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Lustige Geschichte zum Einschlafen 11/12 Jahre Lesen 19 min.

Motor-Mats und die Rettung des Schlafs

Der zwölfjährige Mats verfügt über ein beruhigendes „Schnurr“-Motorgeräusch, mit dem er seine Nachbarin Kim, ihren Bruder Jona und den Dackel Waffel in einer nächtlichen Mission unterstützt, um ihren Schlaf zu retten und gleichzeitig einen verirrten Mini-Helikopter aus einem Baum zu bergen.

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Ein etwa 12-jähriger Junge, Mats, lächelnd aber konzentriert, rundes Gesicht mit Sommersprossen und zerzaustem kastanienbraunem Haar, trägt einen blauen Hoodie und gestreifte Schlafhose; er hockt im Vorstadgarten bei Nacht, die Hand Richtung eines kleinen Hubschraubers in einem Ast erhoben und macht beruhigende „Motor“-Geräusche. Ein rund 11-jähriges Mädchen, Kim, blond und entschlossen in einem Stern-Bademantel, steht auf einer kleinen Leiter, die an einem großen Baum lehnt, schaut dankbar zu Mats. Ein etwa 9-jähriger Junge, Jona, schüchtern und erleichtert in hellem Pyjama, bleibt am Fuß des Baums als Bodenstation und hält ein Plüschtier-Oktopus. Ein kleiner brauner Dackel namens Waffel sitzt wachsam unten neben der Leiter wie ein Missionschef. Ort: Nachtlicher Vorstadgarten mit leicht glänzendem Gras, silhouettenhaften Ästen, einem erleuchteten Fenster, Mond und Sternenhimmel; gedämpfte Veranda-Lampen und mondsilberne Blätter. Szene: nächtliche, beruhigende Rettungsaktion mit sanftem Humor und Teamgeist, in aquarelliger Palette aus Nachtblau, moosigem Grün und warmen Gelbtönen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Das Geräusch, das keiner bestellt hat

Mats war zwölf und hatte ein besonderes Talent: Er konnte Motoren nachmachen. Nicht die lauten, die nach „WROAAAM!“ klingen und Erwachsene nervös an ihre Autoschlüssel fassen. Nein. Mats konnte den weichen, schnurrenden Motor, der klingt wie eine zufriedene Katze in einem warmen Kissen.

Heute Abend lag er im Bett, die Decke bis zur Nase gezogen. Draußen machte der Wind „huuuh“ und drinnen machte sein Bauch „knurr“. Beides war nicht besonders einschläfernd.

„Ich brauche etwas Beruhigendes“, murmelte Mats.

Aus dem Flur kam Mama mit dem Wäschekorb. Sie blieb in der Tür stehen und sah ihn an, als hätte er gerade angekündigt, er wolle ab sofort nur noch Brokkoli frühstücken.

„Alles okay?“, fragte sie.

„Ja“, sagte Mats schnell. „Ich… äh… lade mich nur auf.“

„Wie bitte?“

Mats räusperte sich und machte sein bestes Motor-Schnurren: „Mmmrrrrr… mmmrrrrr…“

Mama blinzelte. „Ist das… ein sehr zufriedener Staubsauger?“

„Ein sanfter Motor. Zum Runterfahren“, erklärte Mats wichtig, als wäre er ein Professor für Betttechnik.

Mama stellte den Wäschekorb ab. „Wenn du gleich anfängst, im Schlaf rückwärts einzuparken, rufe ich deinen Vater.“

„Keine Sorge. Ich parke nur in Gedanken“, sagte Mats und ließ das Schnurren noch etwas leiser werden: „mrrrr… mrrrr…“

Mama schüttelte lachend den Kopf. „Gute Nacht, Herr Motor.“

Als sie weg war, grinste Mats in sein Kissen. Das Schnurren fühlte sich an, als würde er sich selbst streicheln, nur eben mit Geräuschen. Und weil er ein genauer Beobachter war, achtete er darauf, wie sich sein Brustkorb hob, wie die Luft warm an der Nase vorbeizog, wie das Zimmer langsam stiller wurde.

Dann klopfte es plötzlich. Nicht an der Tür. Am Fenster.

Tock. Tock. Tock.

