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Geschichte eines Außerirdischen 9/10 Jahre Lesen 19 min.

Fips und Pliim: Die weichen Bausteine vom Himmel

Der Hase Fips findet eine geheimnisvolle Kiste mit weichen Bausteinen und trifft das freundliche außerirdische Wesen Pliim; gemeinsam bauen sie eine Karotten-Station und bringen das Dorf dazu, das Fremde mit Neugier statt mit Angst zu begegnen.

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Fips, ein kleiner anthropomorpher Hase mit langen Ohren, beige weichem Fell und neugierigen runden Augen, lächelt zärtlich und hält einen kleinen leuchtenden Sternblock; neben ihm schwebt Pliim, ein rundlicher Außerirdischer mit drei leuchtenden Augen, feinen Antennen und silbern schimmernder Jacke, winkend neben einem kleinen „Kessel“-Raumschiff; Dorfbewohner — eine alte Frau mit Brotkorb, ein gutmütiger Bäcker und Kinder mit Sommersprossen — legen die Hand aufs Herz oder winken, versammelt um eine warme, gepflasterte Dorfmitte mit Brunnen, verwitterten Holzbänken, Marktständen und grüner Hecke im goldenen Abendlicht; das runde Raumschiff steigt sanft auf, hinterlässt einen Heiligenschein aus Lichtblasen, alle schauen mit rührender Zuneigung auf die Verbindung zwischen Fips und Pliim; Aquarellstil, weiche Pastelltöne, körnige Textur, leichte Konturen und funkelnde Lichtakzente. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Ein Hase und eine Kiste vom Himmel

Als der Morgen noch nach nassem Gras roch, hüpfte Fips, der Hase, über den Dorfplatz. Der Platz war sein Lieblingsort: Pflastersteine wie Schachfelder, ein Brunnen, der leise plätscherte, und Bänke, auf denen ältere Leute Zeitungen rascheln ließen.

Fips trug etwas Besonderes unter dem Arm. Es war eine flache, silbrig glänzende Kiste mit bunten Punkten. Er hatte sie früh am Feldrand gefunden, dort, wo in der Nacht ein leiser „Pffft“-Ton gewesen war, als hätte jemand eine Luftmatratze aufgeblasen.

Auf der Kiste stand in krakeligen Zeichen, die Fips nicht kannte, aber daneben war ein Bild: Ein lachendes Wesen hielt Bausteine hoch. Und darunter ein Pfeil und ein kleines Herz.

„Sieht aus wie… ein Spiel?“, murmelte Fips.

Er setzte sich auf die warme Steinplatte neben dem Brunnen. Vorsichtig drückte er auf einen grünen Punkt. Die Kiste machte „Pling“ und öffnete sich wie eine Brotdose.

Drinnen lagen Bausteine. Aber nicht wie die aus Holz, die Fips kannte. Diese waren weich und rund, fast wie Gummibärchen, nur ohne klebrige Finger. Keine Kanten, keine Spitzen. Jeder Stein fühlte sich angenehm an, als hätte er ein winziges Kissen im Bauch.

„Ha! Endlich mal etwas, das nicht piekst“, sagte Fips und stupste einen Stein mit der Nase an. Der Stein kicherte. Wirklich. Ein leises „Hihihi“ kam aus ihm heraus.

Fips zuckte mit den Ohren. „Okay… du bist eindeutig nicht von hier.“

Er nahm zwei Steine, drückte sie zusammen, und sie klickten nicht, sie… schnurrten. Ein sanftes „Mrrr“, wie eine zufriedene Katze. Dann leuchteten sie kurz in warmem Gelb.

„Das macht ja Spaß“, flüsterte Fips. „Als würde man Sonnenstrahlen stapeln.“

Er baute eine kleine Brücke. Dann einen Turm. Dann einen Haufen, der aussah wie eine Karotte, die sich verlaufen hatte. Fips lachte.

Gerade als er den nächsten Stein nehmen wollte, fiel ein Schatten über den Dorfplatz. Nicht groß und bedrohlich. Eher wie ein Schirm, der zu früh aufgeklappt wurde.

Fips blickte nach oben.

