Ein leises Kichern
Es war Heiligabend. Der Schnee glitzerte wie Zucker. Ein kleiner Wolf mit weichem Fell stapfte durch den Flur. Er hieß Wölfchen. Wölfchen liebte das Licht. Die Lichter am Baum funkelten. Doch plötzlich: Dunkel! Die Lichter gingen aus.
Wölfchen schlang seine Pfoten um sich. "Oh!", sagte er leise. In der Ecke kicherte etwas. Ein winziger Lutin, der Lutin Farceur, sprang hervor. Er trug eine rote Mütze und Augen wie zwei Sterne. Er lachte: "Hihi! Ich habe die Fernbedienung versteckt!" Seine Stimme klang wie Glocken.
Wölfchen atmete tief ein. Er war ein kleiner Wolf, aber er war mutig. Mutig heißt: nicht schreien, sondern suchen. "Wo ist sie?", fragte er. Der Lutin grinste und zeigte auf die Stube. "Suchen! Suchen! Finden macht Spaß!"
Auf Spurensuche
Wölfchen begann zu suchen. Erst unterm Sofa. "Klick", sagte das Sofa. Unter dem Sofa war nur eine Socke und ein Krümel. Dann hinterm Vorhang. "Pst", flüsterte der Vorhang. Dort war nur ein Weihnachtsstern.
Er folgte kleinen Spuren aus Pfefferkekskrümeln. Der Lutin hatte Kekse gekrümelt wie ein winziger Dieb. Wölfchen schnüffelte. Sein Herz klopfte warm. Er fühlte sich wie ein großer Freund, der hilft. Mutig kletterte er auf den Stuhl. "Höher", murmelte er. Der Lutin hüpfte oben auf dem Regal und lachte: "Noch höher!"
Wölfchen sprang. Seine Pfoten fanden das Buch mit Geschichten. Darunter lag ein goldener Schnürsenkel und — die Fernbedienung war nicht dort. Der Lutin schnippte mit den Fingern. Die Fernbedienung flog wie ein kleiner Vogel durch die Luft. Wölfchen sah sie auf dem Tisch landen, mitten im Glas mit Zuckerstangen.
Wölfchen überlegte nicht lange. Er stellte einen Fuß aufs Regal, dann den anderen. Sein Herz klopfte wie Trommeln. Das war mutig. "Ich schaffe das", sagte er leise. Er griff mit einer Pfote und zog die Fernbedienung heraus. Sie klebte an einer Zuckerstange. Plopp! Die Zuckerstange kippte. Alle lachten.
Lichter und Lachen
Wölfchen drückte auf die Fernbedienung. Licht! Ein warmes Leuchten füllte den Raum. Der Lutin klatschte vor Freude. Die kleinen Lichter tanzten an der Decke. "Danke, Wölfchen!", rief Mama aus der Küche. Sie kam mit warmem Kakao. Der Raum roch nach Zimt.
Der Lutin zog Wölfchen an die Nase und gab ihm eine kleine Mütze als Danke. Wölfchen kuschelte sich an die Decke. Der Abend war voller Lachen. Alle sangen ein leises Lied. Wölfchen fühlte sich groß und mutig und sehr lieb.
Der Lutin Farceur schlief bald ein, mit einem Lächeln wie eine Sternschnuppe. Wölfchen hielt die Fernbedienung und sah die Lichter an. Mut und Freundschaft hatten das Licht zurückgebracht. So endete der Abend warm, hell und voller kleiner Wunder.