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Weihnachtsgeschichte 7/8 Jahre Lesen 18 min.

Lino und das widerspenstige Geschenkpapier: ein Weihnachtsabenteuer im Tannenwald

Das Kaninchen Lino versucht, ein Geschenk für Oma Moosbart einzupacken und erlebt dabei gemeinsam mit seiner Freundin Mira und anderen Waldtieren kleine, herzerwärmende Abenteuer im verschneiten Tannenwald.

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Ein kindlicher Hase (Hauptfigur) mit langen weichen Ohren, cremeweißem Fell mit grauen Flecken, runden glänzenden Augen und schüchternem Lächeln hält zart ein rotes Päckchen mit großer goldener Schleife, stolz aber etwas unbeholfen; eine freundliche Eichhörnchenfreundin mit feuerrotem, buschigem Fell und schelmischem Blick steht rechts auf einem Baumstumpf und klatscht leise; eine winzige Maus in blauer Mütze, vergnügt, reicht eine Perlen-Funkel zum Schleifenende, in der Schneehocke vor dem Hasen; ein Fuchs mit Tannenschal sitzt hinten auf einem Felsen, eine Kürbislaterne daneben, lächelt wohlwollend und beobachtet die Szene; Schauplatz ein verschneiter Waldweg bei Nacht mit dichten schneebedeckten Bäumen, Beerengirlanden und kleinen Laternen, die warmes Licht spenden, knirschender Schnee und funkelnder Reif; Hauptsituation: ein warmes Weihnachtsmoment, der Hase übergibt sein sorgfältig zubereitetes Geschenk, sanftes Licht, kontrastreiche Tintenfarben, gemütliche Atmosphäre, klare Komposition und ausdrucksstarke Gesten. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Schneefunkeln im Tannenwald

Der Wald trug sein Winterkleid. Über jedem Zweig lag weicher Schnee, als hätte jemand Puderzucker über die Tannen gesiebt. Zwischen den Stämmen hingen kleine Lichter, die die Tiere jedes Jahr aus glänzenden Beerenhäutchen und Glühwürmchen-Leuchten bastelten. Sie blinkten nicht laut, sondern freundlich, wie ein heimliches Kichern im Dunkeln.

Mitten in diesem Funkeln hoppelte ein Kaninchen namens Lino. Lino hatte lange Ohren, ein rundes Näschen und einen Mut, der manchmal größer war als seine Pfoten. Heute war sein Herz so voll wie ein Winterkeksdöschen, denn es war kurz vor Weihnachten.

„Heute schaffe ich es“, sagte Lino zu sich selbst und schob die Brust vor. „Heute packe ich ein Geschenk ein. Ganz einfach. Nur Papier, Band, Schleife. Pah!“

Neben ihm tauchte seine Freundin Mira auf, ein Eichhörnchen mit einem buschigen Schwanz, der aussah wie ein warmer Schal. Sie balancierte eine Nuss auf dem Kopf, einfach so, weil sie es konnte.

„Pah?“, kicherte Mira. „Wenn du ‚pah‘ sagst, klingt es, als würdest du gleich gegen eine Schneeflocke kämpfen.“

„Ich habe keine Angst vor Schneeflocken“, behauptete Lino. Genau in diesem Moment landete eine Flocke auf seiner Nase. Lino schielte hinauf, als könnte er sie böse anschauen. Die Flocke schmolz sofort, als hätte sie sich erschrocken.

Mira lachte. „Siehst du? Du bist furchtbar gefährlich.“

Lino wackelte mit den Ohren. „Ich muss mich konzentrieren. Ich habe ein Geschenk für Oma Moosbart. Sie war so nett zu mir, als ich letzten Winter… na ja… in ihrem Kräuterregal ausgerutscht bin.“

„Und dabei die Minzblätter wie Schneesturm verteilt hast“, ergänzte Mira.

