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Lustige Geschichte über die Freunde 11/12 Jahre Lesen 19 min.

Die verlorene Brotdose im Tram: Eine Freundschafts-Agentenmission

Vier Freunde entdecken eine vergessene gelbe Brotdose im Tram und machen sich auf eine kleine, abenteuerliche Suche nach dem Besitzer, die sie zu einer Zaubershow und unerwarteten Begegnungen führt.

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Mina, etwa 12 Jahre alt, konzentriert lächelnd, braune Pferdeschwanzhaare, dunkelblaue Jacke, hält schützend eine gelbe Brotdose; Tarek, ca. 12, schelmischer Blick, kurze schwarze Haare, rotes Sweatshirt, macht eine Präsentiergeste; Leni, ca. 12, kreativ aufgeregt, blonde Zöpfe, gemustertes Hemd, hält die Haltestange wie eine Kapitänin; Jo, ca. 12, verschmitzt, braune Locken, grüne Jacke, hält eine Rolle Absperrband und lehnt sich zur Brotdose; Karl, ca. 13, außer Atem aber erleichtert, roter Rucksack, reicht die Hand zur Brotdose; in einer modernen Straßenbahn mit grauen Polstersitzen, großen Fenstern und warmem Abendlicht; zentrale Szene: Mina reicht Karl die gelbe Brotdose, Freunde versammelt, lebhafte Gesten und Lächeln, kleine glänzende Konfettistücke im Haar, fröhlich-komische Stimmung, kräftige Farben, weiche Texturen und dezente Schatten. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Ein ganz normaler Tram-Tag (fast)

Mina war zwölf, praktisch veranlagt und fand, dass man mit einem Tramfahrplan ungefähr so gut diskutieren konnte wie mit einem Toaster. Der Plan war der Plan. Punkt.

Sie saß im Tram, Linie 7, auf dem Platz am Fenster, wo man die Stadt wie einen Film vorbeiziehen sah: Bäckerei, Kiosk, Hund, noch ein Hund, ein Mensch mit viel zu vielen Einkaufstüten. Mina hatte ihren Rucksack auf den Knien und ein ruhiges Gesicht, das ungefähr sagte: „Ich bin bereit für alles, aber bitte nicht für Klebriges.“

Neben ihr saß Tarek, ihr bester Freund, der immer so tat, als wäre er Moderator einer Show.

„Meine Damen und Herren“, flüsterte er, „heute im Programm: Mina und die legendäre Suche nach… nach…“

„Nach Ruhe“, sagte Mina.

„Nach Abenteuer!“, zischte Tarek zurück und grinste.

Auf der anderen Seite stand Leni, die sich an der Stange festhielt, als wäre sie Kapitänin eines Schiffes. Leni war kreativ, schnell im Kopf und langsam beim Aufräumen. Und dann war da noch Jo, der am liebsten alles testete: neue Apps, neue Witze, neue Wege, sich fast hinzusetzen und im letzten Moment doch zu stehen.

„Okay“, sagte Leni. „Wir spielen ‘Agenten im Tram'.“

„Schon wieder?“, fragte Mina. Sie meinte es nicht böse. Sie wollte nur wissen, ob sie sich innerlich auf Chaos einstellen musste.

„Diesmal ist es anders!“, sagte Jo geheimnisvoll. „Ich hab Requisiten.“

Er zog aus seiner Jackentasche ein kleines Notizbuch, ein Klemmbrett—und eine Rolle rot-weißes Absperrband.

Mina blinzelte. „Jo. Warum hast du Absperrband.“

„Für Notfälle.“

„Wir sind im Tram“, sagte Mina.

„Genau“, sagte Jo. „Da passieren die besten Notfälle.“

In diesem Moment machte das Tram: Ding-dong. Die nächste Haltestelle hieß „Marktplatz“. Und auf dem Sitz gegenüber lag etwas, das nicht dort hingehörte: eine gelbe Brotdose, die aussah, als hätte sie schon viele Schulpausen überlebt.

Tarek zeigte mit einem Finger hin, als wäre es ein gefährlicher Koffer in einem Spionfilm. „Verdächtiges Objekt. Mina, du bist Teamleiterin.“

„Ich bin einfach nur… die, die nicht auf dumme Ideen kommt“, murmelte Mina.

