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Humorvolle Fantasy 9/10 Jahre Lesen 18 min.

Brummibold Bär und die Schule der höflichen Zauber

Der ordentliche Bär Brummibold gründet mit der Elster Flitz eine Höflichkeits-Schule, um ungezogene Alltagszauber wie Zappel-, Kitzel- und Unsichtbar-Sprüche zu zähmen, indem sie Bitte, Danke und Entschuldigung beibringen.

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Große anthropomorphe brauner Bär, freundlich, rundes, schnurrbartbewehrtes Gesicht, funkelnde Augen, resigniert-amüsiert, mit klebrig buntem Konfetti bedeckt, hält sein karierte Halstuch und wischt Papierfetzen; auf seiner Schulter eine schwarz-weiße Elster, lachend, mit einer kleinen Löffelkette, die auf den Paradechef zeigt; darüber ein unsichtbares Showwort als goldene Klangblase TADAA!, über einem hohlen Baumstamm, mit kleinen Sternchen, triumphierend aber gedämpft; ein lächelnder, lebendiger Besen fegt den Boden, gestreifte Seifenblasen und leuchtende Girlanden schweben, Waldtiere (Maus, Igel, Eichhörnchen) klatschen; Ort Pfannkuchenwiese mit hohem goldenen Gras, rosa-gelben Blütenflecken, Glühwürmchenlaternen an tiefen Ästen und einem großen hohlen Stamm als Bühne; Szene: humorvolle Parade, Bär mit klebrigem Konfetti nach übertriebenem Wurf, Elster lacht und ermutigt, das leuchtende TADAA! wirkt entschuldigend, festliche, leicht verlegene Stimmung, lebendige Farben und kontrastreiche Texturen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der Tag, an dem ein Zauberspruch „HÄ!“ sagte

Brummibold Bär wachte auf, weil sein Teekessel beleidigt pfiff. Nicht einfach „Piiiiiep“, sondern „Piiiiep-ich-bin-ein-Opfer!“

„Guten Morgen“, sagte Brummibold höflich.

Der Teekessel antwortete mit einem Dampfstoß, der aussah wie ein Schnurrbart. Ein sehr frecher Schnurrbart.

„Aha“, murmelte Brummibold. „Heute bringe ich der Magie Manieren bei.“

Brummibold war ein freiwilliger Bär. Wenn es irgendwo etwas zu ordnen gab, ordnete er es. Wenn irgendwo ein Knoten war, knüpfte er ihn noch fester, damit er sich endlich benehmen lernte. Und in seinem Wald, dem Wackelwald, passierten in letzter Zeit… Dinge.

Zum Beispiel hüpfte das Brot aus dem Korb, sobald man es ansehen wollte. Der Honig klebte nur an Pfoten, die ihn nicht verdient hatten. Und die Uhr im Baumstamm ging immer dann schneller, wenn jemand „gleich“ sagte.

„Magie“, knurrte Brummibold, „ist wie ein Eichhörnchen: niedlich, aber sie klaut dir die Nüsse, wenn du nicht aufpasst.“

Er band sich sein kariertes Halstuch um, nahm ein Notizblatt aus Birkenrinde und schrieb oben drauf:

1. Bitte

2. Danke

3. Entschuldigung

4. Nicht furzen in Gegenwart von Gästen (gilt auch für Zauber)

Er ging hinaus. Vor seiner Höhle wartete schon Flitz, die Elster. Sie trug eine alte Teelöffel-Kette und grinste, als hätte sie ein Geheimnis im Schnabel.

„Du willst der Magie Manieren beibringen?“, krächzte Flitz. „Viel Glück. Gestern hat ein Aufräum-Zauber meinen ganzen Nest-Schrott sortiert. Jetzt finde ich nichts mehr!“

„Das ist doch gut.“

„Nein! Schrott muss man finden können. Sonst ist es nur… ordentlich.“

Brummibold nickte ernst. „Teamarbeit. Du hilfst mir. Du bist gut im Reden. Ich bin gut im… Brummen.“

„Ich bin auch gut im Brummen“, sagte Flitz.

„Dann wird das ein lauter Tag.“

Sie stapften zum Dorfplatz des Waldes, wo die Alltagsmagie gern herumlungerte wie ein fauler Pilz. Heute stand dort ein Besen, der ohne Pfoten fegte – aber nur die sauberen Stellen.