„Es war ein Minz-Schneesturm“, sagte Lino feierlich. „Sehr selten.“

Sie stapften durch den Schnee zu Linos Bau. Aus dem Schornstein der kleinen Ofenröhre stieg ein dünner Duft nach warmem Karottentee. Drinnen stand ein Tisch, auf dem bereits alles lag: ein kleines, sorgfältig geschnitztes Holzsternchen als Geschenk, ein Stück rotes Geschenkpapier, eine Schere, ein Band und—ganz wichtig—eine Rolle Klebeblätter, die aus Birkenrinde gemacht waren und wunderbar klebten.

Lino rieb sich die Pfoten. „So. Jetzt. Das ist nur Einpacken.“

Mira setzte sich daneben und legte die Nuss ab. „Ich bin dein Publikum. Aber ich klatsche erst am Ende. Sonst wirst du nervös.“

„Ich werde nicht nervös“, sagte Lino, und sein Ohr zuckte genau dreimal. Das war sein Nervös-Zucken. Er tat so, als hätte er es nicht gemerkt.

Kapitel 2: Das Papier, das partout nicht brav sein wollte

Lino legte das Holzsternchen mitten auf das Papier. „Mitte ist gut“, murmelte er. „Mitte ist… stabil.“

Er faltete die erste Seite hoch. Das Papier machte „flapp“ und sprang wieder herunter.

„Es hat eigene Ideen“, stellte Mira fest. „Ein sehr selbstbewusstes Papier.“

„Papier hat keine Ideen“, sagte Lino streng. „Papier ist… Papier.“

Er faltete erneut. Diesmal blieb es oben—eine Sekunde lang. Dann rutschte es weg, als wäre es auf dem Schnee ausgerutscht.

Lino atmete tief ein. „Optimismus“, sagte er. „Optimismus ist wie eine Möhre: Wenn man fest zubeißt, wird alles besser.“

„Oder man hat plötzlich einen orangefarbenen Mund“, grinste Mira.

Lino griff nach einem Klebeblatt. „Ha! Damit!“ Er klebte, drückte, wartete… und hob die Pfoten.

Das Papier hielt.

Zwei Sekunden.

Dann zog das Klebeblatt am Papier, das Papier zog zurück, und am Ende klebte das Blatt an Linos Pfote. Lino stand da mit einer Birkenrinden-Fahne an der Hand.

„Du bist jetzt offiziell ein Geschenk“, sagte Mira. „Ein Kaninchen im Sonderangebot.“

„Sehr witzig.“ Lino versuchte, die Kleberinde abzuziehen, aber sie machte dabei ein Geräusch wie „plopp“, als würde sie sich freuen. Endlich war sie ab. Linos Fell stand an einer Stelle hoch wie ein kleines Wolkenkissen.

Er schaute das Papier an, als würde er mit ihm verhandeln. „Hör zu“, sagte er freundlich. „Wir können das auf die leichte Art machen. Du wirst ein hübsches Päckchen, und ich werde dich… nicht zerknüllen.“

Das Papier knisterte. Vielleicht war das Zustimmung. Vielleicht war es nur Papier, das Papierdinge tat. Aber Lino nahm es als gutes Zeichen.

„Ich glaube, du brauchst einen Trick“, meinte Mira. „Bei Nüssen hilft es, wenn man sie an der richtigen Stelle knackt.“

Lino blinzelte. „Die richtige Stelle…“

Er schob das Sternchen ein kleines bisschen zur Seite, maß mit den Pfoten ab und schnitt das Papier neu zu. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Er wollte ja kein winziges Geschenk mit riesigem Rock sein, und auch kein Geschenk, das geschniegelt aussah, aber an einer Ecke nackt war.

„Jetzt falten“, sagte Lino. „Ganz langsam.“

Er faltete. Drückte. Klebte. Und diesmal—oh Wunder—blieb alles dort, wo es sollte.

