Kapitel 1: Seltsame Lichter am Himmel
Tim war sieben Jahre alt und lebte auf der großen Raumstation NovaKind, die weit über der Erde schwebte. Auf NovaKind arbeiteten große und kleine Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt, und auch Kinder halfen mit. Tim liebte es, durch die langen Flure zu flitzen, in die Labore zu schauen und den Astronauten bei ihren Experimenten zuzusehen.
Eines Abends saß Tim am Fenster seiner kleinen Kabine. Der Himmel war voller funkelnder Sterne, und er konnte sogar den blauen Planeten Erde in weiter Ferne sehen. Plötzlich bemerkte er etwas Seltsames: Drei grüne Lichter zuckten über den Nachthimmel und formten ein Muster, das aussah wie ein lachendes Gesicht.
„Mama!“, rief Tim begeistert. „Hast du das gesehen? Da draußen fliegt ein leuchtendes Gesicht!“
Mama lächelte. „Das sind bestimmt wieder die Meteoriten, mein Schatz. Die fliegen oft vorbei.“
Aber Tim war sich sicher, dass die Lichter anders waren. Sie bewegten sich nicht wie die Meteoriten, sondern tanzten und formten immer wieder neue Muster. „Ich glaube, das sind Außerirdische!“, beschloss Tim leise für sich. Sofort packte ihn die Abenteuerlust. Was, wenn die Lichter ein Zeichen waren? Vielleicht wollten die Außerirdischen Kontakt aufnehmen!
Am nächsten Tag erzählte Tim seiner besten Freundin Mia von seinem Verdacht. Mia war die klügste Siebenjährige, die Tim kannte. Sie hatte immer eine Lupe und einen Notizblock dabei, für den Fall, dass es etwas zu erforschen gab.
„Du meinst, echte Außerirdische?“, fragte Mia und ihre Augen wurden groß wie Untertassen.
„Ja! Und ich wette, sie wollen uns etwas Wichtiges sagen!“, flüsterte Tim geheimnisvoll.
Gemeinsam schmiedeten sie einen Plan: Sie würden den Lichtern auf den Grund gehen und herausfinden, was es mit den seltsamen Mustern am Himmel auf sich hatte.
Kapitel 2: Die geheime Spur
Am Abend schlichen Tim und Mia zur Sternwarte der Raumstation. Sie versteckten sich hinter den großen Teleskopen und warteten auf die magische Zeit, wenn die Lichter erscheinen würden. Tim hatte eine Taschenlampe dabei, Mia ihren Notizblock und eine Tüte Gummibärchen, falls sie hungrig wurden.
Plötzlich, genau wie am Abend zuvor, erschienen die grünen Lichter wieder am Himmel. Diesmal flitzten sie schneller und bildeten das Muster eines riesigen Hundes. Tim musste kichern: „Vielleicht sind die Außerirdischen Hundefans!“
Mia schrieb eifrig auf: „Grüne Lichter, Muster: lachendes Gesicht, Hund. Zeit: 20:33 Uhr.“ Dann flüsterte sie: „Was, wenn das eine Nachricht ist? Vielleicht ist das wie ein außerirdisches Morsealphabet!“
Tim funkelten die Augen. „Lass uns antworten!“
Sie bauten aus Taschenlampen ein Lichtzeichen: Drei kurze Blitze, drei lange, drei kurze. Mia rief: „Das ist SOS! Vielleicht verstehen sie das!“
Zur gleichen Zeit passierte das Unglaubliche: Die grünen Lichter hielten inne. Für einen Moment war alles still, dann blinkten sie drei Mal zurück! Tim und Mia sahen sich an und prusteten vor Freude los.
„Sie haben uns gesehen!“, jubelte Tim. „Jetzt müssen wir rausfinden, was sie wollen!“
Am nächsten Tag erzählten sie ihren Freunden in der Junior-Forschungstruppe der Raumstation alles. Die Kinder waren begeistert. Sofort machten sie sich an die Arbeit. Sie bastelten aus alten Funkgeräten, Bastelpapier und leeren Keksdosen eine „Super-Duper-Außerirdischen-Kommunikations-Maschine“. Mia programmierte eine Nachricht mit dem Text: „Wir sind freundlich! Wer seid ihr?“ in allen Sprachen, die sie kannten, sogar in Hundelautschrift.
Sie stellten die Maschine an das große Fenster der Sternwarte und warteten gespannt.
