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Geschichten von kleinen Ermittlern 11/12 Jahre Lesen 13 min.

Emil, die Karotten und das Geheimnis der Tiefgarage

Emil, ein kluges Kaninchen, und das flinke Eichhörnchen Mira folgen Spuren durch die Tiefgarage, um den verschwundenen Karottensack zu finden, und stoßen dabei auf ein verängstigtes Mäusekind mit einem Geheimnis.

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Die Hauptfigur ist ein kleiner weißer Hase mit großen aufrechten Ohren, konzentriertem sanftem Blick und einfacher grüner Weste, der kniet, eine Pfote nach einem grünen, verknoteten Seil und einem zerrissenen Leinensack mit hervorstehenden orangefarbenen Karotten ausstreckt; eine Nebenfigur ist ein lebhaft roter Eichhörnchen mit schelmisch-sorgenvollen Augen, das hinter dem Hasen auf den Zehenspitzen steht, den Kopf zur dunklen Rampe neigt und mit dem Finger zeigt; eine weitere Nebenfigur ist eine kleine graue Maus mit runden feuchten Augen und zerzaustem Fell, die eine Karotte an die Brust drückt und geduckt neben einem Kartonstapel sitzt, schamvoll und erleichtert zum Hasen blickend; im Hintergrund beobachtet ein stämmiger Dachs in Warnweste mit verschränkten Armen aus der Ferne, angelehnt an eine Säule mit der Nummer „7“; der Ort ist eine weite Tiefgarage mit rissigem Betonboden, gelben Fahrbahnmarkierungen, halogenlampen, Kartonstapeln, aufgerollten alten Teppichen und dunklen Ölflecken; die Szene zeigt eine ruhige Aufdeckung: der kleine Hasendetektiv findet Seil und Sack, die Maus gesteht schüchtern, Eichhörnchen und Dachs überwachen, die Lichtfokussierung liegt auf dem Sack und den Tiergesichtern. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der verschwundene Karottensack

Emil war ein Kaninchen mit wachen Ohren und einem Kopf voller Fragen. Er wohnte im Eichenhof, einer gemütlichen Wohnanlage für Tiere. Dort roch es morgens nach frischem Gras und abends nach warmem Laubtee.

An diesem Tag sollte im Gemeinschaftsraum ein Solidaritäts-Buffet stattfinden: Jeder brachte etwas mit. Emil hatte einen kleinen Sack mit besonders süßen Karotten vorbereitet, sorgfältig gebürstet und mit einer grünen Schnur zugebunden.

Als er den Sack in den Flur stellte, drehte er sich nur kurz um, um seine Liste zu prüfen. Dann war der Sack weg.

„Weg? Einfach weg?“ Emil starrte auf die Stelle, als könnte der Boden die Karotten wieder ausspucken.

Aus dem Treppenhaus kam Mira, ein munteres Eichhörnchen, das immer so tat, als hätte es es eilig. „Was glotzt du so, Emil?“

„Mein Karottensack ist verschwunden.“

Mira schnupperte. „Karotten klauen? Das ist… mutig. Oder sehr hungrig.“

Emil kniete sich hin. „Wenn jemand Hunger hat, sollen wir helfen. Aber klauen ist trotzdem nicht okay.“ Er zeigte auf kleine Krümel. „Siehst du das? Erde. Frisch.“

Mira nickte. „Spurensuche! Wie im Krimi.“

Emil setzte seine beste Detektivstimme auf: „Dann ermitteln wir. Ohne zu schimpfen. Nur mit Köpfchen.“

Kapitel 2: Spuren bis zur Rampe

Die Erdekrümel führten wie eine winzige Punktlinie durch den Flur, vorbei an der Pinnwand mit Terminen und dem Korb „Fundstücke“. Emil roch daran: feuchte Erde, ein bisschen Moos.

„Die Spur geht nach unten“, flüsterte Mira und zeigte auf die Tür zum Treppenhaus.

Im Treppenhaus war es kühler. Ihre Schritte klangen hohl. Emil hielt kurz inne und schaute auf die Stufen. „Sicherheit zuerst. Wenn jemand mit einem Sack hier runter ist, könnte er stolpern. Wir gehen langsam.“

„Du bist wirklich ein Kaninchen mit Sicherheitsplan“, kicherte Mira.

