Teil 1: Die Idee
Molli, das gestreifte Monster, wachte mit einem Kichern auf. Sein Herz klopfte wie eine Trommel. Heute wollte Molli etwas Großes machen. Er wollte eine Bande gründen. Keine böse Bande, sagte er. Eine Bande, die hilft und singt.
Molli war sensibel. Manchmal weinten seine Augen kleine Sternentropfen, wenn er eine traurige Blume sah. Aber er lachte auch laut. Sein Lachen klang wie ein Quietsche-Ente-Orchester. Er sprang aus dem Bett aus Moos und rief: „Auf geht's, Freunde!“
Er trommelte an den Baum: „Halli-hallo! Wer spielt mit?“
Ein Flatterpfiff antwortete. „Ich!“, piepste Fips, der Waldfink.
„Ich auch!“, rief Rollo, der rollende Stein.
„Und ich!“, summte Lila, die Glühwürmchen-Ritterin.
Molli klatschte in seine drei Hände. „Unsere Bande hilft allen!“ sagte er. „Wir machen Musik und bauen Sachen. Und wir teilen Kekse!“ Alle kicherten. Sie schnappen sich Instrumente, die der Wald schenkte: ein Kürbis als Bass, eine Blattflöte, eine Mondschnur-Gitarre.
Teil 2: Die Proben und das Durcheinander
Die Probe begann. Molli zählte: „Eins, zwei, drei, kurz wie ein Pusten!“
Die Musik klang zuerst wie ein Kauderwelsch. Der Kürbis brummte falsch, Rollo rollte vom Takt, und Fips verwechselte die Melodie mit einem Eichhörnchenlied.
„Oh nein!“, rief Molli, berührte seine Nase und spürte eine Träne. Er putzte sie schnell, denn er wollte stark sein. „Noch mal! Jeder macht einen Wunschton, wenn er nicht zur Musik passt.“
Fips machte ein hohes Tönchen wie ein Glöckchen. Rollo stieß ein tiefes „Ooom“ wie eine Höhle. Lila flackerte mit ihren Lichtern und machte eine kleine Lichtshow. Plötzlich passte alles. Es klang lustig und bunt.
Auf dem Weg zur großen Aufführung traf die Bande eine Regenpfütze, die kicherte. „Wir sind zu spät für das Fest“, sagte die Pfütze. „Meine Spiegel sind ganz verknittert.“ Molli schaute ernst. „Wir helfen dir“, sagte er. Sie stapften durch die Pfütze, wackelten mit den Füßen und sprangen wie Sprungpilze. Nach dem Rumgehüpfe war die Pfütze wieder glatt wie ein Teller. Die Pfütze lachte und spritzte kleine Regenmuster. „Danke!“, quiekte sie.
Dann kam ein Bogen aus Lianen, die Theater spielten. Die Lianen verbargen eine Brücke. „Oh nein, wir müssen darüber“, sagte Rollo. Die Lianen knicksten wie Pompons. Molli flüsterte: „Freunde, wir bilden eine Menschenkette!“ (Na ja, Monstergemeinschaftskette.) Alle fassten sich an den Händen: Fips hüpfte, Lila leuchtete, Rollo hielt fest. Molli schritt voran. Die Lianen-Show klatschte Beifall. Sie kamen sicher drüber.
Zwischendurch machte die Gruppe ein Picknick. Molli vergaß, seine Kekse zu zählen. „Eins, zwei, drei… oh!“ Er pustete. Ein Keks rollte und rollte – direkt in ein Knusperloch, aus dem ein kleines Knuspernäschen spähte. „Hallo!“, piepste das Näschen. Es war ein Knusperkobold, ganz winzig. „Ich habe Hunger.“ Molli lächelte. „Wir teilen unsere Kekse.“ Das Knuspernäschen tanzte vor Freude und spielte ein Mini-Trommelchen auf einem Tannenzapfen. Die Bande lachte und spielte lauter als vorher.
Plötzlich hörten sie ein Schnarchen. Ein Drache schlief auf einem Hügel. Sein Schnarchen war so laut, dass es die Noten verrutschte. „Oh nein“, flüsterte Fips. „Wir müssen leise sein.“ Molli setzte seinen weichsten Fuß vor den anderen Fuß. Er sang eine Schlaflied-Melodie. Die Bande schlich herum und spielte sanft. Der Drache murmelte im Traum und lächelte. Er rollte sich zusammen wie ein Keks und schnarchte leiser. Die Musik verwandelte das Schnarchen in einen Beat. Alle klopften im Takt.
Teil 3: Das sichere Zuhause
Endlich erreichten sie den Ort des Festes: eine große Höhle mit bunten Pilzlichtern. Aber vor der Höhle war ein Sturm. Kleine Windtänzer bliesen und wirbelten. Die Freunde hielten sich fest. „Wir bauen ein Dach“, sagte Molli. Sie sammelten große Blätter, Äste und ein Lächeln. Jeder trug etwas. Rollo rollte Äste, Fips brachte Federn, Lila spannte Lichter wie Sternschnüre.
Gemeinsam bauten sie ein warmes Dach und eine gemütliche Bank. Molli setzte sich in die Mitte. Seine Augen glänzten. „Siehst du?“, flüsterte er. „Wenn wir zusammenhalten, schaffen wir alles.“
Die Bande spielte ihre Lieder. Die Musik schmolz den Sturm zu Zuckerwatte. Die Leute kamen herbei: Bäume, Blumen, sogar die Pfütze hüpfte vor Freude. Alle klatschten, stampften und sangen. Die Nacht wurde weich wie ein Kissen.
Am Ende sagte Molli: „Kommt mit! Unter diesem Dach sind wir sicher. Wir helfen einander. Wir sind eine Bande, die Freunde ist.“ Sie brachten Kissen aus Moos, Decken aus Spinnseide und Kekse für alle. Der Drache schnurrte, das Knuspernäschen kuschelte sich ein, und die Pfütze gluckste beruhigend.
Molli legte seinen Kopf auf ein Mooskissen. Er war müde, aber sein Herz war warm. „Danke, Freunde“, murmelte er. „Danke, dass ihr geholfen habt.“ Alle flüsterten gute Nacht. Die Lichter flackerten wie kleine Feuerwerk-Glühwürmchen.
Und so schliefen sie ein, geschützt unter dem gemütlichsten Dach im ganzen Zauberwald. Ein sicherer Unterschlupf, wo jede Hand, Pfote und Flügel half. Draußen sang der Wald leis weiter, und Molli träumte von neuen Abenteuern. Morgen, sagte er im Halbschlaf, werden wir noch mehr teilen.