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Geschichten von kleinen Ermittlern 11/12 Jahre Lesen 19 min.

Das Geheimnis der verschwundenen Wetterstation

Als die neue Wetterstation aus dem Klassenzimmer verschwindet, beginnt die schlaue Mila, Spuren wie Vanillekrümel, Regentropfen und ein trockenes Sporthandtuch zu verfolgen. Mit Hilfe von Freunden deckt sie Hinweise auf, die ein unerwartetes Geheimnis in der Schule bergen.

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Die Protagonistin, ein 12-jähriges Mädchen mit konzentriertem, neugierigem Blick, leicht zusammengezogenen Augenbrauen und braider Strähne, trägt eine gelbe, regennasse Jacke und hält eine geöffnete kleine Metallbox mit weißen Krümeln, ein etwa gleichaltriger Junge mit zerzausten blonden Haaren und runden Brillen steht rechts hinter ihr mit einem Kakaobecher, eine ebenfalls etwa 12-jährige nasse Schwarzhaarige wirkt verlegen, hält ein Stück schwarzen Band und steht schuldhaft neben einem großen offenen Metallschrank; die Szene spielt in einem hellen Schul-Labor mit abgenutzten Holztischen, Glasflaschen, Mikroskopen, einem offenen Schrank voller Kartons und Kabeln und einem grauen, leicht tropfnassen Fliesenboden, sie entdecken eine im Schrank versteckte Wetterstation, Sonnenstrahlen nach dem Gewitter dringen durchs Fenster, warme Farbakzente (Gelb, Orange) und kleine Doodle-Überlagerungen (Pfeile, Lupe, stilisierte Wolken) ergänzen die Stimmung. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Nasser Pausenhof, trockene Wahrheit

Der Himmel hing grau über der Schule, als hätte jemand ein riesiges, nasses Tuch darübergelegt. Regen klatschte auf die Fenster. Auf dem Pausenhof glänzten Pfützen wie kleine Spiegel.

Mila, elf Jahre alt, zog ihre Kapuze tiefer ins Gesicht und betrachtete die Tropfen. „Westwind“, murmelte sie. „Feiner Regen. Nicht kalt. Das hört bestimmt in einer Stunde auf.“

„Du redest mit dem Wetter, als wäre es dein Haustier“, sagte Jona neben ihr und schob seine Brille hoch.

„Das Wetter verrät Dinge“, sagte Mila. „Man muss nur hinschauen.“

In diesem Moment stürmte Frau Kappel, die Naturwissenschaftslehrerin, durch den Flur. Ihr Kittel flatterte wie eine Fahne. „Kinder! Sofort ins Klassenzimmer!“

Alle strömten hinein. Im Raum roch es nach Kreide und nassen Jacken. Frau Kappel stellte eine Metallkiste auf den Lehrertisch. Auf dem Deckel klebte ein Aufkleber: „Wetterstation – Schulprojekt“.

„Heute“, begann sie feierlich, „wollten wir die neue Wetterstation testen. Ein kleines Gerät, das Luftdruck, Temperatur, Windrichtung und Luftfeuchtigkeit misst. Perfekt für unser Forscher-AG-Projekt.

Sie klappte den Deckel auf. Dann erstarrte sie.

Die Kiste war leer.

„Was…?“, flüsterte jemand.

Frau Kappel wurde rot. „Das darf nicht wahr sein. Ich habe sie gestern Abend hier eingeschlossen. Der Raum war zu. Das Gerät war drin.“

Ein Murmeln ging durch die Klasse. Ein paar Köpfe drehten sich sofort zu Finn, der ganz hinten saß und immer so tat, als wäre er unsichtbar.

Finn hob die Hände. „Was guckt ihr so? Ich war's nicht.“

„Noch sagt niemand was“, meinte Mila ruhig, aber ihre Ohren wurden heiß. Eine verschwundene Wetterstation war nicht einfach nur „weg“. Das war ein Rätsel. Und Rätsel mochte Mila.

