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Lustige Geschichte über die Freunde 11/12 Jahre Lesen 18 min. (2)

Das Teppichmuseum und der verschwundene goldene Pokal

Mira und ihre Freunde suchen auf dem Spielteppich den verschwundenen goldenen Pokal, den Miras kleine Schwester in ein selbstgebautes „Museum“ gebracht hat. Bei der Vorbereitung zur Eröffnung lernen sie, mit kleinen Pannen, Humor und gemeinsamer Arbeit umzugehen.

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Ein farbenfrohes Kinderatelier: ein 12-jähriges Mädchen, freundlich und begeistert, rundes Gesicht, braune Zöpfe, große funkelnde Augen, lächelt sanft und streckt die Hand nach einem kleinen goldenen Pokal aus; links Jonas (ca. 12), schelmisch und laut, strubbeliges Haar, Papierkrone, hüpft und zieht eine komische Grimasse; rechts Leyla (ca. 12), verschmitzt und konzentriert, kurze Frisur, hochgezogene Augenbraue, kniet vor erklärenden Papierplakaten; Ben (ca. 12), ruhig und handwerklich, kurze Haare, hält Klebeband und repariert einen Lego-Sockel unter dem Pokal; Leni (ca. 6), stolz und frech, übergroße Sonnenbrille und Büroklammerkette, steht hinter einer Papp-Tür mit der Aufschrift „Musée“ und hält eine verzierte Schere; Standort: ein Zimmer-Atelier mit großem Spielteppich mit Straßen und Fluss, Pappkartons als Gebäude, gestapelten Legosteinen, verstreuten Knöpfen, Papieren und Klebeband; Hauptereignis: Eröffnungsmoment beim Zerschneiden des Bandes, witziges kleines Chaos beginnt — rollende Knöpfe, ein Plastikboot rutscht, alle lachen, warme spielerische Atmosphäre; visueller Stil: leuchtende Farben, sanfte Manga-ähnliche Linien für Kinder, übertriebene Mimik und dynamische Gesten, sichtbare Stoff- und Papptexturen, warmes Licht. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der Teppich, der alles kann (fast)

Mira war zwölf, laut wie eine Pausenklingel und so aufmerksam, dass sie sogar merkte, wenn ein Keks traurig aussah. Ihr Lieblingsort: der große Spielteppich in ihrem Zimmer. Darauf gab es Straßen, einen Fluss, eine winzige Stadt und ein Stadion, das eher wie ein verirrtes Rechteck aussah.

Heute lagen schon drei Freunde im Teppich-Universum verteilt.

Jonas, der ständig Witze machte, selbst wenn niemand gefragt hatte. Er hielt gerade ein Spielzeugauto hoch wie ein Mikrofon. „Meine Damen und Herren, hier fährt… äh… ich. Applaus bitte!“

Leyla, die schnell dachte und noch schneller Augenbrauen hochziehen konnte. Sie sortierte kleine Figuren in einer Reihe. „Wenn du dich selbst bejubelst, Jonas, brauchst du zumindest eine Eintrittskarte.“

Und Ben, der ruhige Bastler, der nie ohne Klebeband erschien. Er saß am Fluss und klebte einem Plastikboot eine Fahne auf. „Ich hab heute nur zwei Rollen Tape mitgebracht. Also benehmt euch.“

Mira ließ sich mit einem Plumps neben das Stadion fallen. „Okay, Team. Ich hab eine Mission.“

„Schon wieder?“ Jonas grinste. „Letztes Mal war die Mission, ein Gummibärchen diplomatisch zu verhandeln.“

„Das Gummibärchen war empfindlich“, sagte Mira ernst und schielte zu Leyla. „Und Leyla hat's gerettet. Also: Heute gibt's eine neue Herausforderung. Meine kleine Schwester hat…“ Mira atmete tief ein, als würde sie eine Rede halten. „…den goldenen Mini-Pokal aus dem Stadion verschleppt.“

