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Lustige Geschichte mit einem Tier 7/8 Jahre Lesen 14 min.

Rino, Lilli und das Buch der leisen Witze

Die tollpatschige Ratte Rino findet ein geheimnisvolles Buch voller stiller Witze und macht sich mit Lilli der Schnecke auf die Suche nach dem fehlenden Wort, wobei sie lernen, auf Pausen und leise Zeichen zu hören.

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Eine kurze Zusammenfassung: Ein kleiner grauer Rino‑Ratte mit großen runden Ohren und feinen Schnurrhaaren lächelt erstaunt, hält ein aufgeschlagenes altes Buch zwischen den Pfoten und stolpert leicht, dabei fällt ein Keksbrösel; rechts von ihm Lilli, die kleine Schnecke mit perlmuttfarbenem Gehäuse, langsam und gütig, mit Fühlern auf der Buchkante, fast lächelnd; auf der Buchseite eine Zeichnung von einem Frosch mit kleiner Kappe und einem Grimassenziehenden Esel, stilisiert mit einfachen Linien und leuchtenden Farben; Schauplatz eine von goldenem Licht durchflutete Waldlichtung mit grünem Gras, ausgeschnittenen Blättern, roten Pilzen und Sonnenstrahlen zwischen den Zweigen; spielerische, warme Stimmung, farbige Tusche mit schwarzen Konturen, Pastellpalette akzentuiert durch kräftiges Gelb und Grün; Szene zeigt den Moment, in dem Rino das magische Buch entdeckt und lächelt, als ein leises Lachen aus den Seiten zu kommen scheint — zentrale Komposition mit Fokus auf Ratte, Schnecke und offenem Buch. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Das Buch und der tollpatschige Ratte

Rino die Ratte lief wie immer mit einem Keks in der Schnauze. Seine Pfoten waren flink, aber heute war Rino besonders ungeschickt. Er stolperte über eine Kastanie, rutschte auf einem Butterbrot und landete genau vor einem alten, staubigen Buch.

"Aua!" piepste Rino und blinzelte. Das Buch war groß und trug ein Bild von vielen Gesichtern, die lachten. Rino setzte sich auf seinen Po und betrachtete das Bild.

"Ein Witzbuch?" murmelte er. Rino liebte Witze. Er sammelte Witze wie andere Tiere Nüsse oder Federn sammelten. Aber Rino konnte nie die beste Pointe finden. Er verhedderte sich immer in seinen Worten und vergaß das Ende.

"Vielleicht ist heute mein Glückstag!" sagte Rino leise und öffnete das Buch. Die Seiten flüsterten wie trockenes Laub. Auf einer Seite stand: "Die größte Witz-Suche beginnt mit einem leisen Hören."

Rino kratzte sich am Kopf. "Leises Hören?" fragte er die leere Luft. "Wer hört leise Sachen?"

Plötzlich hörte er ein sanftes Räuspern direkt neben seinem Ohr. Es klang wie: "Hümpf." Rino fuhr zusammen. Vor ihm stand ein Tier mit langen Fühlern und einem weichen Panzer. Es war Lilli die Schnecke, die langsam lächelte.

"Du hast das Buch gefunden," sagte Lilli. "Ich bin die Übersetzerin der Stille."

Rino kicherte. "Übersetzerin der... Stille? Klingt großartig! Kannst du mir helfen, den besten Witz zu finden?"

Lilli nickte langsam, so dass ihr Haus leicht schaukelte. "Ich übersetze, was nicht gesagt wird. Ich höre das, was still bleibt. Wenn ein Witz versteckt ist, finde ich ihn."

Rino klatschte vor Freude mit seinen kleinen Pfoten. "Dann los! Zeig mir, wie man Stille liest!"

Lilli legte ihre Antennen an seine Schnauze. "Hör gut, Rino. Manchmal sprechen Augen, Schnurrhaare und Pausen lauter als Worte."

Rino sah sich um. Die Sonne schickte goldene Streifen durch die Blätter. Die Vögel zwitscherten, und irgendwo plätscherte ein Bach. Alles wirkte wie auf einmal besonders wichtig.

"Also," sagte Lilli leise, "wir suchen den Witz in diesem Buch. Aber zuerst müssen wir die Seite finden, die lacht ohne Ton."

Rino pustete vor Spannung. "Auf zur Seite, die lacht ohne Ton!"