Frau Kappel atmete tief ein. „Ich melde das im Sekretariat. Aber bis dahin… bitte bleibt ruhig. Niemand verlässt den Raum.“

Mila blickte zum Fenster. Der Regen hatte aufgehört. Ein heller Streifen zeigte sich zwischen den Wolken. „Wenn die Wetterstation weg ist“, dachte sie, „dann muss jemand sie bewegt haben. Und wer etwas bewegt, hinterlässt Spuren. Auch im Wetter.“

Kapitel 2: Drei Hinweise und ein verdächtig trockenes Handtuch

Als Frau Kappel kurz hinausging, beugte sich Jona zu Mila. „Du denkst doch schon wieder wie eine Detektivin.“

„Nicht denken“, flüsterte Mila. „Beobachten.“

Sie stand auf, als würde sie nur ihre Jacke vom Stuhl holen, und schlich zum Lehrertisch. Der Deckel der Kiste war offen. Mila sah hinein: nichts. Aber am Rand klebte etwas Weißes. Sie kratzte es vorsichtig mit dem Fingernagel ab.

Kreide? Nein. Es war feines, glitzerndes Pulver.

„Zucker?“, flüsterte Jona.

Mila roch daran. „Vanille“, sagte sie. „Wie aus der Cafeteria. Da gibt's diese Vanillekekse.“

Jona zog eine Augenbraue hoch. „Okay. Vanille-Detektivspur.“

Mila ging weiter, langsam, als würde sie den Boden bewundern. Vor dem Lehrertisch lagen dunkle Tropfen, als wäre jemand mit nassen Schuhen dort gestanden. Die Tropfen führten… nicht zur Tür. Sie führten zum Nebenraum: dem kleinen Schullabor, wo Mikroskope, Reagenzgläser und der Abzug standen.

Die Labortür war nur angelehnt.

„Aha“, flüsterte Mila. „Jemand war im Labor.“

„Oder Frau Kappel gestern“, sagte Jona.

„Dann wären die Tropfen von gestern trocken. Aber die sind frisch“, meinte Mila. „Und draußen hat es vorhin geregnet. Diese Person ist gerade erst rein.“

Sie drückte die Labortür einen Spalt weiter auf. Drinnen war es still. Auf einem Hocker lag ein graues Handtuch. Es sah… zu trocken aus. Viel zu trocken für einen Regentag.

Mila tippte darauf. Ganz trocken. Und es roch nach Sporthalle.

„Wer nimmt ein Sporthandtuch ins Labor?“, fragte Jona.

„Jemand, der etwas Abwischen wollte“, sagte Mila.

Plötzlich knarrte der Flur. Schritte. Mila zog Jona zurück, die Tür fiel leise zu.

„Ihr zwei!“, rief Frau Kappel aus dem Türrahmen des Klassenraums. „Alles in Ordnung?“

Mila lächelte unschuldig. „Ja, Frau Kappel.“

Frau Kappel sah angespannt aus. „Der Hausmeister schaut gleich nach dem Schloss. Und ich muss wissen: Hat jemand etwas gesehen? Irgendetwas?“

Mila hob die Hand. „Dürfen wir helfen? So… beim Suchen?“

Frau Kappel zögerte. Dann nickte sie. „In Teams. Aber nichts anfassen, was gefährlich ist.“

Jona grinste. „Team Mila.“

Mila nickte. „Team Wahrheit.“

Bevor sie losging, flüsterte sie: „Du als Leser kannst mithelfen. Merk dir die Hinweise: Vanillepulver an der Kiste, frische Regentropfen Richtung Labor, ein zu trockenes Sporthandtuch im Labor. Was könnte das bedeuten?“

Kapitel 3: Das Labor der leisen Geräusche

Im Schullabor war das Licht kühler als im Klassenzimmer. Glas glänzte, Metall schimmerte. Auf den Tischen standen Schalen, Messbecher, ein Modell eines Vulkans aus Pappmaché. An der Wand hing ein Plakat: „Sicherheit zuerst! Schutzbrille auf!“

Mila setzte sich eine Schutzbrille auf, obwohl niemand sie dazu aufgefordert hatte. „Detektivinnen arbeiten ordentlich“, meinte sie.

Jona tat es ihr nach. „Ich sehe damit aus wie ein sehr kluger Frosch.“

„Ein Frosch, der Fragen stellt“, sagte Mila.