Kapitel 3: Besuch aus dem All
In der dritten Nacht geschah das Unglaubliche: Ein kleines, silbernes Raumschiff näherte sich langsam der Raumstation. Es sah aus wie ein runder Pfannkuchen mit blinkenden Knöpfen und Fenstern, aus denen fröhliches Licht strahlte. Das Schiff sendete ein lustiges Piepsen, das klang wie „Biep-biep-piep!“
Die Schleuse der Raumstation öffnete sich, und drei Wesen kamen heraus. Sie waren klein wie Grundschulkinder, hatten große, freundliche Augen und bunte Haut, die in allen Regenbogenfarben schimmerte. Sie trugen glitzernde Raumanzüge und winkten fröhlich.
Tim, Mia und die anderen Kinder hielten den Atem an. Das war der spannendste Moment ihres Lebens!
Eines der Wesen trat vor und sagte mit hoher, kichernder Stimme: „Wir grüßen euch! Wir sind von Planet Blubblub und möchten Freundschaft schließen! Habt ihr Gummibärchen?“
Die Kinder sahen sich an und platzten vor Lachen. Wer hätte gedacht, dass Außerirdische Gummibärchen mochten?
Mia öffnete großzügig ihre Tüte. „Wir teilen gerne! Wie heißt ihr?“
Das kleinste Wesen machte einen Purzelbaum und sagte: „Ich heiße Zupf. Meine Freunde heißen Flip und Flap.“ Flip und Flap winkten mit allen vier Armen gleichzeitig. Das sah sehr witzig aus.
Tim fragte neugierig: „Warum seid ihr hier?“
Zupf antwortete: „Wir haben die Lichter benutzt, damit ihr uns findet. Wir möchten alles über eure Welt lernen! Auf Blubblub gibt es keine Schokolade, nur schleimige Bananen-Bonbons. Könnt ihr uns zeigen, wie ihr lebt?“
Die Kinder nickten begeistert. Sie führten Zupf, Flip und Flap durch die Raumstation, zeigten ihnen die Sternwarte, das Labor voller Reagenzgläser, die Weltraum-Pizza-Küche und sogar das Astronauten-Klo (das fanden die Außerirdischen besonders spannend).
Gemeinsam erfanden sie lustige Spiele, wie das Schwerelosigkeits-Seilziehen oder das „Fliegende Gummibärchen-Fangen“. Die Kinder lachten so viel, dass ihnen die Bäuche weh taten. Zupf stellte viele Fragen: „Warum habt ihr Haare auf dem Kopf? Warum schmeckt Schokolade süß? Und warum pupsen eure Hunde nicht im Takt?“ Mia schrieb alles in ihrem Notizbuch auf.
Tim lernte, wie man „Freundschaft“ in Blubblubberisch sagt: „Blubbidi-Bubb!“ Und alle wiederholten es lachend.
Kapitel 4: Mission Freundschaft
Am Ende der Woche bereiteten die Kinder und die Crew der Raumstation ein großes Freundschaftsfest vor. Es gab Luftballons, Kuchen (auch einen extra-schleimigen für die Gäste), Musik und natürlich Gummibärchen.
Flip und Flap zeigten einen Tanz aus ihrer Heimat, bei dem sie Purzelbäume schlugen und dabei „Blubbidi-Bubb!“ riefen. Tim und Mia führten einen Erden-Tanz vor und brachten den Außerirdischen das Hüpfen bei. Bald tanzten alle durcheinander und niemand konnte mehr sagen, wer von welchem Planeten kam.
Bevor Zupf, Flip und Flap wieder in ihr Raumschiff stiegen, um nach Blubblub zurückzufliegen, umarmten sie die Kinder. „Wir haben viel gelernt“, sagte Zupf gerührt, „auf der Erde gibt es Gummibärchen, Freundschaft und Lachen. Das nehmen wir mit zu unserem Planeten.“
Tim lächelte stolz. „Und wir haben gelernt, dass anders sein spannend ist und Spaß macht.“
Die drei Außerirdischen winkten aus ihrem Schiff. Mit einem letzten „Biep-biep-piep!“ und „Blubbidi-Bubb!“ starteten sie in die Weiten des Alls.
Die Kinder winkten, bis das Licht des Schiffes nur noch wie ein kleiner Stern funkelte. Mia sagte: „Ich glaube, das war die coolste Woche aller Zeiten!“
Tim nickte. „Und wer weiß? Vielleicht kommen sie wieder. Das Weltall ist groß – und voller Freunde, die wir noch nicht kennen!“
Sein Herz war ganz leicht und freudig. Denn Tim wusste: Solange er neugierig blieb und anderen freundlich begegnete, würde jedes Abenteuer gelingen – egal, wie weit die Sterne auch entfernt waren.