Kapitel 1: Balduin, das kitzlige Monstermädchen
In einem bunten Land, weit hinter den Zuckerwatte-Bergen und dem Himbeersaft-Fluss, wohnte ein monstermäßig lustiges Wesen. Balduin war weder gruselig noch gemein. Nein, Balduin war rund, flauschig, quietschgrün und hatte lauter kleine, bunte Stacheln auf dem Rücken. Seine Augen waren groß wie Murmeln und blitzten frech. Aber am meisten fiel auf: Balduin lachte fast immer! Und wenn er lachte, wackelten seine Stacheln wie Wackelpudding.
Balduin liebte es, allein durch das bunte Monstertal zu stapfen. Er sammelte Glitzermuscheln, pflückte Quatschblumen und kitzelte ab und zu die kichernden Pilze, bis sie vor Lachen purzelten. Aber etwas fiel allen Monstern im Tal auf: Balduin sagte nie „Danke.“ Nie! Wenn jemand ihm half, schmatzte er nur und ging wieder spielen.
Eines Morgens, als die Sonne ein Loch in den Wolken kitzelte, wachte Balduin auf und spürte: Heute wird ein komischer Tag! Seine Stacheln zuckten vor Vorfreude.
Kapitel 2: Die verrückte Frühstücks-Rettung
Balduin wollte gerade sein Frühstück suchen – knusprige Krümelkringel und einen Becher Pupsbrause –, als er merkte, dass seine Krümelkringel verschwunden waren! „Wer hat meine Frühstückskringel geklaut?“, rief Balduin und schielte unter sein Bett. Da war nur sein knisterndes Monsterbuch.
Plötzlich hörte er ein lautes „Mampf, mampf, mampf!“. Draußen hüpfte sein bester Freund, der wuschelige Mampfdrache Mucki, im Kreis und futterte die letzten Kringel. „Oh, Mucki! Du Kringelräuber!“, rief Balduin und sprang hinaus. Mucki grinste verschmitzt, gab Balduin aber sofort die allerletzte Kringelschnecke zurück.
Balduin mampfte die Kringelschnecke und sagte einfach nichts. Kein „Danke“. Mucki zuckte mit den Ohren und fragte: „Hat dein Mund heute Pause, Balduin?“ Doch Balduin war schon weitergesprungen.
Kaum war Balduin am Himbeersaft-Fluss, rutschte er auf einer glitschigen Quatschblume aus. Platsch! Er landete mit Popo im Wasser. Die kleine Fluss-Fee Flitzi sah ihn planschen und half ihm heraus. Klatschnass, aber fröhlich, patschte Balduin weiter. „Tschüss, Balduin!“, rief Flitzi. Aber Balduin winkte nur und vergaß das „Danke“.
Kapitel 3: Das Schabernack-Rennen
Im Monstertal war heute das große Schabernack-Rennen! Wer am meisten Quatsch machte, durfte die Regenbogenkrone tragen. Balduin hüpfte aufgeregt herum. Er wollte unbedingt gewinnen. Aber seine Stacheln hatten andere Pläne: Sie kitzelten ihn so sehr, dass Balduin dauernd lachte und sich kringelte.
Erste Disziplin: Eierlauf mit Riesenhüpf-Eiern. Balduin balancierte sein Ei auf dem Kopf, doch plötzlich sprang das Ei runter – direkt in die weiche Wackelpflaume von Schnuff, dem Fellmonster. Schnuff warf das Ei zurück, Balduin erwischte es im Sprung. Das Publikum klatschte. Balduin grinste, aber ein „Danke“ kam nicht über seine Lippen.
Zweite Disziplin: Schleckschleim-Rutschen. Balduin sauste den Hügel hinab, plumpste in einen Schleimsee und rutschte auf dem Po bis zur Ziellinie. Die anderen Monster halfen ihm auf und klopften ihm den Schleim ab. Balduin schüttelte sich, aber kein „Danke“ rutschte heraus.