Sie gingen Tisch für Tisch ab. Mila achtete auf kleine Dinge: Krümel, Staub, Fußspuren. Draußen schob sich die Sonne hinter einer Wolke hervor, und ein Streifen Licht wanderte über den Boden.

Da entdeckte Mila etwas unter dem Abzug: ein Stück schwarzes Klebeband. Es war an einem Ende eingerissen, als hätte jemand es hastig abgezogen.

„Wofür braucht man Klebeband bei einer Wetterstation?“, fragte Jona.

„Vielleicht, um etwas zu befestigen. Oder um etwas zu… verstecken“, sagte Mila.

Sie hörten ein leises Klack. Als würde Kunststoff gegen Metall stoßen.

Mila blieb stehen. „Hast du das gehört?“

Jona nickte. „Aus dem Schrank da.“

Der große Materialschrank stand halb offen. Mila schob die Tür einen Zentimeter weiter. Drinnen: Kisten, Kabel, alte Thermometer, eine Kiste mit der Aufschrift „Experiment: Luftdruck“. Und ganz hinten, zwischen zwei Kartons, blinkte ein winziges grünes Licht.

Mila hielt den Atem an. „Das ist sie.“

Sie zog vorsichtig einen Karton weg. Dahinter lag die Wetterstation. Unbeschädigt. Nur ein Kabel hing heraus.

„Also wurde sie nicht geklaut“, flüsterte Jona. „Nur versteckt.“

Mila nahm die Station nicht heraus. Sie beugte sich nur näher. Auf dem Gehäuse klebten winzige Vanillekrümel. Und ein feuchter Abdruck, wie von einem Daumen.

„Wer hat Vanille an den Fingern und war im Regen?“, murmelte Mila.

Jona zählte an seinen Fingern ab. „Vanillekeks aus der Cafeteria. Regen heute Morgen. Sporthandtuch. Klebeband.“

Mila nickte. „Und ein Schrank, der nicht abgeschlossen war. Jemand wollte, dass wir sie NICHT finden. Oder dass wir sie erst später finden.“

In diesem Moment hörten sie Stimmen im Flur. Zwei Kinder stritten.

„Du hast gesagt, du gibst es zurück!“, fauchte eine Stimme.

„Ich hab's nicht genommen!“, knurrte eine andere.

Mila erkannte sie sofort: Finn und Leila aus der Parallelklasse. Leila war immer schnell, Finn immer still. Zusammen waren sie wie ein Sturm und ein Schatten.

Mila trat an die Tür. „Hallo?“

Die Stimmen verstummten. Dann steckte Leila den Kopf hinein. Ihre Haare waren noch feucht vom Regen. Finn stand hinter ihr, die Hände in den Taschen.

„Was macht ihr hier?“, fragte Leila.

„Suchen“, sagte Mila. „Und ihr?“

Leila blinzelte. „Äh… nur… Wasser holen.“

Finn murmelte: „Lass uns gehen.“

Mila sah genauer hin: An Leilas Ärmel klebte ein kleines Stück schwarzes Klebeband. Genau wie das im Labor.

„Interessant“, dachte Mila. Und sagte laut: „Wasser findet man eher am Waschbecken als am Materialschrank.“

Leila wurde blass. „Ich… ich war nicht am Schrank!“

Finn zog sie am Ärmel. „Komm.“

Sie verschwanden.

Jona flüsterte: „Das war verdächtig.“

Mila nickte langsam. „Aber Verdacht ist noch kein Beweis. Wir brauchen eine Erklärung, die alle Hinweise zusammenbringt. Überleg mit: Warum versteckt man eine Wetterstation im Labor? Und warum mit Vanillefingern?“

Kapitel 4: Wetterzeichen und Keks-Logik

In der nächsten Pause hatte der Regen endgültig aufgehört. Die Wolken rissen auf, und die Luft roch frisch, als hätte jemand das ganze Schulgelände gelüftet. Auf dem Pausenhof glänzten die Pfützen jetzt nur noch in den Ecken.