Leyla blinzelte. „Den aus der Müslischachtel?“

„Genau den“, sagte Mira. „Er ist offiziell der Pokal für den ‚Super-Kicker der Woche‘. Ohne ihn ist das Stadion… einfach nur ein Rechteck.“

Ben nickte langsam. „Ein tragisches Rechteck.“

Jonas hielt sich die Hand ans Herz. „Ich spüre die Trauer der Fans.“

Mira hob beide Hände. „Keine Panik. Wir finden ihn. Und wir bleiben dabei nett. Nicht wütend werden, auch wenn man innerlich ein kleines Gewitter hat.“

„Ich hab eher ein kleines Nieserchen“, sagte Jonas. „Aber ich bin dabei.“

Kapitel 2: Der Fall des verschwundenen Pokals

Mira krabbelte über die Teppichstraße, als wäre sie eine Reporterin im Einsatz. „Erstes Teammeeting: Wer hat den Pokal zuletzt gesehen?“

Ben hob den Zeigefinger. „Ich. Gestern. Er stand hier, neben dem Tor. Dann kam deine Schwester rein und hat gesagt: ‚Ohhh, glänzend!‘ Das war… ein schlechtes Zeichen.“

„Sie hat auch mal meinen Radiergummi ‚ein süßes Kissen‘ genannt“, murmelte Mira. „Okay. Spurensuche.“

Leyla legte sich flach auf den Bauch, die Nase fast auf Teppichhöhe. „Ich sehe… Fussel. Krümel. Und… aha! Ein glitzernder Abdruck!“

Jonas beugte sich vor. „Oder das ist einfach mein Charisma, das vom Teppich reflektiert.“

„Jonas“, sagte Mira und tippte ihm leicht gegen die Stirn. „Dein Charisma reflektiert eher in die andere Richtung.“

Sie folgten dem „glitzernden Abdruck“, der eigentlich aus winzigen Goldpapierschnipseln bestand. Die Spur führte quer durch die Stadt, über die Brücke, vorbei am Fluss.

Ben hielt an. „Stopp. Da ist was.“

Am Flussrand stand ein kleines Schild aus Papier: „Museum der sehr wichtigen Dinge. Eintritt: ein Kichern.“

Jonas klatschte. „Endlich ein Museum, das ich mir leisten kann!“

Mira lachte, dann wurde sie wieder ernst. „Okay, aber keine Museumswitze, die weh tun. Wir lachen MIT, nicht ÜBER.“

„Ich lache grundsätzlich über mein eigenes Leben“, sagte Jonas. „Das ist fair.“

Leyla hob das Schild an. Dahinter war eine Pappschachtel, die als Gebäude diente, mit einer Tür aus einem Post-it. Auf dem Post-it stand: „Bitte klopfen. Ich bin beschäftigt.“

Mira klopfte mit zwei Fingern. „Hallo? Wir suchen den goldenen Pokal.“

Von innen kam eine helle Stimme. „Das Museum ist geöffnet! Aber nur für Leute, die höflich sind und nicht auf den Teppich spucken.“

„Wer würde denn—“ Jonas begann, dann hielt er inne. „Okay, ich kenne Leute. Aber ich war's nicht.“

Die Tür ging auf. Miras kleine Schwester Leni steckte den Kopf heraus. Sie trug eine viel zu große Sonnenbrille und eine Kette aus Büroklammern. „Willkommen! Ich bin Direktorin Leni. Bitte leise, die Exponate schlafen.“

Leyla flüsterte: „Exponate schlafen?“

Ben flüsterte zurück: „Vielleicht sind es Kuscheltiere. Oder Jonas' Witze.“

Jonas flüsterte: „Hey! Meine Witze sind höchstens im Energiesparmodus.“

Mira kniete sich hin, sodass sie auf Lenis Augenhöhe war. „Leni, ich sehe, du hast ein Museum gebaut. Das ist echt kreativ. Aber… unser Pokal gehört zum Stadion. Wir vermissen ihn.“

Leni schob die Brille hoch. „Ich hab ihn nicht geklaut. Ich hab ihn… kuratiert.