„Perfekt!“, sagte Leni. „Dann kannst du sie uns ausreden. Los, Agenten!“

Kapitel 2: Die Brotdose, die niemandem gehörte (angeblich)

Mina stand auf, nahm die Brotdose und hielt sie vorsichtig, als könnte sie gleich anfangen zu singen.

„Sie ist warm“, stellte sie fest.

„Oh nein“, flüsterte Tarek. „Ein heißer Fall.“

„Vielleicht ist da Suppe drin“, sagte Jo ehrfürchtig.

Leni beugte sich vor. „Wir dürfen sie nicht öffnen. Das ist Agentenregel Nummer…“

„…Nummer irgendwas“, ergänzte Tarek schnell.

Mina schaute sie an. „Leute. Es ist eine Brotdose.“

„Genau“, sagte Jo. „Und gerade deshalb ist es gefährlich. Brotdosen sind unberechenbar. Einmal war bei mir statt Apfel ein… Sellerie drin.“

„Das ist traumatisch“, sagte Tarek mit ernster Stimme.

Mina seufzte, aber ihr Mundwinkel zuckte. „Wir suchen den Besitzer. Logisch. Fragen. Nicht dramatisieren.“

„Wir dramatisieren nur ein bisschen“, sagte Leni. „Für die Atmosphäre.“

Mina ging zum Gang und hob die Dose leicht hoch. „Entschuldigung! Wem gehört diese Brotdose?“

Ein Mann mit Kopfhörern hob kurz den Daumen, merkte dann, dass es um etwas anderes ging, und tat so, als hätte er gar nichts gesehen.

Eine ältere Frau lächelte. „Mein Sohn hat früher auch so eine gehabt.“

„Ist Ihr Sohn zufällig heute im Tram und ohne Brotdose?“, fragte Mina.

Die Frau lachte. „Nein, Kindchen. Der ist fünfzig.“

Weiter hinten rief ein kleines Mädchen: „MAMA, ICH HAB MEINE DOSE!“

Die Mutter nickte, als wollte sie sagen: Bitte kein weiteres Drama vor dem Mittagessen.

„Sie gehört niemandem“, flüsterte Jo. „Das ist sie: die Wilde Brotdose.“

„Oder“, sagte Mina, „jemand hat sie vergessen. Und jetzt ist er traurig. Und hungrig.“

Tarek hielt sich den Bauch. „Hungrig ist das schlimmste Gefühl. Fast schlimmer als Mathe am Montag.“

Das Tram ruckelte leicht, als es um eine Kurve fuhr. Die Brotdose rutschte Mina fast aus der Hand.

„Sie will fliehen!“, rief Leni.

„Sie ist nur… glatt“, sagte Mina.

Da ertönte wieder Ding-dong. „Nächster Halt: Museumsufer.“

Jo rollte das Absperrband ein Stück ab. „Wir sichern den Tatort.

Mina schnappte ihm das Band weg. „Nein. Wir sichern gar nichts. Wir finden den Besitzer.“

Tarek hob die Hände. „Sie ist die Vernunft. Sie relancht das Spiel mit… sanfter Strenge.“

Mina starrte ihn an. „Ich relan— was?“

„Du bringst uns wieder auf die Schienen“, sagte Leni. „Wie das Tram. Nur ohne Quietschen.“

„Ich quietsche nie“, sagte Mina.

In genau diesem Moment quietschte das Tram.

Alle lachten. Sogar Mina.

Kapitel 3: Alarmstufe Gurke

Sie setzten sich wieder, die Brotdose lag jetzt auf Minas Schoß wie ein kleiner, gelber Gast.

„Wir machen es systematisch“, sagte Mina. „Wir steigen an der nächsten Haltestelle kurz aus, schauen, ob jemand panisch umherläuft, und steigen wieder ein.“

„Wie Detektive“, flüsterte Tarek.

„Wie Menschen mit Augen“, korrigierte Mina.

„Systematisch!“ wiederholte Leni, als wäre das ein Zauberwort.

An der nächsten Haltestelle öffneten sich die Türen. Ein Schwung kalter Luft kam rein. Mina stand auf, alle drei Freunde im Schlepptau.

