Kapitel 1: Der bunte Tag im Kindergarten
„Mama, warum sehe ich anders aus als Max?“, fragt Emil leise, als er heute Morgen in den Kindergarten geht.
Mama lächelt. „Jeder Mensch ist besonders, Emil. Du bist du, und das ist wunderbar.“
Emil denkt nach. Er hält Mamas Hand ganz fest.
Als sie am Kindergarten ankommen, rennt Max schon auf Emil zu.
„Hallo Emil! Wollen wir heute zusammen malen?“, fragt Max fröhlich.
Emil nickt. Zusammen ist alles schöner.
Im Gruppenraum sitzen viele Kinder. Heute gibt es eine groĂźe Bastelstunde.
Die Erzieherin, Frau Sommer, lacht freundlich: „Heute machen wir eine Weltkugel aus Papier. Jeder darf malen, was ihm wichtig ist.“
Emil schaut sich um. Neben ihm sitzt Mira. Mira hat dunkle Haare und ein schönes buntes Kleid.
„Ich male meine Familie“, sagt Mira und lacht. „Mein Papa kommt aus Italien, meine Mama aus Syrien.“
Max malt einen Hund. „Ich liebe Hunde!“, ruft Max.
Emil ĂĽberlegt. Er nimmt viele bunte Stifte.
Frau Sommer fragt: „Was möchtest du malen, Emil?“
Emil sagt: „Ich male meine Oma. Sie wohnt ganz weit weg. Wir telefonieren oft.“
„Das ist schön!“, sagt Frau Sommer. „Alle Menschen sind verschieden. Und zusammen sind wir eine tolle Gruppe.“
Kapitel 2: Gemeinsam lachen, gemeinsam lernen
Mira lächelt Emil an. „Meine Oma wohnt auch weit weg. Sie schickt mir manchmal Süßigkeiten.“
Max ruft: „Meine Oma wohnt hier. Sie macht die besten Kekse.“
Emil lacht. „Omas sind immer besonders, egal wo sie wohnen!“
Alle Kinder nicken.
Frau Sommer fragt: „Welche Sprache spricht eure Oma?“
Mira sagt stolz: „Italienisch und Arabisch.“
Max sagt: „Nur Deutsch.“
Emil flüstert: „Meine Oma spricht Polnisch.“
Frau Sommer klatscht in die Hände. „Das ist wunderbar! Wir sind alle verschieden. Das macht uns stark und fröhlich.“
Emil denkt: „Ich spreche manchmal Polnisch mit Oma. Manchmal spreche ich Deutsch mit Max. Das ist schön.“
Mira sagt leise zu Emil: „Weißt du, ich hatte mal Angst, weil ich anders aussehe. Aber jetzt mag ich meine Haare.“
Emil sagt: „Ich auch. Ich mag meine dunklen Augen. Und ich mag, dass Max helle Haare hat.“
Max grinst: „Wir sind alle anders. Das ist lustig!“
Die Kinder malen weiter. Bunte Häuser, Blumen, Sonne, Herzen.
Frau Sommer schaut zu: „Jede Farbe ist wichtig. Stellt euch eine Welt nur mit einer Farbe vor. Ganz langweilig, oder?“
Alle Kinder lachen.
Kapitel 3: Das groĂźe Bild und ein warmes Herz
Am Ende der Stunde halten die Kinder ihre Bilder hoch.
Emil sieht viele bunte Bilder. Jeder hat etwas anderes gemalt.
„Schaut mal!“, ruft Max. „Das ist unser großes Bild.“
Sie legen alle Bilder zusammen. Aus vielen kleinen Bildern wird ein groĂźes, buntes Bild.
Frau Sommer sagt: „Gemeinsam ist es besonders schön. Jeder von euch ist ein wichtiger Teil.“
Mira nimmt Emils Hand. „Wir gehören zusammen, Emil.“
Emil lächelt. „Ich gehöre dazu. Du auch, Mira. Und Max. Und alle anderen.“
Max ruft: „Wir sind eine tolle Gruppe!“
Die Kinder klatschen und lachen.
Als Emil am Nachmittag nach Hause geht, fragt er Mama: „Mama, bist du stolz auf mich?“
Mama nimmt Emil in den Arm. „Ja, Emil. Ich bin stolz, dass du du bist. Jeder Mensch ist besonders. Und zusammen sind wir stark.“
Emil lächelt.
Im Herzen fĂĽhlt er sich warm und froh.
Er weiß jetzt: Anders sein ist schön. Und zusammen ist am schönsten.