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Geschichte von lustigen Kreaturen 9/10 Jahre Lesen 14 min.

Ogromir und das Kissen voller Wunder

Ogromir, ein sanfter Oger, erlebt zauberhafte Abenteuer, während er auf seiner Veranda schläft und in eine Welt voller kichernder Wolken, mutiger Kekse und tanzender Knirpse eintaucht, die ihn um Hilfe bitten. Seine Beobachtungen und kleinen Gesten bringen Freude und Magie in die Geschichten, die er erlebt.

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Ein fröhlicher Ogre namens Ogromir mit einem strahlenden Lächeln, einem bärtigen Moosgrin und funkelnden Augen sitzt auf einem großen, moosbedeckten Stein und hält eine Tasse Minztee. Er trägt eine grüne Leinentunika, die mit bunten Blumen verziert ist, und seine muskulösen Arme sind über seinen Knien verschränkt. Neben ihm beobachtet ein 8-jähriges Mädchen mit lockigem Haar und runden Brillen den Ogre voller Staunen. Sie trägt ein gepunktetes Kleid und hält ein Skizzenbuch, bereit, ihren neuen Freund zu zeichnen. Die Szenerie ist eine verzauberte Lichtung, umgeben von knorrigen Bäumen mit glänzenden Blättern, wo bunte Blumen im Wind tanzen. Schimmernde Schmetterlinge fliegen um sie herum und verleihen der Atmosphäre einen Hauch von Magie. Ogromir erzählt eine lustige Geschichte, während das Mädchen herzhaft lacht, ihre Augen vor Aufregung leuchten. Bunte Sprechblasen schweben um sie herum und illustrieren die Witze und das Lachen, die in diesem Moment der fröhlichen Verbundenheit geteilt werden. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Der Morgen, an dem alles ein bisschen zu gemütlich war

An einem Dienstag, als die Sonne so ausschlafen durfte wie ein fauler Kater, saß Ogromir auf seiner Veranda. Er war ein großer, sanfter Oger mit moosgrünem Bart, Sommersprossen auf der Nase und einer Vorliebe für Pfefferminztee. Ogromir liebte es, zu beobachten. Er beobachtete die Ameisen beim Eimerbalancieren, die Wolken beim Wolkenhüpfen und die Vögel beim Morgenkonzert. Beobachten war sein größtes Hobby, fast so wichtig wie das Naschen von Brombeeren nach dem Mittagessen.

An diesem Morgen stellte er seinen großen Kupferbecher mit Tee auf die kleine Marmorbank und blinzelte in die Luft. Über dem Dorf schwebten bunte Luftblasen, in denen Papierschmetterlinge wohnten. Neben ihm lag ein Kissen, weich wie ein frisch gebackenes Süßbrot. Ogromir zog die Schultern hoch, atmete tief die Pfefferminznote ein – und merkte plötzlich, dass seine Augen schwerer wurden als ein Sack mit Regenbogensteinen. Er hatte den Fehler gemacht, auf der Veranda einzuschlafen; und nicht irgendein Schlaf, sondern ein Beobachter-Schlaf: ein winziges Nickerchen, das groß genug war, um Dinge umzudrehen.

Genau in dem Moment, als eine besonders neugierige Luftblase über seinen Zeh hüpfte, schlief Ogromir ein. Nicht weil er müde war, sondern weil der Himmel so gut duftete und das Kissen so freundlich aussah. Er faltete eine riesige Hand um das Kissen und ließ sich von der Brise in einen Traum wie einen Ballon setzen. Nur sollte dieser Traum kein gewöhnlicher Traum werden. Für Ogromir war es das falsche Zeitfenster, um zu schlafen – und seine Beobachter-Augen hatten bald eine Menge zu sehen.

Die Wolken, die kichern

Im Schlaf landete Ogromir nicht einfach irgendwo. Er wachte auf — nicht auf seiner Veranda, sondern auf einer Wolke, die aussah wie ein überdimensionierter Gugelhupf. Um ihn herum kicherte der Himmel. Die Wolken hatten Stimmen wie kleine Glocken und freuten sich über jede Geschichte, die jemand zu erzählen hatte. "Ah, du bist wach!" sang eine Wolke in Türkis. "Wir haben auf dich gewartet, lieber Beobachter!"

Ogromir blinzelte und setzte sich. Seine Finger hinterließen tiefe Spuren im Zuckerwatteweiß. Unter ihm schwebte das Dorf wie eine Schachtel Spielzeughäuser. Doch das Merkwürdigste war: Alle Wolken schienen ein Problem zu haben. Sie schniefen wie alte Elefanten und hatten sich in Schnurrbärte verheddert.