Mila stand unter dem Vordach und beobachtete eine Fahne auf dem Dach. Sie wehte nach Osten. „Wind dreht“, sagte sie. „Gleich wird's klar.“

Jona kam mit zwei Bechern Kakao aus der Cafeteria. „Detektive brauchen Zucker. Oder Vanille.“

Mila nahm einen Becher. „Danke. Hast du gesehen, wer heute Morgen Vanillekekse gekauft hat?“

Jona überlegte. „Viele. Aber Leila hatte so eine Packung. Und… Finn auch, glaub ich. Er hat immer diese Kekse, weil er meint, sie machen nicht so viele Krümel. Was ironisch ist.“

Mila musste kurz lachen. „Krümel verraten mehr als Worte.“

Sie setzten sich auf eine Bank. Mila zog ein kleines Notizheft heraus. Auf die erste Seite schrieb sie:

1) Vanillepulver an Kiste und Gerät

2) Frische Regentropfen ins Labor

3) Sporthandtuch (trocken, Sporthallengeruch)

4) Schwarzes Klebeband

5) Wetterstation im Schrank, nicht kaputt

„Was wäre ein Motiv?“, fragte Jona.

„Vielleicht wollte jemand Ärger machen“, sagte Mila. „Oder Zeit gewinnen. Oder… jemand wollte verhindern, dass sie heute benutzt wird.“

Jona runzelte die Stirn. „Warum sollte man das verhindern?“

Mila dachte an Frau Kappel, wie stolz sie gewesen war. „Weil man Angst hat, dass etwas auffliegt.“

Da hörten sie hinter sich ein leises, wütendes Schluchzen. Finn stand an der Wand, halb versteckt. Er wischte sich schnell übers Gesicht, als er Mila bemerkte.

„Finn“, sagte Mila vorsichtig. „Alles okay?“

„Ja“, log er. Seine Stimme klang wie ein zu kurz gezogener Reißverschluss.

Mila stand auf. „Nein. Nicht okay.“

Finn wollte weg, aber Mila stellte sich nicht in den Weg, sie ging einfach neben ihm her. „Ich will dich nicht anschwärzen“, sagte sie. „Ich will verstehen, was passiert ist.“

Finn schaute auf den Boden. „Alle denken immer, ich bin's.“

„Wenn du es nicht warst, helfen Fakten“, sagte Mila. „Ich habe ein paar. Und du kannst sie erklären.“

Finn blieb stehen. Seine Ohren wurden rot. „Leila hat's gemacht“, platzte er heraus. „Also… nicht wirklich. Wir… wir haben uns gestritten.“

„Worum?“, fragte Mila.

Finn atmete aus. „Um das Gruppenprojekt. Sie meint, ich würde nie was tun. Dabei hab ich gestern die Wetterstation aus dem Schrank geholt, um sie zu testen. Sie war… komisch. Das Kabel war lose. Ich wollte es Frau Kappel sagen, aber Leila hat gesagt, dann kriegen wir beide Ärger, weil wir nach der Stunde noch im Raum waren.“

Mila sah Jona an. Jona hob langsam den Kakao, als wäre das ein offizielles Beweisstück.

Finn fuhr fort: „Heute Morgen hat's geregnet. Leila kam zu spät, hatte Kekse. Sie war sauer und meinte, wenn die Station kaputt ist, sind wir schuld. Also hat sie sie schnell ins Labor getragen und im Schrank versteckt. Sie hatte Klebeband dabei, weil sie das Kabel festmachen wollte. Dann hat sie kalte Füße bekommen und… na ja. Sie hat's gelassen.“

„Und das Sporthandtuch?“, fragte Mila.

Finn schluckte. „Das ist meins. Ich… ich hab gestern nach dem Sportunterricht eins in meiner Tasche gehabt. Heute hat Leila es genommen, um Fingerabdrücke wegzuwischen. Sie ist immer in Filmen unterwegs.“

Jona schnaubte. „Detektivfilm-Leila.“

Finn sah Mila flehend an. „Bitte… sag's nicht Frau Kappel. Leila ist nicht böse. Sie ist nur… schnell im Kopf und schneller im Mund. Und ich hab auch Mist gebaut, weil ich gestern ohne Erlaubnis an der Station war.“

Mila spürte, wie in ihr etwas weich wurde. Nicht weich wie „egal“, sondern weich wie „man kann es reparieren“.