„Ich mag es, wenn alle heil ankommen“, sagte Emil. „Außerdem: Wenn wir rennen, verwischen wir Spuren.“

Unten angekommen öffnete Emil die schwere Tür zur Tiefgarage. Ein leises Brummen kam ihnen entgegen. Es roch nach Beton, Staub und einem Hauch Öl von den alten Lieferwagen der Biber-Handwerker.

Die Tiefgarage war groß und hatte gelbe Linien auf dem Boden. Lampen summten, und es gab viele Schatten zwischen den parkenden Kistenwagen, Fahrrädern und Rollkarren.

Mira zeigte auf den Boden. „Da! Erde. Und… Karottengrün!“

Ein kleines Stück Grünzeug lag neben einer Säule. Emil hob es vorsichtig auf, als wäre es ein Beweisstück. „Der Sack war hier.“

„Wer geht freiwillig in eine Tiefgarage, um Karotten zu verstecken?“ Mira flüsterte dramatisch.

Emil sah sich um. „Jemand, der nicht gesehen werden will. Oder jemand, der sich schämt.“

Sie gingen weiter, immer den Krümeln nach. Die Spur führte zur Rampe, wo das Licht von oben in einem schrägen Streifen hereinfiel.

Plötzlich hörten sie ein leises Scharren hinter einem großen Kartonstapel.

Mira hob die Pfoten wie bei einer Theaterbühne. „Da ist was!“

Emil legte ihr eine Pfote auf den Arm. „Langsam. Erst überlegen. Wenn da jemand ist, könnte er erschrecken und wegrennen. Dann wird es gefährlich auf der Rampe.“

Mira nickte, diesmal ohne Witz. „Okay. Leise.“

Kapitel 3: Drei Verdächtige und ein komisches Geräusch

Hinter den Kartons war ein kleiner Abstellbereich. Dort standen eine Gießkanne, alte Blumenkästen und ein Haufen zusammengerollter Teppiche. Emil hörte wieder dieses Scharren. Es klang nervös, fast wie Zähne, die an etwas knabbern.

„Hallo?“ rief Emil freundlich. „Wir suchen etwas, das uns gehört. Wir sind nicht wütend.“

Keine Antwort.

Stattdessen kam aus einer Parkbucht rechts ein Dachs heraus, breit wie ein Sofakissen. Er trug eine Warnweste mit Reflektorstreifen, weil er nachts oft aufpasste, dass niemand über Kabel stolperte.

„Was macht ihr hier unten?“ brummte der Dachs. „Tiefgarage ist kein Spielplatz.“

„Wir ermitteln“, sagte Mira. „Emils Karotten sind weg.“

Der Dachs schnupperte. „Karotten? Ich esse lieber Pilze. Aber ich hab vorhin jemanden huschen sehen. Klein. Sehr klein.“

„Wie klein?“ fragte Emil.

Der Dachs hielt seine Pfote ungefähr auf Emils Kniehöhe. „So. Und schnell.“

Mira verzog das Gesicht. „Das klingt nach einem Mäuschen.“

„Oder nach einem jungen Igel“, sagte Emil. „Die sind auch klein.“

Aus der anderen Richtung rollte eine Schnecke vorbei, langsam und würdevoll. Sie hatte einen kleinen Aufkleber auf dem Häuschen: „Hausmeisterdienst – langsam, aber gründlich“.

„Oh! Ermittler!“ sagte die Schnecke, als würde sie alle Krimis der Welt kennen. „Ich habe etwas Glänzendes gesehen. Eine grüne Schnur. Sie lag nahe bei Säule 7.“

Emil hielt sofort die grüne Schnur seines Karottensacks in Gedanken fest. „Danke! Säule 7. Das ist ein Hinweis.“

Mira flüsterte: „Verdächtige: Mäuse, Igel, vielleicht… der Dachs?“

Der Dachs schnaubte. „Ich? Ich stehe auf Ordnung. Karotten klauen macht nur Dreck.“

Emil nickte. „Wir beschuldigen niemanden ohne Beweise. Wir sammeln Hinweise.“

Gerade, als sie losgehen wollten, hörten sie wieder das Scharren. Diesmal war es näher. Direkt hinter den Teppichrollen.

Emil setzte sich auf die Hinterpfoten und überlegte: „Wenn jemand dort versteckt ist, kann er sich einklemmen. Und wenn er flieht, könnte er auf die Rampe laufen. Risiko: Sturz oder Zusammenstoß.“

Mira sah ihn an. „Also?“

„Also sprechen wir ruhig. Und wir stellen uns so hin, dass der Weg zur Rampe nicht die einzige Flucht ist.“

Sie stellten sich halbkreisförmig auf, mit Abstand. Emil räusperte sich. „Du da hinter den Teppichen: Du musst keine Angst haben. Wir wollen verstehen, was passiert ist.“

Ein leises Quieken antwortete.