Jonas nickte übertrieben. „Ah. Das ist natürlich etwas völlig anderes.“

Leni strahlte. „Er ist jetzt das wichtigste Exponat! Und er bekommt jeden Tag Applaus.“

„Das macht Jonas auch“, murmelte Leyla. „Und wir lassen ihn trotzdem in der Gruppe.“

Mira atmete kurz durch. Sie spürte ein kleines Gewitter in sich. Aber sie hielt es fest wie einen Ballon, der nicht wegfliegen durfte. „Leni, wie wäre ein Deal? Wir helfen dir, ein richtiges Museum zu machen. Mit Schildern und Führung und allem. Und dafür kommt der Pokal nach der Ausstellung wieder ins Stadion.“

Leni runzelte die Stirn. „Wie lange ist ‚nach der Ausstellung‘?“

„Kurz“, sagte Ben. „Sehr kurz. Wie… ein Pflaster abziehen. Zack.“

Jonas rief: „Oder wie Mathehausaufgaben anfangen: du blinzelst, und es ist vorbei!“

„Bei dir ist es eher umgekehrt“, sagte Leyla.

Leni überlegte. „Nur wenn es eine echte Eröffnung gibt. Mit Banddurchschneiden. Und mit… einem VIP-Gast.

Mira grinste. „Abgemacht. Wir machen die beste Museumseröffnung der Teppichgeschichte.“

Kapitel 3: Die Planung des weltberühmten Teppich-Museums

Sie setzten sich im Kreis auf die Stadtmitte, genau da, wo die Teppichstraße einen Kreisverkehr hatte, der aussah wie ein Pfannkuchen.

Mira klatschte in die Hände. „Okay. Aufgabenverteilung. Ben, du bist der Bauchef.“

Ben nickte sofort. „Ich baue ein Eingangstor. Und Schilder, die nicht nach zwei Sekunden umkippen. Also… Schilder mit Tape.“

Leyla zeigte auf Leni. „Ich mache die Ausstellungstexte. Kurz, witzig, aber verständlich. Keine Romane.“

Jonas hob die Hand wie in der Schule. „Und ich bin der VIP-Gast! Ich bin schließlich… sehr wichtig.“

„Du bist eher… sehr laut“, sagte Leyla.

Mira hob eine Augenbraue. „Jonas, du kannst VIP sein, aber nur wenn du auch Publikum spielst. Du musst dich selbst feiern und gleichzeitig leise klatschen.“

Jonas war begeistert. „Ich bin ein Multitalent. Ich klatsche in Stereo.“

Leni sprang auf. „Ich will die Direktorin bleiben! Und ich will ein Band.“

„Wir finden ein Band“, sagte Mira. „Und Leni… ich mag, dass du Dinge sammelst. Aber wenn du dir etwas nimmst, das jemand anders braucht, sag vorher Bescheid, okay? Sonst fühlt es sich nicht gut an.“

Leni sah kurz nach unten. „Ich wollte nur, dass mein Museum richtig cool ist.“

Mira lächelte. „Das verstehe ich. Wir machen es cool. Gemeinsam. Dann muss niemand heimlich kuratieren.“

Ben zog schon Klebeband ab, das „rrrrt“ machte, wie ein kleines Sägegeräusch. „Wir brauchen auch Sicherheitsregeln. Zum Beispiel: Jonas darf nichts anfassen.“

„Unfair!“ Jonas protestierte. „Ich fasse Dinge mit Gefühl an.“

„Genau das ist das Problem“, sagte Leyla trocken.

Mira legte den Kopf schief. „Und ich bin… die Gefühlsbeauftragte. Wenn jemand genervt ist, sagt er's. Wenn jemand sich über sich selbst ärgert, lachen wir freundlich und machen weiter. Einverstanden?“

Alle nickten. Jonas nickte sogar zweimal, nur um sicherzugehen, dass es alle gesehen hatten.

