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Pirategeschichte 5/6 Jahre Lesen 17 min. (1)

Kapitän Jori und die Karte gegen den kichernden Sturm

Kapitän Jori und seine treue Crew segeln mit der „Flinken Flunder“ durch eine geheimnisvolle, magische Sturmwolke, begegnen rätselhaften Prüfungen und helfen einem kleinen Papagei mit einer verzauberten Karte.

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Jori ist ein junger Mann mit zerzaustem braunem Haar und selbstbewusstem Lächeln, hockt auf dem hölzernen Deck und faltet sorgfältig eine leuchtende Karte auf einer Kiste; ein leuchtend roter Papagei sitzt auf seiner rechten Schulter und hält eine Kartenecke im Schnabel, die Federn vom Wind zerzaust, erleichtert und fröhlich. Mette, etwa 30, klein und muskulös mit geflochtenem Haar, steht am Steuerrad hinter Jori und blickt aufmerksam zum Horizont. Luno, ein etwa 10-jähriger Junge mit einer Augenklappe, springt fröhlich am Heck mit erhobenen Händen. Bumm, ein großer jovialer Mann mit Mehl im Gesicht, hält eine rauchende Pfanne neben einem Stapel Pfannkuchen. Rask, ein grauhaariger alter Mann um die 70, lehnt am Mast mit Lupe und gerollter Karte und sieht Jori zustimmend an. Ort: das nasse hölzerne Deck des Bootes „Flinke Flunder“ mit glänzenden Planken, Taue, einer Holzbussarde und einer mit Anker markierten Kiste; hinten spiegelt das ruhige Meer einen nachziehenden violett-goldenen Sturmfleck, in der Ferne eine kleine Insel und ein weißer Leuchtturm. Stimmung: nach dem Sturm, sanftes Licht, beruhigte, vereinte Figuren, die gefaltete Karte funkelt leicht wie ein zurückgegebenes Schatzstück, warme, triumphale Atmosphäre, kräftige Farben, runde expressive Züge und weiche Schatten. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Teil 1: Kapitän Jori und der ehrliche Schwur

Jori war ein junger Pirat, aber keiner, der heimlich Sachen klaute. „Ich bin ein ehrlicher Pirat“, sagte er oft und hob dabei sein Kinn, als würde es eine unsichtbare Feder tragen. „Ich nehme nur, was man mir gibt, und ich gebe zurück, was verloren ging.“

Sein Schiff hieß die „Flinke Flunder“. Es war nicht groß, aber es war schnell. Die Planken rochen nach Salz und Sonne. Die Segel knisterten wie riesige Taschentücher im Wind.

An diesem Morgen glitzerte das Meer wie ein Teller voller blauer Bonbons. Möwen kreischten und tanzten über den Wellen.

„Kapitän Jori!“ rief Mette, die Steuermannsfrau. Sie war klein, aber sie konnte ein Ruder halten wie ein Bär einen Honigtopf. „Der Himmel sieht komisch aus.“

Jori blinzelte. Über dem Horizont stand eine Wolke, die nicht einfach grau war. Sie war grünlich, violett und sogar ein bisschen golden, als hätte jemand Farbe verschüttet.

„Das ist keine normale Wolke“, murmelte Jori.

Da kam Bumm, der Schiffskoch, aus der Kombüse. Er hatte Mehl im Bart und eine Pfanne in der Hand. „Wenn das Wetter so aussieht, brennen gleich die Pfannkuchen von allein!“

„Das wäre praktisch“, kicherte Luno, der jüngste Matrose. Er trug eine Augenklappe, obwohl beide Augen gesund waren. „Ich sehe damit gefährlicher aus.“

„Du siehst damit aus wie eine Kartoffel mit Geheimnis“, sagte Mette und stupste ihn an.

Jori grinste, doch sein Bauch wurde schwer. Die Wolke drehte sich langsam, als würde sie einen Tanz üben. Und in der Mitte blitzte es—nicht wie normales Gewitter, sondern wie kleine Sterne, die zuckten.

„Eine magische Sturmwolke“, flüsterte der alte Kartenschnitzer Rask. Er war schon lange auf See und roch immer nach Pfefferminz und Papier. „Sie frisst Wind. Sie verwirrt Kompasse. Sie macht aus einem Lied ein Quaken.“

„Aus meinem Lied?“ Luno war empört. „Mein Lied ist wunderschön!“

Rask nickte ernst. „Genau darum ist es gefährlich.“

Jori stellte sich ans Vorderdeck. Der Wind wurde kälter. Er fühlte sich an, als würde jemand mit nassen Fingern an seinem Nacken kitzeln.