Über dem Brunnen schwebte etwas, das aussah wie ein runder Kochtopf ohne Henkel – nur viel hübscher. Es glitzerte wie Seifenblasen, und am Rand blinkten Lichter, die sich wie kleine Fische bewegten.

Und dann, ganz leise, kam ein „Huuuup“.

Fips' Herz machte einen Hüpfer, der fast höher war als er selbst. Trotzdem blieb er sitzen. Seine Pfoten zitterten ein bisschen, aber er erinnerte sich an seine Lieblingsregel: Erst gucken, dann urteilen.

„Hallo?“, rief er. „Wenn du mich holen willst, sag bitte vorher Bescheid.“

Der Kochtopf… äh, das Ding… öffnete sich an der Seite wie eine Tür. Heraus schob sich ein Wesen, klein und rund, mit drei Augen, die wie Murmeln schimmerten. Es trug etwas wie eine Weste aus glänzendem Stoff. Und es lächelte so breit, dass Fips automatisch zurücklächeln musste.

„Pliiim!“, sagte das Wesen fröhlich.

„Äh… Fips“, antwortete Fips und tippte sich an die Brust. „Ich heiße Fips.“

Das Wesen tippte sich ebenfalls an die Brust. „Pliiim.“

„Du heißt… Pliim?“

Pliim nickte so heftig, dass seine Ohren – er hatte keine, aber zwei kleine Antennen – wackelten.

Fips zeigte auf die Bausteine. „Deins?“

Pliim machte ein dramatisches „Oh!“ und klatschte in die Hände. Dann zeigte es auf die Kiste, auf Fips, und machte eine Bewegung, als würde es etwas zusammenbauen.

„Du willst… bauen?“, fragte Fips.

Pliim sprang vor Freude einmal im Kreis. „Plim-plim!“

Fips atmete aus. Irgendwie fühlte sich das Ganze weniger wie Gefahr an und mehr wie… Besuch. Sehr merkwürdiger Besuch, aber dennoch.

„Dann bauen wir zusammen“, sagte Fips. „Aber sag gleich: Kannst du Karotten essen?“

Pliim schaute Fips an, dann die Bausteine, dann den Brunnen, dann Fips wieder. Schließlich sagte es sehr ernst: „Kaa-roo?“

Fips lachte. „Fast.“

Kapitel 2: Der Dorfplatz wird zur Baustelle

Fips schob die Kiste in die Mitte des Platzes, als wäre es ein Schatz. Pliim setzte sich gegenüber, die Beine gekreuzt, und holte aus seiner Weste ein rundes Gerät, das wie eine Taschenlampe aussah.

„Keine Zauberei, bitte“, sagte Fips scherzhaft. „Ich bin nur ein Hase, kein Zauberhase.“

Pliim verstand den Witz vermutlich nicht, aber es lachte trotzdem. Ein glucksendes „Blu-bla-bla“, als hätte es ein kleines Aquarium im Bauch.

Pliim hielt das Gerät über die Bausteine. Ein weicher Lichtkegel fiel darauf, und auf einmal schwebten kleine Bilder in der Luft: eine Kuppel, eine Brücke, ein Kran, und etwas, das aussah wie eine Rutsche, die in den Himmel führte.

Fips' Augen wurden groß. „Wow. Das sind Bauideen!“

Pliim nickte und zeigte auf die Rutsche. Dann machte es eine Bewegung, als würde es „Wuuusch!“ sagen.

„Eine Weltraumrutsche?“ Fips hielt sich kurz an den Brunnenrand, als müsste er sich festhalten, nur vom Gedanken. „Das ist… ziemlich hoch.“

Pliim zeigte auf Fips' Karotten-Turm, den Fips vorhin gebaut hatte, und gab ihm einen Daumen hoch. Dann setzte es einen Stein auf den anderen – nicht schnell, sondern sorgfältig. Jeder Stein landete genau, als hätte Pliim ein eingebautes Maßband in den Fingern.

Fips machte mit. Sie bauten eine runde Plattform aus weichen Steinen. Wenn man darauf trat, federte sie leicht, wie ein Trampolin, aber nicht so sehr, dass man umkippen konnte.