„Besen!“, rief Brummibold. „Stopp. Wir üben Höflichkeit.“

Der Besen hielt an, tippte sich mit den Borsten an die Stirn und fegte dann Brummibolds Halstuch vom Hals.

„Hey!“, rief Flitz. „Das war frech!“

Der Besen schrieb mit Staub auf den Boden: „LOL.“

Brummibold blinzelte. „Aha. Erste Lektion: Man sagt ‘Bitte', wenn man etwas will.“

Er stellte sich breitbeinig hin. „Besen, gib mir mein Halstuch zurück. Bitte.“

Der Besen zögerte. Dann fegte er das Halstuch in einer eleganten Kurve zurück – und schrieb: „Bitteschön??“

„Fast“, sagte Brummibold. „Du hast die Richtung. Du brauchst nur das Herz.“

Flitz kicherte. „Und weniger ‘LOL'.“

Da knallte es. Aus dem Brunnen sprang ein kleiner Spruch wie eine Seifenblase, prallte gegen Brummibolds Nase und platzte in einem Wortregen: „ZAPP!“

Brummibolds Pfoten zuckten, als wollten sie tanzen. Seine Ohren wippten. Sein Bauch machte: wubwubwub.

„ZAPP“, sagte Flitz bewundernd. „Der Zappelzauber. Der ist neu.“

„Ungezogen ist er“, knurrte Brummibold, während er versuchte, still zu stehen. Es gelang ihm so gut wie einer Schnecke beim Stepptanz. „Der braucht Manieren. Und eine Pause.“

Der Zauber, unsichtbar aber eindeutig kichernd, ließ Brummibold über den Platz hüpfen. Der Besen fegte im Takt.

Flitz flüsterte: „Brummibold… Teamarbeit?“

Brummibold nickte zappelnd. „Du redest. Ich… zappel.“

„Zappelzauber!“, rief Flitz. „Wenn du schon rumhüpfst, sag wenigstens ‘Entschuldigung'!“

Der Zauber antwortete, indem er Brummibold ein Bein stellte. Brummibold landete in einem Haufen Moos und hörte das Kichern deutlich.

„Gut“, sagte Brummibold aus dem Moos. „Dann machen wir das eben offiziell. Wir gründen… die Höflichkeits-Schule für Zauberei.“

Kapitel 2: Die Höflichkeits-Schule und die drei unartigen Sprüche

Die Schule war schnell gebaut. Brummibold stellte ein Schild auf: „Bitte und Danke – Eintritt frei, Benehmen nicht.“

Flitz sorgte für Werbung. Sie flog im Kreis und rief: „Kommt alle! Heute lernen Zauber, wie man nicht nervt!“

Als Erste erschienen drei Sprüche.

Der Zappelzauber kam, weil er sowieso nicht still sitzen konnte. Er wirbelte durch die Luft und ließ Steine Tango tanzen.

Dann kam der Kitzelzauber. Man merkte ihn daran, dass Brummibold plötzlich lachen musste, obwohl ihm gar nicht danach war. „Hihihi—hör auf!“, prustete er.

Und zuletzt kam der Unsichtbar-Mach-Spruch. Der war besonders frech, weil er so tat, als wäre er gar nicht da. Aber Flitz zeigte auf eine schwebende Beere. „Aha! Du bist das.“

„Willkommen“, sagte Brummibold und setzte seine strengste Bärenstimme auf. Das war die Stimme, bei der sogar Tannenzapfen sich ordentlich hinlegen.

„Regel eins“, begann er. „Man grüßt.“

Der Zappelzauber ließ die Grashalme winken. Es sah aus wie eine Wiese beim Abschied.

„Nicht schlecht“, sagte Flitz. „Und jetzt mit Worten.“

Der Kitzelzauber kitzelte Flitz am Bauch, sodass sie aus Versehen rief: „Guten MUAHAHA— Morgen!“

„Das zählt nicht“, sagte Brummibold. „Zweite Regel: Man fragt. Mit ‘Bitte'.“

Er zeigte auf einen Apfel, der an einem Ast hing. „Wenn ihr den Apfel wollt, sagt ihr: ‘Darf ich bitte…?'“

Der Zappelzauber ließ den Apfel sofort fallen. Plopp. Auf Brummibolds Kopf.