Kapitel 4: Das Versteck bei Säule 7

Bei Säule 7 war es dunkler. Die Lampe darüber flackerte kurz, als wäre sie müde. Emil entdeckte die grüne Schnur tatsächlich—sie war an einem Karton hängen geblieben.

„Hier war der Sack“, sagte Emil. „Die Schnur ist gerissen.“

Mira beugte sich vor. „Und da sind kleine Bissspuren. Nicht von einem Dachs. Eher… klein und spitz.“

„Mauszähne“, murmelte Emil.

Da raschelte es hinter einem Stapel Blumenkästen. Ein winziger Schatten huschte. Emil hob sofort die Pfote. „Stopp! Wir tun dir nichts.“

Der Schatten blieb stehen. Ein Mäusekind kam langsam hervor, mit staubigen Schnurrhaaren und großen Augen. Es hielt eine Karotte in beiden Pfoten, als wäre sie ein Schatz und gleichzeitig eine Last.

„Ich… ich wollte sie nicht alle“, piepste es. „Nur ein paar. Für meine Geschwister. Wir haben… nichts mehr.“

Mira schluckte. „Warum hast du dann nicht gefragt?“

Das Mäusekind schaute auf den Boden. „Weil ich mich geschämt habe. Alle bringen was zum Buffet. Ich bringe nur… leere Pfoten.“

Emil spürte, wie sein Ärger sich in etwas anderes verwandelte. In Wärme, aber auch in Entschlossenheit. „Wie heißt du?“

„Nilo.“

Emil nickte. „Nilo, du bist nicht schlecht, weil du Hunger hast. Aber heimlich nehmen macht Probleme. Man verliert Vertrauen. Und in der Tiefgarage kann es gefährlich werden.“

Nilo wischte sich über die Nase. „Ich hatte Angst, oben gesehen zu werden.“

Mira deutete auf die Rampe. „Und wenn du hier runter rennst, rutschst du aus. Da sind Ölstellen. Nicht super für kleine Pfoten.“

Emil schaute sich um. „Wo ist der Rest des Sacks?“

Nilo zeigte auf einen Teppich, der schief an der Wand lehnte. Dahinter lag der Sack. Er war aufgerissen, und ein paar Karotten waren herausgerollt.

Emil atmete aus. „Gut. Nichts ist weg für immer.“

Nilo flüsterte: „Bekommt ich jetzt Ärger?“

Emil schüttelte den Kopf. „Du bekommst eine Aufgabe. Wir machen es richtig.“

Kapitel 5: Ein Plan aus Solidarität

Emil sammelte die Karotten ein, eine nach der anderen. Mira hielt den Sack auf, während Nilo vorsichtig die Karotten hineinlegte. Es war still, bis Mira plötzlich sagte: „Das ist wie Tatort-Aufräumen.“

Nilo kicherte kurz, dann wurde es wieder ernst. „Meine Geschwister warten. Sie sind drei. Und klein.“

„Dann gehen wir gemeinsam“, sagte Emil. „Aber nicht über die Rampe. Wir nehmen die Treppe. Sicherer.“

Mira hob eine Augenbraue. „Detektiv Emil, Sicherheitschef.“

„Ich nehme das als Kompliment“, sagte Emil.

Auf dem Weg nach oben erklärte Emil seinen Plan: „Beim Buffet gibt es genug für alle. Und wenn nicht, teilen wir. Wir sagen den anderen nicht: ‚Nilo hat geklaut‘. Wir sagen: ‚Eine Familie braucht Hilfe‘. Aber Nilo muss selbst sagen, dass er es war. Sonst bleibt das heimlich im Bauch hängen.“

Nilo knetete seine Pfoten. „Ich kann… es versuchen.“

Mira nickte. „Wir stehen neben dir. Solidarität ist wie ein Seil. Einer hält es, wenn der andere wackelt.“

Oben im Flur begegneten sie dem Dachs wieder. Er sah den Sack und dann Nilo. Seine Augen wurden schmal.