Mats setzte sich auf. „Äh… hallo?“

Draußen schaukelte etwas im Mondlicht. Ein Zettel, der an einer Schnur hing, festgeklemmt an… einem winzigen Klammergreifer. Und der Klammergreifer hing an einem Spielzeug-Drohnen-Helikopter, der sehr tapfer so tat, als sei er ein Nachtvogel.

Der Helikopter summte. Der Zettel wackelte. Und dann landete das Ding, als hätte es auf einmal beschlossen, doch lieber ein Stein zu sein, auf Mats' Fensterbrett.

Mats öffnete vorsichtig das Fenster. Kalte Luft strich hinein. Er nahm den Zettel.

Darauf stand in krakeligen Buchstaben:

„NOTFALL! UNSER SCHLAF IST WEG. BRAUCHEN SCHNURR-MOTOR. – KIM“

Mats starrte auf den Namen. Kim wohnte zwei Häuser weiter und war berühmt dafür, immer irgendein Projekt zu haben. Letzte Woche hatte sie versucht, ein Sandwich mit Klebeband zu reparieren. Es war… kreativ.

Mats flüsterte: „Das wird interessant.“

Und aus irgendeinem Grund machte sein Motor in der Brust gleich wieder an: „mmmrrrr…“

Kapitel 2: Die Mission „Schlaf retten“

Mats zog seinen Hoodie über den Schlafanzug. Er schlich aus dem Zimmer, als wäre der Boden aus knisternden Chips. Im Flur stieß er beinahe gegen den Wäschekorb, der jetzt wie ein lauernder Gegner dastand.

„Pssst“, sagte Mats zum Korb. Der Korb antwortete nicht. Sehr verdächtig.

Unten im Wohnzimmer schnarchte Papa leise auf dem Sofa. „Krrch… krrch…“ Das klang wie ein Faxgerät aus der Steinzeit. Mats nickte anerkennend. „Auch eine Art Motor“, flüsterte er.

Er schob die Haustür auf. Die Nacht roch nach Gras und nach dem letzten Sommer, der irgendwo hinten im Garten noch eine vergessene Wärme liegen ließ. Der Mond hing über den Dächern wie eine große, runde Taschenlampe, die alles freundlich ausleuchtete.

Zwei Häuser weiter blinkte eine Taschenlampe dreimal kurz. Das war bestimmt kein Einbrecher-Code. Das war Kim.

Mats huschte durch den Vorgarten, der bei Nacht aussah wie ein Dschungel aus Gartenzwergen. Vor Kims Tür stand Kim selbst, in einem flauschigen Bademantel mit Sternen drauf. Ihre Haare standen wie eine Explosion aus Watte ab.

„Du bist gekommen!“, flüsterte sie dramatisch.

„Ich konnte doch nicht nein sagen“, antwortete Mats. „Dein Helikopter hat mich praktisch angeflogen.“

Kim winkte ihn rein. Im Wohnzimmer saßen zwei weitere Gestalten: Kims kleiner Bruder Jona, neun, mit einem Kuschel-Oktopus unterm Arm, und Kims Hund Waffel, ein Dackel, der aussah, als hätte er zu viel über das Leben nachgedacht.

„Okay“, sagte Kim und klappte ein Notizbuch auf. „Die Lage: Jona kann nicht einschlafen. Waffel kann nicht einschlafen. Ich kann nicht einschlafen, weil Jona nicht einschlafen kann und Waffel dabei so guckt.“

Waffel seufzte tief. Es klang wie ein kleiner Staubsauger, der traurig ist.

Jona hob den Kopf. „Ich hab im Kopf so ein… ssssss“, sagte er. „Wie wenn eine Limo schäumt.“

„Das ist das Gedanken-Sprudeln“, erklärte Kim ernst. „Dagegen hilft nur ein Motor.“

Mats hob die Hände. „Ich bin kein richtiger Motor.“

„Doch“, sagte Jona sofort. „Du bist der Motor-Mats.“

„Und du musst uns helfen, runterzufahren“, ergänzte Kim und zeigte auf eine Decke auf dem Teppich. Darauf standen: ein Glas Wasser, ein Teller Kekse, ein Lineal und eine Stoppuhr.

