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Cowboygeschichte 9/10 Jahre Lesen 11 min.

mut am fluss: jake und der batelier

Jake, ein mutiger Cowboy, und Sam, ein ängstlicher Batelier, müssen sich während eines gewaltigen Gewitters und eines drohenden Präriebrandes ihren Ängsten stellen und lernen, dass Zusammenhalt und Freundschaft selbst in den gefährlichsten Situationen stark machen.

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Ein Cowboy, ein Mann in seinen Dreißigern mit einem breiten Filzhut und einem rot karierten Hemd, steht fest auf seinem braunen Pferd Dusty. Sein Gesicht ist von Entschlossenheit und Besorgnis geprägt, seine leuchtenden Augen scannen den Horizont. Neben ihm steht ein Bootsführer namens Sam, ein Mann in seinen Fünfzigern mit einem grauen Bart und einer Lederweste, der ängstlich den dunklen Himmel betrachtet und ein Ruder in den Händen hält. Ihre Silhouetten heben sich vor einer Landschaft mit goldenen Wiesen ab, wo bedrohliche Wolken aufziehen und ein starker Wind das Gras zum Wogen bringt. Die Szene strahlt eine angespannte Atmosphäre aus, während im Hintergrund ein Präriefeuer mit tanzenden Flammen und aufsteigendem schwarzem Rauch sichtbar wird. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der Sturm zieht auf

Der Wind pfiff wie ein wütender Kojote durch die staubige Prärie. Jake Turner, der erfahrenste Cowboy von Silver Creek, saß fest im Sattel seines braunen Pferdes Dusty. Die Sonne war schon lange hinter dichten, grauen Wolken verschwunden, und am Horizont türmten sich dunkle Gewitter auf. „Na, alter Freund“, murmelte Jake zu seinem Pferd, „das wird gleich ungemütlich.“

Jake ritt jeden Tag durch die Weiten des amerikanischen Westens. Er war bekannt für seinen Mut und sein gutes Herz, doch heute spürte er ein Kribbeln in seinem Magen. „Unruhe liegt in der Luft“, dachte er, während er vorsichtig in Richtung des alten Eklereur-Relais ritt, das einsam zwischen den Hügeln lag.

Plötzlich blitzte es, und ein lauter Donnerschlag ließ Dusty erschrocken wiehern. Jake hielt die Zügel fest, sprach beruhigend auf sein Pferd ein und blickte sich wachsam um. Er wusste, dass Gewitter in der Prärie gefährlich waren – vor allem, wenn sie Feuer entfachten. „Wir müssen schnell zum Relais, Dusty!“, rief er und trieb sein Pferd an.

Der Regen setzte ein, dicke Tropfen platschten auf seinen Hut und die staubige Erde. Der Wind trieb den Regen wie Nadeln ins Gesicht, aber Jake ritt mit festem Blick weiter. Nach einer halben Stunde kam das hölzerne Relais in Sicht. Es war klein, aber stabil gebaut und bot Schutz für alle, die sich auf den gefährlichen Wegen der Prärie bewegten.

Jake sprang vom Pferd, band Dusty am Zaun fest und eilte ins Gebäude. Drinnen prasselte der Regen laut auf das Dach, während ein knisterndes Feuer im kleinen Ofen brannte. Im Lichtschein saßen schon drei andere Reisende – zwei Fährtenleser und ein Batelier, ein Fährmann namens Sam.

„Abend, Leute“, begrüßte Jake die Männer und zog seinen nassen Hut. „Heftiges Unwetter draußen!“

Sam, der Batelier, blickte vorsichtig auf. Sein Gesicht war von vielen Jahren am Fluss geprägt. Er war bekannt für seine Vorsicht, fast schon Ängstlichkeit, wenn es um Risiken ging. „Da draußen ist es gefährlich, Jake“, sagte Sam leise. „Man sollte heute Nacht besser keinen Fuß vor die Tür setzen.“

Jake nickte nur. Er wusste, dass Sam recht hatte, aber er spürte, dass dies erst der Anfang einer langen Nacht war.

Kapitel 2: Die Angst im Relais

Der Regen trommelte weiter aufs Dach, und der Wind heulte durch die Ritzen des alten Holzhauses. Jake nahm sich einen Stuhl und setzte sich ans Feuer. Die anderen schauten wortlos in die Flammen.

Die Stimmung war angespannt. Jeder wusste, dass Unwetter in der Prärie mehr bedeuteten als nur ein bisschen Regen. Sie konnten Tiere aufscheuchen, den Fluss anschwellen lassen oder – schlimmer noch – einen Präriebrand entfachen.

