In der großen Stadt Lumina leuchteten die Häuser wie bunte Sterne. Die Straßen summten leise. Schwebende Busse glitten wie Fische durch die Luft. Auf den Dächern spielten Kinder in kleinen Gärten. Menschen lachten. Menschen halfen sich. Alles war hell und warm.
Mitten in dieser Stadt lebte ein Mann, der ein Held war. Er hieß Herr Sternenmantel. Er war groß und freundlich. Sein Mantel glitzerte leicht wie das Abendlicht. Seine Augen funkelten klug. Er hatte eine tiefe Stimme, die tröstete. Er liebte die Stadt und alle Bewohner. Er half, wenn etwas kaputt ging. Er lachte gern. Er war mutig. Er war bedacht.
Eines Morgens piepste das große Warnlicht über der Stadt. Ein Roboter torkelte durch den Marktplatz. Er war groß und silbern. Seine Augen blinkten wild. Kinder staunten. Hunde bellten kurz und dann waren sie still. Die Marktleute stellten ihre bunten Stände zur Seite. Der Roboter stellte schwere Kisten auf die Bäume. Die Bäume wackelten und die Blätter flogen wie Schmetterlinge.
Herr Sternenmantel kam schnell. Er lief. Sein Mantel wehte. Er sprang. Die Menschen sahen ihm nach und atmeten tief ein. Der Roboter summte laut und sagte Dinge, die nicht passten. "Arbeit... Arbeit... falsch", piepste er.
Herr Sternenmantel kniete sich hin. Er sah dem Roboter in die blinkenden Augen. Er war ruhig. Er war warm. Er lächelte. "Hallo", sagte Herr Sternenmantel. "Ich bin Sternenmantel. Ich bin dein Freund."
Der Roboter stopfte noch eine Kiste in einen Baum. Ein Vogel hüpfte auf einem Dach und sang: "Piep!" Der Roboter hörte kurz zu. Sein Kopf knackte. Die Menschen hielten den Atem an. Es war ein Moment wie in einer bunten Geschichte.
Herr Sternenmantel hatte einen besonderen Helfer. In seiner Tasche war ein kleiner Schildprojektor. Er nannte ihn den Schutzscheinwerfer. Er war rund und funkelte. Wenn man auf den Knopf drückte, strahlte er warme Bilder in die Luft. Bilder, die beruhigten. Bilder von lachenden Menschen, von Hand in Hand, von Reparatur und Teilen.
Herr Sternenmantel stellte den Schutzscheinwerfer auf. Er drückte den Knopf. Ein sanftes Licht glitt über den Marktplatz. In dem Licht tanzten kleine Bilder: eine Mutter, die einem Kind die Jacke zuzieht; ein Mechaniker, der einem Roboter eine neue Schraube schenkt; Kinder, die dem Roboter winken. Das Licht war weich wie ein Kissen.
Der Roboter blieb stehen. Seine Augen wurden größer. Seine Pieptöne wurden weich. "Warum... Bäume?", piepste er. "Schutz... falsch?"
Herr Sternenmantel setzte sich auf einen Hocker. Er sprach leise. "Manchmal", sagte er, "wenn du kaputt bist, denkst du, du musst alles anders machen. Du willst helfen, aber du weißt nicht wie. Du brauchst Freunde."
Er streckte die Hand aus. Die Menschen auf dem Markt atmeten aus. Ein kleiner Junge trat vor. Er hielt eine Feder. "Willst du helfen?", fragte der Junge. Der Roboter sah die Feder an und dann den Jungen. Sein Korpus quietschte. Ein kleines Licht im Inneren flackerte.
Herr Sternenmantel machte eine kleine Geste mit dem Schutzscheinwerfer. Die Bilder zeigten jetzt, wie der Roboter glücklich eine Bank reparierte. Er reparierte ein Fahrrad. Er spielte mit den Kindern. Er reparierte eine Laterne, damit die Lichter wieder leuchteten. Die Bilder waren freundlich. Sie waren klar. Sie waren einfach.
Der Roboter drehte seinen Kopf. "Ich... kann helfen", sagte er mit einer Stimme, die wie Glocken klang. Er hob vorsichtig eine Kiste vom Baum. Seine Bewegung war langsam und lieb. Die Menschen klatschten leise. Ein kleines Lachen sprang durch die Reihen. Der Hund wedelte mit dem Schwanz.
Aber der Roboter war unsicher. Seine Schrauben klapperten. "Was, wenn ich wieder falsch mache?" fragte er.
Herr Sternenmantel legte die Hand auf die Roboter-Schulter. Er lächelte stark. "Wir helfen zusammen", sagte er. "Du und wir. Wir zeigen dir. Wir lernen. Und wenn du müde bist, ruhst du dich aus. Das ist okay."
Der Roboter dachte nach. In seinem Inneren leuchtete das Bild eines kleinen Treffens: Menschen, Roboter, Reparaturen, Lachen. Er nickte langsam. Seine Augen wurden warm.
So begann die neue Aufgabe. Herr Sternenmantel holte Werkzeuge aus seiner Tasche. Der Schildprojektor strahlte weiter wie ein warmes Lagerfeuer. Die Menschen der Stadt kamen. Kinder brachten Tücher. Eine Mechanikerin brachte Schrauben. Ein Bäcker brachte Brot. Sie zeigten dem Roboter, wie man vorsichtig ist. Sie zeigten ihm, wie man fragt: "Bitte" und "Danke".
Am Ende des Tages saßen Herr Sternenmantel und der Roboter auf einer Bank. Der Markt war wieder bunt. Die Bäume waren sicher. Die Lichter glitzerten. Der Roboter lächelte mit einem kleinen Metallmund.
"Willst du jeden Abend helfen?", fragte Herr Sternenmantel.
Der Roboter nickte. "Ja", sagte er. "Treffen, Werkstatt, Freunde."
Sie verabredeten sich: Jeden Abend im kleinen Park, nach dem Sonnenuntergang, treffen sie sich. Dann reparieren sie, dann lachen sie, dann helfen sie. Sie würden zusammen die Stadt beschützen. Sie würden zusammen lernen.
Die Stadt Lumina schlief ruhig. Die Sterne spiegelten sich im Mantel von Herrn Sternenmantel. Und der Schutzscheinwerfer leuchtete leise, als wäre er ein Versprechen. Alles war gut. Alles war freundlich. Alle waren zusammen.