Mira klatschte leise. „Du hast es gezähmt.“

„Es war ein freundliches Gespräch“, behauptete Lino. Er war so stolz, dass seine Schnurrhaare ein bisschen zitterten. „Jetzt kommt die Schleife.“

Die Schleife. Lino nahm das Band. Es war goldfarben und glänzte wie ein Sonnenstrahl, der sich verlaufen hatte. Er legte es um das Päckchen, zog es fest… und das Band rutschte weg wie ein Aal im Bach.

„Aha“, sagte Mira. „Das Band ist ein Tänzer.“

„Ich kann tanzen“, sagte Lino, obwohl er nur einmal im Leben getanzt hatte. Es war bei einem Herbstfest gewesen, und er war dabei in einen Laubhaufen gefallen. Der Laubhaufen hatte gewonnen.

Lino versuchte einen Knoten. Das Band machte eine Schleife, dann zwei, dann plötzlich gar keine mehr. Es war, als würde es sich jedes Mal neu entscheiden.

„Vielleicht ist es kitzlig“, schlug Mira vor. „Bänder sind empfindlich.“

Lino hielt inne. „Kitzlig?“

„Na ja“, sagte Mira und zuckte mit den Schultern. „Wenn ich am Schwanz gekitzelt werde, springe ich auch.“

Lino grinste. „Dann kitzle ich es… mit Geduld.“

Er nahm das Band wieder. Diesmal sprach er leise, fast wie ein Zauber. „So, kleines Band. Wir machen das zusammen. Du wirst eine Schleife. Eine schöne. Eine mit Ohren—äh, Schleifenohren.“

Er zog langsam, hielt die Schlaufen fest, drückte den Knoten mit der Pfote nieder. Mira hielt den Atem an, als wäre das hier ein besonders spannendes Nussknacken.

Und dann lag sie da: eine Schleife. Nicht perfekt, aber fröhlich. Eine Schleife, die aussah, als würde sie lächeln.

„Tada“, sagte Lino.

Mira warf die Pfoten in die Luft. „Ich klatsche jetzt richtig!“ Sie klatschte so laut, dass draußen eine Schneeflocke vom Ast fiel. Sie landete sanft neben dem Fenster, als wollte sie auch zuschauen.

Lino betrachtete sein Werk. Das Päckchen war rot, warm und leuchtete im Lampenlicht wie ein kleines Kaminfeuer. „Oma Moosbart wird sich freuen“, sagte er.

„Natürlich“, meinte Mira. „Und wenn nicht, dann packt sie dich ein.“

Lino lachte. „Ich bin nicht einpackbar.“

„Das sagst du jetzt“, sagte Mira geheimnisvoll und schnupperte. „Riechst du das? Draußen ist Weihnachtsduft. Wir sollten los, bevor der Schnee beschließt, uns bis zum Frühling zu kitzeln.“

Kapitel 3: Ein Winterweg voller Lichter und kleiner Überraschungen

Sie gingen hinaus. Der Wald war noch heller als zuvor. Über dem Weg schwebten kleine Kugeln aus gefrorenem Tau, die das Licht einfingen und wieder ausspuckten, als wäre jedes ein winziger Stern. Der Schnee knirschte, aber nicht böse—eher wie ein altes Lied, das man gerne wieder hört.

Lino trug das Geschenk vorsichtig im Arm. „Nicht schütteln“, murmelte er. „Nicht stolpern.“

„Du stolperst doch nie“, sagte Mira.

In diesem Moment stolperte Lino über eine Wurzel, die sich unter dem Schnee versteckt hatte. Er machte einen kleinen Hopser, einen großen Hopser, und landete—plopp—auf den Pfoten.

Das Geschenk blieb heil.

Lino sah Mira an. „Ich… äh… habe nur getestet, ob die Schleife fest ist.“

„Sehr wissenschaftlich“, meinte Mira.

Als sie am Bach vorbeikamen, war er nicht ganz zugefroren. Eine kleine Stelle glitzerte und murmelte leise. Darauf trieben Eisscheiben wie runde Kekse.

