Teil 1
Im Kindergarten ist es hell. Draußen scheint die Sonne. Der Schnee ist weg. Auf dem Fensterbrett steht ein kleiner Topf mit Erde.
Mila, Ben, Sara und Tom sitzen im Kreis. Frau Linde lächelt. „Es ist Frühling“, sagt sie leise.
Mila hebt die Hand. „Ich mag den Frühling“, sagt sie. „Alles wird wieder wach.“
„Was magst du noch?“, fragt Sara.
Mila denkt nach. „Ich mag den warmen Wind. Er kitzelt meine Nase.“ Sie schnuppert. „Und es riecht nach nasser Erde.“
Ben nickt. „Ich mag Pfützen. Plitsch, platsch! Aber nur mit Gummistiefeln.“
Tom lacht. „Ich mag die Vögel. Sie machen piep, piep. Man kann sie hören.“
Frau Linde sagt: „Heute gehen wir langsam nach draußen. Wir schauen. Wir hören. Wir fühlen.“
Teil 2
Im Garten ist es ruhig. Das Gras ist noch kurz. Aber es ist grün. Neben dem Zaun stehen kleine gelbe Blumen.
„Guck mal!“, flüstert Mila. „Blumen!“ Sie beugt sich. Sie schaut ganz nah. „Sie sind wie kleine Sonnen.“
Sara geht neben sie. „Darf ich riechen?“ fragt sie.
„Ja“, sagt Mila. Sara riecht. „Mmm. Ganz zart.“
Ben zeigt auf einen Ast. „Da ist ein Knospen-Bauch“, sagt er stolz. „Bald kommt ein Blatt raus.“
Tom hält die Hände hin. „Der Wind ist weich“, sagt er. „Nicht kalt wie im Winter.“
Frau Linde sagt: „Der Frühling zeigt sich in kleinen Dingen. Wer neugierig ist, sieht mehr.“
Mila schaut weiter. Ein kleiner Käfer krabbelt. „Hallo, Käfer“, sagt sie. „Wohin gehst du?“ Der Käfer krabbelt weiter.
„Er hat es eilig“, meint Ben.
„Wir nicht“, sagt Sara. „Wir gehen langsam.“
Sie hören einen Vogel. Sie sehen eine Wolke. Sie fühlen die Sonne auf den Wangen. Alles ist still und freundlich.
Teil 3
Drinnen legt Frau Linde buntes Papier auf den Tisch. „Wir machen Frühlingsblumen“, sagt sie. „Aus Papier. Für unser Fenster.“
Mila klatscht leise. „Ein Blumenstrauß!“
„Ich mache eine rote“, sagt Tom.
„Ich mache gelb“, sagt Ben.
„Ich mache blau“, sagt Sara.
Mila macht eine rosa Blume. Sie streicht über das Papier. „Es ist glatt“, sagt sie. Dann klebt sie einen grünen Stiel.
Frau Linde hilft beim Falten. „Schau, so geht das“, sagt sie. „Du kannst es ausprobieren.“
Mila probiert. Es klappt. „Ich kann das!“, sagt sie stolz.
Am Ende legen sie alle Blumen zusammen. Ein großer Papier-Strauß entsteht. Er ist bunt wie ein Frühlingstag.
Mila schaut die Freunde an. „Im Frühling kann man immer etwas Neues entdecken“, sagt sie.
„Ja“, sagt Ben. „Mit Augen und Ohren.“
„Und mit der Nase“, kichert Sara.
Tom sagt: „Und mit dem Herzen.“
Der Strauß kommt ans Fenster. Draußen winken echte Blumen im Wind. Drinnen leuchten die Papierblumen. Mila fühlt sich warm und ruhig. Bald ist Schlafenszeit. Und der Frühling bleibt im Blick.