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Geschichte über die Sommerferien 5/6 Jahre Lesen 8 min.

Kalle der kleine Koffer und der leise Mut im Touristenzug

Der kleine Koffer Kalle, schüchtern und unsicher, erlebt eine Fahrt im Touristenzug und entdeckt im Ruhebereich, wie Rücksicht und leises Verhalten ihm Mut und Selbstvertrauen schenken können.

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Eine kleine Hauptfigur: ein anthropomorpher Koffer aus hellem Stoff mit abgenutzten braunen Leder-Ecken, auf dem Deckel gestickte runde schüchterne Augen und ein zurückhaltender, stolzer Ausdruck; er steht auf kleinen Rollen vor dem Eingang eines hellen Holz-Waggons und bildet sanft ein Hindernis, um einen rot-blauen Ballon zu stoppen. Daneben eine sonnengelbe Schirmmütze als freundliche Nebenfigur, vom Wind zerknittert und mit geneigter Schirmkrempe, ein kleiner Schlüsselbund und eine halb geöffnete Blechdose auf einer Bank als Kleinstfiguren, der Deckel klappert leise, die Schlüssel glänzen. Der Innenraum: Holzwaggon mit blau gestreiften Polstern, weit geöffnete Fenster, goldene Lichtbänder, außen Blumenmuster, vorbei ziehende grüne Felder und ein glitzernder Teich; Stimmung ruhig und warm, gedämpftes Licht, leichte Windbewegung, feiner Sand auf einem zusammengelegten Handtuch und ein dezentes Schild „Ruhebereich / Ruhe“ bei der Tür. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Anfang: Ein leiser Start in den Sommer

Kalle der kleine Koffer stand im Flur und schaute auf seine eigenen Schnallen. Draußen war die Luft warm. Sie roch nach Gras, nach Staub und nach süßen Beeren. Kalle mochte den Sommer. Aber er war schüchtern. Wenn es irgendwo laut wurde, zog er sich gern ein bisschen in sich selbst zurück.

Im Ferienhaus war es gemütlich. Die Fenster waren offen, und ein weicher Wind strich über Kalles Griff. Auf dem Tisch lag ein Plan mit bunten Linien. Kalle konnte nicht lesen, aber er konnte fühlen: Heute sollte es auf eine kleine Reise gehen.

Neben ihm wartete eine leuchtend gelbe Sonnenkappe. Sie wackelte fröhlich. Auch ein Handtuch mit blauen Streifen lag bereit. Eine Trinkflasche glitzerte und klirrte leise, als sie sich bewegte.

„Ich hoffe, es wird nicht zu laut“, dachte Kalle. Er hatte schon von einem Touristenzug gehört. Ein Zug, der langsam durch die Gegend fährt. Mit Blick auf Felder und Wälder. Das klang schön. Und doch machte ihn das Gedränge nervös.

Als es Zeit war, rollte Kalle über den Boden. Seine Rollen summten. Der Flur war kühl, dann wurde es draußen heiß. Die Sonne legte goldene Flecken auf seinen Deckel. Kalle blinzelte innerlich. Er wollte mutig sein. Ganz langsam.

Mitte: Der Touristenzug und das leise Abteil

Am Bahnhof stand der Touristenzug. Er war nicht riesig. Er war bunt bemalt, mit kleinen Bildern von Blumen und Vögeln. Die Lok machte ein freundliches „Tuut“, nicht zu laut, eher wie ein kurzer Gruß. Kalle atmete auf.

Die Waggons hatten offene Fenster. Der Fahrtwind roch nach Kiefernnadeln und warmem Holz. Viele Dinge waren schon da: Rucksäcke, Körbe, ein Picknickkissen. Es klapperte und raschelte.

Kalle rollte vorsichtig hinein. Da sah er ein Schild: „Ruhebereich“. Die Buchstaben waren klar. Darunter war ein kleines Bild von einem schlafenden Stern. Kalle blieb stehen. Das gefiel ihm.

Im Ruhebereich war es anders. Man hörte nur das leise Klacken der Schienen und das Summen des Windes. Kalle stellte sich an eine Wand, damit niemand über ihn stolperte. Er wollte niemanden stören. Er wollte nur schauen.

Der Zug fuhr los. Erst ganz langsam. Dann ein bisschen schneller. Draußen zogen Wiesen vorbei. Gelbe Blumen tanzten. Ein Teich glitzerte wie eine Münze. Kalle spürte, wie seine Angst kleiner wurde, wie ein Luftballon, aus dem etwas Luft entweicht.

Plötzlich rumpelte der Zug über eine kleine Unebenheit. Kalles Reißverschluss klingelte. Ein paar Dinge in ihm rutschten durcheinander. Er erschrak. „Oh nein, jetzt bin ich zu laut“, dachte er.

Die Trinkflasche in der Nähe machte auch ein kleines „Kling“. Sofort wurde es stiller. Die Sonnenkappe neigte sich, als würde sie flüstern: „Pssst.“

Kalle schaute auf das Ruhe-Schild. Er verstand: Hier ist es wichtig, leise zu sein. Nicht, weil Lärm böse ist. Sondern weil Ruhe sich gut anfühlt. Für alle, die sie brauchen.

Kalle hielt seine Schnallen fest. Er drückte seine Seiten ein wenig zusammen, damit nichts klappert. Er schob die kleinen Sachen in seinem Bauch näher aneinander. Das ging. Und es half.