Auf einem Stein saß Frido, der Fuchs, und hatte eine Laterne neben sich. Frido war kein Mensch, natürlich nicht, sondern ein schlauer Waldfuchs mit einem Schal aus Tannennadeln, den er selbst geflochten hatte. Seine Laterne war aus einem ausgehöhlten Kürbis und leuchtete warm.

„Hoho!“, rief Frido. „Wohin so geschniegelt?“

„Zu Oma Moosbart“, sagte Lino stolz und zeigte sein Päckchen.

Frido beugte sich näher. „Schöne Schleife. Sie guckt so freundlich.“

„Sie ist auch freundlich“, sagte Lino. „Ich habe sie gut behandelt.“

Frido nickte anerkennend. „Das ist die richtige Art. Dinge werden freundlich, wenn man freundlich zu ihnen ist.“

Mira flüsterte: „Sag das mal meiner Nuss, wenn sie nicht aufgehen will.“

Frido hörte es und lachte. „Dann sing deiner Nuss ein Lied. Manche Dinge öffnen sich bei Musik.“

Lino legte den Kopf schief. „Musik?“

„Ja“, sagte Frido. „Weihnachtsmusik. Hier.“ Er klopfte auf seine Laterne. Aus dem Inneren kam ein leises Klingeln, als ob winzige Glöckchen darin wohnten.

„Woher kommt das?“, fragte Mira.

„Geheimnis“, sagte Frido und zwinkerte. „Oder: Es sind wirklich winzige Glöckchen. Beides stimmt manchmal.“

Sie verabschiedeten sich und gingen weiter. Bald erreichten sie eine Lichthecke: Büsche, in denen die Tiere kleine Kerzen in Nussschalen gestellt hatten. Die Flammen zitterten, aber sie blieben tapfer, geschützt vom Schnee. Alles sah aus wie ein Weg aus Goldpunkten.

„Ich mag Weihnachten“, sagte Lino leise. „Es ist, als würde der Wald sein Herz anknipsen.“

Mira nickte. „Und jeder bringt ein bisschen Licht mit. Auch wenn es nur ein kleines ist.“

Plötzlich raschelte es. Aus einem Schneehaufen tauchte Pippa, die kleine Maus, auf. Sie hatte eine winzige Mütze aus Filz und trug eine Rolle Faden, die fast so groß war wie sie selbst.

„Hilfe!“, piepste Pippa, aber sie klang nicht panisch, eher wie jemand, der gerade über seine eigenen Pfoten gelacht hatte. „Mein Faden ist ausgerollt, und jetzt zieht er mich!“

Tatsächlich: Der Faden hing an einem Ast fest, und Pippa hing am anderen Ende, als wäre sie ein winziger Drachen im Winterwind.

„Ich helfe“, sagte Lino sofort. Sein Mut wackelte nicht mal.

Er stellte das Geschenk vorsichtig in den Schnee, damit es nicht nass wurde. Mira hielt ein Blatt darüber wie einen Regenschirm. Lino sprang zum Ast, knabberte den Faden an der richtigen Stelle durch—nicht zu kurz, nicht zu lang—und Pippa plumpste weich in den Schnee.

„Danke!“, sagte Pippa und schüttelte sich, als würde sie Salz von Pommes schütteln. „Du bist ein Held.“

Lino wurde warm unter dem Fell. „Ach… es war nur ein Faden.“

„Fäden sind wichtig“, sagte Pippa ernst. „Ohne Fäden fallen Knöpfe ab. Und ohne Knöpfe… na ja, dann sind Jacken traurig.“

Mira sagte: „Eine traurige Jacke ist wirklich ein Problem.“

Pippa sah das Geschenk. „Oh! Ein Päckchen. Wohin?“

„Zu Oma Moosbart“, sagte Lino.

„Dann nehmt das hier als Extra“, sagte Pippa und reichte ihnen eine kleine Sternchen-Perle. „Für die Schleife. Ein bisschen mehr Funkeln schadet nie.“

Lino befestigte die Perle am Band. Sie glitzerte wie ein winziger Eisstern.