"Was ist los?" fragte Ogromir, der es liebte, Probleme mit ruhigen Augen zu beobachten und dann mit ganz einfachen Ideen zu lösen.

"Wir können nicht kichern richtig", sagte die große Wolke, die aussah wie ein Turnschuh. "Unsere Kicherlaute sind verschwunden. Ohne Kichern können wir die Regenbogen nicht aneinanderreihen. Und ohne Regenbogen kostet das Regenbogenkino Eintritt, und die Regenbogenfische wollen nicht mehr tanzen."

Ogromir legte den Kopf schief. Er erinnerte sich an den Klang des Kicherns, ein bisschen wie Bienen, die Seifenblasen pusten. Er atmete tief ein, beobachtete die Wolkenfalten und nickte so ernst, als würde er das größte Rätsel lösen. Dann tat er etwas Unerwartetes: Er begann, Grimassen zu schneiden. Seine Zunge sah beim Hervorstrecken aus wie eine kleine rote Brücke, und seine Gesichtszüge machten die Wolken kitzlig. Ein paar Wolken glucksten zuerst leise, dann lauter, bald lag der ganze Himmel auf dem Boden und rollte sich vor Lachen.

Der Kicherregen plätscherte in bunten Tropfen vom Himmel. Regenbogenfäden banden sich aneinander und formten eine lange, leuchtende Straße, die von Baumhaus zu Baumhaus führte. Die Wolken dankten Ogromir, indem sie ihm ein kleines Stück von einem Regenbogen schenkten. Er steckte es in die Tasche seines Hemdes und fühlte plötzlich, wie seine Beobachter-Augen noch wacher wurden. Ob du es glaubst oder nicht: Ein Regenbogenstück hinter dem Ohr macht das Beobachten deutlich spannender.

Aber als Ogromir wieder einschlief – weil ein Regenbogenduft an sein Kissen kitzelte – begann sein nächstes Abenteuer. Er merkte noch, wie ein kleiner Regenbogenschnipsel auf seine Brust fiel. Das war der Moment, in dem die Welt noch merkwürdiger wurde.

Der Keks, der ein Kanu wollte

Er öffnete die Augen in einem Wald, dessen Bäume wie riesige Löffel aussahen. Der Wind klapperte mit den Blättern wie mit Tellerchen, und auf einem kleinen Teich paddelte ein Keks in einem Kanu. Nicht irgendein Keks – ein mutiger Butterkeks mit einem winzigen Piratenhut.

"Heueee!" rief der Keks und winkte mit einer Krümelhand. "Kannst du mir helfen, das Kanu ins Schlaraffenland zu bringen?"

Ogromir, der seine Beobachterbrille aufsetzte (eine aus Blättern geflochtene Brille, mit der man besonders gut detektivisch staunte), kniete sich hin und untersuchte das Kanu. Es war weder schwer noch flüssig, sondern völlig aus Zuckerglas gebaut. Der Keks paddelte mit einem Strohhalm, aber das Kanu hatte einen Zahnstocher-Lochboden und drohte, bei der ersten Welle zu schmelzen.

"Warum willst du ins Schlaraffenland?" fragte Ogromir. Er liebte Fragen, weil sie wie kleine Schlüssel waren.

"Ich habe gehört", sagte der Keks mit großer Ernsthaftigkeit, "dass dort die Milchflüsse nie leer werden und die Kekskrümel wie Konfetti regnen. Aber ich kann nicht alleine. Ich bin nur ein Keks. Kekse werden schnell nass."

Ogromir lächelte. Beobachten war eine Sache; helfen die andere. Er nahm das Kanu auf seine breiten Schultern – und das Kanu war so leicht, dass es auf dem Atem eines Gedichts schwebte. Gemeinsam wanderten sie durch einen Wald aus Zuckerwurzeln und überquerten Brücken aus Lakritz. Unterwegs trafen sie sprechende Teebeutel, die ihnen philosophische Ratschläge gaben: "Wer langsam zieht, krümelt weniger." Ogromir antwortete mit einem Nicken, das eine kleine Ameise vom Weg schubste (nicht böse, nur zu neugierig), und der Keks lachte so laut, dass ihm ein Krümel davonflog und als Bootspaddel diente.

Als sie das Ufer des Schlaraffenlandes erreichten, sahen sie eine Landschaft, die aus Sahneböden und Zuckerfontänen bestand. Die Bewohner waren knusprige Croissants, die tanzten, und Wassermelonen, die polka-ing sangen. Der Keks war glücklich. Er hüpfte aus dem Kanu und rief: "Danke, großer Beobachter!" Dann – als Dankeschön – schenkte er Ogromir einen winzigen, schimmernden Krümel, der, wenn man ihn ans Ohr hielt, die besten Bonbonwitze erzählte.