„Crew!“, rief Jori. „Wir bleiben zusammen. Wir sind schlau. Wir sind mutig. Und wir sind… ehrlich.“

„Ehrlich!“ riefen sie zurück, auch wenn Bumm dabei fast in seine Pfanne biss.

„Unser Ziel ist klar“, sagte Jori. „Wir müssen dieser magischen Sturmböe entkommen. Keine Panik. Wir denken nach.“

Mette zeigte nach rechts. „Da! Ein Streifen ruhiges Wasser.“

Doch als Jori hinsah, wurde der Streifen plötzlich schmaler. Als würde das Meer selbst ihn wegschieben.

„Der Sturm spielt Verstecken“, sagte Rask. „Und er ist gut darin.“

Jori schluckte. Dann hob er die Stimme. „Gut. Dann spielen wir schlauer.“

Teil 2: Der Sturm, der kichert

Die „Flinke Flunder“ sauste los. Das Holz knarrte. Das Segel blähte sich wie ein großer Bauch nach einem Festessen.

„Mehr Wind!“ rief Mette.

„Das sagst du so, als wäre Wind eine Zutat“, rief Bumm. „Soll ich ihn rühren?“

„Rühr lieber das Ruder nicht“, gab Mette zurück.

Hinter ihnen begann die Wolke zu wachsen. Sie machte Geräusche wie leises Lachen. Kicherndes Donnern. Und dann: Plopp! Ein Blitz sprang ins Meer, und die Wellen wurden kurz zu durchsichtigem Glas. Jori sah Fische, als würden sie in einem Spiegel schwimmen.

„Whoa“, sagte Luno. „Das ist… hübsch.“

„Hübsch ist manchmal nur eine Maske“, sagte Jori. „Augen auf.“

Der Kompass auf dem Deck drehte sich wie verrückt. Nadel rechts, links, rundherum. Rask klopfte dagegen. „Er hat Bauchweh.“

„Dann navigieren wir ohne ihn“, entschied Jori. „Wir nutzen Kopf und Augen.“

Er zeigte auf die Wolken am Rand. „Seht ihr die kleinen weißen? Die bewegen sich normal. Der Sturm zieht sie an. Wenn wir dort bleiben, wo sie wegfliegen, kommen wir raus.“

Mette nickte. „Du meinst: Wir folgen dem normalen Wind.“

„Genau“, sagte Jori. „Und wir hören auf die Wellen. Sie sagen auch, wohin sie wollen.“

Die Crew lauschte. Das Meer klatschte gegen den Bug: klapp-klapp, klapp-klapp, schneller, langsamer. Jori merkte: In einer Richtung waren die Wellen sanfter, als würden sie flüstern statt schreien.

„Dorthin!“ rief er.

Doch der Sturm wollte nicht verlieren. Ein Wirbel aus Regen sprang vor ihnen ins Wasser und formte plötzlich… eine Tür. Eine echte Tür, die im Meer stand, mit einem goldenen Griff.

„Ähm“, sagte Luno. „Warum ist da eine Tür?“

„Vielleicht ist es ein Ausgang!“ rief Bumm hoffnungsvoll. „Wie bei einem Schrank. Man geht rein und ist in der Küche.“

Rask schüttelte den Kopf. „Magie lockt gern. Türen, die im Meer stehen, führen selten zu warmen Pfannkuchen.“

Die Tür knarrte und öffnete sich von selbst. Dahinter war Nebel. Und eine Stimme flötete: „Kommt hinein, ihr müden Seefahrer! Drinnen ist es trocken!“

Mette zog eine Augenbraue hoch. „Das klingt wie eine Katze, die so tut, als wäre sie nett.“

Jori atmete tief. Er fühlte Angst, ja. Aber auch Neugier. Was war hinter der Tür? Doch er wusste: Mut heißt nicht, überall reinzurennen. Mut heißt auch, nein zu sagen.

„Wir sind Piraten“, rief Jori in Richtung Tür, „aber wir sind nicht dumm. Wir bleiben auf unserem Meer!“

Die Tür knallte beleidigt zu. Der goldene Griff wurde zu einem Fischschwanz und platschte davon.

„Ha!“ Luno lachte. „Der Sturm ist eingeschnappt!“

Dann kam der nächste Trick: Aus dem Regen fielen plötzlich bunte Seifenblasen. Riesige, schimmernde Kugeln. Sie schwebten über das Deck und pieksten die Crew ganz sanft an der Nase.