Sam, der Batelier, rückte näher ans Feuer. „Ich hab vorhin Rauch gesehen, dort drüben, bei den Gräsern“, sagte er leise. „Vielleicht war es nur ein Blitz. Aber es macht mir Angst.“

Die anderen schwiegen. Auch Jake fühlte einen Kloß im Hals. Er erinnerte sich an einen Brand, als er noch ein junger Cowboy war. Damals hatte er panisch reagiert und sich fast verirrt. Die Angst hatte sich damals tief in sein Herz gefressen, und auch jetzt, viele Jahre später, war sie noch spürbar.

„Wir sollten vorsichtig sein“, sagte einer der Fährtenleser. „Manchmal genügt ein Funke, um alles zu verändern.“

Jake nickte. Er hatte immer geglaubt, dass Mut bedeutete, keine Angst zu haben. Doch mit den Jahren hatte er gelernt, dass echter Mut heißt, sich der Angst zu stellen. Er atmete tief durch und beschloss, ruhig zu bleiben, egal was passieren würde.

Sam sah Jake prüfend an. „Du hast doch keine Angst, oder, Jake?“, fragte er schüchtern.

Jake lächelte schief. „Natürlich hab ich Angst, Sam. Jeder fürchtet sich mal. Aber ich glaube, wir schaffen das zusammen. Wir passen aufeinander auf, dann kann uns nichts passieren.“

Ein leises Lächeln huschte über Sams Gesicht. Die Gemeinschaft im Relais wuchs, auch wenn draußen der Sturm tobte.

Kapitel 3: Der Batelier und die Furt

Am nächsten Morgen war der Himmel klar, als wäre nichts gewesen. Die Sonne warf goldene Strahlen über das nasse Gras, und der Fluss, der hinter dem Relais floss, glitzerte wie eine Silberkette.

Jake und die anderen machten sich bereit, ihre Reise fortzusetzen. Doch Sam, der Batelier, blieb still. Er starrte auf das Wasser. Der Fluss war über Nacht angeschwollen, sein Rauschen war lauter als sonst.

„Ich... ich weiß nicht, ob ich jemanden heute über den Fluss setzen kann“, sagte Sam mit zitternder Stimme. „Das Wasser ist hoch, die Strömung stark. Es ist gefährlich.“

Die Fährtenleser schauten sich unsicher an. Sie mussten weiter, aber niemand wollte Sam zu etwas zwingen. Jake trat zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter.

„Sam“, sagte er ruhig, „du bist der beste Batelier weit und breit. Du hast schon bei schlimmerem Wetter den Fluss überquert. Wir glauben an dich.“

Sam schüttelte den Kopf. „Es ist nicht nur der Fluss, Jake. Es gibt so viele Gefahren. Manchmal hab ich Angst, jemanden zu verlieren. Oder selbst zu scheitern.“

Jake sah ihm in die Augen. „Weißt du, Sam, ich hab auch oft Angst. Letzte Nacht, da hab ich an eine alte Feuersbrunst denken müssen. Damals war ich fast verloren. Aber diesmal bin ich nicht allein. Wir helfen uns gegenseitig. Das macht uns stark.“

Sam überlegte lange. Schließlich nickte er langsam. „Vielleicht... vielleicht schaffen wir es wirklich. Aber nur, wenn wir zusammenarbeiten.“

Die Männer bereiteten das kleine Boot vor. Jake packte mit an, und die Fährtenleser hielten Ausschau nach Treibholz. Gemeinsam brachten sie das Boot sicher ins Wasser. Die Überfahrt war aufregend, das Boot schwankte, aber Sam führte es ruhig und sicher ans andere Ufer.

Als sie gemeinsam anlegten, atmeten alle erleichtert auf. Jake klopfte Sam auf den Rücken. „Siehst du, Sam? Zusammen haben wir's geschafft!“

Kapitel 4: Gefahr in der Prärie

Nach der erfolgreichen Überfahrt verabschiedeten sich die Fährtenleser, während Jake und Sam am Ufer blieben, um die Ausrüstung zu ordnen. Plötzlich wehte ein heißer Windstoß durch die Gräser.