Draußen stand—niemand, der panisch war. Nur ein Mann mit einem riesigen Blumenstrauß, der aussah, als würde er gleich in einem Liebesfilm auftreten. Und ein Teenager mit Skateboard, der so gelangweilt guckte, dass er wahrscheinlich auch bei einem Vulkanausbruch nur „meh“ gesagt hätte.

„Keine Panik“, stellte Mina fest.

„Vielleicht ist der Besitzer ein Meister der Tarnung“, sagte Jo.

„Vielleicht ist er ein Ninja“, sagte Tarek.

„Vielleicht“, sagte Mina, „hat er einfach… seine Brotdose vergessen.“

Sie stiegen wieder ein. Die Türen schlossen sich. Und genau in dem Moment, in dem das Tram anfuhr, rief jemand von draußen:

„Warte! Halt! Meine…“

Das Tram war schon zu. Der Ruf wurde verschluckt vom Motorgeräusch.

Mina presste die Nase ans Fenster. Draußen rannte ein Junge, vielleicht dreizehn, mit roten Wangen und einem Rucksack, der ihm wie ein Fallschirm auf dem Rücken hüpfte. Er hielt eine Hand hoch, als könnte er das Tram mit Gedankenkraft anhalten.

„Da!“, rief Mina. „Das ist er!“

„Der Brotdosen-Besitzer!“, rief Tarek.

„Der Ninja!“, rief Jo.

„Er ist einfach nur zu spät!“, sagte Mina, aber sie grinste.

Leni drückte auf den Halteknopf, als wäre es ein Rettungsring. Ding. Es passierte: nichts sofort. Das Tram fuhr weiter.

„Wir müssen ihn einholen“, sagte Jo. Seine Augen leuchteten. Zu sehr.

Mina schüttelte den Kopf. „Wir springen nicht aus dem fahrenden Tram.“

„Aber—“

„Nein.“

Tarek legte die Hand aufs Herz. „Mina, unsere heldenhafte Anführerin.“

„Ich bin nicht heldenhaft“, sagte Mina. „Ich will nur nicht, dass Jo sich ein neues Knie kaufen muss.“

Sie überlegten. Das Tram rollte weiter, als wäre es völlig unbeteiligt an ihrer Brotdosen-Krise.

„Okay“, sagte Mina. „Plan: Wir steigen an der nächsten Haltestelle aus. Dann warten wir auf den Jungen, denn er wird vermutlich… auch da aussteigen oder auf das nächste Tram warten. Logisch.“

„Logisch“, wiederholte Leni, als wäre es wieder ein Zauberwort.

„Langweilig“, murmelte Jo.

„Sicher“, sagte Mina.

„Sicher langweilig“, sagte Tarek, und alle mussten wieder lachen.

Mina klopfte auf die Brotdose. „Halt durch. Wir bringen dich nach Hause.“

Es klang, als würde sie zu einem Haustier sprechen. Tarek flüsterte: „Gute Brotdose. Brave Brotdose.“

„Hört auf“, sagte Mina, aber sie konnte das Lachen nicht ganz stoppen.

Kapitel 4: Die Haltestelle der tausend Möglichkeiten (und drei Tauben)

An der nächsten Haltestelle, „Theaterplatz“, stiegen sie aus. Es war laut, nach Pommes und Abgasen riechend, und irgendwo spielte jemand auf einer Mundharmonika, als würde die Stadt einen Soundtrack bekommen.

Sie stellten sich neben den Fahrplan. Drei Tauben standen vor ihnen und starrten sie an, als hätten sie auch eine Meinung zum Thema Brotdose.

„Die Tauben wissen bestimmt was“, sagte Jo.

„Sie wissen nur, wie man Leute einschüchtert“, sagte Mina.

Eine Taube machte einen Schritt auf sie zu.

„Seht ihr?“, sagte Mina.

Leni nahm die Brotdose und hielt sie hoch, als wäre sie eine Trophäe. „Wenn jemand eine gelbe Dose vermisst: Wir sind's! Die Agenten!“

Ein Mann mit Pommes blieb stehen. „Agenten?“

„Äh“, sagte Mina schnell, „Freundschafts-Agenten. Wir liefern verlorene Dinge.“

Der Mann nickte ernst, als wäre das eine offizielle Berufskategorie, und ging weiter.