Doch gerade als Ogromir diesem Keks einen Abschiedskeks-Schmatzer gab, kitzelte etwas sein Ohr. Es war das Regenbogenstück, das in seiner Tasche vibrierte. Und mit einem Mal war er wieder ganz woanders.

Das Konzert der Knirpse

Als Ogromir die Augen öffnete, stand er mitten auf einer Bühne, umgeben von kleinen, blitzenden Gestalten: die Knirpse. Knirpse sahen aus wie winzige Tänzer mit Hüten aus Kastanien und Augen, die wie Glühbirnen leuchteten. Sie hielten Instrumente, die Blicke fingen: eine Geige, die aus einem Heuhalm gemacht war, eine Trommel, die wie eine Muschel klang, und eine Flöte, die aus einer Regenwurmglocke bestand.

"Du bist unser Beobachter!" rief die Dirigentin, ein Knirps mit einer Perücke aus Spinnenweben. "Wir brauchen jemanden, der alles sieht, damit unser Konzert die richtige Überraschung bekommt."

"Was für eine Überraschung?" fragte Ogromir und schaute sich die winzigen Noten an, die wie Schmetterlingskekse durch die Luft schwebten.

"Wir wollen das Publikum zum Staunen bringen", sagte die Dirigentin. "Aber wir sind so klein, dass niemand uns sieht. Wir brauchen jemanden großen, der unsere Musik trägt."

Ogromir nahm seinen Beobachterblick und begann zu beobachten: die Falten an den Knirpshüten, die Art, wie die Flötenluft nach Marshmallow roch, und wie das erste Akkord wie ein Kaugummi-Feuerwerk schmeckte. Dann stellte er sich mitten auf die Bühne und hob die Arme. Seine Hände wurden zu Windmühlen, die die Musik weitertrugen. Die Töne wuchsen und wurden groß wie Drachen, flogen aus der Fensterspalte und setzten sich auf die Nasenspitzen der Zuschauer wie bunte Hüte.

Das Dorf hielt den Atem an. Die Musik zog durch die Gassen, erreichte die Bäckerei, wo Croissants eine Walzerpause machten, und sogar die alten Laternenraben wippten leicht mit den Flügeln. Die Leute sahen nicht nur die Musik; sie sahen die Geschichte, die sie gerade hörten: Geschichten über vergessene Socken, mutige Löffel und eine Tasse, die ihre eigenen Träume hatte. Kinder lachten, Erwachsene klatschten, und selbst die Wolken schwebten nebendran und schauten zu.

Doch in der Mitte des Konzerts, als ein großes, leuchtendes Herz aus Noten im Publikum platzte, passierte etwas Unerwartetes. Der Boden unter Ogromirs Füßen wurde weich wie Pudding. Er sank ein. Nicht vollständig, nur bis zu den Knien. Im Puddingboden steckte ein Schild: "Achtung: Puddinggestein." Ogromir passte perfekt hinein wie ein Schlüssel in ein Schloss, und die Musik begann, anders zu klingen – tiefer, molliger, ein bisschen schmelzend.

"Wir brauchen einen Knirps-Zauber, um dich zu befreien!" rief die Dirigentin. Knirpse rannten mit winzigen Zauberstäben und einem Eimer voller Zuckersand herbei. Sie malten ein Herz aus Zuckersand um Ogromirs Füße und sangen ein Bergwerk-Lied, das die Puddingwellen beruhigte. Langsam, langsam zog Ogromir seine Beine heraus, und die Musik sprang wie frischgebackene Popcorn wieder in die Luft.

Als Dank bekam Ogromir eine kleine goldene Note, die er sich an den Hut heftete. "Für die beste Beobachter-Stimme", sagte die Dirigentin. Ogromir war gerührt; er steckte die Note in seine Tasche neben dem Regenbogenstück und dem Bonbonwitz-Krümel. Er war kein Held in der großen, lauten Art, aber in der Art eines Beobachters – jemand, der sieht, hilft und mit einem Lächeln die Dinge zusammenhält.

Nachdem das letzte Klaviergebimmel verklungen war und die Knirpse ihre Hüte verbeugt hatten, lehnte Ogromir sich zurück und – oh ja – schlief wieder ein. Es war fast wie ein Talent: einschlafen genau dann, wenn die nächsten Abenteuer schon anklopften.