„Sicherheit zuerst“, sagte Fips. „Ich mag keine spitzen Sachen. Und ich mag es, wenn Dinge nicht plötzlich explodieren.“

Pliim hielt kurz inne und sagte langsam: „Nicht… booom.“

„Sehr beruhigend“, antwortete Fips.

Sie bauten eine Kuppel, die im Sonnenlicht schimmerte. Die Steine passten sich aneinander an wie Puzzleteile, nur ohne nerviges Drücken. Und jedes Mal, wenn ein Teil richtig saß, machte es ein zufriedenes „Ding!“.

Ein paar Tauben kamen näher und watschelten um das Bauwerk herum. Eine pickte vorsichtig gegen einen Stein. Der Stein kicherte und glühte rosa. Die Taube erschrak, stolperte zwei Schritte zurück und tat dann so, als wäre nichts gewesen.

„Mutige Taube“, flüsterte Fips.

Pliim zeigte auf die Taube und sagte: „Wach.“

„Ja, die passt auf“, sagte Fips. „Die passt immer auf. Vor allem auf Krümel.“

Als die Kuppel fertig war, öffnete Pliim ein rundes Fenster, indem es einen Stein nur anstupste. Der Stein drehte sich wie von selbst und machte eine Öffnung frei.

„Praktisch“, sagte Fips. „Bei uns muss man für Fenster erst Holz sägen. Und dann hat man Späne im Fell.“

Pliim legte den Kopf schief und strich sich über die Weste. „Fell… gut.“

Fips grinste. „Danke. Dein Glitzerstoff ist auch nicht schlecht.“

Ein Windstoß wirbelte über den Platz und trug den Duft von frischem Brot herüber. Das war das Zeichen: Bald würde der Bäckerwagen kommen.

Fips spitzte die Ohren. „Weißt du, Pliim… gleich sind hier viele Dorfbewohner. Die könnten sich erschrecken, wenn sie dich sehen.“

Pliim zog den Mund zu einem kleinen „O“. Dann zeigte es auf sich, machte sich ganz klein und versteckte sich halb hinter der Kuppel.

„Du willst dich verstecken?“, fragte Fips.

Pliim nickte. Dann zog es aus der Weste einen kleinen, weichen Stein, drückte ihn an die Stirn – und plötzlich leuchtete es kurz. Für einen Moment sah Pliim aus wie ein großer, runder Kürbis mit Mütze.

Fips starrte. „Das ist… das schlechteste Versteck, das ich je gesehen habe.“

Pliim strahlte stolz.

„Aber sehr mutig“, fügte Fips schnell hinzu. „Und irgendwie… niedlich.“

Pliim sagte: „Nie… böse.“

„Ich auch nicht“, sagte Fips. „Dann schaffen wir das.“

Kapitel 3: Ein Missverständnis und eine Karotten-Idee

Der Dorfplatz füllte sich. Erst kam Frau Mohn mit ihrem Korb. Dann Herr Klee, der immer so tat, als würde er alles verstehen, obwohl er oft nur nickte. Dann Kinder mit Springseilen. Und schließlich rollte der Bäckerwagen heran, und es roch so gut, dass Fips kurz vergaß, dass ein Raumschiff über dem Brunnen schwebte.

„Oh!“, rief ein Kind. „Was ist das denn? Ein Hüpfhaus?“

„Ein Kunstwerk?“, murmelte Herr Klee und nickte vorsichtig.

Fips stellte sich vor die Kuppel, als wäre er ein kleiner Wachhase. „Das ist… ein Bau-Spiel“, erklärte er laut und freundlich. „Ganz weich. Keine Spitzen. Nichts Gefährliches.“

Pliim lugte als „Kürbis mit Mütze“ hinter dem Rand hervor. Ein Kind kicherte. Ein anderes zeigte mit dem Finger. „Der Kürbis blinkt!“

Frau Mohn beugte sich vor. „Seit wann blinken Kürbisse?“

Pliim machte in diesem Moment leider genau das Falsche: Es winkte. Sehr begeistert. Mit beiden Händen.