Tarek setzte seine Moderator-Stimme auf. „Hier sehen wir Mina, die Königin der Alltagssituationen.“

„Ich will nur, dass der Junge sein Essen bekommt“, sagte Mina.

„Und ich will wissen, ob in der Dose Gurke ist“, sagte Jo.

„Warum Gurke?“ fragte Leni.

Jo zuckte mit den Schultern. „Gurke ist… verdächtig.“

Da kam der Junge endlich angerannt. Er war außer Atem, die Haare klebten an der Stirn, und er sah aus, als hätte er gerade ein Wettrennen gegen einen Bus verloren.

„Meine Brotdose!“, keuchte er. „Hab ich… im Tram… vergessen…“

Mina hob die Dose. „Die hier?“

Der Junge starrte sie an, als wäre sie ein Wunder. „Ja! Gelb! Mit dem Kratzer… und dem Sticker…“

„Sticker?“ fragte Tarek.

Der Junge zeigte drauf. Ein kleiner Sticker mit der Aufschrift: KARL – NICHT ÖFFNEN, ICH BIN HUNGRIG!

„Karl“, sagte Mina. „Okay. Dann bist du Karl.“

„Bin ich“, sagte Karl und nahm die Dose, als würde er sie umarmen.

Jo beugte sich vor. „Darf ich fragen, was drin ist?“

Karl hielt sie fest. „Ein Geheimnis.“

„Gurke?“, fragte Jo hoffnungsvoll.

„Vielleicht“, sagte Karl grinsend.

Leni klatschte in die Hände. „Mission erfüllt!“

Tarek verbeugte sich leicht. „Die Agenten bedanken sich für Ihr Vertrauen.“

Mina nickte. „Pass auf deine Sachen auf.“

Karl nickte heftig. „Mach ich. Ich war nur… abgelenkt.“

„Wovon?“, fragte Mina.

Karl zeigte auf ein Plakat am Theater: Heute: Die Große Zaubershow – Kaninchen, Karten, Konfetti!

„Ich wollte unbedingt hin“, sagte Karl. „Und dann… zack… Tram weg… Brotdose weg… Leben traurig.“

Mina sah ihre Freunde an. Leni hatte dieses Glitzern in den Augen. Tarek auch. Jo sah aus, als hätte er schon das Absperrband als Zauber-Accessoire geplant.

„Nein“, sagte Mina sofort, bevor überhaupt jemand reden konnte.

„Doch“, sagte Tarek leise.

„Vielleicht“, sagte Leni noch leiser.

„Absperrband könnte zum Zaubern passen“, flüsterte Jo.

Mina atmete aus. Sie war bodenständig, ja. Aber bodenständig bedeutete nicht, dass man nie Spaß hatte. Nur, dass man den Spaß in eine Richtung schob, in der niemand stürzte.

„Okay“, sagte Mina. „Wir gehen zur Zaubershow. Aber wir bleiben zusammen. Und wir benehmen uns.“

„Wir benehmen uns sehr“, sagte Tarek. „Wir sind quasi Benehm-Profis.“

„Das ist gelogen“, sagte Mina.

„Kleine Lüge“, sagte Tarek. „Für die Magie.“

Karl grinste. „Ihr kommt auch?“

„Nur wenn du uns sagst, ob Gurke drin ist“, sagte Jo.

Karl hielt die Dose hoch. „Nach der Show. Spannung muss sein.“

Kapitel 5: Das magische Missverständnis im Tram

Nach der Zaubershow—die wirklich Kaninchen, Karten und viel zu viel Konfetti hatte—waren alle ein bisschen staubig-glitzernd. Sogar Mina hatte einen Konfetti-Schnipsel im Haar, der aussah wie ein winziges pinkes Segel.

Sie stiegen wieder ins Tram. Diesmal war es voller, weil alle gleichzeitig „nach Hause“ wollten. Mina fand einen Platz am Fenster, die anderen standen drumherum, Karl auch.

„Jetzt“, sagte Jo und zeigte auf die Brotdose. „Gurke?“

Karl öffnete sie dramatisch. Innen drin: zwei belegte Brote, ein Apfel—und tatsächlich: Gurkensticks.

