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Lustige Geschichte mit einem Tier 7/8 Jahre Lesen 13 min.

Bruno und das Pfützenwunder: Das große Spiel der unsichtbaren Linie

Der feierliche Hund Bruno begegnet im Wald dem strengen Dachs Rocco und einer Gruppe sprechender Steine; gemeinsam entdecken sie die Wunder einer Pfütze, unsichtbarer Regeln und die Freude an Neugier.

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Ein fröhlicher, stolzer Hund namens Bruno mit hellbraunem, weiß gesprenkeltem Fell, großen runden Ohren und leuchtenden Augen schiebt mit der Pfote sanft einen kleinen runden Stein; links sitzt der ernste, aber milde Dachs Rocco mit gestreifter Jacke und einer kleinen Pfeife am Hals auf einem großen Felsen und lächelt halb; drei Steinfiguren (Knirps, Kante, Kugel) mit gezeichneten Gesichtern stehen zitternd und neugierig nebeneinander, einer rollt zur Pfütze, die den klaren blauen Himmel mit einer hutförmigen Wolke spiegelt und glänzende Reflexe sowie feuchte Blattränder zeigt; Szene auf einem bunten Waldweg mit rötlich-braunem Boden, frischem grünem Gras und verstreuten gelben und roten Blättern, warme Morgenlichtstimmung, zärtlich-komische Handlung, übertriebene Mimik und Kontraste zwischen glatten (Stein, Pfütze) und rauen (Rinde, Blätter) Texturen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der feierliche Hund und das Wunder der Pfütze

Bruno, der Hund, stolzierte über den Waldweg, als hätte er eine unsichtbare Fliege auf dem Kopf, die er begrüßen musste. Er trug nichts, aber er sah trotzdem aus, als hätte er eine Schärpe um. So feierlich war er.

„Guten Morgen, liebe Steine! Guten Morgen, freche Grashalme! Guten Morgen, majestätische… Pfütze!“ Bruno blieb stehen, verbeugte sich vor einer ganz gewöhnlichen Pfütze und schnupperte ehrfürchtig.

Aus einem Busch lugte ein Eichhörnchen. „Du… verbeugst dich vor Wasser?“

„Nicht vor Wasser“, sagte Bruno ernst. „Vor dem Pfützen-Wunder. Schau nur! Da wohnt ein ganzer Himmel drin. Und ein bisschen Blatt. Und… oh! Mein eigenes Gesicht, aber wackelig!“

Das Eichhörnchen kicherte. „Das ist ja nur eine Pfütze.“

„Nur?“ Bruno hob eine Pfote, als würde er eine Rede halten. „Nichts ist nur. Alles ist erstaunlich, wenn man genau hinsieht.“

„Dann sieh mal hier genau hin“, knurrte eine tiefe Stimme.

Neben dem Weg lag ein Haufen kleiner Steine. Auf dem größten saß ein Dachs mit einer winzigen Schiedsrichterpfeife um den Hals. Er hatte sogar eine gestreifte Schneckenhaus-Weste an. Also zumindest sah sie so aus.

„Ich bin Rocco, der Stein-Schiedsrichter“, sagte der Dachs. „Und du bist gerade eben in den Steinplatz getreten.“

Bruno blinzelte. „In… den Steinplatz?“

„Genau.“ Rocco zeigte mit der Pfote auf eine Stelle, die aussah wie… na ja, wie Weg. Mit Steinen. Wie überall. „Das ist das offizielle Stein-Feld. Hier gelten Regeln.“

„Oh!“ Bruno strahlte. „Regeln! Wie spannend! Darf ich unterschreiben?“

„Nein. Du darfst NICHT drauf treten“, sagte Rocco streng. „Steine sind empfindlich.

Ein kleiner Kiesel rollte ein bisschen. „Aua… glaube ich“, murmelte er unsicher.

Bruno schnappte nach Luft. „Der Stein hat gesprochen! Was für ein Tag!“

Rocco seufzte, als müsste er einen Luftballon tragen, der nicht zuhören will. „Hör zu, Hund. Du bleibst hinter der Linie.“

Bruno beugte sich tief. „Ich verspreche feierlich, hinter… welcher Linie?“

Rocco starrte auf den Boden. „Da. Diese Linie.“

„Ich sehe keine“, flüsterte Bruno.

„Sie ist unsichtbar“, sagte Rocco.