„Jetzt sieht es aus, als würde das Geschenk blinzeln“, sagte Mira begeistert.

„Es ist ein fröhliches Geschenk“, sagte Lino. „Es darf blinzeln.“

So zogen sie weiter, begleitet vom Klingeln der Laternen in der Ferne und vom sanften Schneefall, der die Welt leise neu anmalte.

Kapitel 4: Oma Moosbart und das Fest der verteilten Geschenke

Oma Moosbarts Haus lag unter einer großen Tanne, die so alt war, dass sie Geschichten im Stamm hatte. Die Tür war rund, und davor lag eine Fußmatte aus weichem Moos. Aus dem Schornstein kringelte sich Duft nach Kräutern und Honig.

Als Lino klopfte, hörte man drinnen ein „Hüpf-hüpf“, dann ging die Tür auf. Oma Moosbart, eine Dachs-Dame mit grauen Streifen und einem Blick, der jeden sofort wärmen konnte, lächelte.

„Lino! Mira! Kommt rein, ihr Schneeklößchen“, sagte sie. „Eure Nasen sind ja fast so rot wie Weihnachtsbeeren.“

„Das ist nur frische Luft“, sagte Lino, wobei er fand, dass es auch ein bisschen Stolz war.

Drinnen war es gemütlich. Überall hingen Lichter aus getrockneten Apfelscheiben, die im Kerzenschein goldig aussahen. Auf dem Tisch standen Tassen mit dampfendem Tee. In einer Ecke lag ein großer Sack.

Mira schnupperte. „Was ist in dem Sack?“

Oma Moosbart zwinkerte. „Geduld. Erstmal: Was bringt ihr mit?“

Lino holte das Geschenk hervor. Seine Pfoten kribbelten. „Für dich“, sagte er. „Ich habe es selbst eingepackt. Also… wirklich selbst. Mit Papier, Band und einem Band, das gerne tanzt.“

Oma Moosbart nahm das Päckchen vorsichtig, als wäre es ein kleiner Vogel. „Oh, wie hübsch. Und schau nur, eine Sternchen-Perle!“ Sie strich über die Schleife. „Man sieht, dass du dir Mühe gegeben hast.“

Lino atmete aus, als hätte er die ganze Zeit ein kleines Schneebällchen im Bauch gehalten. „Hat es dir gefallen?“

„Sehr“, sagte Oma Moosbart. „Weißt du, Einpacken ist wie Hoffnung: Man glaubt an etwas Schönes, das gleich kommt.“

Mira flüsterte: „Das ist ein schlauer Satz. Den merke ich mir für schwere Nüsse.“

Oma Moosbart packte das Geschenk aus. Das Holzsternchen kam zum Vorschein, glatt und warm, mit kleinen Kerben, die Lino eingeschnitzt hatte. Oma Moosbart hielt es gegen das Licht, und es sah aus, als würde es selbst leuchten.

„Oh“, sagte sie leise. „Das ist wunderbar. Ich hänge es an mein Fenster. Dann kann es den Schnee begrüßen.“

Lino strahlte so sehr, dass man fast dachte, er hätte ein eigenes Lämpchen im Bauch.

„Und jetzt“, sagte Oma Moosbart und klatschte in die Pfoten, „kommt mein Teil.“

Sie zog den großen Sack näher. „Heute ist unser Wald-Geschenketag. Niemand bleibt leer aus. Nicht mal die Kräuter im Regal“, fügte sie hinzu und schaute Lino neckend an.

„Die Kräuter waren letztes Jahr sehr überrascht“, gab Lino zu.