Jo hielt sich die Stirn. „Ich wusste es.“

„Du bist ein Gurken-Orakel“, sagte Leni.

Tarek flüsterte: „Die Prophezeiung erfüllt sich.“

Karl lachte. „Will jemand?“

Mina hob die Augenbrauen. „Du teilst?“

Karl zuckte mit den Schultern. „Klar. Ihr habt sie gerettet.“

„Und ich habe sie nicht geöffnet“, sagte Mina stolz.

„Noch stolzer wäre ich, wenn ich jetzt Gurke kriege“, sagte Jo.

Sie verteilten Gurkensticks und ein Stück Brot. Mina nahm einen Apfelschnitz. Es fühlte sich gut an: ein normales Tram, normale Stadt, und trotzdem eine kleine Geschichte, die man später erzählen konnte.

Dann passierte es.

Ein älterer Herr mit Hut stieg ein, schaute auf die Gruppe, auf die Brotdose, auf das Konfetti in Minas Haar—und sagte streng:

„Aha. Zaubertricks im Tram sind verboten!“

Mina blinzelte. „Wir… zaubern nicht.“

Der Mann zeigte auf die Brotdose. „Das ist doch eine Zauberkiste! Ich hab alles gesehen.“

„Sie ist… eine Brotdose“, sagte Mina langsam.

„Genau so fängt es an!“ Der Mann nickte sich selbst zu. „Erst Brotdose, dann verschwindet eine Brieftasche, dann ein Kaninchen, und am Ende ist die ganze Sitzreihe weg!“

Tarek bekam kaum Luft vor Lachen. Er hustete und tat so, als wäre es ein ernstes Agentenhusten.

Leni biss sich auf die Lippe. Jo sah aus, als würde er gleich wirklich ein Kaninchen aus dem Rucksack ziehen, nur um zu sehen, was passiert.

Mina hob beruhigend die Hände. „Schauen Sie. Kein Kaninchen.“

Karl hielt eine Gurke hoch. „Nur Gurke.“

Der Mann beäugte die Gurke, als könnte sie explodieren.

„Ich kann beweisen, dass das keine Magie ist“, sagte Mina. Sie nahm den Konfetti-Schnipsel aus ihren Haaren und legte ihn in die Handfläche. „Das hier ist nur Papier.“

Tarek flüsterte: „Oder ein sehr kleines Segel.“

Mina ignorierte ihn.

Der Mann blieb misstrauisch. „Und wieso seid ihr alle so… fröhlich?“

„Weil wir gerade eine Brotdose gerettet haben“, sagte Leni.

„Und weil Gurke drin war“, ergänzte Jo.

„Und weil Mina nicht aus dem fahrenden Tram gesprungen ist“, sagte Tarek feierlich.

„Das ist wirklich ein Grund zur Freude“, sagte Karl.

Der Mann schaute sie an. Dann schaute er auf die Gurkensticks. Dann seufzte er, als würde er innerlich eine Tür zuschieben.

„Na gut“, sagte er. „Aber keine Sitzreihen verschwinden lassen.“

„Versprochen“, sagte Mina.

Als der Mann weiterging, flüsterte Tarek: „Agentenmission: Sitzreihe bleibt.“

Leni prustete los. Jo machte eine Mini-Verbeugung in Richtung der Sitzreihe. Karl schüttelte den Kopf und lachte, bis ihm fast ein Gurkenstick aus der Hand fiel.

Mina lachte mit. Nicht laut, eher so, wie wenn ein Wasserhahn langsam aufgedreht wird. Aber es war echtes Lachen, und das war selten genug, um es zu genießen.

Kapitel 6: Ruhiger Ausklang mit einem Versprechen

Das Tram glitt weiter durch die Abendstraßen. Die Fenster spiegelten Lichter, Gesichter, Konfetti-Flecken. Die Stadt wurde langsamer, als würde sie selbst müde werden.

Karl packte seine Brotdose ordentlich ein. „Danke nochmal. Ohne euch hätte ich heute nur… trockene Luft gegessen.“

„Nicht lecker“, sagte Jo ernst.