Dritte Disziplin: Quatschorchester. Balduin durfte die Trommel schlagen. Doch er verlor seinen Trommelstock. Da reichte ihm das kleine Mausmonster Mimmi einen neuen. Balduin spielte weiter, ohne Mimmi zu beachten.
Am Ende des Rennens wurde Balduin Zweiter. Die Regenbogenkrone bekam Schnuff. Balduin war etwas traurig. „Vielleicht, weil ich so wenig Danke sage?“, murmelte er. Aber dann zuckte er mit den Stacheln und lachte.
Kapitel 4: Der große Kitzel-Zauber
Am nächsten Morgen wachte Balduin auf. Seine Stacheln fühlten sich noch kitzliger an als sonst. Er gähnte und merkte, dass seine Stimme piepte! „Oh nein, ich kann nur noch piepsig sprechen!“, quietschte er.
Schnell lief er zu Mucki. „Mucki, hör mal! Irgendwas stimmt nicht mit mir!“ Mucki lachte: „Vielleicht hast du den Kitzelzauber! Der erwischt Monster, die zu oft vergessen, Danke zu sagen.“ Balduin staunte. „Was mache ich jetzt?“, piepste er.
Mucki überlegte. „Du musst heute jedem, der dir hilft, laut und fröhlich Danke sagen. Sonst bleibt die Pieps-Stimme!“
Balduin machte sich auf den Weg. Beim Frühstück half ihm Flitzi, eine Krümelkringelpackung zu öffnen. „D-d-d-danke, Flitzi!“, piepste Balduin so laut, dass sogar die Blätter von den Bäumen fielen. Flitzi gluckste und gab ihm einen kleinen Himbeer-Kuss auf die Stirn.
Beim Spielen holte Mimmi Balduin aus einer zu engen Regenbogenröhre. „D-d-danke, Mimmi!“, piepste Balduin noch einmal. Mimmi lachte und tanzte mit ihm im Kreis.
Am Nachmittag verlor Balduin wieder sein Ei beim Eierlauf. Diesmal fing Schnuff es auf und warf es Balduin zurück. „Danke, Schnuff!“, rief Balduin – nicht mehr piepsig, sondern mit seiner normalen, kitzligen Monsterstimme! Die anderen Monster klatschten.
Kapitel 5: Das fantastische Dankefest
Die Nachricht verbreitete sich im ganzen Monstertal: Balduin kann wieder richtig sprechen! Die Monster waren neugierig. „Wie hast du das geschafft?“, fragten sie. Balduin grinste und sagte: „Man muss einfach Danke sagen, wenn jemand hilft. Das macht Spaß! Und alle freuen sich!“
Die Monster beschlossen, ein Dankefest zu feiern. Sie schmückten das Tal mit bunten Schleifen und hängten Quatschblumen an die Bäume. Es gab Krümelkringel, Schleckschleim und Pupsbrause für alle. Balduin half beim Dekorieren, beim Aufräumen und beim Spielen – und jedes Mal sagte er: „Danke!“
Die Monster lachten, tanzten und kicherten zusammen. Mucki kitzelte Balduins Stacheln, bis sie wackelten. Flitzi zauberte glitzernde Bläschen in die Luft. Mimmi und Schnuff bauten aus Wackelpudding einen Turm, der immer wieder zusammenrutschte und alle zum Lachen brachte.
Als die Sonne langsam hinter den Zuckerwatte-Bergen verschwand, setzten sich die Monster nebeneinander ins Gras. Balduin lächelte und fühlte, wie warm sein Herz wurde. „Es ist schön, zusammen Quatsch zu machen. Und Danke zu sagen macht alles noch schöner!“, sagte er leise.
Alle Monster nickten. Balduin hob die Pfote und winkte den anderen zu. Ganz leise und fast ein bisschen schüchtern sagte er noch einmal: „Danke, dass ihr meine Freunde seid.“ Dann zwinkerte er und schob sich einen letzten Krümelkringel in den Mund.
Der Abend war voller Lachen, Kichern und leisen, kleinen Grüßen – und Balduin wusste: Solidarität ist das Beste. Und ein bisschen Quatsch gehört immer dazu.