Frau Mohn ließ vor Schreck fast ihren Korb fallen. Herr Klee machte einen Schritt zurück und murmelte: „Ich… habe das nicht bestellt.“

Die Tauben flogen auf. Der Brunnen plätscherte, als hätte auch er einen Schreck bekommen.

Fips hob schnell beide Pfoten. „Stopp! Bitte! Das ist kein blinkender Kürbis. Das ist… ein Gast.“

Stille. Man hörte nur das Knarzen des Bäckerwagens.

Ein Kind fragte: „Ein Gast von… wo?“

Fips schluckte. Er wollte nicht lügen. Also sagte er die Wahrheit, aber so sanft wie möglich: „Von sehr weit weg. Aus dem Himmel. Und er heißt Pliim.“

Pliim trat langsam hervor. Es drückte die Hände an die Brust und sagte klar: „Pliiim.“

Ein kleines Mädchen mit Sommersprossen trat vor. „Hallo, Pliim“, sagte sie. „Kannst du spielen?“

Pliim nickte eifrig.

Herr Klee hob eine Augenbraue. „Und… was will dieser… Pliim?“

Fips zeigte auf die Bausteine. „Bauen. Zusammen.“

Der Bäcker, der sonst wenig Zeit für Wunder hatte, räusperte sich. „Wenn er zusammen baut, baut er dann auch zusammen… Brötchen?“

Pliim hörte „Brötchen“ und leckte sich über die Lippen, obwohl es gar nicht wusste, was das war. Dann sagte es vorsichtig: „Bro…?“

Alle mussten lachen, sogar Frau Mohn. Das Lachen war wie ein warmer Schal, der sich um den Platz legte.

Fips atmete auf. Humor war manchmal stärker als Angst.

Doch dann passierte das Missverständnis: Pliim hielt sein rundes Gerät hoch, und ein Bild erschien in der Luft—die Weltraumrutsche, die in den Himmel führte. Einige Dorfbewohner sahen nur: „Riesending, Himmel, weg“.

„Der will uns entführen!“, rief jemand.

„Nein!“, rief Fips sofort. „Das ist nur eine Idee! Ein Bild!“

Pliim bemerkte die Unruhe. Es senkte das Gerät und sah plötzlich klein aus. Die Antennen hingen ein bisschen.

Fips ging zu Pliim, setzte sich neben es und sagte leise: „Manchmal haben Leute Angst vor dem, was sie nicht kennen. Wir zeigen ihnen etwas Vertrautes.“

Er griff in seine Tasche und holte eine Karotte heraus. Nicht als Snack. Als Plan.

„Wir bauen etwas, das jeder versteht“, sagte Fips. „Eine Karotten-Station. Eine kleine, freundliche Hütte. Und dann… teilen wir.“

Pliim blinzelte. „Tei-len?“

Fips brach die Karotte in zwei Stücke und gab eins Pliim. „Freundschaft.“

Pliim nahm das Stück, schnupperte daran, und seine drei Augen leuchteten. „Mmm!“

Das Publikum sah zu. Ein paar Kinder grinsten. Frau Mohn flüsterte: „Er… isst Karotte.“

„Wer Karotten isst, kann nicht ganz schlimm sein“, sagte der Bäcker und schob ein Blech noch näher heran, als wolle er auch dazugehören.

Fips stand auf. „Kommt“, rief er. „Wir bauen gemeinsam. Jeder darf einen Stein setzen. Ganz weich. Ganz sicher.“

Zögernd trat das Sommersprossenmädchen vor und setzte einen Stein. „Ding!“, machte er zufrieden.

Dann ein Junge. Dann Frau Mohn. Sogar Herr Klee setzte einen Stein—und nickte, als hätte er es schon immer gewusst.

Pliim schaute Fips an und sagte leise: „Fips… gut.“

Fips grinste. „Du auch.“

Kapitel 4: Die Sternenkarte im Brunnenlicht

Am Nachmittag stand die Karotten-Station mitten auf dem Dorfplatz: eine runde Hütte mit zwei Türen (für alle Fälle), einem Fenster und einer kleinen Bank davor. Über dem Eingang leuchtete ein Symbol, das aussah wie eine Karotte mit Sternenstaub.

