Teil 1: Der erste Ferientag
Heute ist ein besonders heller Morgen. Die Sonne scheint freundlich durch das Fenster und kitzelt Tim am Fuß. Tim ist fünf Jahre alt. Er wohnt in einer kleinen Stadt mit Mama, Papa und seiner Katze Momo. Die Ferien haben gerade begonnen.
Tim setzt sich im Bett auf und reibt sich die Augen. „Mama, heute fahren wir doch zum Camping, oder?“, ruft er aufgeregt. Mama lacht. „Ja, Tim. Heute ist es endlich so weit. Wir packen nur noch die letzten Sachen ein und dann geht's los!“
Tim hüpft aus dem Bett und zieht schnell sein Lieblings-T-Shirt an. Es ist blau und hat kleine Boote darauf. Papa packt den Picknickkorb, während Mama nach dem Zelt schaut. Alles duftet nach frischem Brot und Orangen. Momo streicht Tim um die Beine und schnurrt leise.
Im Auto schaut Tim aus dem Fenster. Die Bäume fliegen vorbei. Die Felder sind voller Blumen. Tim malt mit seinem Finger Wellen auf das beschlagene Fenster. „Ich freue mich so, Mama!“, ruft er. Mama dreht sich um und streichelt ihm die Hand. „Ich freue mich auch, Tim.“
Bald sehen sie den großen Campingplatz. Viele bunte Zelte stehen zwischen Pinien und Eichen. Überall lachen Kinder und laufen barfuß über das Gras. Tim spürt das Kribbeln im Bauch.
Teil 2: Neue Freunde und kleine Abenteuer
Als das Zelt steht, darf Tim auf dem Platz spielen gehen. Die Sonne kitzelt seine Nase. Tim entdeckt einen Jungen mit einer roten Mütze. Er baut aus Stöcken und Steinen eine kleine Stadt. Daneben sitzt ein Mädchen und formt Tiere aus Sand.
Tim fragt schüchtern: „Darf ich mitspielen?“ Der Junge lächelt. „Klar! Ich heiße Leo. Das ist meine Schwester Lotte.“ Tim setzt sich dazu. Seine Sorgen verschwinden, als das Mädchen ihm einen Hund aus Sand zeigt. Tim baut ein kleines Boot und setzt es auf einen Mini-Fluss aus Regenwasser.
Leo erzählt: „Wir fahren nie weit weg in den Ferien. Aber hier ist es auch schön, findest du nicht?“ Tim nickt. „Ja, ich mag es hier. Alle sind freundlich.“ Lotte lacht. „Und abends gibt es Stockbrot!“
Bald duftet es nach gegrilltem Mais und frischen Tomaten. Tim hilft Papa, Holz für das Lagerfeuer zu sammeln. Zusammen singen sie Lieder. Die Flammen tanzen und der Himmel wird langsam dunkel. Tim fühlt sich geborgen.
Teil 3: Die große Geduldsprobe
Am nächsten Tag will Tim unbedingt Eis. Vor dem kleinen Laden ist eine lange Schlange. Alle Kinder stehen brav an, einige hibbeln ungeduldig von einem Fuß auf den anderen.
Tim sieht das viele Kinder schon warten. Er fragt Mama: „Darf ich vorgehen? Ich will so gern Erdbeereis!“ Mama schüttelt langsam den Kopf. „Warte, Tim. Alle bekommen ihr Eis, wenn sie dran sind. Das ist gerecht.“
Tim tritt von einem Fuß auf den anderen. Es ist schwer zu warten. Das Eis sieht so lecker aus! Die Sonne ist warm, und Tims Herz klopft vor Ungeduld. Vor ihm schnattert ein Mädchen über ihr Lieblingsbuch.
Plötzlich ruft der Verkäufer: „Der Nächste, bitte!“ Tim sieht, dass Leo hinter ihm steht. „Das Warten dauert lange, oder?“ sagt Leo. Tim nickt. „Ja, aber ich will niemanden drängeln. Ich warte jetzt geduldig.“ Leo lächelt stolz: „Ich auch. Zusammen geht's besser!“
Endlich ist Tim an der Reihe. Er bestellt ein großes Erdbeereis und gibt dem Verkäufer ein Lächeln. „Danke fürs Warten!“, sagt der Verkäufer freundlich. Tim fühlt sich groß und stark. Die Sonne scheint auf sein Gesicht, das Eis tropft kalt auf seine Hand. Es schmeckt süß und frisch.
Sie setzen sich zusammen in den Schatten. Leo hat ein Vanilleeis, Lotte ein Schokoladeneis. „Du bist heute richtig tapfer gewesen“, sagt Leo. Tim strahlt. „Du auch. Warten ist nicht so schlimm, wenn Freunde da sind.“
Teil 4: Ein Herz voller Sommer
Die Tage auf dem Campingplatz vergehen langsam und schön. Tim schwimmt in einem kleinen See, sammelt bunte Steine und lernt, wie man Stockbrot macht. Jeden Tag übt er, anderen zu helfen. Er bringt Lotte Pflaster, als sie beim Rennen hinfällt, und teilt sein Knetgummi mit Leo.
An einem Nachmittag sieht Tim, wie ein Junge alleine im Sand sitzt. Er hat keine Spielsachen und sieht traurig aus. Tim geht zu ihm. „Willst du mit uns spielen?“ Der Junge lächelt zaghaft und nickt. Gemeinsam bauen sie eine Sandburg mit vielen Türmen.
Am Abend, wenn die Grillen zirpen und die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwindet, kuschelt sich Tim in seinen Schlafsack. Sein Herz klopft ruhig und zufrieden.
Mama streichelt ihm über das Haar. „Hattest du schöne Ferien, Tim?“ Tim lächelt verschlafen. „Ja, Mama. Ich habe Freunde gefunden, gewartet, geholfen und geteilt. Und ich habe gelernt, dass Warten gar nicht so schlimm ist. Jeden Tag gibt es ein kleines Abenteuer.“
Mama drückt ihn sanft. „Du bist groß geworden, mein Schatz.“ Tim schließt die Augen und denkt an die warmen Sonnenstrahlen, das Lachen der Kinder und das süße Eis. Er weiß, dass der Sommer noch viele schöne Tage für ihn bereithält.
Er fühlt sich mutig und froh. In seinem Herzen ist es hell und warm. Egal, wie die nächsten Tage werden: Tim ist bereit. Denn gemeinsam ist jeder Tag ein kleines Sommerabenteuer.