„Wir machen das richtig“, sagte Mila. „Mit Wahrheit. Aber auch mit Versöhnung.“

„Wie?“, flüsterte Finn.

Mila blickte zum Himmel. Ein Sonnenstrahl brach durch. „Wie beim Wetter“, sagte sie. „Erst ziehen Wolken auf. Dann klärt es sich. Aber nicht, wenn man die Wolken unter den Teppich schiebt.“

Kapitel 5: Konfrontation mit klopfendem Herzen

Nach der Pause bat Mila Frau Kappel um ein Gespräch im Labor. Jona und Finn durften mit. Frau Kappel sah müde aus, aber ihre Augen waren wach.

„Habt ihr etwas gefunden?“, fragte sie.

Mila nickte. „Ja. Die Wetterstation ist im Materialschrank im Labor. Sie ist nicht beschädigt. Aber das Kabel war lose.“

Frau Kappel schloss die Augen, als würde sie kurz zählen. „Zum Glück. Aber wer…?“

Mila atmete ein. „Wir glauben, dass niemand sie stehlen wollte. Es war eher… eine Panikreaktion.“

In diesem Moment stürmte Leila herein. „Was macht ihr hier?“, fauchte sie. Doch ihre Stimme zitterte.

Mila blieb ruhig. „Leila, wir wissen, dass du sie versteckt hast.“

Leila riss die Augen auf. „Finn!“

Finn hob die Hände. „Ich hab nichts…“

„Stop“, sagte Mila, leise aber fest. „Nicht gegeneinander. Wir brauchen eine Lösung.“

Frau Kappel sah von einem zum anderen. „Leila? Finn? Ist das wahr?“

Leila presste die Lippen zusammen. Dann platzte es aus ihr heraus, schneller als jeder Regentropfen: „Ich wollte nicht, dass wir Ärger kriegen! Finn hat gestern dran rumgefummelt, und ich hab gesagt, er soll's lassen, und dann war das Kabel locker, und heute Morgen hab ich gedacht, wenn Frau Kappel denkt, wir waren's, dann… dann…“

Ihre Stimme brach. Sie starrte auf ihre Schuhe. „Dann hab ich sie weggelegt. Nur kurz. Und dann hab ich mich nicht mehr getraut, sie zurückzubringen.“

Frau Kappel blieb still. Im Labor surrte nur der Kühlschrank für Proben, ganz leise.

„Danke, dass du es sagst“, sagte Frau Kappel schließlich. „Aber warum habt ihr nicht gleich mit mir gesprochen?“

Finn sah auf. „Weil… weil Sie immer so enttäuscht wirken, wenn was schiefgeht.“

Frau Kappel schluckte. „Das tut mir leid. Ich bin manchmal streng, weil ich will, dass ihr sicher arbeitet. Aber ich will nicht, dass ihr Angst habt.“

Leila wischte sich über die Nase. „Ich hab Finn angeschrien. Und dann hab ich's schlimmer gemacht.“

Mila räusperte sich. „Wir haben Hinweise gesehen: Vanillekrümel, Regen-Tropfen, Klebeband, Handtuch. Es hat zusammengepasst. Aber… wichtiger ist, dass wir es jetzt richtig machen.“

Frau Kappel trat zum Schrank, holte die Wetterstation heraus und betrachtete das lose Kabel. „Das ist schnell zu reparieren. Aber ihr zwei… ihr müsstet mir etwas versprechen.“

Finn nickte sofort. Leila zögerte, dann auch.

