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Geschichte der Raumfahrt 3/4 Jahre Lesen 8 min.

Mira und der flüsternde Luna-Kiesel im Sternenmeer

Mira unternimmt einen kurzen Weltraumausflug mit dem Schiff Luna-Kiesel, während ihre Kollegin Noor sie aus der Station begleitet. Dabei muss sie ruhig bleiben, als plötzlich ein kleines Werkzeug im All davonschwebt.

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Mira (etwa 30) steht im Vordergrund, sanft lächelnd mit großen konzentrierten Augen und braunen leicht zerzausten Haaren unter einem transparenten Helm; sie trägt einen weichen beige-blauen Raumanzug mit leuchtend grünen Streifen und streckt einen Arm mit einem langen silbernen Greifarm aus, um einen langsam schwebenden kleinen goldenen Schlüssel zu fangen, hinter ihr erscheint auf einem kleinen schwebenden Bildschirm Noor (etwa 28) mit ermutigendem Gesichtsausdruck und kurzen schwarzen Haaren, die eine Hand hebend Unterstützung von der Station signalisiert, der Bildschirm von türkisfarbigem Licht umrahmt; links ist das Schiff „Luna-Kiesel“ zu sehen, polierte weiße und blaue Hülle mit runden Bullaugen, warm beleuchtet und fischähnlich nahe der Luftschleuse; Ort ist die runde Luftschleusenplattform „Wolkenring“ mit creme- und kupferfarbenen Metallwänden, orangem drehendem Ring, kleinen grünen Leuchten, runden Knöpfen und art-déco-geometrischen Stoff- und Rohrmustern; Szene: ruhiger Weltraumausstieg über einem großen blau-weißen Globus, der Schlüssel schwebt wie eine Blase, Mira atmet ruhig und holt das Werkzeug behutsam, friedliche Atmosphäre mit funkelnden Sternen, warm-pastelliger Farbpalette, einfachen Formen, klaren Konturen und beruhigenden Gesichtsausdrücken für Kinder. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Teil 1

Im Jahr 2222 ist die Stadt ganz leise. Sie summt nur ein bisschen. Die Straßen sind sauber. Kleine Roboter kehren Staub weg. Lampen leuchten wie warme Sterne. In den Häusern sprechen Bildschirme freundlich: „Guten Morgen.“

Über der Stadt steht ein großer Raumhafen. Dort stehen Schiffe wie glänzende Fische. Sie haben Fenster wie runde Augen. Sie haben Türen, die sich sacht öffnen: schsch.

Mira arbeitet dort. Mira ist eine Frau. Sie ist groß, und sie lächelt oft. Sie trägt einen Anzug, der weich ist wie ein Schlafanzug, aber stark wie ein Fahrradhelm. Auf dem Ärmel blinkt ein kleines Licht. Grün heißt: Alles gut.

Mira geht jeden Tag zum Schiff „Luna-Kiesel“. Es ist nicht riesig. Es ist genau richtig. Drinnen riecht es nach Tee und nach sauberer Luft.

„Hallo, Luna-Kiesel“, sagt Mira.

Das Schiff antwortet mit einer freundlichen Stimme: „Hallo, Mira. Ich bin bereit.“

Mira lacht leise. „Ich auch.“

Heute gibt es eine wichtige Aufgabe. Mira will eine kleine, kontrollierte Ausfahrt machen. Nur kurz. Nicht weit. So wie ein Spaziergang, nur im All.

Sie schaut auf die Liste. Die Liste ist klar.

Helm prüfen. Klick.

Handschuhe prüfen. Klick.

Sauerstoff prüfen. Piep. Grün.

Leine prüfen. Fest.

„Alles klar“, sagt Mira. „Wir machen das ruhig und langsam.“

„Ruhig und langsam“, wiederholt das Schiff. „Das mag ich.“

Im Kontrollraum sitzt Noor. Noor winkt aus einem Bildschirm.

„Mira, hörst du mich?“

„Ja, ich höre dich“, sagt Mira.