„Danke“, sagte Brummibold trocken. „Sehr… direkt.“

Flitz schimpfte: „Siehst du! Genau deshalb lernen wir das!“

Der Unsichtbar-Spruch ließ den Apfel verschwinden. Dann tauchte er wieder auf, geschniegelt wie neu – und landete in Flitz' Schnabel. Flitz erschrak, verschluckte sich und rief: „KRAK… Danke?“

„Immerhin ein Danke“, sagte Brummibold. „Dritte Regel: Wenn man etwas kaputt macht, sagt man ‘Entschuldigung' und hilft beim Reparieren.“

Wie zum Beweis zerplatzte der Zappelzauber ein kleines Wasserbläschen aus dem Brunnen und spritzte alle nass.

Flitz tropfte. „Ent-schul-di-gung“, zischte sie.

Der Zappelzauber antwortete mit noch mehr Zappeln.

Brummibold überlegte. Ein Zauber war nicht wie ein Tier. Ein Tier konnte man mit Geduld, Futter und einem sanften „Nein“ erziehen. Ein Zauber war eher wie ein Gedanke mit Turnschuhen.

„Wir machen es anders“, sagte Brummibold. „Wir spielen ein Spiel: Höflichkeits-Staffel.“

Flitz stellte drei Zapfen als Ziel auf.

„Aufgabe“, erklärte Brummibold, „ist: Ihr erfüllt einen Wunsch – aber nur, wenn vorher das richtige Wort kommt. Sonst… nichts.“

„Nichts?“ Flitz grinste. „Das wird hart für Zauber. Die lieben ja ‘alles sofort'.“

Brummibold hob die Pfote. „Erster Wunsch: Ich möchte trockene Pfoten.“

Er wartete. Stille.

Dann, ganz vorsichtig, ließ der Kitzelzauber eine warme Brise auf Brummibolds Pfoten wehen. Es kitzelte nur ein bisschen. Und im Wind klang es, als flüstere etwas: „Bitte…?“

„Sehr gut!“, sagte Brummibold. „Ich habe ‘Bitte' gehört. Jetzt sage ich: Danke.“

Der Wind wurde sofort angenehmer, als hätte er sich über das Danke gefreut.

Flitz staunte. „Aha. Zauber mögen Lob.“

Der Zappelzauber probierte es auch. Er ließ den Besen höflich verbeugen. Der Besen schrieb im Staub: „Bitte.“ Dann: „Danke.“ Dann wieder: „LOL.“

„Wir arbeiten dran“, sagte Brummibold.

Doch da wurde es plötzlich dunkel. Nicht nachts-dunkel. Sondern „Wo ist mein Gesicht“-dunkel. Der Unsichtbar-Spruch hatte die Sonne… na ja… nicht weggezaubert, aber so getan, als gäbe es sie nicht.

„He!“, rief Flitz. „So geht das nicht!“

Brummibold spürte, wie seine Geduld knisterte wie trockenes Laub. „Unsichtbar-Spruch! Entschuldige dich. Sofort.“

Ein kleines, schüchternes Flüstern kam aus der Dunkelheit: „…Ent… schuldigung.“

Die Sonne kam zurück. Und in dem Licht stand plötzlich ein Brief auf dem Boden. Ein Brief aus Blättern, zusammengehalten von einem Faden aus Spinnweben.

Flitz pickte ihn auf. „Für dich, Brummibold.“

Brummibold las. Oder versuchte es. Die Buchstaben hüpften.

„Einladung“, knurrte er. „Zur… Großen Alltagszauber-Parade heute Abend. Ort: Pfannkuchenwiese. Dresscode: Chaos.“

Flitz pfiff. „Das ist eine Falle. Oder eine Party. Oder beides.“

Brummibold rollte das Blatt zusammen. „Dann gehen wir hin. Und wir bringen Manieren mit.“

Kapitel 3: Die Parade der ungezogenen Alltagsmagie

Am Abend leuchtete die Pfannkuchenwiese golden, weil dort die Glühwürmchen immer üben, wie man Laternen spielt. Überall schwebten kleine Zauber: Einer machte Schnürsenkel zu Schlangen, ein anderer ließ Pfützen „Platsch!“ rufen, bevor man reintrat. Sehr höflich war das nicht, aber wenigstens warnte es.

