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Märchen 3/4 Jahre Lesen 7 min.

Der Wald der leuchtenden Worte

Mira, ein Mädchen mit einer besonderen Verbindung zu Worten, verliert eines Tages ihre Geschichten und begibt sich mit einem Lichtfunken namens Lumio in den Zauberwald, um die verlorenen Worte zurückzuholen. Dort entdeckt sie die Kraft der Worte und ihre Bedeutung für die Welt um sie herum.

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Eine junge Frau namens Mira, mit leuchtenden Augen wie Sommerrücken und welligem kastanienbraunem Haar, steht inmitten einer verzauberten Lichtung. Sie hat ein warmes, erstauntes Lächeln und ihre Arme sind weit geöffnet, als wolle sie die Magie um sich herum umarmen. An ihrer Seite schimmert ein kleines, leuchtendes Wesen namens Lumio, ein Lichtwort, und schwebt fröhlich in der Luft. Der Ort ist ein wunderschöner, magischer Wald mit dicken, knorrigen Baumstämmen und glänzenden Blättern wie Smaragde. Bunte Blumen mit strahlenden Blütenblättern bedecken den Boden, und funkelnde Sterne tanzen in einem tiefblauen Nachthimmel. Die Hauptsituation zeigt Mira, die erstaunt Wörter aus Licht entdeckt, die um sie herum schweben und die Lichtung mit lebendigen Farben erhellen. Lichtblitze entweichen den Wörtern und schaffen eine fröhliche, magische Atmosphäre, während kleine Lichtfunken um sie herumtanzen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Es war einmal, vor gar nicht so langer Zeit, eine junge Frau, die hieß Mira.

Mira hatte Augen so klar wie zwei kleine Seen im Frühling.

Wenn sie lachte, klang es wie leise Glöckchen im Wind.

Mira liebte Worte.

Früher kamen die Worte zu ihr wie bunte Schmetterlinge.

Sie flogen um ihren Kopf, setzten sich auf ihre Lippen und wurden zu Geschichten.

Doch eines Tages wurden die Worte müde.

Sie versteckten sich wie kleine Mäuse hinter den Möbeln der Welt.

Mira seufzte.

„Wo seid ihr, ihr Worte?“, flüsterte sie.

Ihre Stimme war sanft wie ein warmer Abend.

„Kommt doch zurück zu mir.“

Da hörte sie ein leises Klingen.

Es klang wie ein winziger Stern, der lächelt.

Vor ihr, auf ihrem Fensterbrett, saß ein Lichtfunken, kaum größer als ein Marienkäfer.

Er schimmerte golden und blau, wie der Anfang eines Regenbogens.

„Guten Abend, Mira“, sagte der Funke.

Seine Stimme war hell und freundlich.

„Ich heiße Lumio. Ich bin ein Wortlicht. Ich kenne den Weg zu den verlorenen Worten.“

Mira staunte.

„Ein Wortlicht?“, fragte sie.

„Ja“, sagte Lumio und hüpfte auf ihre Hand.

„In jedem guten Wort wohnt ein kleines Licht. Wenn Menschen ihre Worte vergessen, fliegen die Lichter nach Hause in den Zauberwald. Willst du dorthin gehen?“

Miras Herz wurde warm.

„Ja“, sagte sie leise. „Ich möchte die Magie der Worte wiederfinden.“

Lumio nickte und wurde ein wenig heller.

„Dann schließ deine Augen“, flüsterte er.

Mira schloss die Augen.

Sie atmete ein.

Sie atmete aus.

Die Luft wurde weich wie ein Kissen.

Ein sanfter Wind strich um ihre Haare.

Als sie die Augen wieder öffnete, stand sie nicht mehr in ihrem Zimmer.

Sie stand in einem Wald, der ganz aus leiser Musik zu sein schien.

Die Bäume hatten Blätter wie kleine, grüne Hände.

In jeder Handfunken lag ein Lichtkorn, das leise glühte.

Der Himmel über dem Wald war tiefblau und doch hell.

Sterne hingen darin wie silberne Tropfen.

Sie fielen nicht, sie tanzten.

Lumio schwebte vor Miras Nase.

„Willkommen im Wald der Worte“, sagte er stolz.

„Hier wohnen alle guten Worte der Welt. Schau nur.“

Mira ging langsam einen weichen Moosweg entlang.

Das Moos fühlte sich an wie ein freundlicher Teppich.

Aus den Büschen kamen flüsternde Laute.

„Danke“, rauschte es hier.

„Bitte“, schimmerte es dort.

„Guten Morgen“, sang von einem Ast.

„Ich hab dich lieb“, tanzte über ihre Schultern.

Jedes Wort war ein kleines Licht, eine kleine Farbe, eine kleine Melodie.

Mira lächelte.

„Wie schön ihr seid“, sagte sie sanft.

Die Worte leuchteten noch heller.

Doch ein kleiner Winkel im Wald war ganz grau.

Dort war die Luft ein bisschen stiller.

Mira bemerkte es und blieb stehen.

„Warum ist es hier so grau?“, fragte sie leise.

Lumio wurde ein wenig ernster, aber nicht traurig.

„Hier wohnen die vergessenen, traurigen Worte“, sagte er.