Jake schnupperte. „Riechst du das, Sam? Da liegt was in der Luft!“

Da hörten sie es: Ein fernes, bedrohliches Knistern, und am Horizont stieg eine Qualmwolke in den Himmel. „Feuer!“, rief Jake. „Ein Präriebrand!“

Blitzschnell packten sie ihre Sachen, warfen sich auf die Pferde und galoppierten in Richtung Relais zurück. Die Flammen fraßen sich rasch durch das trockene Gras, das Feuer rollte wie ein unaufhaltsamer roter Drache auf sie zu.

Jake spürte, wie sein Herz raste. „Wir müssen zum Relais! Wenn wir Glück haben, können wir die anderen warnen und das Feuer vielleicht stoppen!“

Die Hitze war schon aus der Ferne zu spüren. Rauch brannte in den Augen, und das Prasseln der Flammen wurde lauter. Jake und Sam spornten ihre Pferde an und kamen keuchend am Relais an.

Drinnen war Panik ausgebrochen: Die Fährtenleser versuchten, Wasser zu holen, und der Relaisleiter schrie Anweisungen. Jake übernahm das Kommando. „Alle raus! Schaufeln, Eimer, Decken – wir müssen eine Schneise schlagen, damit das Feuer nicht zum Gebäude kommt!“

Gemeinsam arbeiteten sie Seite an Seite, schlugen mit Decken auf die Flammen, gruben mit Schaufeln einen Graben, gossen Eimer über das trockene Holz. Jake spürte die Erschöpfung, aber er hörte nicht auf. Sam stand an seiner Seite, reichte ihm Wasser und half, wo er konnte.

Die Flammen kamen näher, die Luft war voller Funken und Rauch. Doch die Männer und Frauen am Relais ließen nicht locker. Ihre Hände waren schwarz vom Ruß, ihre Gesichter schweißnass.

Endlich, als die Sonne blutrot am Horizont unterging, war das Schlimmste überstanden. Das Relais stand noch. Das Feuer hatte vor der Schneise Halt gemacht.

Jake sackte erschöpft auf die Stufen. Neben ihm ließ sich Sam nieder. Ihre Blicke trafen sich. Keiner sagte ein Wort, aber in ihren Augen war Stolz – nicht nur, weil sie das Relais gerettet hatten, sondern weil sie ihre Angst überwunden hatten.

Kapitel 5: Ein herzlicher Abschied

Am nächsten Morgen lag noch ein Hauch von Rauch in der Luft, doch der Himmel war klar und blau. Die Prärie sah zwar verbrannt aus, aber das Relais stand, und alle waren wohlauf.

Jake half Sam beim Beladen seines kleinen Bootes. Die Fährtenleser packten ihre Sachen, und alle verabschiedeten sich voneinander. „Ihr habt gestern echte Tapferkeit gezeigt“, sagte der Relaisleiter und schüttelte jedem die Hand.

Sam drehte sich zu Jake um. „Weißt du, Jake, ich hatte wirklich Angst. Aber mit dir an meiner Seite… da fühlte ich mich stark.“ Er lächelte verlegen.

Jake grinste. „Ich auch, Sam. Alleine hätte ich es nie geschafft. Es ist leicht, mutig zu wirken, wenn man Freunde um sich hat.“

Sam lachte, und Jake auch. Dann legte Sam ihm die Hand auf die Schulter. „Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder am Fluss, Cowboy.“

Jake nickte. „Das hoffe ich, Sam. Und dann bringst du mich sicher rüber – egal wie wild die Strömung ist!“

Sie winkten sich zum Abschied. Jake bestieg Dusty, sein treues Pferd, und blickte noch einmal zurück zum Relais. Die Sonne stieg warm über den neuen Tag. Jake wusste, dass jeder, der einmal Teil einer solchen Gemeinschaft war, nie wieder ganz alleine durch die Prärie reiten musste.

Denn hier, im wilden Westen, zählte nicht nur Mut oder Stärke – sondern vor allem die Solidarität unter Freunden. Und das war das größte Abenteuer von allen.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Eklereur-Relais
Ein kleines, hölzernes Gebäude, das Reisenden Schutz bietet und als Rastplatz dient.
Fährtenleser
Eine Person, die die Spuren von Tieren oder Menschen erkennt und verfolgt.
Bateliers
Ein Beruf, der sich mit dem Transport von Personen oder Gütern über Gewässer befasst.
Präriebrand
Ein Feuer, das sich schnell über trockenes Grasland ausbreitet.
Funke
Ein kleiner Stück glühender Materie, der beim Brennen von Feuer entsteht.
Schneise
Eine durch Rodung oder Feuer entstandene Strecke, die eine Ausbreitung von Feuer oder Gestrüpp verhindert.

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