Kapitel 2: Die jagenden Seiten

Rino und Lilli blätterten. Nicht mit Eile — Rino war ja tollpatschig und zog am Ende alle Seiten krumm. "Oh!" rief er, als eine Seite davonflatterte wie ein Blatt.

"Vorsicht!" flüsterte Lilli, und obwohl sie langsam war, bewegte sie sich vertrauensvoll und sicher um die flatternden Seiten. Jede Seite schien ein kleines Gesicht zu haben. Manche Seiten kicherten kaum hörbar, andere schauten ernst.

"Diese hier lächelt leise," murmelte Lilli. Sie zeigte mit einer Antenne auf eine Seite, auf der ein Bild eines Frosches stand, der eine Mütze trug. "Er sagt nichts, aber seine Augen sagen: 'Ich kenne eine Überraschung.'"

Rino lachte so laut, dass er beinahe seinen Keks verschluckte. "Froge mit Mütze! Sag doch was!"

Aber der Frosch auf der Seite blieb stumm und seine Augen funkelten nur. Lilli legte ihr weiches Haus gegen die Buchseite und horchte.

"Shh," zischte sie. "Der Witz versteckt sich nicht hinter Worten. Er versteckt sich zwischen den Pausen."

Rino runzelte die Stirn. "Zwischen den Pausen? Wie sieht eine Pause aus?"

"Wie ein Miniatur-Pfütze im Wind," erklärte Lilli. "Wie ein Niesen, das nicht kommt. Wie ein 'Hmm' ohne Ton."

Rino stellte sich eine Pause als ein winziges Wesen vor, das Hosen trug. Er musste lachen. Seine Lache war wie ein bellendes Quietschen.

"Wenn wir alle Pausen aufsammeln, bekommen wir den Witz," sagte Lilli langsam.

"Also sammeln wir Pausen!" jubelte Rino. Er hüpfte durch das Buch, sammelte imaginäre Pausen in seiner Schürzentasche und stopfte sie hinein. "Eine Pause!" rief er. "Noch eine Pause!"

Die Seiten kichern leise. Plötzlich sprang eine Seite auf und eine kleine Zeichnung eines Kaninchens hüpfte heraus. Es stoppte mitten in der Luft, schaute auf seine Pfoten und sagte kein Wort. Nur seine Augen waren aufgerissen, als hätte es einen besonders lustigen Gedanken.

"Es lacht, ohne zu lachen," sagte Lilli.

"Wie macht man das?" fragte Rino. "Ich kann doch nicht lachen, ohne zu lachen!"

Lilli zwinkerte mit ihrer linken Antenne. "Du kannst üben. Mach 'Mmm' und dann hör auf. Höre die Pause danach. Vielleicht sagt sie: 'Hoi!'"

Rino atmete tief ein. "Mmm—" Er stoppte. Für eine Sekunde war es ganz still. Dann kam ein winziges "Hoi" aus dem Buch. Rino hüpfte vor Freude. "Ich hab's gehört! Das war ein 'Hoi'!"

Lilli applaudierte mit ihrem kleinen Haus. "Siehst du, Rino? Du hörst besser, als du denkst."

Rino fühlte sich wie ein Entdecker. Seine Tolpatschigkeit schien für einen Moment verschwunden, denn seine Augen waren hell und neugierig.

Kapitel 3: Das Wort, das nicht da war

Sie blätterten weiter, und die Seiten wurden frecher. Ein Kater mit Trompete machte ein Gesichts-Ausdruck, als würde er pfeifen, aber kein Ton kam raus. Eine Maus formte ein kleines Gedicht aus Käseschnitten ohne ein einziges Wort. Alles war in der Sprache der leisen Dinge.

"Vielleicht ist der Witz gar nicht ein Ein-Wort," überlegte Lilli. "Vielleicht ist er ein Tanz von Pausen."

Rino stellte sich vor, wie Pausen kleine tanzende Wesen waren, die Krawatten trugen und auf Zehenspitzen hüpften. Er lachte so sehr, dass eine Schallwelle von seinem Lachen ausging und eine Seite ins Buch zurückrutschte. Auf der Seite war ein Bild von einem Esel, der einen Hut hielt und die Augen verdrehte.