Mats runzelte die Stirn. „Warum… ein Lineal?“

Kim tippte darauf. „Für die Wissenschaft.“

Jona hielt den Oktopus hoch. „Und Olli ist der Beifahrer.“

Waffel legte sich hin und schob die Schnauze auf die Pfoten. Er sah Mats an wie ein alter Busfahrer: Na gut, dann fahr uns halt nach Traumstadt.

Mats setzte sich auf die Decke, atmete ein und begann: „Mmmrrrrr… mmmrrrrr…“

Kim drückte auf die Stoppuhr. Jona schloss sofort die Augen, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Waffels Ohren zuckten.

„Interessant“, flüsterte Kim. „Frequenz angenehm. Vibration in der Luft minimal. Kekse sind noch da.“

„Danke für den Zwischenbericht“, murmelte Mats, ohne das Schnurren zu verlieren.

„Es funktioniert!“, hauchte Jona. „In meinem Kopf wird das Sprudeln weniger.“

Mats machte weiter. Er beobachtete: Jona atmete ruhiger. Waffels Augenlider wurden schwer. Kim starrte konzentriert auf die Stoppuhr, als könne sie damit den Schlaf festhalten wie einen Schmetterling.

Und dann passierte das Unvermeidliche: Kim nieste.

„HATSCHI!“

Waffel erschrak, sprang auf und rannte direkt in den Couchtisch. Der Tisch machte „KLOK“, ein Keks machte einen eleganten Abflug, und die Stoppuhr landete unter dem Sofa.

„Notfall!“, rief Kim und warf sich auf den Boden, um die Stoppuhr zu retten.

Jona setzte sich kerzengerade hin. „Jetzt ist das Sprudeln wieder da!“

Mats stoppte kurz, dann entschied er sich für eine neue Strategie. Er hob die Hand wie ein Dirigent.

„Okay“, sagte er. „Wir machen das wie eine echte Einschlaf-Werkstatt. Keine Panik. Wir starten den Motor langsam.“

Waffel setzte sich hin und schaute beleidigt. Jona umklammerte Olli den Oktopus.

Mats atmete tief ein. Und dann begann er wieder, weicher, tiefer, als würde ein kleiner Motor in einem Kissen laufen: „mrrrr… mrrrr…“

Kapitel 3: Der Hund will den Führerschein

Nach ein paar Minuten sah Waffel plötzlich sehr entschlossen aus. Er tappte zu Mats, stupste ihn mit der Nase an und machte ein Geräusch, das verdächtig nach „wuff“ klang, aber auch nach „ich habe einen Plan“.

„Was ist?“, flüsterte Mats.

Waffel schnupperte an Mats' Hoodie-Tasche und zog… Kims Lineal heraus. Niemand hatte gesehen, wie es in die Tasche gekommen war. Wahrscheinlich hatte das Lineal selbst beschlossen, ein Abenteuer zu erleben.

Waffel legte das Lineal vor Mats hin und setzte sich daneben. Erwartungsvoll.

Kim hob den Kopf. „Oh! Er will eine Messung. Er ist ein Datenhund.“

„Oder er will den Führerschein“, sagte Mats.

Jona kicherte. „Waffel fährt uns in den Schlaf!“

Kim nahm das Lineal und hielt es an Waffels Schnauze, als würde sie die Länge eines Geheimnisses messen. „Schnauzenlänge: ausreichend. Blick: sehr erwachsen. Gehirn: vermutlich aus Keksen.“

Waffel wedelte einmal kurz. Dann legte er sich wieder hin. Diesmal direkt neben Mats, als wolle er den Motor besser hören. Mats schnurrte weiter, gleichmäßig wie eine Katze, die heimlich ein Auto ist.

Doch Kim war noch nicht zufrieden. Sie zog ein Blatt Papier hervor. „Wir brauchen eine Strecke. Eine imaginäre Straße. Sonst ist das keine richtige Runterfahrt.“

„Eine Straße?“, flüsterte Mats.