„Eine unsichtbare Linie! Das ist ja…“ Bruno legte die Pfote ans Herz. „…ein Meisterwerk!“

Rocco pfiff einmal kurz. „Kein Theater. Spiel beginnt.“

„Spiel?“ Bruno spitzte die Ohren. „Was spielen wir?“

„Stein-Regel-Spiel. Du versuchst, die Regeln zu verstehen. Ich versuche, nicht verrückt zu werden“, sagte Rocco.

„Das klingt nach einem fairen Wettkampf!“ Bruno grinste so breit, dass sein Schwanz fast applaudierte.

Kapitel 2: Der Streit um den springenden Kiesel

Rocco stellte drei Steine nebeneinander. „Das sind die Spieler: Knirps, Kante und Kugel.“

„Guten Tag, edle Spieler!“ Bruno verbeugte sich vor jedem Stein. „Ihr glitzert heute besonders… steinig.“

„Danke“, murmelte Kugel schüchtern. „Ich hab mich gedreht.“

Rocco räusperte sich. „Regel eins: Keiner wird gerollt, ohne gefragt zu werden.“

Bruno nickte sehr ernst, als wäre er ein Professor. „Natürlich. Man rollt niemanden einfach so.“

In diesem Moment kitzelte eine Ameise Brunos Pfote. Bruno zuckte. Seine Pfote stupste aus Versehen Knirps an.

Knirps rollte. Ein winziges Stück. Aber er rollte.

Rocco blies in die Pfeife. „Foul!“

Bruno schnappte nach Luft. „Ich? Ein Foul? Ich bin feierlich!“

„Feierlich oder nicht, du hast Knirps gerollt.“

Knirps rief: „Wuuuui! Das war… ich weiß nicht… aufregend?“

Bruno sprang auf. „Er fand es aufregend! Das zählt als Zustimmung!“

Rocco verschränkte die Arme. „Ein Stein kann nicht einfach Zustimmung rufen, nur weil er einmal ‚wuuuui‘ ruft.“

„Warum nicht?“ Bruno legte den Kopf schief. „Vielleicht ist ‚wuuuui‘ Steinsprache für ‚Ja, bitte‘.“

Kante brummte: „Oder für ‚Hilfe‘.“

„Oder für ‚Ich bin ein rollendes Gedicht‘“, sagte Bruno und schaute verträumt in die Pfütze, die immer noch da war.

Rocco zeigte auf Bruno. „Regel zwei: Keine Gedichte während des Spiels.“

„Aber…“ Bruno setzte sich hin, geschniegelt wie auf einer Bühne. „Gedichte passieren doch einfach. Schau: Der Kiesel springt—“

„Stopp!“ Rocco pfiff. „Du dichtest schon wieder.“

Bruno kicherte. „Es ist stärker als ich. Alles klingt bei mir nach Trommelwirbel.“

„Dann trommel leise“, knurrte Rocco. „Regel drei: Die unsichtbare Linie bleibt heilig.“

„Heilig!“ Bruno flüsterte es, als würde er ein Geheimnis kosten. „Ich liebe heilig.“

Er stand auf, nahm Anlauf wie bei einem großen Festmarsch und blieb ganz knapp… auf der Linie stehen.

„Ich stehe genau drauf!“, verkündete Bruno stolz.

Rocco schnappte nach Luft. „Du stehst auf der Linie! Das ist… das ist…“

„Heilig!“ rief Bruno.

„Das ist trotzdem nicht erlaubt!“ Rocco fuchtelte. „Hinter der Linie!“

„Aber ich bin doch auf ihr. Das ist näher an heilig.“

Kugel flüsterte zu Kante: „Der Hund ist komisch.“

Kante flüsterte zurück: „Der Dachs auch.“

Rocco trommelte mit der Pfote auf seinen Schiedsrichterstein. „Wir machen eine Pause. Sonst pfeife ich mir die Schnauze ab.“

„Eine Pause ist auch ein Wunder!“ Bruno rannte zur Pfütze. „Schaut! Der Himmel hat sich verändert! Er ist jetzt… noch blauer!“

Rocco sah trotz sich selbst hin. In der Pfütze spiegelte sich eine Wolke, die aussah wie eine Kartoffel mit Hut.

Rocco murmelte: „Na gut. Das ist… ein bisschen erstaunlich.“

Bruno drehte sich blitzschnell um. „Hast du das gehört, Pfütze? Der Schiedsrichter staunt!“

Die Pfütze machte: plopp. Oder es war ein Bläschen. Aber Bruno nahm es als Applaus.