Auf einem Baumstumpf stand der Paradeleiter: ein großer, aufgeblasener Spruch namens „TADAA!“. Man sah ihn nicht, aber man hörte ihn. Er klang wie ein Trompetenstoß, der sich selbst bewundert.

„Willkommen, willkommen!“, dröhnte TADAA!. „Heute feiern wir die Freiheit der Magie! Keine Regeln! Keine Bitte! Keine Danke! Nur… WUUSCH!“

Die Zauber jubelten. Ein Hut sprang von allein auf und spuckte Kaninchen aus. Das Kaninchen sah verwirrt aus und hopste schnell wieder rein.

Brummibold trat nach vorn. Flitz saß auf seiner Schulter wie ein unruhiger Kommentar.

„TADAA!“, rief Brummibold. „Ich bin Brummibold. Und ich habe Regeln.“

Ein Raunen ging durch die Sprüche. Der Zappelzauber machte eine Pirouette. Der Kitzelzauber kicherte sich in einen Ast. Der Unsichtbar-Spruch tat so, als wäre er empört – man merkte es daran, dass plötzlich Brummibolds Halstuch unsichtbar wurde.

„Man kann auch ohne Regeln Spaß haben“, dröhnte TADAA!.

„Und man kann ohne Schuhe rennen“, sagte Brummibold. „Aber dann tritt man in Tannennadeln.“

Flitz rief: „Manieren sind wie ein weiches Kissen für Wörter!“

„Pah!“, machte TADAA!. „Wer braucht Kissen? Wir sind Zauber! Wir sind… WUUSCH!“

Und dann passierte es. TADAA! ließ einen riesigen Konfetti-Schauer regnen. Das Konfetti war klebrig. Es klebte an Fell, Federn, Blättern. Es klebte sogar an Luft. Die Glühwürmchen sahen aus wie panierte Erbsen.

„Oh nein“, stöhnte Flitz. „Das kriegst du nie wieder raus!“

Brummibold stand da, voll Konfetti, und sah aus wie ein Kuchen, der falsch gebacken wurde.

„TADAA!“, sagte er sehr langsam. „Du hast uns beklebt. Du sagst jetzt: Entschuldigung. Und dann hilfst du beim Saubermachen.“

Stille.

Dann dröhnte TADAA!: „Ent… schuldig… ung?“

Es klang, als hätte jemand eine Trompete gezwungen, ein Gedicht zu lesen.

„Besser als nichts“, sagte Brummibold. „Und jetzt: Bitte hilf.“

Flitz flüsterte: „Teamarbeit, sonst wirst du ein wandelnder Bastelkleber.“

Brummibold nickte. „Alle zusammen!“, rief er in die Menge. „Zauber, Tiere, alles was fliegt oder wackelt: Wir machen den Höflichkeits-Test. Wer ‘Bitte' sagt, darf zaubern. Wer ‘Danke' sagt, bekommt Applaus. Wer ‘Entschuldigung' sagt, bekommt Hilfe.“

Ein paar Eichhörnchen kamen dazu. Ein Dachs. Zwei Igel, die aussahen, als hätten sie sowieso immer schlechte Laune, aber heimlich gern helfen.

„Warum sollten wir?“ krächzte ein Rabe.

Flitz zeigte auf Brummibold, der immer noch klebte. „Weil sonst der Bär morgen als Tannenzapfen-Deko endet.“

Das überzeugte alle. Aus praktischen Gründen.

Der Kitzelzauber pustete vorsichtig warme Luft: „Bitte…?“ Das Konfetti lockerte sich.

Der Zappelzauber wackelte die Grashalme so, dass sie wie kleine Hände klatschten und das Konfetti abschüttelten. Er flüsterte: „Danke!“ – und wackelte dann extra hübsch.

Der Unsichtbar-Spruch machte das Konfetti kurz unsichtbar, damit man es leichter wegschieben konnte. Flitz rief: „Entschuldigung, dass ich dich vorhin ‘frech' genannt habe!“

Der Unsichtbar-Spruch ließ ihr Teelöffelchen kurz funkeln. Das war seine Art, „Schon gut“ zu sagen.