„Das ist der beste Laden ohne Verkäufer, den ich je gesehen habe“, sagte der Bäcker.

„Es ist kein Laden“, korrigierte Fips. „Es ist ein Ort zum Treffen. Zum Teilen.“

Pliim legte nun das runde Gerät auf die Bank und drückte einen blauen Punkt. Ein sanftes Licht stieg auf und breitete sich wie Nebel aus, aber warm, wie Milch mit Honig.

„Keine Sorge“, sagte Fips schnell, als einige zurückwichen. „Das ist nur Licht.“

Im Licht erschienen Punkte, viele Punkte, wie Glühwürmchen. Sie verbanden sich zu Linien. Es wurde eine Karte. Keine komplizierte, sondern eine, die man fühlen konnte: Hier ist Zuhause, dort sind Freunde, und dazwischen ist ganz viel Platz zum Staunen.

Pliim zeigte auf einen hellen Punkt weit links. „Da.“

Dann auf einen Punkt näher. „Hier.“

Dann tippte es auf den Dorfplatz. „Jetzt.“

„Du bist wirklich weit gereist“, sagte das Sommersprossenmädchen ehrfürchtig.

Pliim nickte. Dann nahm es einen weichen Baustein und drückte ihn in die Luftkarte. Der Stein blieb dort schweben, als wäre die Luft plötzlich ein Regal. Er leuchtete grün.

Fips verstand. „Das ist… ein Zeichen?“

Pliim sagte: „Freund… Punkt.“

Fips nahm ebenfalls einen Stein, einen gelben, und setzte ihn neben den grünen. „Dann ist das unser Freundpunkt.“

Die Kinder jubelten leise, als hätten sie Angst, die Sterne zu wecken.

Herr Klee trat näher und fragte, bemüht ruhig zu klingen: „Und… was macht man mit einem Freundpunkt?“

Fips sah Pliim an. Pliim antwortete, indem es die Hand auf sein Herz legte und dann auf die Karte.

„Man erinnert sich“, übersetzte Fips. „Und man kommt wieder, wenn man darf.“

Frau Mohn wischte sich heimlich über die Augen. „Ach. Das ist ja… schön.“

Der Wind spielte mit den Blättern der Dorflinde. Alles fühlte sich plötzlich größer an, ohne dass es unheimlich wurde.

Pliim stand auf und machte eine kleine Verbeugung. Dann deutete es auf die Karotten-Station und auf die Dorfbewohner. Es sagte langsam, als würde es jeden Laut einzeln über eine Brücke tragen: „Zusam-men.“

„Zusammen“, wiederholte das Sommersprossenmädchen.

„Zusammen“, sagte der Bäcker.

„Zusammen“, murmelte Herr Klee und nickte extra stark.

Fips spürte, wie sein Bauch warm wurde. Nicht vor Karotten, sondern vor dem Gefühl, dass der Dorfplatz gerade ein bisschen… Weltraum geworden war. Ein guter Weltraum. Mit Bänken.

Dann hörte man aus dem schwebenden Schiff ein leises „Biiip-biiip“, wie eine Uhr, die erinnert: Zeit.

Pliim sah hinauf, dann zu Fips. Die Antennen zitterten.

„Du musst gehen“, sagte Fips leise.

Pliim nickte. „Ge-hen. Kom-men.“

„Kommen“, wiederholte Fips. „Wenn du willst.“

Pliim lächelte. Dann drückte es Fips einen letzten Baustein in die Pfote: rund, weich, und innen glitzerte ein winziger Stern.

„Für dich“, sagte Pliim.

Fips schluckte. „Danke.“

Kapitel 5: Ein Geschenk und ein Versprechen

Die Sonne stand tief. Der Dorfplatz war golden. Die Karotten-Station schimmerte, als hätte sie das Licht eingesammelt, um es später wieder auszuteilen.

Alle standen da, als würde gleich ein Ballon steigen. Nur dass es kein Ballon war, sondern ein kleines Raumschiff, das wie ein freundlicher Kochtopf aussah.

Pliim ging zu jedem und machte eine kleine Geste: Hand aufs Herz, dann nach außen. Ein stilles „Ich sehe dich“. Die Dorfbewohner machten es nach. Manche etwas schief. Herr Klee traf sein Herz erst beim zweiten Versuch.