Kapitel 3: Das große Steinturnier der Überraschungen

„Neues Spiel“, sagte Rocco, als er sich wieder gefasst hatte. „Ein Turnier. Wer neugieriger ist, gewinnt. Aber…“ Er hob warnend die Pfote. „Ohne Regelchaos.“

Bruno legte eine Pfote auf die Brust und verbeugte sich so tief, dass seine Ohren wackelten. „Ich bin neugierig wie ein frisch gebadeter Frosch!“

„Frösche baden dauernd“, murrte Rocco.

„Eben!“ Bruno grinste. „Also: sehr neugierig.“

Rocco stellte eine Eichel auf einen Stein. „Aufgabe eins: Finde heraus, was das ist, ohne es zu berühren.“

Bruno schnupperte, umrundete die Eichel in Zeitlupe und flüsterte: „Oh, du kleine, glänzende Kapsel! Du riechst nach… Waldkeks.“

Die Eichel sagte beleidigt: „Ich bin kein Keks!“

Bruno zuckte zusammen. „Sie spricht! Entschuldigung, edle Eichel!“

Rocco hob die Augenbrauen. „Eicheln sprechen manchmal, wenn man sie „Waldkeks“ nennt.“

„Dann ist das eine Regel?“, fragte Bruno.

„Nein“, sagte Rocco. „Aber jetzt weißt du: Es ist eine Eichel.“

Bruno nickte. „Und sie hat Gefühle. Wunderbar.“

Rocco klatschte einmal. „Aufgabe zwei: Was klingt so?“ Er rollte Kugel ein winziges Stück. Kugel machte: tik-tik-tik.

Bruno lauschte, als würde er Musik hören. „Das klingt wie kleine Schritte von einem unsichtbaren Tänzer!“

„Das klingt wie ein Stein auf einem Stein“, sagte Rocco.

„Ja“, sagte Bruno. „Und das ist doch verrückt schön! Steine können Musik machen!“

Kante brummte: „Wir sind halt talentiert.“

Rocco musste kurz schmunzeln, fing sich aber sofort wieder. „Aufgabe drei: Die unsichtbare Linie. Wo ist sie?“

Bruno stellte sich kerzengerade hin. „Ich spüre sie.“

„Du kannst sie nicht spüren“, sagte Rocco.

„Doch“, sagte Bruno. „Sie kitzelt in meinem Bauch, wenn ich fast drüber bin.“

„Das ist Hunger“, meinte Rocco.

„Auch ein Hinweis!“ Bruno hob die Nase. „Neugier ist wie Hunger. Man will wissen.“

Rocco schwieg einen Moment. Dann pfiff er ganz leise. „Okay. Du darfst einen Trick vorschlagen. Wenn er funktioniert, bekommst du einen Punkt.“

Bruno sprang aufgeregt im Kreis. „Ein Trick! Ich liebe Tricks!“

„Oh nein“, murmelte Kante.

Bruno stellte sich neben den Steinplatz, ganz brav hinter die unsichtbare Linie, und rief: „Steine! Wenn ihr mich hören könnt, rollt ein bisschen nach links. Nur ein bisschen. Wie eine höfliche Verbeugung!“

Knirps rollte. Kante rollte nicht. Kugel rollte einen halben Hüpfer und sagte: „Ich bin schwindelig!“

Rocco starrte. „Du… du hast sie gebeten. Und sie haben…“

„Zugestimmt!“, rief Bruno. „Weil ich gefragt habe!“

Rocco sah auf seine Regeln, die es gar nicht gab, außer in seinem Kopf. „Das ist… das ist regelkonform.“

Bruno strahlte. „Siehst du? Man kann Regeln und Neugier zusammen in eine Pfote nehmen.“

Rocco kratzte sich am Kinn. „Vielleicht.“

In dem Moment kam ein Windstoß, wirbelte trockene Blätter über den Steinplatz und machte aus der unsichtbaren Linie eine sichtbare: ein dünner Streifen aus Blättern blieb genau dort liegen.

Bruno japste. „Die Linie hat sich angezogen!“

Rocco lachte kurz. Es klang wie ein überraschtes Husten. „Na gut, das ist witzig.“

„Und jetzt ist sie nicht mehr unsichtbar!“, rief Bruno. „Das ist wie Zauberei, nur mit Blättern!“

„Das ist einfach Wind“, sagte Rocco.

„Wind ist auch Zauberei, die so tut, als wäre sie normal“, sagte Bruno.