Emil trat einen Schritt vor. „Es gibt eine Erklärung. Und wir lösen das gemeinsam.“

Der Dachs brummte. „Ich höre.“

Nilo holte tief Luft. „Ich hab Karotten genommen. Heimlich. Es tut mir leid.“

Der Dachs schwieg kurz. Dann sagte er: „Heimlich ist doof. Aber Hunger ist ernst.“ Er kratzte sich am Kinn. „Ich bringe Pilzbrote zum Buffet. Die kann man teilen.“

Mira grinste. „Siehst du? Keine Dramamusik. Nur Lösungen.“

Kapitel 6: Das Buffet und die Wahrheit

Im Gemeinschaftsraum duftete es nach Kräutern, Beerenkuchen und Nussbrötchen. Überall klapperten Schüsseln und Teller. Tiere aus dem Eichenhof waren da: Igel, Füchse, Otter, Tauben—alle ohne Hast, alle beschäftigt.

Emil stellte den Karottensack auf den Tisch. „Fast vollständig“, murmelte er.

Nilo stand neben ihm, so klein, dass er kaum über die Tischkante schauen konnte. Emil beugte sich zu ihm. „Bereit?“

Nilo nickte, obwohl seine Ohren zitterten.

Emil klopfte mit einem Löffel an ein Glas. „Kurz Aufmerksamkeit! Es gibt etwas zu sagen.“

Die Gespräche verstummten. Viele Augen richteten sich auf Emil, dann auf Nilo.

Nilo trat vor. Seine Stimme war dünn, aber sie hielt. „Ich habe Karotten genommen. Ich hatte Hunger. Ich habe mich geschämt. Es war falsch, heimlich zu nehmen.“

Ein paar Tiere murmelten. Ein Igel schnaufte leise. Mira hob die Pfote. „Und jetzt lösen wir das zusammen. Nilo hat Geschwister. Sie brauchen Unterstützung.“

Der Dachs trat dazu und brummte: „Wer heute viel hat, kann teilen. So einfach ist das.“

Eine Otterin schob eine Schüssel nach vorn. „Hier, Fischkekse. Für die Mäusekinder auch geeignet, wenn man sie einweicht.“

Ein Fuchs legte Beeren dazu. „Und ich bringe morgen extra. Nicht wegen Mitleid. Sondern weil wir eine Nachbarschaft sind.“

Nilo starrte auf die Gaben, als wären es funkelnde Steine. „Danke“, flüsterte er.

Emil lächelte. „Und noch etwas: Wenn du etwas brauchst, frag. Dann musst du nicht in dunkle Tiefgaragen.“

Mira schob ihm eine Karotte zu. „Die hier ist offiziell. Mit Erlaubnis. Und ohne Detektivjagd.“

Nilo lachte, diesmal richtig.

Nach dem Essen halfen alle beim Aufräumen. Nilo trug Servietten, Mira stapelte Teller, Emil sortierte die Reste in Körbe für morgen.

Als der Raum wieder ordentlich war, trat Nilo zu Emil. Er streckte seine kleine Pfote aus. „Danke. Für die Hilfe. Und… fürs Nicht-Schreien.“

Emil nahm die Pfote. Ihre Pfoten schlossen sich fest, warm und ehrlich.

„Abgemacht“, sagte Emil. „Im Eichenhof lösen wir Probleme zusammen.“

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Solidaritäts-Buffet
Ein gemeinsames Essen, bei dem alle etwas bringen und anderen helfen.
Gebürstet
Mit einer Bürste sauber gemacht, zum Beispiel Gemüse oder Fell glatt machen.
Pinnwand
Eine Tafel, an der Zettel mit Nadeln oder Pinnnadel festgesteckt werden.
Fundstücke
Gegenstände, die man irgendwo gefunden und abgelegt hat.
Tiefgarage
Ein großer Raum unter einem Haus, wo Autos und Dinge geparkt werden.
Rampe
Eine schiefe Fläche, die nach oben oder unten führt, statt Treppen.
Gießkanne
Ein Behälter mit Ausguss, mit dem man Pflanzen Wasser gibt.
Reflektorstreifen
Helle Streifen an Kleidern, die Licht zurückwerfen und Sichtbarkeit erhöhen.
Hausmeisterdienst
Arbeiten, die jemand im Haus macht, wie Reparieren und Sauberhalten.
Heimlich
Etwas tun, ohne dass andere es sehen oder davon wissen.

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Themen im Zusammenhang mit dieser Geschichte:

maus ehrlichkeit diebstahl kaninchen

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