„Du bist nicht allein“, sagt Noor. „Ich schaue zu. Und das Schiff schaut auch zu.“

Mira nickt. „Gut. Dann gehen wir Schritt für Schritt.“

Das Schiff startet. Es macht kein lautes Brumm. Es macht eher ein sanftes Summ. Die Stadt wird klein. Der Raum wird groß. Draußen ist alles dunkel, aber nicht kalt im Herzen. Sterne glitzern wie Zuckerstreusel.

Teil 2

Der Luna-Kiesel dockt an einer kleinen Station an. Die Station heißt „Wolkenring“. Sie ist rund wie ein Reifen. In der Mitte dreht sie sich langsam.

„Wir sind da“, sagt das Schiff.

„Wir sind da“, sagt Mira. Sie schaut aus dem Fenster. Ein Planet ist unten. Blau und weiß. Schön und ruhig.

Mira geht zur Luftschleuse. Das ist eine Tür mit zwei Türen. Eine innen, eine außen. Dazwischen ist ein kleiner Raum.

„Prozedur starten“, sagt Mira.

„Prozedur starten“, sagt die Schleuse. Ein Licht blinkt.

Noor spricht in ihr Ohr: „Denk an drei Dinge: Atmen. Festhalten. Schauen.“

Mira sagt: „Atmen. Festhalten. Schauen.“

Sie atmet tief ein. Es klingt ein bisschen wie ein Strohhalm, aber das ist okay.

Die innere Tür geht zu. Klick.

Die Luft wird sanft weniger. Das macht kein Ziehen, nur ein leichtes Drücken. Mira schluckt einmal. Dann ist es wieder gut.

„Alles okay?“, fragt Noor.

„Alles okay“, sagt Mira. „Ich fühle mich gut.“

„Sehr gut“, sagt Noor. „Du bist stark und ruhig.“

Die äußere Tür öffnet sich. Draußen ist das All. Schwarz. Still. Und voller Sterne.

Mira tritt hinaus. Ganz langsam. Ihre Stiefel sind an Magnetplatten. Sie machen: tack, tack.

Sie hängt ihre Sicherheitsleine ein. Klack.

„Leine sitzt“, sagt Mira.

„Leine sitzt“, sagt Noor. „Ich sehe es.“

Mira schwebt ein kleines Stück. Nicht weit. Die Leine hält sie. Sie fühlt sich wie ein Blatt, das nicht fallen kann.

„Hallo, Sterne“, flüstert sie.

Der Luna-Kiesel sagt: „Hallo, Mira. Deine Herzfrequenz ist ruhig.“

Mira kichert. „Danke, dass du auf mich aufpasst.“

Dann passiert etwas Kleines. Ein Werkzeug, ein kleiner Schlüssel, rutscht aus der Tasche. Er schwebt weg. Ganz langsam, wie eine Seifenblase.

„Oh“, sagt Mira.

Noor sagt sofort: „Keine Sorge. Er ist langsam. Du bist langsamer. Wir holen ihn.“

Mira atmet. Atmen. Festhalten. Schauen.

Sie hält sich mit einer Hand fest. Mit der anderen zieht sie an einer dünnen Schnur am Handgelenk. Das ist ein Greifer, wie eine lange Hand.

„Greifer ausfahren“, sagt Mira.

„Greifer ausfahren“, sagt der Anzug. Ssscht.

Der Schlüssel dreht sich. Er glitzert. Mira streckt den Greifer aus. Einmal daneben.

Mira sagt leise: „Noch mal.“

Noor sagt: „Genau. Noch mal. Du kannst das.“

Mira versucht es wieder. Ruhig. Ganz ruhig. Klick! Der Greifer packt den Schlüssel.

„Hab ihn!“, sagt Mira.

„Hab ihn!“, sagt Noor. „Super gemacht.“

Der Luna-Kiesel sagt: „Werkzeug gesichert. Gut gelöst.“

Mira steckt den Schlüssel wieder ein. Diesmal macht sie die Tasche zu.

