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Philosophisches Märchen 3/4 Jahre Lesen 5 min.

Emil und das kleine Rot

Emil, ein kleiner Junge, entdeckt die Gefühle von Scham und Mut, als er mit seiner Mama im Garten spielt und lernt, dass es wichtig ist, über seine Emotionen zu sprechen. Mit Hilfe von neuen Freunden und seiner Fantasie findet er Wege, seine Scham zu verstehen und zu verarbeiten.

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Ein 4-jähriger Junge, Emil, mit großen, funkelnden Augen und zerzausten blonden Haaren, steht inmitten eines sonnigen Gartens. Er hat ein neugieriges Lächeln und einen staunenden Gesichtsausdruck. Emil hockt und hält eine bunte Kreide, während er eine große Sonne auf den Betonboden zeichnet. Neben ihm hockt seine Mama, eine etwa 30-jährige Frau mit braunen, hochgesteckten Haaren und einem warmen Lächeln, um sein Kunstwerk zu bewundern. Sie trägt ein leichtes Blumenkleid und schaut Emil mit Zuneigung an, bereit, ihn zu ermutigen. Der Garten ist voller leuchtender Blumen in lebhaften Farben, mit Schmetterlingen, die umherfliegen, und einem klarblauen Himmel, der mit fluffigen Wolken gesprenkelt ist. Im Hintergrund bietet ein majestätischer Baum Schatten, während ein kleiner Vogel auf einem Ast singt. Die Hauptsituation zeigt Emil beim Zeichnen, während ein kleiner Tropfen Saft aus seiner Tasse fällt und einen kleinen Fleck auf dem Boden hinterlässt. Er verspürt ein leichtes Unbehagen, aber auch Freude, während er die Schönheit seiner Kreationen und die Unterstützung seiner Mama entdeckt. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Emil ist drei. Er hat kleine Hände und große Augen. Am Morgen sitzt er am Tisch. Er trinkt Milch. Ein Tropfen fällt. Plitsch. Die Milch macht einen See.

Emils Wangen werden warm. Im Bauch wird es rot, ganz rot. Ein kleines Rot. Es flüstert: Oh je.

Emil schaut nach innen. Er sagt leise: "Hallo, kleines Rot. Wer bist du?"

Das Rot rollt sich ein wie ein Igel. Es sagt nichts.

Mama lächelt. Sie nimmt ein Tuch. Wisch, wisch. "Das passiert", sagt sie. Ihre Stimme ist weich. Emil atmet. Das Rot atmet mit. Es wird kleiner. Nur noch ein roter Punkt.

Emil will wissen, was das Rot ist. Das ist sein leiser Wunsch. Sein geheimes Ziel. Er zieht seine Schuhe an. Er und Mama gehen in den Garten. Hand in Hand. Die Sonne malt goldene Streifen ins Gras.

Ein Spatz hüpft. Er singt. Tschip, tschiiip… und dann verrutscht ein Ton. Der Spatz kichert. "Ich übe", sagt er. "Manchmal rutsche ich. Dann singe ich weiter."

Emil nickt. Das kleine Rot schaut zu. Es wird rosa.

Emil malt mit Kreide. Er will einen runden Mond. Der Mond wird krumm. Er sieht ein bisschen wie eine Kartoffel aus. Emil spürt Wärme im Gesicht. Das Rot wird größer. "Oh je", flüstert es.

Da krabbelt eine Schnecke vorbei. Ihr Haus glänzt. "Langsam", sagt sie, "ist auch eine Art schnell." Sie streckt Fühler aus. "Wenn du dich schämst, wirst du klein. Mach dich weich. Sag Hallo."

Emil sagt sehr leise: "Hallo, Scham." Das Wort ist neu und weich. "Bist du Scham?"

Das Rot nickt. Jetzt hat es Augen. Es sieht traurig und zart aus. "Ich will dich schützen", sagt die Scham. "Ich klingele, wenn du denkst: Das war nicht so, wie du wolltest."

"Und was soll ich tun?" fragt Emil. Seine Stimme ist klein, aber klar.

"Atmen", sagt die Schnecke. "Sagen, was ist." Mama kniet zu Emil. "Willst du es mir zeigen?" fragt sie. Emil zeigt den krummen Mond. Mama schaut liebevoll. "Ich mag deinen Kartoffelmond", sagt sie. "Er ist freundlich. Er lacht."

Emil lacht auch. Die Scham lauscht. Sie wird leichter. Sie wird zu einem roten Drachen mit Schnur. Emil hält die Schnur. Der Drachen steigt. Er zittert ein bisschen. Aber er bleibt am Himmel. Nicht zu hoch. Ganz nah.

Am Mittag kippt Emil Saft. Plitsch. Das Rot kommt wieder. "Oh je", sagt die Scham. "Ich bin da."

Emil hält seine Hand auf den Bauch. Er atmet. Ein, aus. "Hallo, Scham", sagt er. "Danke, dass du mich warnst. Ich sage es Mama." Er sagt: "Der Saft ist gefallen." Mama nickt. "Wir wischen." Wisch, wisch. Alles gut.

Die Scham lächelt. "Wenn du mich anschaust, werde ich weich", flüstert sie. "Wenn du sprichst, werde ich still. Wenn dich jemand lieb ansieht, werde ich warm. Dann werde ich zu Mut."

Am Abend liegt Emil im Bett. Der Mond im Fenster ist rund. Oder ein bisschen Kartoffel. Beides ist schön. Emil fragt den Mond: "Ist Scham böse?"

Der Mond blinzelt. "Nein", sagt er. "Sie ist wie ein zu enger Mantel. Du kannst die Knöpfe öffnen. Mit Atem. Mit Worten. Mit einem Blick, der sagt: Ich bin trotzdem lieb."

Emil lächelt. Er öffnet die Knöpfe. Eins, zwei, drei. Die Scham wird zu einer roten Lampe. Sie leuchtet weich. Sie flüstert: "Gute Nacht."

Emil flüstert zurück: "Danke." Er kuschelt sich an sein Kissen. Er weiß jetzt mehr. Wenn das kleine Rot kommt, sagt er Hallo. Er atmet. Er spricht. Er bekommt einen Blick voll Liebe. Dann ist alles leicht. Dann ist sein Herz groß und ruhig.

Die Nacht ist still. Der Drachen schläft am Himmel. Emil auch. Alles ist gut.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Plitsch
Das Geräusch, das entsteht, wenn etwas in Flüssigkeit fällt.
Wangen
Die seitlichen Teile des Gesichts unter den Augen.
Schämen
Ein Gefühl, das man hat, wenn man denkt, dass man etwas Falsches oder Peinliches gemacht hat.
Haus
Der Ort, wo eine Schnecke lebt, und wo sie sich verstecken kann.
Kichern
Ein leises, fröhliches Lachen.
Leuchten
Wenn etwas hell wird und Licht abgibt.

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