Kapitel 4: Die Eröffnung mit Band, Panne und „Pokal-Drama“

Eine halbe Stunde später sah der Pappkarton aus wie ein echtes Mini-Museum: Ein Eingangstor aus Bauklötzen, Schilder an Zahnstochern, Pfeile, die zu verschiedenen „Sälen“ führten. Ben hatte sogar eine Kasse gebaut, die aus einer leeren Streichholzschachtel bestand.

Leyla las probeweise ein Schild: „Exponat 1: Der legendäre Radiergummi-Komet. Er fliegt nicht, aber er tut so.“

„Das ist mein Radiergummi!“, rief Mira.

„Steht doch da: legendär“, sagte Leyla. „Das ist Werbung.“

Jonas kam mit einer selbstgebastelten Krone aus Papier. Darauf stand: „VIP JONAS, sehr wichtig, bitte nicht ansprechen (außer zum Loben).“

Mira stöhnte. „Jonas…“

„Keine Sorge“, sagte Jonas. „Ich habe auch eine zweite Krone. Für mein zweites Ich.“

Leni hielt ein rotes Wollstück hoch. „Das Band!“

„Perfekt“, sagte Ben. „Wer schneidet es durch?“

Alle starrten Jonas an, weil er schon eine Schere wie ein Ritter sein Schwert hielt.

Mira hob schnell die Hand. „Moment. Leni ist Direktorin. Sie schneidet.“

Jonas senkte die Schere. „Ich kann auch… moralische Unterstützung schneiden.“

Leni stellte sich vor den Eingang, die Sonnenbrille schief, sehr offiziell. „Ich erkläre das Museum für eröffnet!“

Sie setzte die Schere an. In dem Moment sprang Jonas aufgeregt nach vorn. Sein Fuß landete auf dem Teppich-Fluss. Das wäre okay gewesen, wenn er nicht gleichzeitig Ben's Boot erwischt hätte. Das Boot schoss los, rutschte über den Teppich, knallte gegen die Kasse, und die Streichholzschachtel machte „klack“ und spuckte Kleingeld… also Knöpfe… in alle Richtungen.

Alle starrten die rollenden Knöpfe an, als wären es ausgebrochene Käfer.

Jonas flüsterte: „Das war… eine Sonderausstellung: ‚Knopf-Flucht in freier Wildbahn‘.“

Ben presste die Lippen zusammen. Man sah, wie er innerlich bis zehn zählte. Dann bis elf. Dann atmete er aus. „Ich bin nicht wütend. Ich bin nur… sehr konzentriert auf meine Ruhe.“

Mira legte ihm kurz die Hand auf den Arm. „Alles okay?“

Ben nickte. „Ja. Ich hab Tape. Tape ist mein Yoga.“

Leyla begann zu lachen, erst leise, dann lauter. „Jonas, du bist ein wandelnder Unfall mit Werbetext.“

Jonas verbeugte sich. „Danke. Das ist mein Lebenslauf.“

Leni stand immer noch mit der Schere da und guckte erst auf die Knöpfe, dann auf Jonas. „Das Museum ist… kaputt?“

Mira hockte sich zu ihr. „Nicht kaputt. Nur… lebendig. Wir sammeln die Knöpfe ein und machen weiter. Eröffnungen sind manchmal chaotisch.

„Chaotisch ist mein zweiter Vorname“, sagte Jonas.

„Dein zweiter Vorname ist ‚Geräusch‘“, korrigierte Leyla.

Gemeinsam krabbelten sie los. Ben klebte die Kasse wieder fest. Leyla stellte die Schilder gerade. Mira sammelte Knöpfe und fragte zwischendurch: „Alles gut bei dir, Leni? Du guckst so, als hättest du gerade eine Zitrone gesehen, die Mathe kann.“

Leni schniefte. „Ich wollte, dass es perfekt ist.“

Mira grinste. „Perfekt ist langweilig. Außerdem… wenn etwas schiefgeht, haben wir später eine Geschichte. Und Geschichten sind besser als Perfektion.