„Kitzelbläschen!“ rief Bumm und musste niesen. „Hatschi!“

Als Bumm nieste, flog seine Kochmütze davon und landete—plopp—auf dem Kopf eines Fasses. Das Fass begann zu wackeln, als hätte es Beine.

„Das Fass läuft weg!“ rief Mette.

„Halt!“ rief Jori. „Da drin ist unser Trinkwasser!“

Das Fass rollte tatsächlich, als würde es fliehen. Luno rannte hinterher, stolperte, fing sich wieder. Jori sprang dazwischen, stellte seinen Fuß vor das Fass und stoppte es—klonk! Sein Bein vibrierte, aber er hielt stand.

„Gute Arbeit“, sagte Mette.

Jori rieb sich das Schienbein. „Der Sturm will uns müde machen. Wenn wir uns streiten oder Sachen verlieren, wird er stärker.“

Rask hielt sich am Mast fest. „Magische Stürme mögen Chaos.“

„Dann geben wir ihm keins“, sagte Jori. „Crew—ruhig bleiben. Jeder hat eine Aufgabe.“

„Ich?“ fragte Luno.

„Du hältst Ausschau nach ruhigem Wasser“, sagte Jori. „Und du singst… leise. Nicht, dass es wieder quakt.“

Luno tat so, als wäre er beleidigt, doch dann summte er tapfer ein kleines Seemannslied. Es klang wie ein mutiges Bienchen.

Die Wolke kam näher. Der Wind heulte. Das Deck wurde nass. Jori spürte, wie sein Herz klopfte wie eine Trommel. Aber er sagte sich: Ich kann denken. Ich kann führen. Und ich bin nicht allein.

Dann entdeckte er etwas: Der Sturm zog im Kreis. Immer wieder im Kreis. In der Mitte war es am wildesten. Am Rand war es schwächer.

„Wir müssen zum Rand“, rief Jori. „Nicht gegen ihn kämpfen, sondern aus seinem Tanz rausgleiten!“

Mette riss das Ruder herum. Die „Flinke Flunder“ neigte sich. Wasser spritzte hoch. Bumm klammerte sich an seine Pfanne, als wäre sie ein Schatz.

„Ahoi, mein Frühstück!“ brüllte er.

„Nicht das Frühstück!“, rief Luno dramatisch.

Jori lachte kurz, obwohl ihm mulmig war. Lachen half. Es machte den Sturm nicht kleiner, aber die Crew größer.

Teil 3: Die Insel, die nicht auf der Karte steht

Gerade als es schien, als würde der Rand näherkommen, passierte etwas Seltsames: Der Sturm zog plötzlich an der „Flinken Flunder“, als würde er sie an einer Schnur packen.

„Er saugt den Wind weg!“ rief Rask.

Das Segel fiel schlaff zusammen. Das Schiff wurde langsam. Viel zu langsam.

Jori sah nach links und rechts. Nur tanzende Regenfäden und glitzernde Blitze. Und dann, wie ein Geheimnis im Dunst, erschien eine kleine Insel. Sie hatte einen Ring aus hellen Steinen und Palmen, die sich bogen wie neugierige Köpfe.

„Eine Insel!“ rief Luno.

„Auf meiner Karte ist keine“, sagte Rask verwundert.

Die Insel leuchtete am Rand, nicht mitten im Sturm. Wie ein sicherer Fleck. Joris Neugier hüpfte. Was war das für eine Insel? Warum war sie da?

„Wir könnten dort Schutz finden“, sagte Mette.

Jori nickte langsam. „Aber wir bleiben vorsichtig. Der Sturm zaubert.“

„Und wenn die Insel auch eine Tür ist?“ fragte Luno.

„Dann klopfen wir und rennen weg“, sagte Bumm.

Sie ruderten mit kleinen Bootshaken, so gut es ging. Mette lenkte mit ruhiger Hand. Jori sprach laut, damit alle im Takt blieben: „Eins, zwei—eins, zwei.“ Es fühlte sich an, als würde das ganze Schiff zusammen atmen.

Als sie näher kamen, wurde die Luft plötzlich warm. Der Regen hörte auf. Der Sturm blieb hinter ihnen, als wäre dort eine unsichtbare Wand.

Die „Flinke Flunder“ glitt in eine ruhige Bucht. Das Wasser war so klar, dass Jori seine eigenen Zehen spiegeln sah.

„Wir haben es geschafft“, flüsterte Luno.

Doch dann hörten sie ein leises Wimmern. Jori spitzte die Ohren. Es klang wie jemand, der versucht, tapfer zu sein, aber gerade nicht kann.

