Im großen Stein-Schloss wohnt Ritterin Leni. Sie hat ein rundes Schild und ein kleines Schwert aus Holz. Ihre Rüstung glänzt: kling-kling! Leni lächelt. Heute ist eine große Quest.
Der König sagt: „Leni, im Hof ist der Gold-Stern weg. Wir brauchen ihn für das Fest.“
Leni sagt: „Ich schaffe das. Hop!“
Leni läuft durch das Tor. Klack-klack machen ihre Stiefel. Im Hof sieht sie Spuren im Sand. „Ah!“, sagt Leni leise. Sie kniet hin. Sie schaut ganz genau. Das ist klug.
Die Spuren gehen zum Brunnen. Da hört Leni ein kleines „piep-piep“. Hinter dem Brunnen sitzt ein graues Kätzchen. Es hat etwas Glänzendes vor sich. Pling! Das ist der Gold-Stern.
Leni geht langsam hin. „Hallo, du kleine Katze“, sagt sie. „Alles gut.“ Das Kätzchen miaut: „Miau.“ Es stupst den Stern an. Pling-pling.
Der Stern liegt zu nah am Wasser. Leni atmet ruhig. Sie ist mutig. Sie denkt. Dann nimmt sie ihren langen Schal. Sie macht ihn fest am Eimer. Knoten, knot. Sie zieht den Eimer ganz nah an den Rand. Schrrr.
„Jetzt“, sagt Leni. Sie legt den Schal wie eine weiche Brücke. Sie schiebt den Stern mit dem Schild ganz sanft darauf. Schieb, schieb. Der Stern rollt: roll-roll. Und bleibt sicher auf dem Stein. „Juhu!“, sagt Leni. Das Kätzchen schnurrt: „rrr-rrr“.
Da plumpst ein kleiner Tropfen ins Wasser: plitsch. Leni lacht. „Alles gut.“
Sie nimmt den Stern hoch. Er ist warm in ihrer Hand. Sie trägt ihn zurück, ganz stolz. Klack-klack. Im Saal ruft der König: „Bravo, Ritterin Leni!“ Alle klatschen: klapp-klapp. Das Kätzchen bekommt Milch. Schlürf-schlürf.
Leni steht groß da, mit hellem Herz und ruhiger Hand.
Mut, kluges Schauen und ein sanfter Plan helfen immer weiter.