krokodil leise. „Meine Stimme ist rau.“ Ogi setzte sich ans Ufer. Er sang ein kleines Lied ohne Worte. Das Lied war langsam wie Honig. Das Krokodil hörte zu. Die Blüten wippten. Am Ende schniefte das Krokodil nicht mehr. Es summte. Es summte ganz sanft. „Danke“, sagte es. Ogi streichelte seine Schuppe. „Musik macht Freunde“, flüsterte Ogi. Die Fee tanzte. Der Drache blies Nebelblasen. Die Blasen funkelten und platzten leise wie Seifenblasen.
Der leuchtende Kreis
Der Weg führte in eine Lichtung. In der Mitte stand ein Kreis aus Steinen. Jeder Stein war bemalt mit einem Bild: Sonne, Mond, Stern, Herz. Im Kreis lagen kleine Türen. Sie waren winzig, wie Puppentüren. Eine der Türen öffnete sich. Heraus kroch eine winzige Kreatur mit einem langen Bart und einer Mütze. Er sah aus wie ein Zwerg, aber seine Nase war wie eine Bohne. „Willkommen“, piepste er. „Wir sind die Hüter der Stadt der Träume.“ Ogi setzte sich. Er machte Platz. „Wir bringen Frieden“, sagte er. Die Hüter nickten.
Plötzlich klopfte es. Ein junges Nebelkind trat hervor. Es hatte Augen wie Salzstangen. Es war unsicher. „Ich habe einen Sturm im Bauch“, sagte es leise. Ogi faltete seine Hände. Er zog aus seiner Tasche ein kleines Tuch. Das Tuch war mit bunten Flicken und ein bisschen Glitzer genäht. Ogi legte es sanft über den Bauch des Nebelkindes. Er summte das Honiglied. Das Nebelkind schloss die Augen. Der Sturm im Bauch wurde zu einer warmen Brise. Es lächelte. „Danke, Ogi“, flüsterte es. Ogi lächelte zurück. „Kreativität hilft“, sagte er. „Du kannst deine Stürme malen.“
Die Hüter klatschten leise. Der Drache malte eine Wolke mit seiner Rauchfeder. Die Fee malte Sterne mit ihrem Flügel. Das Einhorn malte einen Regenbogen mit einem Tropfen vom Horn. Ogi malte Friedensblumen mit großen, breiten Strichen. Die Farben tanzten. Der Kreis leuchtete. Alle fühlten sich sicher.
Die Heimkehr
Als die Sonne sich schlafen legte, ging Ogi mit seinen Freunden den glitzernden Weg zurück. Der Hügel wartete, weich und warm. Die Tiere kuschelten sich an Ogi. Die Fee setzte sich auf sein Ohr und flüsterte ein Lied. Der Drache legte seinen Kopf auf Ogis Knie. Das Einhorn putzte seine Mähne mit einer Blume. Ogi fühlte sich froh. Er dachte an alle kleinen Sorgen, die sie gefunden hatten. Er dachte an alle Lacher, die sie wiedergefunden hatten. Er dachte an die Farben, die sie gemalt hatten.
„Gute Nacht“, sagte Ogi leise. „Gute Nacht“, flüsterten die Sterne. „Träumt von Farben und Frieden“, sang die Fee. Ogi schloss die Augen. Er atmete tief ein. Er atmete weich aus. Der Hügel summte ein Schlaflied. Die Nacht deckte die Welt mit einem Tuch aus Sternen. Alles war ruhig. Alles war hell.
Am Morgen blühte eine neue Blume auf Ogis Hügel. Sie hatte fünf Farben. Ogi betrachtete sie. Er lächelte. Er wusste, dass, wo immer jemand lachte, wo immer jemand malte, wo immer jemand seine Stimme fand, ein bisschen Frieden wuchs. Ogi stand auf. Er streckte sich. Der Tag begann. Und alle Freunde wussten: Ogi bringt Frieden. Ogi bringt Geschichten. Ogi bringt Farben. Und die Welt wurde ein bisschen bunter.