Jonas warf einen Knopf in die Luft und fing ihn. „Dieser Knopf heißt jetzt ‚Sir Rollalot‘. Er ist der Held des Tages.“

Ben schob ihm wortlos ein Stück Tape hin. „Kleb deinen Helden irgendwo fest.“

Leni kicherte. Dann schnitt sie endlich das Band durch. „Eröffnet!“

Alle klatschten. Jonas klatschte in Stereo. Es klang, als würden zwei kleine Seehunde diskutieren.

Kapitel 5: Die Führung, die aus dem Ruder läuft (und wieder zurück)

Leni führte sie durch die Ausstellung. „Hier ist Exponat 2: Der sehr wichtige Pokal.“

Da stand er: der goldene Mini-Pokal, auf einem Sockel aus Legosteinen. Er glänzte, als hätte er heimlich geübt.

Mira spürte, wie ihr Gewitter sich in warme Luft verwandelte. „Er sieht wirklich… museumsmäßig aus.“

„Er bekommt auch jeden Morgen Guten Tag gesagt“, erklärte Leni.

Jonas salutierte vor dem Pokal. „Guten Tag, Eure Glänzigkeit.“

Leyla zeigte auf ihr Schild neben dem Pokal. „Da steht: ‚Bitte nicht anfassen. Der Pokal ist schüchtern.‘“

„Schüchtern?“ Jonas flüsterte. „Ich dachte, Pokale sind stolz.“

„Dieser nicht“, sagte Leyla. „Er ist introvertiert. Wie Ben, wenn jemand über Tape lacht.“

Ben räusperte sich. „Niemand lacht über Tape.“

Genau in diesem Moment löste sich ein Stück Tape am Sockel. Der Pokal wackelte. Alle hielten den Atem an.

Jonas flüsterte: „Ähm… der schüchterne Pokal versucht zu fliehen.“

Mira streckte langsam die Hand aus, als würde sie ein scheues Tier füttern. „Ganz ruhig. Niemand ist böse.“

Der Pokal kippte trotzdem. Ben schoss vor, fing ihn aber nicht mit der Hand, sondern mit einem Stück Tape, das er wie ein Klett-Netz auswarf. Es machte „pff“ und klebte am Pokal fest.

Der Pokal hing jetzt an Bens Tape wie eine goldene Fledermaus.

Stille.

Dann prustete Leyla los. „Ben hat gerade einen Pokal… gefangen! Mit Tape!“

Jonas japste. „Das ist Superkraft-Level!“

Ben schaute auf sein Werk und musste selbst lachen, obwohl er das sonst selten tat. „Okay. Das sah… albern aus.“

Mira grinste. „Albern ist heute unser Thema.“

Leni klatschte. „Das war die beste Stelle der Führung! Können wir das nochmal machen?“

„Nein“, sagte Ben sofort.

„Einmal pro Tag“, verhandelte Jonas.

Mira hob einen Finger. „Wir machen es anders: Wir bauen den Sockel stabiler. Dann muss niemand fangen. Und der Pokal kann… weniger Fledermaus sein.“

Sie setzten sich zusammen. Ben verstärkte den Sockel mit zwei extra Legosteinen und Tape, das diesmal aussah wie ein Sicherheitsgurt. Leyla schrieb ein neues Schild: „Der Pokal hängt heute NICHT in der Luft. Danke.“

Jonas setzte sein VIP-Gesicht auf und flüsterte dem Pokal zu: „Du hast Glück. Ich hätte dich auch gefangen, aber ich wollte Ben den Moment lassen.“

„Sehr großzügig“, sagte Mira.

Leni schaute Mira an. „Wenn der Pokal wieder ins Stadion muss… darf ich dann trotzdem ein Museum haben?“

Mira nickte. „Klar. Aber wir stellen Dinge aus, die dafür gedacht sind. Oder wir fragen vorher. Dann fühlt sich niemand überrollt.“

Leni nickte ernst, als hätte sie gerade einen Vertrag unterschrieben. „Abgemacht.“

Kapitel 6: Rückkehr ins Stadion und die einfache Erkenntnis

Als die „Besucher“—also sie selbst—ein letztes Mal gekichert hatten (Eintritt musste schließlich bezahlt werden), trugen sie den Pokal gemeinsam zum Stadion-Rechteck.