"Der Esel macht eine Pause, die wie ein 'Ils' klingt," flüsterte Lilli. "Das 'Ils' will ein Wort finden, aber es ist zu schüchtern."

Rino kicherte. "Ach! 'Ils'! Das klingt wie ein Zauberspruch für Nüsse."

Lilli rückte näher. "Hör genau, Rino. Manchmal zeigt uns die Stille eine Stelle, an der ein Wort fehlt. Dort liegt der Witz verborgen."

Rino beugte sich vor. Er stellte seine Schnurrhaare so, dass sie wie eine Antenne aussahen. "Ich fühle es," sagte er. "Wie ein Tickeln an der Nase."

"Das ist die neugierige Stelle," bestätigte Lilli. "Sie kitzelt, wenn ein Geheimnis in der Luft ist."

Rino suchte weiter, sein Herz klopfte wie ein kleiner Trommler. Er fand eine Seite, die komplett leer schien — nur ein kleines Loch in der Mitte. Als seine Nase nahe kam, hörte er ein winziges Rascheln, fast wie ein Kichern ohne Ton.

"Das Loch ist nicht leer," sagte Lilli. "Es ist wie ein leerer Teller, der eigentlich Kuchen will."

"Was für Kuchen?" fragte Rino. "Witz-Kuchen?"

Lilli lächelte langsam. "Es könnte sein, dass der Witz in einem fehlenden Wort wohnt. Wenn wir das Wort finden und einsetzen, lacht die Seite laut."

Rino schluckte. "Wie finden wir dieses Wort?"

"Mit Neugier," sagte Lilli. "Frag, höre, probiere. Wenn etwas komisch aussieht, frage es 'Warum?'."

Rino dachte an all die Male, in denen er über seine eigenen Pfoten stolperte und nie gefragt hatte, warum. Jetzt war er bereit zu fragen.

"Warum bist du leer, Loch?" flüsterte Rino. "Warum bist du ohne Wort?"

Das Loch kicherte. "Weil ich schüchtern bin," hauchte es so leise, dass nur Lilli es hörte. "Ich will nicht allein sein."

Rino sah Lilli an. "Dann machen wir dich nicht mehr allein."

Er suchte in seinem Kopf nach einem Wort. Er probierte "Keks", "Miau", "Plopp". Keins passte. Dann dachte er an ein Wort, das er einmal gehört hatte, als er im Regen getanzt hatte: "Pardon." Ein warmes Wort, das irgendwie entwaffnend und freundlich klang.

Rino sagte es laut: "Pardon."

Für einen Moment war Stille. Dann explodierte ein kleines Lachen aus dem Loch — kein lautes Gelächter, sondern ein freundlich-prustendes Kichern, so sanft wie Seifenblasen. Die Seite füllte sich mit kleinen Zeichnungen: ein Elefant, der eine Blume schnuppert, ein Fuchs, der seine Schuhe verkehrt herum trägt, und alle schienen zu sagen: "Oh! Wie gut, dass du hier bist."

Rino hüpfte vor Freude. "Es hat funktioniert!"

Lilli lächelte. "Manchmal genügt ein freundliches Wort. 'Pardon' ist ein freundliches Wort. Es füllt Lücken."

Rino fühlte sich stolz und sogar etwas weniger tollpatschig. "Danke, Lilli. Ohne dich hätte ich die Stille nie verstanden."

"Du hast die Neugier gehabt," antwortete Lilli. "Ich habe nur gelauscht."

Kapitel 4: Das lachende Ende und ein kleiner 'pardon'

Das Buch begann zu leuchten, nicht mit grellem Licht, sondern mit warmen Punkten wie Glühwürmchen. Jede Seite, die sie berührten, kicherte und knisterte. Rino stellte sich vor, dass die Witze wie Vögel waren, die endlich Flügel bekamen.

"Jetzt wissen wir, dass Witze nicht immer laute Worte brauchen," sagte Lilli. "Manchmal brauchen sie jemanden, der zuhört."

Rino nickte eifrig. "Und jemanden, der fragt. Und jemanden, der sagt 'pardon', wenn etwas schiefgeht." Er schnurrte vor Aufregung und kicherte. "Was, wenn ich bei einem Witz wieder stolpere?"

"Dann sagst du 'pardon' und lachst weiter," schlug Lilli vor. "Das ist sogar doppelt lustig."