„Ja“, sagte Kim. „Eine beruhigende Nachtstraße. Mit wenig Verkehr. Also null Verkehr. Und höchstens einem freundlichen Igel.“

Jona schloss wieder die Augen. „Ich sehe die Straße schon“, murmelte er. „Sie ist aus Teppich.“

Mats grinste. „Okay. Dann fahren wir los.“

Er ließ sein Schnurren in kleinen Wellen laufen: erst etwas lauter, dann leiser. „Mmmrrrr… mmmrrrr…“

Kim flüsterte: „Wir rollen. Wir rollen sehr ordentlich.“

Jona flüsterte: „Da ist ein Kreisverkehr aus Kissen.“

Mats: „Wir nehmen die Ausfahrt Richtung Traum.“

Waffel seufzte glücklich und legte den Kopf auf Mats' Bein. Seine Pfoten zuckten, als würde er im Schlaf schon lenken. Mats beobachtete das und musste aufpassen, nicht loszulachen. Ein Dackel im Traumauto, das war einfach zu viel.

Kim kramte unter dem Sofa die Stoppuhr hervor, als hätte sie einen Schatz geborgen. „Zeit bis Ruhe: acht Minuten“, flüsterte sie. „Das ist… beeindruckend.“

„Ich bin auch beeindruckt“, sagte Mats leise. „Vor allem davon, wie ernst ihr das nehmt.“

Kim sah ihn streng an. „Schlaf ist kein Witz.“

In genau diesem Moment machte Waffel im Schlaf ein winziges „wuff“, als würde er über einen imaginären Bordstein fahren.

Mats musste kichern. Kim auch. Jona murmelte: „Nicht so viel lachen… sonst sprudelt es wieder.“

„Okay“, sagte Mats und machte sein Motorgeräusch noch sanfter, als würde es sich in Watte verstecken: „mrrrr… mrrrr…“

Die Luft im Wohnzimmer wurde dick und weich. Das Licht der kleinen Lampe sah aus wie Honig. Sogar die Uhr an der Wand tickte plötzlich höflicher.

Dann hörten sie ein Geräusch von draußen.

„Krrr-schrrr.“

Kim riss die Augen auf. „Was war das?“

Mats hielt inne. Jona klammerte sich an Olli. Waffel öffnete ein Auge, als hätte er gerade eine wichtige Schicht.

„Vielleicht nur eine Mülltonne“, flüsterte Mats.

„Oder ein Nacht-Igel“, flüsterte Jona hoffnungsvoll.

Kim schlich zum Fenster und lugte hinaus. „Oh.“

„Was?“, fragte Mats.

Kim drehte sich um, und ihr Gesicht war gleichzeitig begeistert und entsetzt. „Mein Helikopter… hängt im Baum.“

Mats blinzelte. „Der, der mich angeschrieben hat?“

„Ja. Er hat sich wohl selbst weitergeflogen. Ohne Piloten. Er ist jetzt… ein Baum-Ornament.“

Jona setzte sich auf. „Wir müssen ihn retten! Sonst kann morgen niemand mehr Briefe an Fenster liefern!“

Mats seufzte. Einschlafen konnte wirklich warten, dachte die Nacht offenbar. „Okay“, sagte er. „Aber leise. Wir sind auf einer Schlafmission.“

Waffel stand schon an der Tür. Er war bereit. Er war der Einsatzleiter.

Kapitel 4: Der leise Rettungseinsatz im Garten

Draußen war der Garten dunkel, aber nicht unheimlich. Eher wie ein Zimmer, in dem jemand vergessen hatte, das Licht anzumachen, weil er schon halb im Traum war. Der Baum, in dem der Helikopter hing, stand da wie ein großer, geduldiger Riese.

Kim trug eine kleine Leiter. Jona trug Olli. Mats trug… Verantwortung. Waffel trug… sich selbst sehr wichtig.

„Da oben“, flüsterte Kim und zeigte. Der Helikopter hing in einem Ast und blinkte schwach, als würde er sich entschuldigen.

„Warum blinkt er?“, fragte Mats.

„Damit er sich besser schämt“, sagte Kim.

Jona flüsterte: „Ich kann klettern.“

„Nein“, sagte Mats und sagte es so, wie große Brüder es sagen, auch wenn er gar kein großer Bruder war. „Du bleibst unten. Du bist… die Bodenstation.“

Jona nickte ernst. „Ich bin Boden.“

Kim stellte die Leiter an den Baum. Sie stieg eine Stufe hoch, wackelte, stieg wieder runter. „Der Baum atmet“, flüsterte sie.