Jonas machte Trompetengeräusche. „Tüüüt-tüüüt! Der Pokal kehrt zurück! Bitte weinen Sie jetzt vor Rührung!“

Leyla klatschte langsam. „Jonas, wenn du noch rührender wirst, rutsche ich aus.“

Ben stellte den Pokal vorsichtig neben das Tor. Diesmal stand er stabil, ganz ohne Tape-Fledermausnummer.

Mira setzte sich zurück auf die Fersen. Der Teppich fühlte sich warm an, ein bisschen wie ein vertrauter Platz in einer großen, albernen Welt. „Okay. Wir haben den Pokal, wir haben ein Museum, und wir haben… ungefähr hundert Knöpfe, die jetzt irgendwo leben.“

Jonas nickte feierlich. „Die Knöpfe haben jetzt Freiheit. Das ist schön.“

Leni lehnte sich an Mira. „Tut mir leid, dass ich ihn einfach genommen hab.“

Mira drückte kurz ihre Schulter. „Danke, dass du's sagst. Und hey—dein Museum war wirklich cool. Mit dir als Direktorin.“

Leni grinste. „Ich brauche aber noch mehr Exponate. Vielleicht… eine sehr wichtige Socke?“

„Nur wenn sie freiwillig kommt“, sagte Leyla.

Ben rollte sein Tape ein. „Ich kann ein Schild basteln: ‚Socke ruht sich aus. Bitte nicht kitzeln.‘“

Jonas lachte so laut, dass er fast vom Teppich-Kreisverkehr rutschte. „Ich liebe unser Team. Wir sind wie ein Museum: manchmal schief, aber immer interessant.“

Mira spürte, wie alle ruhiger wurden. Das Lachen blieb, aber es wurde weicher, wie eine Decke.

Sie schaute in die Runde. „Weißt du, was das Einfachste an heute war?“

„Dass ich VIP war“, sagte Jonas sofort.

„Nein“, sagte Mira und grinste. „Dass man über sich selbst lachen kann, ohne sich schlecht zu fühlen. Dann wird sogar ein Pokal, der fast fliegt, nur eine gute Geschichte.“

Leyla nickte. „Und gemeinsam ist's noch besser.“

Ben brummte zustimmend. „Und mit Tape wird's stabiler.“

Leni gähnte. „Und mit Freunden… macht sogar Chaos Spaß.“

Mira lehnte sich zurück, sah auf den Teppich mit seinen Straßen und seinem Fluss. Alles war wieder an seinem Platz. Nicht perfekt. Aber genau richtig.

Und irgendwo, ganz bestimmt, rollte ein Knopf namens Sir Rollalot zufrieden durch die Teppichstadt und dachte: Heute war ein guter Tag.

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Kuratiert
Etwas sorgfältig sammeln und so zeigen, dass es gut aussieht.
Exponate
Sachen, die in einem Museum gezeigt werden.
Museum
Ein Ort, wo viele besondere Dinge ausgestellt sind.
Ausstellung
Eine Schau mit vielen Gegenständen zum Anschauen.
Eröffnung
Der erste Moment, an dem ein Ort oder Ereignis beginnt.
Banddurchschneiden
Ein Band zerschneiden, um eine Feier offiziell zu starten.
Sockel
Ein fester Unterbau, auf dem etwas steht.
Konzentriert
Sehr aufmerksam bei einer Sache bleiben, ohne abzulenken.
Chaotisch
Wenn vieles durcheinander und unordentlich ist.
Introvertiert
Schüchtern oder lieber ruhig, nicht gern im Mittelpunkt.
Exponat
Ein einzelner Gegenstand, der im Museum gezeigt wird.
Eintritt
Das Geld oder die Erlaubnis, um irgendwo hineinzukommen.
VIP-Gast
Ein sehr wichtiger Besucher, der besonders behandelt wird.
Perfektion
Wenn etwas ohne Fehler und ganz genau ist.
Tape
Klebeband, das Dinge zusammenhält oder repariert.

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