Sie probierten neue Seiten. Auf einer Seite war ein Känguru, das eine Socke als Hut trug. Rino lachte und vergaß kurz, wie er seine Pfoten hielt — er stolperte, fiel auf den Rücken und rollte elegant wie ein großer, plüschiger Keks. Lilli lachte leise, aber sie blieb.

"Alles gut?" fragte sie.

Rino richtete sich auf, sein Fell war ein bisschen zerzaust. Er sah zu Lilli und sagte mit einem breiten Grinsen: "Pardon!" Diesmal war es ein kleines, strahlendes "pardon", wie wenn man jemandem die Hand reicht.

Die Seiten klatschten vor Lachen. Nicht böse, sondern herzlich. Der Esel zog eine Grimasse und der Frosch mit der Mütze zwinkerte. Der Kater mit der Trompete machte eine Pause und piepste etwas, das wie "Mmm!" klang.

Andere Tiere im Buch kamen näher. Eine Eule flüsterte: "Neugier führt uns immer zu neuen Türen." Ein Hamster machte eine kleine Verbeugung, weil Rino den Keks mit ihm teilte. Rino teilte — er hatte jetzt so viel Freude, dass ein Keks mehr wie ein Geschenk wirkte.

Am Ende der letzten Seite standen nur noch leere Linien, aber sie fühlten sich nicht mehr leer an. Sie fühlten sich wie eine Einladung an — eine Einladung, selbst Dinge zu füllen.

Rino schloss das Buch. "Wir haben nicht nur einen Witz gefunden," sagte er. "Wir haben viele kleine, leise Witze gefunden. Sie sind wie Bonbons, die man schluckt und dann ein Lächeln hat."

Lilli streckte ihre Antennen zur Sonne. "Und du hast gelernt zuzuhören. Das ist wunderbarer als alle Witze zusammen."

Rino nickte. Er war noch immer ein bisschen tollpatschig, seine Pfoten stolperten manchmal, und er verhedderte sich in seinen Worten. Aber jetzt wusste er, dass Neugier und ein einfaches "pardon" alles glätten konnten.

Bevor sie auseinander gingen, legte Rino seine Pfote auf das Buch. "Danke, Buch. Danke, Lilli. Und... pardon," sagte er mit einem breiten, strahlenden Lächeln, das wie ein Sonnenstrahl aussah.

Lilli antwortete mit einer langsamen Verbeugung. "Pardon," flüsterte sie zurück, und dieses Mal war das Wort wie eine kleine Glocke, die fröhlich klingelte.

Die Tiere im Buch winkten ihnen zu. "Komm bald wieder!" rief der Frosch mit der Mütze. "Bring dein Lachen!"

Rino und Lilli gingen hinaus in den Wald, die Sonne kitzelte ihre Nasen, und Rino dachte bereits an neue Pausen, die er sammeln wollte. Seine Schritte waren ungeschickt und leicht, und jedes Mal, wenn er stolperte, sagte er leise zu sich selbst und zu seinem Herzen: "Pardon", und lachte.

Die Welt war voll von leisen Witzen und offenen Türen. Rino war neugierig wie nie zuvor. Wenn etwas still schien, wusste er, dass es vielleicht nur auf jemanden wartete, der fragte, hörte und mit einem strahlenden "pardon" lächelte.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Tollpatschige
Jemand, der oft ungeschickt ist und leicht hinfällt oder Dinge fallen lässt.
Staubigen
Voll mit Staub, also kleine, trockene Teilchen auf Dingen, die lange liegen.
Übersetzerin
Eine Person, die Worte von einer Sprache in eine andere Sprache bringt.
Antennen
Dünne Fühler am Kopf eines Tieres, die fühlen und manchmal hören helfen.
Vertrauensvoll
So handeln, wenn man jemandem glaubt und sich sicher bei ihm fühlt.
Schüchtern
Wenn jemand leise und zurückhaltend ist und nicht gern im Mittelpunkt steht.
Neugier
Das Verlangen, etwas Neues zu wissen oder etwas genauer anzuschauen.
Verbeugung
Eine kleine, respektvolle Bewegung mit dem Körper, um Danke oder Respekt zu zeigen.
Entwaffnend
So freundlich oder offen, dass man seine Abwehr verliert und lächelt.
Glühwürmchen
Ein kleines Insekt, das nachts leuchtet wie ein winziges Licht.

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