Am Strand saß ein kleiner Papagei. Er war knallrot und hatte ein winziges, schiefes Dreieck aus Papier im Schnabel.

„Hallo“, sagte Jori sanft und ging in die Hocke. „Bist du allein?“

Der Papagei schluchzte. „Krah… mein Wind! Mein Zuhause! Der Sturm hat alles durcheinandergepustet!“

Jori zeigte offene Hände. „Wir tun dir nichts. Ich bin Jori. Wir sind Piraten, aber ehrlich.“

Der Papagei blinzelte. „Ehrliche Piraten? Das klingt wie… ein Keks ohne Krümel.“

„Ich kann Krümel machen“, bot Bumm an.

Der Papagei kicherte kurz, dann hielt er das Papier hin. Es war eine Karte—aber zerknittert und halb offen, als wäre sie fast zerrissen.

„Die Karte gehört meinem Freund, dem alten Leuchtturm-Wächter“, sagte der Papagei. „Der Sturm hat sie mir aus dem Schnabel gerissen. Ich hab sie wiedergefunden, aber ich kann sie nicht richtig falten. Und wenn sie nicht ordentlich gefaltet ist, zeigt sie den Weg nicht. So ist es bei Zauberkarten.

Jori staunte. Eine Karte, die nur funktioniert, wenn sie ordentlich gefaltet ist? Das war komisch. Und spannend. Seine Neugier wurde groß wie ein Segel.

„Darf ich sie sehen?“ fragte Jori.

Der Papagei reichte sie ihm vorsichtig. Das Papier fühlte sich warm an, als hätte es ein Herz. Auf der Karte waren Linien, kleine Sterne und ein Symbol: ein Auge, das zwinkerte.

„Das ist ja frech“, murmelte Luno.

Rask trat näher. „Das ist alte Kartenmagie. Sie reagiert auf Ruhe und Ordnung.“

Jori setzte sich in den Sand. „Dann machen wir das in Ruhe. Zusammen.“

Bumm stellte sich wie ein Bodyguard daneben. „Niemand niest!“

„Ich kann nicht versprechen, dass meine Nase gehorcht“, flüsterte Luno.

Jori lachte leise. Dann strich er die Karte glatt. Er dachte nach: Wie faltet man eine Karte? Erst in der Mitte, dann noch mal. Aber hier waren kleine Markierungen, als würden sie ihm Hinweise geben.

„Seht ihr die kleinen Punkte?“ fragte Jori. „Wie winzige Anker. Die gehören zusammen.“

Mette nickte. „Du bist aufmerksam. Los.“

Jori faltete langsam. Ecke zu Ecke. Kante an Kante. Er drückte die Falten fest, aber nicht zu fest. Wie beim Decke-Zusammenlegen.

Der Papagei hielt den Atem an. Sogar der Wind schien zuzuhören.

Als Jori die letzte Falte machte, leuchtete das Papier kurz auf. Nicht grell, eher freundlich, wie ein Nachtlicht. Dann zeigte die Karte ein neues Zeichen: einen kleinen Pfeil, der aus der Bucht heraus wies—weg vom Sturm.

„Sie zeigt uns den sicheren Kurs“, sagte Rask.

„Und sie zeigt mir den Weg zurück zum Leuchtturm!“ rief der Papagei. „Krah! Du hast es geschafft!“

Jori fühlte Stolz in seiner Brust. Nicht, weil er etwas genommen hatte. Sondern weil er geholfen hatte.

„Wir bringen dich hin“, sagte Jori. „Wenn du willst.“

Der Papagei hüpfte auf Joris Schulter. „Ich will! Und ich verspreche: Ich beiße nur in Kekse. Nicht in Ohren.“

Teil 4: Ein Kurs aus Mut und Neugier

Als sie wieder an Bord waren, blieb die Insel still hinter ihnen, als würde sie winken. Der Sturm tobte noch, aber er war weiter weg. Die Karte lag auf einer Kiste, ordentlich gefaltet.

„Was, wenn sie wieder wegfliegt?“ fragte Luno.

Jori nahm ein Band und band die Karte sanft fest. „Ehrliche Piraten passen auf Dinge auf.“

Sie segelten dem Pfeil nach. Der Wind kam zurück, erst als leises Pusten, dann als kräftiges Schieben. Die „Flinke Flunder“ nahm Fahrt auf.

Der magische Sturm versuchte noch einmal, sie zu locken. Er schickte einen Regenbogen, der wie eine Brücke aussah.

„Ooooh“, sagte Bumm. „Eine Regenbogenbrücke! Da könnte man rüberlaufen und… Suppe finden.“

„Oder reinfallen“, sagte Mette trocken.