Dann blieb Pliim vor Fips stehen. Es hielt die Hände offen.

Fips wusste, was jetzt wichtig war: ein Geste der Freundschaft. Nicht groß, nicht kompliziert. Etwas, das sogar ein Hase gut konnte.

Er nahm seinen weichen Sternen-Baustein, drückte ihn kurz an seine Stirn, so wie Pliim es mit dem Versteckstein gemacht hatte, und dann setzte er ihn oben auf die Karotten-Station. Der Stein leuchtete hell, aber nicht blendend. Eher wie ein „Hallo“ in Lichtform.

„Damit du weißt, dass du hier willkommen bist“, sagte Fips. „Egal, wie viele Augen du hast.“

Pliim starrte den Stein an. Dann machte es ein Geräusch, das fast wie ein Schluchzen klang, nur fröhlicher: „Huuup.“

Es trat näher, umarmte Fips vorsichtig—nicht fest, eher wie eine Wolke, die kurz Hallo sagt—und sagte: „Freund.“

„Freund“, antwortete Fips.

Das Raumschiff senkte sich ein Stück, die Tür öffnete sich. Pliim winkte den Kindern zu. „Plim-plim!“

„Tschüss, Pliim!“, riefen sie.

Frau Mohn rief: „Und pass auf, dass du genug isst!“

Der Bäcker brüllte: „Wenn du wiederkommst, gibt's Brötchen!“

Herr Klee nickte und sagte würdevoll: „Wir… erwarten Ihren Besuch.“

Pliim kicherte, stieg ein, und das Schiff schloss sich mit einem sanften „Plopp“. Es stieg langsam hoch, nicht ruckartig, eher wie ein Seifenblasenlift. Ein letzter Lichtkreis glitt über den Dorfplatz und ließ die Pflastersteine kurz wie Sterne funkeln.

Dann war es weg. Nur das Plätschern des Brunnens blieb. Und die Karotten-Station. Und der Freundpunkt in der Luftkarte, der sich langsam in einen kleinen, warmen Funken verwandelte und in Fips' Erinnerung landete.

Das Sommersprossenmädchen zog an Fips' Ohr, ganz vorsichtig. „Glaubst du, er kommt wieder?“

Fips sah den Himmel an. Er wirkte plötzlich nicht mehr weit weg, sondern wie eine große Decke mit vielen Türen.

„Ja“, sagte Fips. „Und selbst wenn nicht… jetzt wissen wir, dass das Unbekannte auch weich sein kann. So weich wie diese Steine.“

Er hüpfte zur Karotten-Station, setzte sich auf die Bank und klopfte neben sich.

Die Kinder setzten sich dazu. Dann Frau Mohn. Dann der Bäcker, der nach Mehl roch. Sogar Herr Klee setzte sich, als würde er eine wichtige Sitzung abhalten.

Und mitten auf dem Dorfplatz, zwischen Lachen und Abendlicht, saßen sie zusammen—als wären sie selbst ein kleines, freundliches Sternbild.

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Pflastersteine
Steine, die auf dem Boden liegen und den Weg oder Platz bedecken.
Brunnen
Ein Rundbau mit Wasser in der Mitte eines Platzes.
Krakeligen Zeichen
Schräge, unordentliche Zeichen, die wie schnelle Handschrift aussehen.
Kiste
Eine rechteckige Schachtel, in der man Dinge aufbewahrt.
Kuppel
Eine runde Decke oder ein rundes Dach über einem Raum.
Federte
Etwas sprang leicht zurück oder ging weich nach oben und unten.
Antennen
Stäbe oder Fühler am Kopf eines Wesens, die Dinge wahrnehmen können.
Versteck
Ein Ort, an dem man sich heimlich versteckt werden kann.
Karotten-Station
Der Name der kleinen Hütte, wo Karotten und Teilen wichtig sind.
Ehrfürchtig
Sehr beeindruckt und still, weil etwas besonders schön oder groß ist.
Dorflinde
Eine große Linde, ein Baum, der oft im Zentrum eines Dorfes steht.

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