Morgens, wenn die Sonne sanft über die Felder kriecht, wacht Frau Leni auf. Sie ist eine Bäuerin. Sie liebt ihre Felder, ihre Tiere und ihren großen, roten Bleistift. Heute nimmt sie ein großes Blatt Papier mit. Sie will ihre Felder malen.
Frau Leni zieht ihre Gummistiefel an. „Plitsch, platsch“, macht es auf dem feuchten Gras. Die Luft riecht nach frischer Erde und süßem Gras. Leni lächelt. Sie klopft mit dem Stift auf ihr Klemmbrett und ruft: „Guten Morgen, liebe Felder! Heute male ich euch!“
Als Erstes geht sie zum Weizenfeld. Die Halme sind goldgelb und wiegen sich im Wind. Frau Leni setzt sich auf einen kleinen Stein. Sie schaut ganz genau hin. „Weizen ist wie goldene Haare“, sagt sie und lacht. Sie malt viele, viele gelbe Striche. Im Weizenfeld wohnt ein kleiner Spatz. Er hüpft auf den Stein und piepst: „Piep, piep!“ Leni lächelt. „Hallo, kleiner Freund! Willst du auch mitmalen?“ Der Spatz pickt neugierig am Bleistift, aber dann fliegt er weiter. Leni malt den Spatz mit auf das Blatt.
Jetzt marschiert sie zum Kartoffelacker. Die Erde ist dunkel und weich. Hier wachsen Kartoffeln unter der Erde. Frau Leni malt grüne Blätter und kleine, braune Hügel. „Kartoffeln schlafen gern in der Erde“, flüstert sie. „Sie sind wie kleine Schätze. Im Herbst buddeln wir sie aus!“ Die Kuh Emma trottet vorbei. „Muh!“, sagt Emma freundlich. Leni winkt. „Du bekommst später ein paar Kartoffelschalen“, sagt sie.
Der Wind kitzelt ihre Nase. Leni muss lachen. Sie geht weiter zum Stall. Dort warten die Hühner. Sie flattern und gackern. „Guten Morgen, Hühner!“, ruft Frau Leni. Sie malt die Hühner mit runden, weißen Bäuchen und roten Kämmen. Ein Huhn legt gerade ein Ei. „Das ist deine Arbeit, mein liebes Huhn!“, sagt Frau Leni. „Und ich mache meine Arbeit hier, male dich auf mein Bild.“ Das Huhn gluckst zufrieden.
Leni legt eine kleine Pause ein. Sie setzt sich in die Wiese. Die Grashalme sind weich wie ein Teppich. Die Sonne kitzelt ihr Gesicht. Sie schließt kurz die Augen und hört die Bienen summen. „Bzz, bzz“, machen die kleinen Brummer.
Nach der Pause stapft Leni weiter zum Apfelbaum. Die Äpfel sind rund und rot. Leni malt den Baum, die bunten Äpfel und ein paar grüne Blätter. Ein Schmetterling tanzt vor ihren Augen. „Du bist schön bunt!“, ruft Leni und malt ihn gleich mit. Der Schmetterling flattert fröhlich davon.
Den ganzen Tag über schaut Leni genau hin und malt alles, was sie sieht. Sie malt die Felder, die Tiere und die Sonne am Himmel. Ihr Bild wird bunt und fröhlich. „Ich bin neugierig“, sagt sie, „ich möchte alles entdecken. Auf dem Bauernhof gibt es jeden Tag etwas Neues zu sehen!“
Am Ende des Tages ist Leni müde, aber glücklich. Sie sitzt auf ihrer Bank vor dem Haus. Das Bild hält sie fest in den Händen. Die Felder sind warm und golden im Abendlicht. Die Tiere schmatzen leise im Stall. Leni schaut auf ihr Bild und lächelt. „Jeder Tag als Bäuerin ist ein Abenteuer“, sagt sie leise. „Und morgen male ich wieder etwas Neues.“
Der Himmel wird langsam dunkel. Frau Leni geht ins Haus. Sie hängt das Bild an die Wand, direkt neben die anderen Bilder von ihren Feldern. Die Bilder lachen sie freundlich an. Leni flüstert: „Gute Nacht, liebe Felder. Gute Nacht, kleiner Spatz. Gute Nacht, Hühner und Kühe und Kartoffeln.“
Dann legt sich Frau Leni ins Bett. Sie schließt die Augen. Das leise Kichern der Hühner und das Summen der Bienen begleiten sie in den Schlaf. Draußen wacht der Mond über die Felder, und alles schläft friedlich.