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Geschichte über die Behinderung 3/4 Jahre Lesen 6 min.

Milo und der Parcours der kleinen Schritte

Der vierjährige Milo mit einer Beinorthese meistert im Kindergarten mit Hilfe von Familie und Freunden kleine Herausforderungen und erfährt, wie Zusammenhalt und Unterstützung ihm Sicherheit geben.

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Ein lächelnder, konzentrierter vierjähriger Junge, Milo, mit leicht gebeugten Beinen und einer beigen, starren Beinorthese am rechten Bein macht entschlossene kleine Schritte um orange Hütchen, die Arme leicht zur Balance ausgebreitet; rechts von ihm geht die vierjährige Leni mit braunen Zöpfen, freundlich und schützend, bereit zu helfen, links begleitet ihn der fröhliche vierjährige Ben mit kurzen blonden Haaren, der so tut, als lenke er ein kleines rotes Auto; hinter ihnen steht die wohlwollende Erzieherin Frau Neumann (ca. 30–40 Jahre) mit kurzem grau-blauem Haar und lächelt; Schauplatz ist der Kindergartenhof mit grünem Gummibelag, leichter Holzrampe, Holzbänken, blauer Schaukel und braunen Holzklötzen; Atmosphäre ruhig, sicher und heiter; Stil: warmfarbener, kontrastreicher Plastilin-Basrelief-Look mit sichtbaren modellierten Texturen, weichen Konturen und einfachen, lesbaren Gesichtsausdrücken. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Milo ist vier Jahre alt. Heute wacht er auf und hört Vögel draußen. Sein Zimmer ist hell. Milo streckt die Arme aus und lächelt.

Mama kommt rein. „Guten Morgen, Milo.“

„Guten Morgen“, sagt Milo leise.

Mama hilft ihm beim Anziehen. Milo setzt zuerst seinen rechten Schuh hin. Dann den linken. Das macht er jeden Morgen. Es ist wie ein kleines Spiel.

Milo hat eine Orthese am Bein. Das ist eine feste Schiene. Sie hilft ihm beim Gehen. Milo nennt sie manchmal „meine starke Hülle“. Mama sagt: „Sie hilft deinem Bein. Und du hilfst dir selbst. Schritt für Schritt.“

Beim Frühstück gibt es Haferbrei mit Apfelstücken. Milo rührt und rührt. „Ich kann das“, sagt er.

Papa nickt. „Du kannst das.“

Milo kichert. Ein Apfelstück rutscht vom Löffel zurück in die Schüssel. „Plopp!“

Alle lachen. Das ist lustig, nicht schlimm.

Nach dem Frühstück geht Milo in den Kindergarten. Mama hält seine Hand. Milo geht langsam. Er macht kleine Schritte. Tap, tap, tap. Seine Schuhe machen ein leises Geräusch.

Vor dem Kindergarten ist eine Rampe. Früher war da nur eine Stufe. Jetzt ist da die Rampe. Milo schaut sie an und sagt: „Die Rampe ist nett.“

Mama sagt: „Ja. Sie ist für viele nett.“

Drinnen hängt Milo seine Jacke auf. Das dauert ein bisschen. Der Haken ist hoch. Milo streckt sich. Sein Arm zittert kurz. Da kommt Leni, seine Freundin. Leni ist auch vier.

„Ich helfe dir“, sagt sie.

„Danke“, sagt Milo.

Zusammen klappt es. Milo fühlt sich warm im Bauch.

Im Morgenkreis sitzt Milo auf einem kleinen Kissen. Neben ihm sitzt Ben. Ben fragt leise: „Warum hast du die Schiene?“

Milo schaut auf sein Bein. Dann schaut er zu Ben. „Mein Bein braucht Hilfe“, sagt er. „So kann ich besser laufen.“

Ben nickt. „Okay“, sagt er. „Willst du neben mir sitzen?“

„Ja“, sagt Milo.

Frau Neumann, die Erzieherin, lächelt. „Hier ist Platz für alle“, sagt sie.

Später spielen die Kinder in der Bauecke. Milo baut gern Straßen. Er legt lange Holzklötze hin. „Das ist die Stadt“, sagt er. „Und das ist die Brücke.“

Ben schiebt ein kleines Auto. „Brumm, brumm“, macht er.

Leni stellt ein Schild hin. „Hier ist langsam“, sagt sie und zeigt auf Milo. „Damit alle gut durchkommen.“

Milo kichert. „Mein Auto fährt auch langsam“, sagt er. „Wie ich.“

Dann gehen alle nach draußen. Es ist nicht kalt, aber frisch. Milo trägt seine Mütze. Auf dem Hof gibt es eine Schaukel und ein Klettergerüst. Milo mag das Klettergerüst, aber heute möchte er etwas anderes.