Die Heimkehr und das zurechtgerückte Kissen

Ogromir öffnete die Augen und fand sich zurück auf seiner Veranda. Die Umgebung war dieselbe: die Schachtelhäuser, die Luftblasen und sein Kupferbecher mit dem verbliebenen Pfefferminztee. Sein Kissen lag genau dort, wo er es gelassen hatte – aber es war etwas anders. Es war ein wenig platt, als hätte ein kleines Fest darauf gefeiert. Auf dem Kissen lag eine winzige goldene Note, ein Regenbogenfetzen glitzerte in seiner Tasche und ein Bonbonwitz-Krümel summte eine leise Melodie.

Er setzte sich langsam auf. Die Abendsonne war warm, und irgendwo in der Ferne jodelte ein Baum. Ogromir atmete tief ein. Beobachten hatte ihm gezeigt: Welt ist voller merkwürdiger Dinge, die nur darauf warten, gesehen zu werden. In seinem Kopf tanzten die Bilder: die kichernden Wolken, der mutige Keks, die Knirpse mit ihren Kastanienhüten. Sein Herz fühlte sich leicht an, als hätte ihm jemand eine Decke aus Sternen umgelegt.

Genau da kam seine Nachbarin, Frau Seerose, vorbei und fragte: "Hast du geschlafen, Ogromir? Du siehst aus, als hättest du die ganze Bibliothek vorgelesen!"

Ogromir lachte. "Eher: Ich habe ein paar Geschichten live miterlebt", sagte er und zwinkerte. Er wollte Frau Seerose alles erzählen, aber dann bemerkte er, dass sein Kissen ein bisschen schief lag. Es war nicht mehr so bequem wie zuvor. Er reagierte instinktiv – ein Beobachter darf nie ein Kissen unbeachtet lassen.

Ogromir rückte das Kissen zurecht. Erst streckte er eine große Hand aus und klopfte es wie ein Bett für Kissen. Dann drehte er es so, dass die flauschige Seite nach oben zeigte. Zuletzt schüttelte er es einmal kräftig – und auf wunderbare Weise faltete sich eine kleine Ecke des Kissenbezugs wie ein Lächeln auf. Plötzlich fühlte sich alles perfekt an: das Kissen, seine Veranda, ja sogar seine Pfefferminzteetasse.

Er setzte sich darauf, schloss die Augen für einen Moment und pflückte das Regenbogenstück aus seiner Tasche. Es funkelte leise. Der Bonbonwitz-Krümel kicherte noch ein bisschen und erzählte einen letzten Witz: "Was macht ein Brötchen im Fitnessstudio? Es pumpt Korinthen!" Ogromir lachte so herzlich, dass eine Traube von Luftblasen herbeischwebte und ihm applaudierte.

Bevor die Dunkelheit den Tag umarmte, dachte Ogromir noch einmal an alles, was passiert war. Beobachten hatte ihn durch seltsame Räume geführt, durch Musik, Kuchen und kichernde Wolken. Aber das Wichtigste war nicht, wie groß oder seltsam die Abenteuer waren; es war die Art, wie seine Augen die kleinen Dinge gesehen hatten und wie er seinen Platz in jeder Geschichte fand. Manchmal half er. Manchmal wurde er geholfen. Immer aber hatte seine Vorstellungskraft die Türen aufgestoßen, durch die er geschaut hatte.

Als die Sterne die Nacht bestickten und die Luftblasen sich in Bettdecken verwandelten, kuschelte Ogromir sich in sein nun perfekt zurechtgerücktes Kissen. Er dachte daran, wie eine schiefe Ecke des Kissens das ganze Gefühl eines Tages verändern konnte; am meisten freute er sich aber auf die nächste Beobachter-Schlafstunde – denn wer weiß, welche Komik und Wunder die nächste Nickerchen-Tür öffnen würde.

Und so, mit einem Lächeln, das eher einem lästigen, aber lieben Kitzel glich, schlief Ogromir ein. Sein letzter Gedanke vor dem Schlaf war warm und fein wie Pfefferminztee: Die Welt ist größer, wenn man sie anschaut, und bunter, wenn man ein Kissen zurechtrückt.

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Moosgrün
Eine Farbe, die an das Moos in einem Wald erinnert; ein dunkles Grüntönen.
Veranda
Ein überdachter, offener Raum, der am Haus befestigt ist und oft als Eingang oder Ausblick dient.
Kicherlaute
Geräusche, die entstehen, wenn jemand lacht oder kichert.
Kanu
Ein langes, schmalen Boot, das meist mit Paddeln bewegt wird.
Knirpse
Ein Begriff für kleine, niedliche Wesen oder Kinder, die oft lebhaft und verspielt sind.
Zuckersand
Ein feiner, süßer Sand, der wie Zucker aussieht und oft in Süßigkeiten verwendet wird.

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