Der Zug fuhr an einem Wald vorbei. Schatten kühlten Kalles Deckel. Dann kam wieder Sonne. Warm. Wie eine weiche Decke. Kalle merkte: Er konnte aufpassen. Er konnte Rücksicht nehmen. Das machte ihn stolz.

Am nächsten Halt stieg eine Gruppe lebhafter Dinge ein. Eine Blechdose lachte, ein Schlüsselbund klirrte, und ein Ball hüpfte fast aus Versehen. Für einen Moment wurde es laut. Der Ball rollte direkt auf den Ruhebereich zu.

Kalle wurde heiß vor Aufregung. Er wollte nicht schimpfen. Er wollte helfen. Also stellte er sich ein Stück vor den Eingang. Nicht hart. Nur wie ein freundlicher Hinweis.

Der Ball stoppte. Er wackelte. Dann sah er das Ruhe-Schild und blieb stehen. Ganz langsam rollte er zurück. Die Blechdose senkte ihren Deckel ein wenig, als würde sie sich entschuldigen. Der Schlüsselbund versuchte, weniger zu klirren.

Kalle fühlte etwas Neues. Nicht nur Schüchternheit. Auch Mut. Ein leiser Mut, der niemanden drückt, aber trotzdem da ist.

Die Fahrt ging weiter. Es gab einen Mini-Regen. Nur ein paar Tropfen. Sie klopften auf das Dach wie ganz kleine Finger. Dann war der Himmel wieder blau. Ein Regenbogen stand kurz über den Feldern, zart und schnell weg.

Als der Zug wieder am Bahnhof ankam, war Kalle nicht mehr so eng in sich. Er rollte leichter. Er hatte den Sommer gesehen und die Ruhe gehört.

Ende: Zuhause auspacken und teilen wollen

Zurück im Ferienhaus war es ruhig. Das Licht am Nachmittag war weich. Es roch nach warmem Holz und nach Zitronentee. Kalle stand neben dem Bett und wusste: Jetzt kommt das Auspacken. Das mochte er sonst nicht so. Es war viel. Es war unordentlich. Und er fühlte sich dann oft durcheinander.

Heute war es anders. Er erinnerte sich an den Ruhebereich. An das Schild. An das Gefühl, wenn alles seinen Platz hat. „Ich kann das“, dachte Kalle.

Er öffnete sich langsam. Erst einen Reißverschluss. Dann den zweiten. Kein Hast. Kein Klappern. Er legte die Dinge einzeln heraus.

Das Handtuch mit den blauen Streifen war noch ein bisschen sandig. Kalle schüttelte es ganz vorsichtig aus, damit kein Sand in jede Ecke fliegt. Dann faltete er es. Ecke auf Ecke. Es wurde zu einem ordentlichen Paket. „Das behalte ich“, dachte er. „Es erinnert mich an den Teich und an den Wind.“

Die Sonnenkappe war warm vom Tag. Kalle strich sie glatt. „Die behalte ich auch. Sie hat mir gezeigt, wie man leise freundlich sein kann.“

Dann fand er ein kleines Ticket vom Touristenzug. Es war leicht zerknittert. Kalle drückte es glatt und legte es in ein kleines Fach. „Das ist mein Mut-Zettel“, dachte er.

Es gab auch Dinge, die nicht bleiben mussten. Ein zerknülltes Bonbonpapier raschelte. Kalle mochte es nicht mehr. Es klebte ein bisschen. „Das kann weg“, entschied er. Ganz ruhig. Eine kaputte Muschel, die scharf war, legte er ebenfalls beiseite. „Die tut mir nur weh.“

Als alles sortiert war, fühlte sich Kalle innen aufgeräumt an. Nicht leer. Sondern klar. Wie ein ruhiger See.

Draußen wurde es Abend. Grillen zirpten. Die Luft war noch warm. Kalle stand am Fenster und dachte an die Zeit, die bald kommt: der erste Tag nach den Ferien.

Er stellte sich vor, wie er wieder im Flur stehen würde, geschniegelt und bereit. Und wie er erzählen möchte. Nicht laut. Aber mit Freude. Vom Touristenzug, vom Wind, vom Schatten im Wald. Und davon, wie gut es ist, manche Orte leise zu lassen, damit alle atmen können.

Kalle lächelte in sich hinein. Er war immer noch ein bisschen schüchtern. Das war okay. Doch jetzt wusste er: Auch Schüchternheit kann mutig sein. Ganz leise. Und ganz stark.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Schüchtern
Wenn jemand leise ist, sich nicht traut, vor anderen laut zu sein.
Schnallen
Metallteile an einem Koffer, die man zum Zumachen gebraucht.
Touristenzug
Ein Zug für Besucher, der langsam schöne Orte zeigt.
Waggons
Die Teile eines Zuges, in denen die Leute sitzen oder Sachen liegen.
Ruhebereich
Ein Platz, wo alle leise sein sollen und sich ausruhen können.
Reißverschluss
Das Teil an einem Koffer, das man auf- und zumacht.
Klappern
Wenn etwas hart an etwas anderes stößt und ein Geräusch macht.
Unebenheit
Ein kleiner Hügel oder Schlag in der Straße, der stocken lässt.
Klirrte
Ein kurzes, helles Geräusch, wenn Metall oder Glas stößt.
Zerknittert
Wenn ein Papier oder Ticket viele Falten hat und nicht glatt ist.
Auspacken
Sachen aus einem Koffer oder einer Tasche herausholen.
Bonbonpapier
Das bunte Papier, in das Süßigkeiten eingewickelt sind.

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Themen im Zusammenhang mit dieser Geschichte:

mut wald reise freundlichkeit

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