Oma Moosbart lachte. „Dieses Jahr bekommen sie Klammern.“

Sie holte das erste Geschenk heraus: eine kleine Decke aus weichem Fellgras für Mira. „Damit dein Schwanz im Winter nicht friert, auch wenn er so tut, als wäre er unbesiegbar.“

Mira wickelte sich die Decke um und drehte sich einmal. „Ich sehe aus wie ein Königskeks! Danke!“

Dann bekam Pippa, die inzwischen auch hereingeschlüpft war, eine Dose mit winzigen Knöpfen in allen Farben. Pippa quietschte vor Freude. „Meine Jacken werden nie wieder traurig!“

Frido kam ebenfalls vorbei, die Kürbis-Laterne unterm Arm. Für ihn gab es ein neues Tannennadel-Band, besonders lang. „Damit deine Laterne noch mehr Weihnachtslieder klingen lassen kann“, sagte Oma Moosbart.

Frido verbeugte sich. „Hoho! Das ist ein Geschenk mit Stil.“

Oma Moosbart hatte noch mehr: ein paar glänzende Beeren für die Amsel, ein warmes Schlafnest für den Igel, ein Glöckchen für das Reh, das immer so leise lief, dass es manchmal selbst erschrak, wenn es sich hörte.

Und für Lino?

Oma Moosbart zog ein kleines Päckchen hervor, kaum größer als eine Pfote. Es war nicht perfekt eingepackt. Eine Ecke war etwas krumm, und die Schleife saß schief wie ein lustiger Hut.

„Das sieht aus, als hätte das Band getanzt“, bemerkte Lino.

„Hat es auch“, sagte Oma Moosbart schmunzelnd. „Ich habe ihm erlaubt, zwei Pirouetten zu machen.“

Lino öffnete es. Darin lag ein kleines Heftchen mit dicken Seiten und ein Stift aus Holunderholz.

„Für deine Geschichten“, sagte Oma Moosbart. „Du hast so viel Mut und so viele Ideen. Schreib sie auf. Und wenn etwas mal nicht klappt, dann pack es einfach neu ein. Mit Optimismus.

Lino schluckte, aber nicht aus Traurigkeit. Eher, weil sein Herz gerade eine warme Schneeflocke geworden war. „Danke“, flüsterte er.

Draußen fiel der Schnee weiter, und die Lichter im Wald blinkten freundlich. Drinnen saßen die Tiere zusammen, tranken Tee und verteilten die letzten kleinen Geschenke. Jeder hatte etwas, das leuchtete: eine Decke, ein Knopf, ein Band, ein Sternchen, ein Heft.

Mira lehnte sich zu Lino. „Und? War das Einpacken schwer?“

Lino schaute auf seine Pfoten, dann auf Oma Moosbarts Fenster, wo sein Holzstern bald hängen würde. „Es war… ein bisschen wie ein widerspenstiger Schneemann“, sagte er. „Aber am Ende hat er gelächelt.“

Mira nickte. „Das ist Weihnachten. Selbst Schneemänner lächeln. Und sogar Papier.“

Lino lachte, und sein Lachen mischte sich mit dem Knistern der Kerzen. Draußen glitzerte die Nacht wie Zucker auf einem Keks, und drinnen war es warm wie ein Versprechen: Morgen würde wieder ein heller Tag sein, und im Wald würde noch lange das leise, glückliche Funkeln der Geschenke weiterleuchten.

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Tannenwald
Ein Wald mit vielen Tannen, die oft spitz und immergrün sind.
Schornstein
Rohre am Haus, durch die der Rauch vom Feuer nach draußen geht.
Birkenrinde
Die äußere Haut einer Birke, manchmal zum Basteln oder Kleben genommen.
Optimismus
Die Hoffnung, dass etwas Gutes passiert, auch wenn es schwer ist.
Kräuterregal
Ein Regal, in dem Pflanzen zum Kochen oder Heilen stehen.
Glühwürmchen-Leuchten
Das Licht, das kleine Glühwürmchen nachts mit ihren Körpern machen.
Kaminfeuer
Ein warmes Feuer im Haus, das im Kamin brennt und Wärme gibt.
Laterne
Ein Behälter mit Licht, den man tragen kann, oft mit Kerze.
Pirouetten
Drehungen auf der Stelle, wie beim Tanzen, oft schnell gemacht.
Perle
Eine kleine, runde und glänzende Kugel, die als Schmuck dient.

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