TADAA! brummte, als hätte er Bauchweh. Dann ließ er einen sanften Wind entstehen, der das Konfetti in einen großen Haufen pustete. „Bitte“, dröhnte er leiser. „So?“

„So“, sagte Brummibold. „Und jetzt… Danke.“

Als Brummibold das Wort sagte, passierte etwas Seltsames. Die Luft wurde leichter. Die Zauber schienen nicht kleiner, aber… freundlicher. Als hätte jemand ihnen eine Decke über die Schultern gelegt.

Flitz staunte. „Danke ist mächtig.“

„Es ist Magie“, sagte Brummibold. „Nur ohne Kleber.“

TADAA! räusperte sich. „Vielleicht… sind Regeln nicht das Ende des Spaßes. Vielleicht sind sie… der Anfang davon.“

„Genau“, sagte Brummibold. „Und jetzt kommt die schwierigste Lektion: Höflich bleiben, wenn man gewinnt.“

TADAA! schwieg kurz. Dann dröhnte er: „Bitte… gib mir noch eine Chance.“

Brummibold grinste. „Gern.“

Kapitel 4: Das große Missverständnis mit der Bitte

Am nächsten Morgen hatte der Wald eine neue Angewohnheit: Alles fragte höflich. Aber… leider ein bisschen zu viel.

Der Bach plätscherte: „Darf ich bitte fließen?“

Die Steine murmelten: „Dürfen wir bitte steinig sein?“

Ein Pilz fragte Brummibold: „Darf ich bitte wachsen, oder wäre das zu aufdringlich?“

Brummibold rieb sich die Stirn. „Ich wollte Manieren, nicht eine Wald-Konferenz.“

Flitz las Brummibolds Birkenrinden-Notizen. „Vielleicht hast du den Zaubern beigebracht, dass man immer fragt. Jetzt fragen sie sogar, ob sie fragen dürfen.“

Da tauchte TADAA! auf. Er klang heute nicht wie eine Trompete, eher wie ein vorsichtiges Glöckchen. „Ähm… darf ich bitte… Tadaa machen?“

„Ja“, sagte Brummibold.

„TADAA!“, rief TADAA! – und es war ein winziges Tadaa. Ein Konfetti-Krümelchen, das brav auf den Boden fiel und sich sofort selbst aufräumte.

„Siehst du“, seufzte Flitz. „Jetzt ist es zu höflich. Das ist auch komisch.“

Brummibold dachte nach. „Manieren sind kein Käfig. Sie sind ein Wegweiser.“

Er stellte sich auf einen Baumstumpf. „Hört zu, alle! Bitte ist nicht dafür da, dass ihr Angst bekommt. Bitte ist dafür da, dass ihr zeigt: ‘Ich sehe dich.'“

Der Wald wurde still. Sogar die Uhr im Baumstamm hielt kurz die Zeiger an, um besser zuzuhören.

„Und Danke“, fuhr Brummibold fort, „heißt: ‘Ich habe gemerkt, dass du geholfen hast.' Und Entschuldigung heißt: ‘Ich will es besser machen.'“

Der Kitzelzauber wehte umher und kitzelte diesmal niemanden. Er schwebte nur wie ein warmes Lachen.

Der Zappelzauber wippte, aber er trat niemandem auf die Pfote. Das war für ihn eine echte Heldentat.

Der Unsichtbar-Spruch ließ ein paar Beeren unsichtbar werden – und machte sie gleich wieder sichtbar. So, als würde er sagen: „Nur zum Spaß. Nicht zum Ärgern.“

Flitz hob den Schnabel. „Also dürfen Zauber auch Quatsch machen?“

„Ja“, sagte Brummibold. „Solange sie vorher fragen, wenn es jemanden betrifft. Und solange sie danach aufräumen.“

TADAA! klang erleichtert. „Dann darf ich bitte eine Mini-Parade machen? Mit nicht-klebrigem Konfetti?“

„Bitte“, sagte Brummibold.