„Das bin ich“, sagte Mats. „Ich mache Motor. Das beruhigt.“

Und tatsächlich: Mats begann zu schnurren, ganz leise, als würde er den Baum damit einlullen. „mrrrr… mrrrr…“

Kim stieg wieder hoch. Diesmal wackelte die Leiter weniger. Waffel setzte sich darunter und schaute nach oben, als wäre er der Sicherheitsbeauftragte.

„Wenn ich falle, fangt ihr mich“, flüsterte Kim.

„Ich bin Boden“, flüsterte Jona.

„Das macht mir nicht viel Hoffnung“, flüsterte Kim, griff nach dem Ast und bekam den Helikopter zu fassen.

In dem Moment machte der Helikopter ein beleidigtes „BZZZT“ und startete plötzlich.

Kim quietschte, aber nicht laut, eher wie eine Maus, die höflich erschrickt. Der Helikopter ruckte, zog an der Schnur, und der Ast wackelte.

„Motor beruhigen!“, zischte Kim.

Mats schnurrte stärker, tiefer: „Mmmrrrrr… mmmrrrrr…“

Es war absurd. Ein Junge stand im Garten und machte Motorgeräusche, um einen Helikopter zu beruhigen, während ein Dackel Sicherheitschef spielte und ein Neunjähriger „Ich bin Boden“ flüsterte.

Aber es half. Der Helikopter hörte auf zu zerren. Kim packte ihn fest, schaltete ihn aus und stieg langsam wieder runter.

„Gerettet“, flüsterte sie triumphierend und hielt ihn hoch wie eine Trophäe.

Waffel bellte einmal leise: „Wuff.“ Das klang wie Applaus in Dackel-Sprache.

Jona seufzte erleichtert. „Jetzt kann ich wieder… runterfahren.“

Mats nickte. „Dann zurück. Leise. Als wären wir alle… Kissen.“

Sie schlichen rein. Der Mond schob sich ein Stück weiter über das Dach, als würde er ihnen zuschauen und sich köstlich amüsieren.

Kapitel 5: Die Einschlaf-Werkstatt läuft wieder an

Zurück im Wohnzimmer machten sie es sich auf der Decke gemütlich. Kim stellte den Helikopter in eine Ecke und legte ein Post-it drauf: „NICHT WEGFLIEGEN.“

„Er hat jetzt Hausarrest“, sagte sie zufrieden.

Jona kuschelte sich an Olli. Waffel rollte sich zusammen wie ein sehr ernst gemeinter Donut.

Mats setzte sich hin. Er spürte, wie die Müdigkeit langsam in ihm hochkroch, erst in den Füßen, dann in den Knien, dann als warmes Gewicht hinter den Augen. Das Schnurren kam jetzt fast von alleine.

„Bereit?“, flüsterte er.

„Bereit“, flüsterte Kim und klickte die Stoppuhr, aber diesmal so leise, dass sogar die Luft sich nicht beschwerte.

Jona flüsterte: „Start.“

Mats begann: „mrrrr… mrrrr…“

Er stellte sich eine Straße vor, wie Kim es wollte. Eine Straße aus Teppich, die durch ein Land führte, in dem die Ampeln nur die Farben „schlummergrün“ und „kuschelgrau“ kannten. Er ließ sein Motorgeräusch mit der Vorstellung mitrollen, langsam, warm, gleichmäßig.

Kim flüsterte: „Wir fahren am Keksberg vorbei.“

Jona murmelte: „Der Keksberg winkt.“

Waffel atmete tief aus. Sein Bauch hob und senkte sich wie eine kleine Welle.

Mats merkte, dass das Motorgeräusch nicht nur die anderen beruhigte. Es beruhigte ihn selbst. Wenn Gedanken auftauchten—Mathehausaufgaben, peinliche Momente, das Geräusch von Wind—dann setzte er das Schnurren davor wie ein weiches Kissen.

„mrrrr… mrrrr…“

Kim legte das Notizbuch weg. „Weißt du“, flüsterte sie, „das ist irgendwie… praktisch.“

„Ich nehme ab sofort Aufträge an“, flüsterte Mats. „Aber nur gegen Kekse.“

Kim schob ihm einen Keks zu.