„Beim nächsten Problem“, sagte Frau Kappel, „kommt ihr zu mir. Kein Verstecken. Keine Panik-Lösungen. Und ihr entschuldigt euch gegenseitig.“

Leila sah Finn an. Ihre Augen waren glänzend. „Es tut mir leid. Ich hab so getan, als wärst du schuld, weil ich nicht zugeben wollte, dass ich selbst Mist gebaut hab.“

Finn atmete aus, als würde er einen schweren Rucksack absetzen. „Tut mir auch leid. Ich hab gestern wirklich ohne zu fragen getestet. Ich wollte nur, dass es klappt.“

Leila hob eine Augenbraue. „Und? Hat's geklappt?“

Finn zuckte klein. „Es hat… geblinkt.“

Jona grinste. „Technisch gesehen ist das ein Anfang.“

Mila spürte, wie die Spannung im Raum abfiel, wie nach einem Gewitter. „Du kannst mitraten“, dachte sie an den Leser. „War das Motiv am Ende böse? Oder eher Angst? Welche Lösung fühlt sich fair an?“

Kapitel 6: Ein klarer Himmel und eine klingende Lösung

Am Nachmittag durfte die Klasse doch noch die Wetterstation ausprobieren. Frau Kappel hatte das Kabel befestigt und zeigte, wie man die Werte abliest.

Draußen war der Himmel jetzt fast blau, mit ein paar weißen Wolken, die wie Watte aussahen. Der Wind war sanft. Die Pfützen waren zu kleinen, schmutzigen Inseln geschrumpft.

Mila stand mit dem Gerät am Fenster. „Luftdruck steigt“, sagte sie und schrieb es ins Protokoll. „Deshalb hat der Regen aufgehört.“

Jona flüsterte: „Das Wetter ist also auch eine Detektivgeschichte. Erst Hinweise, dann Schlussfolgerung.“

„Genau“, sagte Mila.

Finn und Leila arbeiteten zusammen am Tisch. Leila zeichnete die Werte sauber in ein Diagramm, Finn erklärte, wie der Sensor für Luftfeuchtigkeit funktioniert. Zwischendurch stieß Leila ihn mit dem Ellenbogen an. Nicht böse. Eher wie: „Wir sind wieder ein Team, aber ich bleib trotzdem ich.“

Frau Kappel stellte sich zu Mila. „Danke, dass du geholfen hast. Und danke, dass du es so gelöst hast.“

Mila nickte. „Ich wollte nicht, dass jemand als Dieb dasteht, wenn es eigentlich nur ein Streit war.“

Frau Kappel sah zu Finn und Leila. „Versöhnung ist manchmal schwieriger als Reparieren.“

Mila lächelte. „Aber sie hält länger.“

Da vibrierte plötzlich die Luft. Ein klarer, heller Ton schnitt durch den Raum, wie ein unsichtbarer Faden: die Schulglocke.

Bim—bam—bim.

Alle atmeten gleichzeitig auf, als wäre das Klingeln ein offizielles „Fall abgeschlossen“. Mila klappte ihr Notizheft zu, steckte es ein und schaute ein letztes Mal zum Himmel.

„Morgen“, dachte sie, „beobachte ich wieder das Wetter. Und wenn Wolken kommen… weiß ich, dass sie auch wieder gehen können.“

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Pausenhof
Der Platz vor der Schule, wo Kinder in der Pause spielen und sich treffen.
Kapuze
Der Teil einer Jacke, den man über den Kopf ziehen kann, wenn es regnet.
Naturwissenschaftslehrerin
Eine Lehrerin, die Fächer wie Biologie, Chemie oder Physik unterrichtet.
Kittel
Ein langer, schützender Mantel, den man im Labor oder in der Schule trägt.
Wetterstation
Ein Gerät, das Temperatur, Wind und Regen misst und Daten zeigt.
Luftdruck
Der Druck der Luft um uns herum, den Sensoren in Geräten messen.
Luftfeuchtigkeit
Wie viel Wasser in der Luft ist; sie macht die Luft trocken oder feucht.
Forscher-AG-Projekt
Ein schulisches Gruppenprojekt, bei dem Kinder gemeinsam forschen und experimentieren.
Abzug
Ein Gerät im Labor, das Luft und Dämpfe nach außen zieht, damit es sicher bleibt.
Materialschrank
Ein Schrank, in dem Materialien, Werkzeuge und Geräte aufbewahrt werden.
Abdruck
Die Spur, die etwas hinterlässt, zum Beispiel ein Fingerabdruck oder Druck auf einer Oberfläche.
Protokoll
Eine schriftliche Liste, in der man Messwerte oder Beobachtungen notiert.
Diagramm
Eine Zeichnung, die Zahlen oder Messungen in Linien oder Balken zeigt.

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