Eine Mini-Parade zog über die Wiese. Das Konfetti bestand aus Blütenblättern, die nach Honig dufteten. Der Besen fegte hinterher und schrieb: „Danke fürs Besen-Sein.“ Dann schrieb er: „LOL“ und darunter: „(Entschuldigung.)“

Flitz lachte so sehr, dass ihr Teelöffelchen klapperte. „Der Besen hat Humor gelernt!“

„Und du?“, fragte Brummibold. „Hast du auch was gelernt?“

Flitz schaute kurz weg. „Vielleicht. Dass Teamarbeit hilft. Und dass sogar ein Tadaa leise sein kann.“

„Gut“, sagte Brummibold. „Dann fehlt nur noch eins.“

„Was?“, fragte Flitz.

Brummibold sah zum Himmel, der heute aussah wie frisch gewaschene Wolle. „Ein Abschluss. Etwas Sanftes. Damit alle es behalten.“

Die Zauber schwebten näher. Sogar TADAA! hielt sich zurück und machte nur ein kleines „tada“ wie ein Husten.

„Wir singen“, sagte Brummibold.

Kapitel 5: Das Lied, das die Zauber einschlafen ließ

Sie setzten sich im Kreis: Tiere, Zauber, sogar der Besen lehnte sich an einen Stein, als wäre er müde. Die Glühwürmchen hingen wie Sterne in niedriger Höhe.

Brummibold räusperte sich. „Ich kenne kein perfektes Lied“, sagte er. „Aber ich kenne ein ehrliches. Und das reicht.“

Flitz nickte. „Solange es nicht klebt.“

„Es klebt nicht“, versprach Brummibold.

Dann sangen sie. Erst leise. Dann zusammen. Die Zauber passten ihre Funken an, damit sie im Takt glitzerten.

Gute Nacht, du kleiner Wind,

bitte sei ganz sacht geschwind.

Danke, dass du Blätter drehst,

dass du über Wiesen gehst.

Wenn ich stolper, sag ich: „Oh—

Entschuldigung“, und mach es so:

Ich helf dir auf, du hilfst mir dann,

weil man's im Team besser kann.

Bitte, Danke, freundlich sein,

macht aus Ärger Sonnenschein.

Und wenn ein Zauber Quatsch auch liebt:

Er fragt zuerst, weil's Frieden gibt.

Gute Nacht, du Wald so weit,

ruh dich aus, es ist Schlafenszeit.

Morgen lachen wir erneut—

zusammen, weil es uns freut.

Als das letzte Wort verklang, wurde es still. Nicht leer-still, sondern warm-still. Der Zappelzauber zappelte nur noch im Traum. Der Kitzelzauber schnurrte wie ein weiches Fell. Der Unsichtbar-Spruch machte die Dunkelheit ein bisschen dunkler, damit alle besser schlafen konnten.

TADAA! flüsterte kaum hörbar: „Danke.“

Brummibold legte sich hin, Flitz kuschelte sich an sein Halstuch. Der Besen schrieb noch schnell in den Staub: „Bitte… gute Nacht.“

Und der Wald, der sonst gern Quatsch machte, schlief ein – höflich, heiter und ganz und gar zufrieden.

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Beleidigt
Wenn sich jemand gekränkt oder verletzt fühlt, weil etwas gemein war.
Schnurrbart
Haare, die über der oberen Lippe wachsen und wie ein dünner Bart aussehen.
Freiwilliger
Jemand, der etwas tut, weil er es selbst möchte, nicht weil er muss.
Manieren
Höfliche Verhaltensweisen, zum Beispiel ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ sagen.
Alltagsmagie
Magie, die im täglichen Leben passiert, nicht große Zaubershow.
Zappelzauber
Ein Zauber, der jemanden unruhig macht und zum Zappeln bringt.
Höflichkeits-Schule
Ein Ort, wo man lernt, höflich zu sein und gute Worte zu benutzen.
Unsichtbar-Mach-Spruch
Ein Zauberspruch, der Dinge oder Personen unsichtbar macht.
Verbeugen
Den Oberkörper oder Kopf nach vorn neigen, um Respekt zu zeigen.
Konfetti
Bunte, kleine Papierstücke, die man bei Feiern in die Luft wirft.
Räusperte sich
Leise ein kurzes Geräusch mit dem Hals machen, bevor man spricht.
Teamarbeit
Wenn mehrere zusammen arbeiten, um ein Ziel zu schaffen.

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