Lukas wacht auf und hört einen Vogel singen. Die Sonne scheint durch das Fenster. Er lächelt und ruft: „Der Frühling ist da!“ Sein Zimmer ist warm. Die Luft riecht frisch. Lukas steht auf und zieht seine grünen Gummistiefel an. Er freut sich. Heute trifft er seine Freunde Ben und Emil im Garten.
Ben wartet schon am Gartentor. Emil sitzt in seinem Rollstuhl und winkt. „Hallo, Lukas!“, ruft Emil. „Komm, lass uns den Frühling suchen!“
Die drei Freunde gehen langsam über das weiche Gras. Die Wiese ist feucht von Tau und glänzt. Überall sind kleine Blumen. Krokusse und Gänseblümchen leuchten weiß, gelb und lila. Ben beugt sich und riecht an einer Blume. „Sie riecht süß!“, sagt er.
Lukas schaut in den Himmel. „Hört ihr die Vögel?“, fragt er leise. Die Freunde lauschen. Ein Spatz zwitschert. Eine Amsel singt. Die Luft summt. Alles klingt fröhlich.
Emil fährt mit seinem Rollstuhl langsam über den Gartenweg. Er legt seine Hand sanft auf das Moos. „Das fühlt sich weich an“, sagt er. Lukas setzt sich daneben. „Das kitzelt an den Fingern“, lacht er.
Plötzlich bleibt Ben stehen. „Ich habe eine Idee!“, ruft er. „Der Frühling ist wie ein Zauber. Vielleicht gibt es einen Frühlingsgeist.“ Lukas nickt. „Ja, ein Frühlingsgeist, der alles aufweckt! Die Blumen, die Vögel, das Gras.“ Emil strahlt. „Wie sieht ein Frühlingsgeist aus?“
Lukas überlegt. „Er trägt ein grünes Kleid. Es raschelt wie Blätter.“ Ben lacht. „Und er hat Blüten im Haar! Rosa, gelb, weiß!“ Emil sagt: „Und sein Lächeln ist warm wie die Sonne.“ Alle drei schauen über die Wiese. Sie suchen nach Spuren vom Frühlingsgeist.
Die Freunde finden einen Marienkäfer. „Vielleicht hat der Frühlingsgeist ihn geweckt!“, ruft Lukas. Sie beobachten, wie der kleine Marienkäfer langsam über ein Blatt krabbelt. Ben streckt vorsichtig einen Finger aus, doch der Marienkäfer fliegt davon. „Schau, er tanzt in der Luft“, sagt Emil leise.
Sie gehen weiter. Unter einem Busch finden sie ein Vogelnest. Kleine, blaue Eier liegen darin. „Der Frühlingsgeist passt sicher auf die Vögel auf“, flüstert Ben. „Ganz bestimmt“, sagt Lukas. Sie schauen lange und ruhig auf das Nest.
Es riecht nach Erde, nach feuchtem Moos und frischem Gras. Emil schließt die Augen. „Ich höre die Bienen“, sagt er. „Sie summen so schön.“ Die anderen hören auch zu. Es klingt wie Musik.
Lukas lacht. „Vielleicht versteckt sich der Frühlingsgeist hier im Garten. Vielleicht ist er ganz klein.“ Ben kichert. „Oder er ist überall. In den Blumen, im Wind und im Sonnenschein.“ Emil nickt. „Der Frühlingsgeist ist freundlich. Er passt auf uns auf.“
Die Freunde setzen sich auf eine Bank unter dem Kirschbaum. Die Sonne wärmt ihre Gesichter. Ein Windhauch streichelt ihre Haare. Blütenblätter tanzen um sie herum. Lukas fängt ein Blütenblatt und betrachtet es. „Fühlt sich weich an“, sagt er. Ben pustet es in die Luft. „Flieg, kleines Blatt!“, ruft er.
Emil lächelt. „Ich mag den Frühling. Alles ist neu. Alles wächst.“ Lukas sagt: „Ich auch. Der Garten ist voller Leben.“ Ben nickt. „Und wir sind mittendrin.“
Lukas schließt die Augen und stellt sich vor, wie der Frühlingsgeist durch den Garten tanzt. Über das Gras, zu den Blumen, zu den kleinen Tieren. Vielleicht winkt er gerade zu ihnen herüber.
„Weißt du, Lukas“, sagt Emil leise, „ich glaube, der Frühlingsgeist ist ein Gefühl. Er ist da, wenn wir lachen und uns freuen.“ Lukas lächelt. „Und wenn wir zusammen sind“, sagt Ben.
Sie sitzen ganz still. Sie hören die Bienen, die Vögel, den Wind. Sie spüren die Sonne auf der Haut. Alles ist warm und freundlich.
Langsam geht die Sonne tiefer. Der Garten wird golden. Die Freunde stehen auf. „Komm, wir bringen Emil zurück zum Haus“, sagt Lukas. Sie schieben Emils Rollstuhl über den Weg. Ben sammelt unterwegs noch ein Gänseblümchen.
Am Gartentor bleiben sie stehen. Lukas hält das Gänseblümchen Emil hin. „Für dich“, sagt er. Emil strahlt. „Danke, Lukas!“
Sie umarmen sich kurz. „Bis morgen!“, ruft Ben. „Der Frühling ist schön mit euch“, sagt Lukas. Emil nickt. „Ich freue mich schon auf den nächsten Tag.“
Die Freunde winken sich zum Abschied. Im Herzen tragen sie den Frühling weiter. Sie wissen, sie gehören dazu. Zum Garten, zur Sonne, zu den Blumen und zu den Tieren. Sie sind ein Teil von allem. Und das fühlt sich warm und gut an.