„Sie sind nicht böse. Sie sind nur müde, weil niemand sie freundlich ruft.“

In der grauen Ecke saßen kleine, matte Funken.

Sie flackerten kaum.

Einer flüsterte: „Entschuldigung.“

Ein anderer hauchte: „Verzeih mir.“

Ein dritter seufzte: „Ich verstehe dich.“

Mira kniete sich hin.

Sie legte die Hand sanft auf den Boden.

„Ihr seid wichtig“, sagte sie.

Ihre Stimme war wie warme Milch.

„Wenn Menschen sich entschuldigen, wird ein schweres Herz wieder leicht. Wenn sie sagen: ‚Ich verstehe dich‘, wird die Welt weicher. Ihr seid schöne Worte. Kommt, leuchtet wieder.“

Die grauen Funken zuckten.

Sie sahen Mira an, so gut Funken eben sehen können.

Dann wurden sie ein kleines bisschen heller.

„Glaubst du das wirklich?“, fragte ein dünnes Stimmchen.

„Ja“, sagte Mira. „Ich glaube das mit ganzem Herzen.“

Sie legte ihre Hand auf ihre Brust.

„Mein Herz weiß es.“

Da wurde es im grauen Winkel heller.

Die müden Worte streckten sich wie Katzen im Sonnenschein.

Langsam begann ihre Farbe zurückzukommen.

Ein Funken wurde rosarot.

Einer wurde hellgrün.

Ein anderer wurde goldgelb wie Morgensonne.

Lumio lachte.

„Siehst du?“, rief er.

„Wenn man ein Wort mit Liebe anschaut, beginnt es wieder zu leuchten.“

Mira stand auf.

Ihr Herz fühlte sich leicht an, wie ein Blatt im Wind.

Sie hörte wieder alle Worte, die im Wald flogen.

Freundliche Worte.

Tröstende Worte.

Fröhliche Worte.

Ruhige Worte.

„Möchtest du sie mit nach Hause nehmen?“, fragte Lumio.

„Nicht alle“, sagte Mira.

„Aber die, die bei mir wohnen wollen. Ich werde gut auf sie aufpassen.“

Da bildete sich um Mira ein leiser, bunter Wirbel.

Worte tanzten um sie herum, wie Sterne, die spielen.

„Ich heiße Mut“, sagte ein leiser, klarer Stern.

„Ich bin Geduld“, flüsterte ein anderer.

„Ich heiße Zuhören“, summte ein dritter.

Mira nickte jedem Wort zu.

„Kommt“, sagte sie.

„Bei mir gibt es Platz. In meinem Herzen. In meinem Haus. In meinem Alltag.“

Lumio strahlte so hell, dass selbst die Sterne kurz staunten.

„Jetzt kannst du zurück“, sagte er.

„Und wenn du liebevolle Worte sprichst, wird unser Wald noch heller. Dann wachsen neue Wortlichter.“

Wieder schloss Mira die Augen.

Der weiche Wind kehrte zurück.

Ein letzter Sternenklang.

Als sie die Augen öffnete, stand sie wieder in ihrem Zimmer.

Doch etwas war anders.

Die Luft war voller leiser Musik.

An der Wand tanzten helle Schatten, wie goldene Schmetterlinge.

Mira setzte sich ans Fenster.

Die Nacht draußen war dunkel, aber nicht leer.

Sie war wie eine Decke, unter der die Sterne leise atmen.

Mira legte die Hand auf ihr Herz.

Sie spürte dort ein warmes Flimmern.

Worte, ganz viele, kleine, freundliche Worte.

Leise sagte sie:

„Guten Abend, Welt. Danke für heute. Ich hab dich lieb.“

Draußen flackerte ein Stern.

Auf ihrem Fensterbrett saß wieder Lumio, ganz klein und ruhig.

„Wir hören dich“, sagte er leise.

Dann wurde er zu einem winzigen Punkt und schlief ein.

Mira lächelte.

Sie wusste nun:

Solange sie liebevolle Worte sprach, blieb das Licht in ihrem Herzen hell.

Und wenn es einmal ein bisschen dunkler wurde, brauchte sie nur zu flüstern:

„Ich erinnere mich an euch, ihr guten Worte.“

Dann kamen sie zurück, wie vertraute Freunde.

Sie setzten sich auf ihre Lippen.

Sie leuchteten in ihren Augen.

Und die Nacht wurde sanft.

Und das Herz wurde ruhig.

Und der Morgen würde wieder hell sein.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Mira
Der Name der Hauptfigur in der Geschichte.
Worte
Das sind die Dinge, die wir sprechen oder schreiben. Es sind die kleinen Teile der Sprache.
Schmetterlinge
Das sind bunte Insekten, die fliegen können und oft sehr schön aussehen.
Zauberwald
Ein magischer Wald, in dem besondere Dinge passieren und wo die Worte wohnen.
Vergessenen
Das bedeutet, dass man sich nicht mehr an etwas erinnert oder dass etwas nicht mehr wichtig ist.
Herz
Das ist ein wichtiger Teil unseres Körpers, der das Blut pumpt, aber es ist auch ein Symbol für Gefühle wie Liebe.

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