„Sehr nicht lecker“, sagte Leni.

Mina lehnte den Kopf kurz ans Fenster. Es war kühl, beruhigend. Tarek erzählte leise, wie er dem Zauberer beinahe ein Kaninchen „psychologisch herbeigewunken“ hätte, und Jo tat so, als wäre er sein persönlicher Assistent gewesen. Leni malte mit dem Finger kleine Kreise auf die beschlagene Scheibe und sagte, die Kreise seien geheime Agenten-Symbole.

„Mina“, sagte Karl, „du bist irgendwie… die Chefin, oder?“

Mina schnaubte. „Ich bin nur die, die ‘Nein' sagt, bevor es wehtut.“

„Das ist eine Superkraft“, meinte Leni.

„Und du relaunchst das Spiel“, sagte Tarek stolz, als hätte er das Wort erfunden und patentiert.

Mina verdrehte die Augen. „Wenn du das noch einmal sagst, relaunch ich dich aus dem Tram.“

„Bedrohung erkannt“, sagte Tarek und grinste.

Sie lachten wieder, leiser jetzt, mehr wie ein Kichern, das zwischen den Sitzen hängen blieb. Draußen zogen die Haltestellen vorbei. Eine nach der anderen. Alles wirkte plötzlich leicht.

Als Minas Haltestelle kam, standen sie gemeinsam auf. Karl musste noch weiter, aber er winkte, als wäre er jetzt offiziell Teil ihrer kleinen Tram-Welt.

„Bis dann!“, rief Karl. „Und… danke, Agenten.“

„Wir sind keine Agenten“, sagte Mina.

„Doch“, sagte Jo. „Freundschafts-Agenten.“

Mina hielt kurz inne, dann nickte sie. „Okay. Das klingt… harmlos genug.“

Sie stiegen aus. Die Luft war frischer. Der Lärm war weiter weg. Tarek streckte die Arme, als hätte er den ganzen Tag einen unsichtbaren Rucksack getragen.

„Was für ein Einsatz“, sagte er.

„Keine Verletzten“, stellte Mina zufrieden fest.

„Nur eine Taube, die mich beleidigt hat“, sagte Leni.

„Und ein Mann, der Angst vor Sitzreihen hatte“, ergänzte Jo.

Mina sah ihre Freunde an, diese drei Chaoten mit ihren guten Herzen, und sie spürte dieses warme Gefühl, das nicht wie Drama war, sondern wie ein weiches Kissen nach einem langen Tag.

„Morgen wieder Tram?“, fragte Tarek.

„Morgen wieder Tram“, sagte Mina.

Leni grinste. „Und wenn wieder was passiert?“

Mina schob den Rucksack höher. „Dann machen wir's zusammen.“

Jo nickte ernst. „Mit System. Und ein bisschen Absperrband.“

„Ohne Absperrband“, sagte Mina automatisch.

„Mit wenig Absperrband“, verhandelte Jo.

Mina atmete aus, langsam, und ließ den Abend in ihre Stimme rutschen. „Wir kriegen das hin. Egal was kommt… on y arrivera.“

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Praktisch veranlagt
Jemand, der gern einfache, nützliche Lösungen findet und praktisch denkt.
Tramfahrplan
Ein Plan mit Zeiten, wann die Straßenbahn an jeder Haltestelle fährt.
Absperrband
Ein Band, das man benutzt, um einen Bereich abzusperren oder zu sichern.
Tatort
Der Ort, an dem etwas Wichtiges oder Problematisches passiert ist, oft bei Ermittlungen.
Systematisch
Schritt für Schritt und geplant vorgehen, nicht zufällig oder chaotisch.
Halteknopf
Ein Knopf im Tram, den man drückt, damit das Fahrzeug an der nächsten Haltestelle hält.
Zaubershow
Eine Vorführung mit Tricks, in der Dinge wie von Zauberhand erscheinen oder verschwinden.
Relancht
Hier: etwas neu starten oder neu beginnen, oft mit einem neuen Plan.
Verschluckt
Etwas wird so schnell oder laut, dass es nicht mehr zu hören ist oder weggeht.
Konfetti-Flecken
Kleine bunte Papierstücke, die überall bleiben, nach einer Feier oder Show.

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