Mats biss hinein. Krümel. Glück. Er schnurrte weiter, diesmal mit Keks-Kraft.

Jona wurde immer stiller. Sein Kopf sank zur Seite. Olli der Oktopus rutschte ihm halb aus dem Arm, blieb aber tapfer dran, wie ein bester Freund, der auch im Schlaf nicht loslässt.

Kim gähnte, hielt sich den Mund zu und flüsterte trotzdem: „Das ist wissenschaftlich bewiesen: Motor macht müde.“

„Das ist nicht bewiesen“, murmelte Mats.

„Doch“, murmelte Kim. „Ich hab es gerade beschlossen.“

Mats' Sätze wurden in seinem Kopf länger, weicher. Das Motorgeräusch wurde ganz fein, fast nur noch Atem mit einem kleinen Summen darin.

„mrrrr… mrrrr…“

Kapitel 6: Heimfahrt, Innenlicht, Mondblick

Irgendwann war es so still, dass Mats nur noch drei Dinge hörte: Jona, der ruhig atmete, Waffel, der leise schnaufte, und Kim, die mit dem Kopf auf dem Notizbuch eingeschlafen war. Die Stoppuhr lief noch. Niemand kümmerte sich darum. Zeit hatte jetzt Pause.

Mats stand vorsichtig auf, als würde er durch Pudding laufen. Er zog Kim eine Decke über die Schultern, schob Jona den Oktopus wieder ordentlich in den Arm und streichelte Waffel einmal über den Rücken. Waffel machte ein zufriedenes „hmmf“ und blieb Donut.

Dann schlich Mats zur Tür. Draußen war die Nacht noch da, aber sie wirkte jetzt freundlich und geschniegelt, als hätte sie sich extra leise Schuhe angezogen.

Auf dem Heimweg machte Mats sein Motorgeräusch nur für sich, ganz klein, in der Kehle, wie ein Geheimnis: „mrrrr…“

Es half, die Schritte weich zu machen. Es half, die Gedanken langsam zu falten und wegzulegen, wie Mama das mit Handtüchern machte.

Zu Hause war alles still. Papa lag noch auf dem Sofa, das Faxgerät-Schnarchen war inzwischen zu einem sehr sanften „pff… pff…“ geworden. Mats schlich die Treppe hoch. Sein Bett wartete schon, als hätte es nie an ihm gezweifelt.

Er kroch unter die Decke. Das Kissen war kühl und genau richtig. Er atmete ein, atmete aus, und sein Motor schnurrte automatisch los, warm und beruhigend: „mrrrr… mrrrr…“

Die Gedanken wollten kurz noch tanzen, aber Mats ließ sie einfach. Er beobachtete, wie sie langsamer wurden. Wie ein Karussell, das ausrollt. Wie ein Fahrrad, das ohne Hände geradeaus fährt. Wie ein kleiner Motor, der zufrieden vor sich hin schnurrt, bis er irgendwann nur noch Atem ist.

Er drehte den Kopf zum Fenster. Der Mond hing da, rund und hell, als würde er die ganze Szene mit einem leisen Grinsen anschauen.

Mats flüsterte, kaum hörbar: „Gute Nacht.“

Der Mond schien ein bisschen heller zu werden, als hätte er zurückgezwinkert.

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Schnurrenden
Ein leises, gleichmäßiges Geräusch wie das einer zufriedenen Katze.
Einschläfernd
Etwas, das müde macht oder beim Einschlafen hilft.
Räusperte
Kurz und leise die Stimme klären, bevor man spricht.
Krakeligen
Unordentliche, wilde Schrift, die schwer zu lesen ist.
Klammergreifer
Ein kleines Werkzeug, das etwas mit einer Klammer festhält.
NOTFALL!
Ein lauter Hinweis, dass sofort Hilfe gebraucht wird.
Frequenz
Wie oft sich ein Ton oder ein Geräusch in einer Zeit wiederholt.
Vibration
Ein kurzes, zitterndes Bewegen oder Schwingen.
Stoppuhr
Eine Uhr, die man an- und ausschaltet, um Zeit zu messen.
Imaginäre
Nur in der Vorstellung existierend, nicht wirklich da.
Hausarrest
Wenn jemand zu Hause bleiben muss und nicht raus darf.

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