Frau Neumann ruft: „Wir machen einen kleinen Parcours. Mit Hütchen. Jeder so, wie er kann.“

Ein paar Kinder rennen sofort los. Milo schaut kurz. Sein Herz klopft schneller. Er will mitmachen, aber er will auch sicher sein.

Frau Neumann kommt zu ihm. „Milo, du bestimmst dein Tempo“, sagt sie. „Wir können den Weg breiter machen.“

„Ja“, sagt Milo.

Sie stellen die Hütchen weiter auseinander. Leni sagt: „Ich gehe mit dir.“

Ben sagt: „Ich auch. Wir sind ein Team.“

Milo atmet ein. Dann geht er los. Tap, tap, tap. Er geht um das erste Hütchen. Dann um das zweite. Er wackelt ein bisschen. Leni bleibt nah. Ben geht auf der anderen Seite.

„Du schaffst das“, sagt Leni.

„Ich schaffe das“, sagt Milo. Er sagt es noch einmal, weil es gut klingt. „Ich schaffe das.“

Am dritten Hütchen bleibt Milo kurz stehen. Sein Bein ist müde. Frau Neumann kommt näher. „Pause ist okay“, sagt sie.

Milo nickt. Er trinkt einen Schluck Wasser. Dann geht er weiter. Tap, tap, tap. Noch ein Hütchen. Noch eins.

Als Milo fertig ist, klatschen die Kinder. Nicht laut und wild, eher freundlich. Milo lächelt breit. Er fühlt sich groß, obwohl er klein ist.

Mittags gibt es Nudeln. Milo hält die Gabel fest. Eine Nudel hängt runter. „Die ist frech“, sagt Milo.

Ben lacht. „Freche Nudel!“

Milo lacht mit. Sein Bauch wird satt und zufrieden.

Nach dem Mittagsschlaf kommt Mama. Milo zeigt ihr den Hof durch das Fenster. „Ich hab Parcours gemacht“, sagt er.

„Wirklich?“, fragt Mama.

„Ja“, sagt Milo. „Langsam. Mit Team.“

Mama küsst ihn auf die Stirn. „Ich bin stolz auf dich.“

Zu Hause spielt Milo noch ein bisschen. Dann ist Abend. Papa liest ein Buch, während Milo in der Badewanne planscht. Das Wasser ist warm. Milo wäscht sich selbst die Hände. Dann die Arme. Mama hilft beim Rücken.

Im Schlafanzug liegt Milo im Bett. Seine Orthese steht neben dem Bett. Milo schaut sie an. „Danke, starke Hülle“, flüstert er.

Mama setzt sich zu ihm. „Heute war ein guter Tag“, sagt sie.

Milo nickt. „Ich bin Milo“, sagt er. „Mit Schiene. Und mit Lachen.“

Mama streicht ihm über die Haare. „Genau. Du bist Milo. Und du bist wunderbar.“

Draußen wird es still. Milo hört noch einmal die Vögel, ganz weit weg. Sein Körper ist müde, aber sein Herz ist ruhig. Er denkt an Leni und Ben. An die Rampe. An die Hütchen. An das tap, tap, tap.

„Morgen auch wieder“, murmelt Milo.

„Morgen auch wieder“, sagt Mama.

Milo schließt die Augen. Er fühlt sich sicher. Er fühlt sich dazugehörig. Und dann schläft er ein, ganz sanft.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Orthese
Eine harte Hilfe für das Bein, damit das Kind besser gehen kann.
Schiene
Ein fester Teil, der am Bein sitzt und es stützt beim Gehen.
Rampe
Eine schräge Fläche statt Treppen, damit man leichter hinaufkommt.
Erzieherin
Eine Frau, die im Kindergarten mit den Kindern spielt und aufpasst.
Parcours
Ein kleiner Weg mit Hindernissen, den Kinder langsam oder schnell laufen.
Hütchen
Kleine bunte Kegel, die man aufstellt, um einen Weg zu zeigen.
Klettergerüst
Ein großes Spielgerät draußen, auf dem Kinder klettern und spielen.
Bauecke
Ein Teil im Kindergarten mit Klötzen und Material zum Bauen von Dingen.
Morgenkreis
Wenn alle Kinder im Kreis sitzen und zusammen reden oder singen.

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Themen im Zusammenhang mit dieser Geschichte:

freundschaft zusammenhalt teamarbeit kindergarten

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