Rocco schaute auf die Blätterlinie und dann auf Bruno. „Du machst aus allem ein Ereignis.“

„Danke“, sagte Bruno stolz. „Ich übe.“

Kapitel 4: Ein Schiedsrichter lächelt doch

Rocco setzte sich auf seinen großen Stein und atmete aus. „Also gut, Bruno. Du bekommst den Neugier-Pokal.“

„Gibt es einen Pokal?“ Brunos Augen wurden riesig.

Rocco hob langsam einen besonders runden Kiesel hoch. „Das ist er. Er heißt… Poko.“

„Hallo, Poko!“, sagte Bruno andächtig.

Poko sagte nichts, aber er glänzte ein bisschen, als hätte er sich geschniegelt.

Bruno nahm ihn nicht in die Pfote, sondern setzte sich davor, als würde er ihn bewachen. „Ich werde dich nicht rollen. Niemals ohne zu fragen.“

Rocco nickte zufrieden. „So muss das.“

Bruno schaute zur Pfütze. „Darf Poko den Himmel sehen?“

Rocco zögerte. Dann sagte er: „Wenn Poko damit einverstanden ist.“

Bruno beugte sich zu Poko. „Möchtest du den Himmel in der Pfütze sehen? Einmal kurz?“

Ein winziges Bläschen stieg in der Pfütze auf. Plopp.

Bruno flüsterte: „Das war eindeutig ein Ja.“

Rocco wollte widersprechen, aber dann sah er wieder die Wolke, jetzt wie ein Brot mit Schnurrbart. Er schnaubte. „Na gut. Aber vorsichtig.“

Gemeinsam – Bruno mit feierlicher Langsamkeit und Rocco mit strengem Blick, der schon halb weich war – rollten sie Poko ganz sachte an den Rand der Pfütze.

Poko spiegelte sich im Wasser. Für einen Moment sah es aus, als hätte der Kiesel einen Hut aus Wolke.

Bruno grinste. „Poko ist jetzt ein Wolkenkiesel!“

Rocco sah es auch und… sein Mundwinkel zuckte. Dann noch einer. Und plötzlich lachte er richtig. „Wolkenkiesel! Das ist… das ist wirklich gut.“

Bruno setzte noch einen drauf: Er stellte sich hinter die Blätterlinie, salutierte der Pfütze, den Steinen und dem Dachs und sagte: „Hiermit erkläre ich diesen ganz normalen Weg zum wundervollsten Ort der Welt!“

Kante brummte: „Übertreib nicht.“

Knirps rollte ein bisschen vor Freude. „Wuuuui!“

Kugel flüsterte: „Ich will auch einen Hut.“

Rocco schüttelte den Kopf, aber er lächelte dabei. „Du bist anstrengend, Bruno.“

„Danke“, sagte Bruno fröhlich. „Das ist mein feierlicher Beruf.“

Rocco setzte die Pfeife ab und sagte leise: „Und… du hast mich neugierig gemacht. Auf… na ja. Auf Pfützen. Und Wolken. Und sogar auf unsichtbare Linien.“

Bruno strahlte so hell, als hätte er eine kleine Sonne im Maul, und sein Lächeln wurde ein breiter, glänzender Bogen. „Siehst du? Das Gewöhnliche ist voller Überraschungen.“

Rocco nickte. „Vielleicht ist das die beste Regel von allen.“

Und während die Blätterlinie im Wind kitzelte und die Pfütze den Himmel festhielt, saßen Hund, Dachs und Steine zusammen und staunten – und Brunos Lächeln blieb so strahlend, dass es fast selbst ein Spiegel wurde.

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Ehrfürchtig
Sehr respektvoll und mit großem Staunen schauen oder fühlen.
Kicherte
Leise und etwas heimlich lachen, oft weil etwas lustig oder peinlich ist.
Knurrte
Tief und rau reagieren, wie ein missmutiges oder warnendes Geräusch.
Schiedsrichterpfeife
Eine kleine Pfeife, die eine Person benutzt, die die Regeln überwacht.
Gestreifte
Mit Reihen von Linien oder Streifen auf der Oberfläche.
Empfindlich
Schnell reagieren; etwas kann leicht verletzt oder gestört werden.
Aufregend
So, dass es starkes Interesse oder große Spannung macht.
Zustimmung!
Wenn jemand sagt oder zeigt, dass er mit etwas einverstanden ist.
Räusperte
Leicht die Stimme klären, bevor man etwas sagt.
Andächtig
Sehr konzentriert und still, oft weil etwas schön oder wichtig wirkt.

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