Sie schaut noch einmal auf den blauen Planeten.

„So groß“, sagt sie.

„Und du bist trotzdem wichtig“, sagt Noor. „Auch mit kleinen Schritten.“

Mira nickt. „Kleine Schritte. Große Sterne.“

Teil 3

„Zeit zum Zurückgehen“, sagt Noor.

„Zeit zum Zurückgehen“, sagt Mira. Sie zieht sich an der Leine langsam zurück. Tack, tack.

In der Schleuse schließt sich die äußere Tür. Klick.

Luft kommt wieder hinein. Ganz sanft. Mira spürt es in den Ohren, und sie schluckt einmal. Dann ist es gut.

Die innere Tür geht auf. Warmes Licht. Ein Geruch nach Tee.

„Willkommen zurück“, sagt der Luna-Kiesel.

Mira streicht über die Wand, als wäre es ein Haustier. „Danke.“

Sie nimmt den Helm ab. Ihre Haare sind ein bisschen platt. Sie lacht darüber.

Noor erscheint wieder auf dem Bildschirm. „Du hast das ruhig gemacht. Auch als etwas schiefging.“

Mira sagt: „Ich hatte kurz ein ‚Oh‘ im Bauch.“

Noor lacht. „Ein kleines ‚Oh‘ ist erlaubt.“

Mira nickt. „Dann habe ich geatmet. Und es ging.“

Das Schiff löst sich von der Station. Es fliegt zurück. Die Sterne ziehen nicht schnell vorbei. Alles bleibt ruhig.

Mira setzt sich hin. Sie trinkt einen Schluck Tee aus einem Becher mit Deckel. Der Tee schmeckt nach Zuhause.

„Mira“, sagt das Schiff, „dein Ausflug war erfolgreich.“

„Ja“, sagt Mira. „Wir haben gelernt: Wenn etwas wegschwebt, bleiben wir trotzdem ruhig.“

„Resilienz“, sagt Noor. „Das heißt: Du kommst wieder in deine Stärke zurück.“

Mira wiederholt das Wort langsam: „Re-si-lienz.“

„Genau“, sagt Noor. „Wie ein Ball, der wieder hochspringt.“

Mira kichert. „Ich bin ein Weltraum-Ball.“

Bald sieht sie den Raumhafen. Lichter blinken wie kleine Laternen. Roboter fahren langsam über die Plattform.

Die Landung ist weich. Kein Ruck. Nur ein sanftes „Pff“.

Mira steht auf. Sie schaut noch einmal zum Fenster, zu den Sternen.

Dann schaut sie zu Noor auf dem Bildschirm und zu dem Schiff.

Mira wird ein bisschen rot und sagt ganz leise, fast schüchtern: „Danke.“

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Kontrollierte Ausfahrt
Eine kurze Fahrt ins All, die langsam und sicher gemacht wird.
Raumhafen
Ein Ort, wo Raumfahrzeuge starten und landen, wie ein Flughafen im All.
Station
Ein Bau im All, an dem Menschen arbeiten oder halten können.
Luftschleuse
Ein kleiner Raum mit zwei Türen, damit man sicher ins All kommt.
Prozedur starten
Mit einer Reihe von Schritten beginnen, damit alles sicher ist.
Herzfrequenz
Wie schnell das Herz schlägt, man misst es mit einem Gerät.
Sauerstoff
Die Luft, die wir zum Atmen brauchen, damit wir nicht müde werden.
Sicherheitsleine
Ein Band, das Menschen festhält, damit sie nicht wegdriften.
Magnetplatten
Platten, die mit Magneten Dinge oder Schuhe festhalten.
Greifer
Ein Gerät wie eine lange Hand, um etwas im All zu fassen.
Resilienz
Wieder stark werden, wenn etwas schwierig oder ängstlich war.
Werkzeug
Ein Gegenstand, den man benutzt, um etwas zu reparieren oder zu machen.

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