Jori sah zur Karte. Sie blieb ruhig. Kein Pfeil zum Regenbogen. Nur geradeaus.

„Wir bleiben beim Plan“, sagte Jori. „Neugierig sein ist gut. Aber wir müssen klug wählen, wann.“

Luno nickte eifrig. „Neugier mit Kopf.“

„Genau“, sagte Jori. „Und mit Mut.“

Der Sturm heulte, als wäre er wütend. Dann wurde das Heulen leiser. Die Wolke verlor ihre Farben. Das Gold wurde grau. Das Violett wurde blass. Schließlich war sie nur noch eine normale Wolke, die davontrieb, als hätte sie ihre Späße satt.

Die See wurde wieder freundlich. Die Sonne kam raus und trocknete das Deck. Bumm drehte eine Pfannkuchenrunde, diesmal ganz ohne Blitzhilfe.

„Für den Sieg über die freche Wolke!“ rief er.

„Und für die Karte!“ rief Luno.

Der Papagei krächzte: „Und für ordentliche Falten! Krah!“

Alle lachten.

Später, als der Leuchtturm am Horizont auftauchte, brachte Jori den Papagei mit einem kleinen Boot ans Ufer. Ein alter Mann winkte vom Leuchtturm. Seine Laterne glänzte wie ein freundliches Auge.

„Da bist du ja!“ rief der Leuchtturm-Wächter.

Der Papagei flatterte zu ihm. „Sie haben geholfen! Ein ehrlicher Pirat!“

Der Wächter kam näher, sah Jori an und nickte. „Ehre ist ein heller Stern. Danke, Junge.“

Jori spürte Wärme im Bauch. „Gern. Wir wollten nur sicher durch den Sturm.“

Der Wächter gab Jori einen kleinen Beutel. Darin war kein Gold, sondern etwas Besseres: ein winziger Kompass aus Holz und eine Muschel, die rauschte, wenn man sie ans Ohr hielt.

„Für deine Neugier“, sagte der Wächter. „Damit du immer zuhörst: dem Meer und deinem Herzen.“

Jori steckte die Geschenke ein. Dann sah er zur Karte. Der Papagei brachte sie zurück, sorgfältig gefaltet, genau wie Jori sie gemacht hatte.

„Sie gehört zu euch“, sagte der Papagei. „Sie hat euch gerettet.“

Jori schüttelte den Kopf. „Sie gehört dir und dem Wächter. Wir haben sie nur gefaltet. Ehrliche Piraten nehmen nichts, was nicht ihres ist.“

Der Wächter lächelte. „Dann behalte wenigstens dies: das Wissen, dass du helfen kannst.“

Jori salutierte, ein bisschen schief, aber sehr ernst. Zurück auf dem Schiff legte er die Karte noch einmal auf die Kiste, strich sie glatt und faltete sie ganz sorgfältig, als wäre sie ein kleiner Schatz aus Papier.

„Bereit für das nächste Abenteuer?“ fragte Mette.

Jori sah aufs Meer. Es glitzerte wieder wie blaue Bonbons. Seine Angst war weg, aber seine Neugier blieb—hell und wach.

„Ja“, sagte er. „Aber erst essen wir Pfannkuchen.“

„Endlich ein Plan, der nicht nass wird!“ rief Bumm.

Und während die „Flinke Flunder“ weitersegelte, lag die Karte ordentlich gefaltet an einem sicheren Platz, ganz ruhig, als würde sie zufrieden schlafen.

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Planken
Die langen Holzstücke, aus denen das Schiff aufgebaut und zusammengehalten wird.
Kombüse
Die Küche auf einem Schiff, wo der Koch Essen zubereitet.
Kartenschnitzer
Eine Person, die Karten sorgfältig schneidet und aufmalt.
Kompass
Ein kleines Gerät, das mit einer Nadel die Richtung zum Norden zeigt.
Magische Sturmwolke
Eine Wolke mit Zauber, die Wind, Licht und Dinge seltsam verändert.
Alte Kartenmagie
Ein alter Zauber, der Karten besonders macht und auf Ruhe reagiert.
Zauberkarten
Karten mit Zauber, die nur dann den Weg richtig zeigen.
Winzige Anker
Sehr kleine Punktzeichen auf der Karte, die zusammengehören und Hinweise geben.
Bucht
Ein ruhiger Teil vom Meer, geschützt wie eine kleine Wassernische.
Neugier
Das Gefühle, mehr wissen oder entdecken zu wollen, wie ein fröhliches Fragen.

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