Teil 1
Hund Fips wackelt mit dem Schwanz. Heute ist ein besonderer Tag. Er findet eine Kiste. Die Kiste liegt unter einem Apfelbaum. Auf der Kiste steht: Brillenbazar. Fips schnuppert. Er hebt den Deckel. Drinnen liegen viele Brillen. Große Brillen. Kleine Brillen. Glitzerbrillen. Brillen mit Sternen. Fips staunt.
"Oho!", bellt Fips leise. Er kennt Brillen nicht so gut. Seine Ohren zucken. Seine Nase zittert. Er setzt eine Brille auf. Plopp! Die Welt wird riesig. Die Ameise ist jetzt so groß wie ein Ball. Die Blumen sehen aus wie Regenschirme. Fips hüpft. Er lacht leise. "Das ist ja lustig!", sagt er.
Fips nimmt die nächste Brille. Sie ist bunt wie ein Regenbogen. Er setzt sie auf. Jetzt sieht er alles in Farben, die er nicht kennt. Die Wolken sind lila. Die Grashalme sind blau. Die Bienen tragen Hüte. "Oh!", sagt Fips. Er kichert. Er denkt an Vorsicht und setzt sich. Er beobachtet. Vorsichtig schnuppert er an einer blauen Blume. Die Blume kichert zurück. Fips lacht noch mehr.
Teil 2
Fips probiert noch eine Brille. Diese hat runde, dicke Gläser. Wenn er durchschaut, sieht alles klein. Die Hühner sehen aus wie kleine Kugeln. Der Teich ist wie eine Pfütze. Fips macht ganz kleine Schritte. Er spielt vorsichtig. Er denkt: Langsam ist gut. Er entdeckt eine Schildkröte. Die Schildkröte hat einen Regenschirm. "Hallo!", sagt die Schildkröte. "Hallo!", sagt Fips. Sie gehen zusammen langsam spazieren.
Plötzlich packt Fips eine wilde Idee. Er setzt eine Brille auf, die die Stimmen anders klingen lässt. Die Mücken summen jetzt wie kleine Trompeten. Die Katze aus dem Nachbarhof singt Oper. Fips lacht so laut, dass ein Blätterhaufen hüpft. Die Blätter klatschen in die Luft. Fips klatscht zurück. Er merkt: So lustig es ist, so laut kann es werden. Er nimmt die Brille ab. Die Welt wird wieder ruhig. Fips atmet tief. Er mag es, wenn Dinge leise sind. Er setzt die Brille vorsichtig wieder ab.
Fips trifft auf eine kluge Eule. Die Eule sitzt auf einem Ast und wackelt mit dem Kopf. "Probierst du alle Brillen?", fragt die Eule. "Ja", sagt Fips. "Aber langsam." Die Eule nickt. "Gut", sagt sie. "Schau genau. Manche Brillen machen große Überraschungen." Fips schaut sehr genau. Er hört auf sein Herz. Er lächelt.
Teil 3
Eine Brille sieht aus wie ein Teller. Fips setzt sie auf. Auf einmal sieht er sich selbst überall. Er sieht viele kleine Fipses auf den Blättern. Sie tanzen Polka. Fips lacht und winkt den kleinen Fipses zu. Dann fällt eine Brille runter und rollt weg. Fips rennt hinterher. Er rennt nicht schnell. Er rennt mit Bedacht. Er schubst die Brille mit der Pfote. Die Brille bleibt liegen. Ein Igel rollt sich zusammen und lacht. "Vorsicht!", sagt der Igel freundlich. Fips bleibt stehen. Er hilft dem Igel auf. "Danke", sagt der Igel. "Gern", sagt Fips.
Als die Sonne tiefer rückt, wird das Licht warm. Fips setzt eine letzte Brille auf. Diese Brille macht alles glitzrig. Jeder Stein funkelt. Jeder Ast hat kleine Lichter. Die Sterne fallen nicht vom Himmel, sie tanzen am Boden. Fips tanzt mit. Die Maus neben ihm klatscht. Der Frosch macht kleine Hüpfer. Alle Tiere lachen. Fips fühlt sich warm im Bauch. Er denkt an den Apfelbaum, an die Kiste und an die vielen Brillen. Er denkt an die kleinen Pausen, die er gemacht hat. Er denkt an die Eule. Er fühlt, wie wichtig Vorsicht ist. Aber Vorsicht kann auch fröhlich sein.
Am Abend legt Fips die Brillen zurück in die Kiste. Er macht einen kleinen Deckeldachs. Er deckt die Kiste mit einem Blatt zu. Die Tiere helfen. "Gute Nacht", sagen sie. "Gute Nacht", sagt Fips. Er tapst heimwärts. Der Mond schaut freundlich. Fips legt sich in sein Körbchen. Er seufzt zufrieden.
Bevor er die Augen zumacht, denkt er noch an ein letztes Bild: die Welt, die glitzert, die Welt, die lacht. Und er weiß: Morgen probiert er vielleicht wieder eine Brille. Aber langsam. Vorsichtig. Mit Spaß. Mit Freunden. Mit einem Lächeln.
Die Nacht ist ruhig. Fips atmet tief. Er träumt von bunten Brillen und tanzenden Blättern. Am Morgen wackelt sein Schwanz wieder. Ein neuer Tag wartet.